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An die nächsten Generationen denken

Nachhaltiges Verpackungsunternehmen | Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren in vielen Bereichen zu einer leeren Worthülse geworden. Wie aber Nachhaltigkeit in einem Unternehmen aktiv umgesetzt und gelebt werden kann, zeigt der Komplettanbieter für flexible Verpackungen und technische Folien Bischof + Klein.

Als erstes Unternehmen seiner Branche in Deutschland hat die Bischof + Klein GmbH & Co. KG aus Lengerich einen Nachhaltigkeitsbericht auf Basis des international etablierten Standards der Global Reporting Initiative (GRI) veröffentlicht. Auf 80 Seiten stellt das Unternehmen dar, wie es in seinen beiden deutschen Werken mit insgesamt 1.850 Beschäftigten ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in Einklang bringt. Integriert ist die Umwelterklärung, die bereits seit 15 Jahren auf Grundlage des europäischen Umweltstandards EMAS jährlich veröffentlicht wird.

Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit in verschiedenen Teams erreichte alle Ebenen des Unternehmens.

„Wir sehen die Fragen des wirtschaftlichen Wachstums in engem Zusammenhang mit dem Schutz natürlicher Ressourcen und der Wahrnehmung sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung", so die Geschäftsführung. Das, was Experten heute als nachhaltiges Wirtschaften bezeichnen, machte das Unternehmen bereits vor über 25 Jahren zur Grundlage seiner Unternehmenspolitik. Programmatisch waren damals die Einrichtung einer Umweltabteilung und konkrete Umweltschutzprojekte, in die Belegschaft und Bevölkerung am Standort einbezogen wurden. Das Unternehmen setzt sich auch heute anspruchsvolle Ziele. Langfristig strebt das Unternehmen einen lösemittelfreien Betrieb an.

Dokumentierte Nachhaltigkeit
Im Bericht legt das Unternehmen seine Nachhaltigkeitsstrategie dar, dokumentiert die Arbeit der Nachhaltigkeitsteams und belegt mit einem umfangreichen Zahlenwerk seine Leistungen in den drei Bereichen: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Unter Federführung von Bettina Stille, Abteilung Kommunikation, und Nachhaltigkeitsmanagerin Angelika Lütke Lengerich haben alle Fachbereiche von B+K zu dem Bericht beigetragen.

2009 berief die Geschäftsführung ein „Team Nachhaltigkeit", um einen neuen Impuls zu geben. Damit stieß sie einen in der Unternehmensgeschichte einmaligen Prozess an. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen und Werken erarbeiteten ein Nachhaltigkeitskonzept für B+K. Mit ihrem Engagement überzeugten die Teammitglieder die Unternehmensführung, die den Prozess nun auf breitere Füße stellte. Vier Teams wurden mit der Ausarbeitung und Umsetzung der Ideen beauftragt. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit erreichte so alle Ebenen des Unternehmens.
Aktuell befinden sich rund 25 Projekte in der Umsetzungsphase: Maßnahmen zur Erhöhung der Ressourcenproduktivität, zur Senkung der Emissionen, zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zum Gesundheitsmanagement und zur Optimierung der Vertriebs- und Entwicklungsaktivitäten.

„Nachhaltiges Management ist die Basis unseres wirtschaftlichen Erfolgs", lautet die Erklärung der Geschäftsführung. „Zu unserem Selbstverständnis als erfolgreiches Industrieunternehmen gehört die bewusste Wahrnehmung unserer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung ebenso wie der gewissenhafte Umgang mit Ressourcen und Umwelt."

Das Unternehmen ist außerdem dem Verhaltenskodex Code of Conduct des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) verpflichtet und wirkt in allen seinen Geschäftsbeziehungen auf die Einhaltung fundamentaler Regeln zu verantwortungsvollem und fairem Handeln hin.

Interview mit Horst Sundermann, Geschäftsführer von B+K

Nachhaltigkeit durchdringt das ganze Unternehmen

neue verpackung: Herr Sundermann, was waren Ihre grundsätzlichen Überlegungen zum Thema Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen?

Sundermann: Wir haben erstmal lange innerhalb der Geschäftsführung darüber nachgedacht und diskutiert. Dabei sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass wir dieses Thema nicht von oben nach unten aufoktruieren können, sondern dass wir dafür eine Stimmung kreieren müssen, damit das Thema von den Mitarbeitern getragen und vor allen Dingen auch geglaubt wird.

neue verpackung: Wie haben Sie das anschließend in die Praxis umgesetzt?

Sundermann: Wir haben ein interdisziplinäres Team mit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammengestellt. Die Voraussetzungen waren: jung, aus verschiedenen Abteilungen und ein gewisser Ausbildungsstand. Die wurden erstmal beauftragt, über das Wort Nachhaltigkeit nachzudenken und das zu Papier zu bringen. Das Ergebnis der abschließenden Teampräsentation lautete: „Ziel der nachhaltigen Entwicklung von Bischof + Klein ist es, den Fortbestand des Unternehmens als Wirtschaftsfaktor, als Arbeitgeber in der Region, im Einklang mit der Umwelt und den Ansprüchen der regionalen und überregionalen Gesellschaft langfristig zu sichern."

neue verpackung: Nachdem die Marschroute festgelegt war, wie ging es dann weiter?

Sundermann: Nach der Präsentation waren wir alle begeistert. Wir hatten das Gefühl, darauf können wir aufbauen. Aus dem Team haben wir acht Leute zu Teamleitern und Stellvertretern ernannt und ihnen jeweils sechs weitere Mitarbeiter dazu gegeben, so dass wir vier Gruppen mit acht Mitarbeitern hatten. Die Teams bearbeiteten jeweils ein Themengebiet: Energien und Ressourcen, Personal, Kommunikation und Organisation, Öffentlichkeitsarbeit. Daraus sind dann bis jetzt insgesamt 35 relevante Projekte entstanden. Das Thema Nachhaltigkeit hat so das ganze Unternehmen durchdrungen und wird von allen mit Begeisterung mitgetragen.

Für Sie entscheidend
Nachhaltigkeitsbericht

Laut der Global Reporting Initiative (GRI) umfasst die Nachhaltigkeitsberichterstattung die Ermittlung, die Veröffentlichung und die Rechenschaftslegung der unternehmerischen Leistung gegenüber internen und externen Stakeholdern im Hinblick auf die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung. Ein Nachhaltigkeitsbericht soll eine ausgewogene und angemessene Darstellung der Nachhaltigkeitsleistung der berichtenden Organisation liefern und sowohl positive als auch negative Aspekte beinhalten. Der GRI­Leitfaden (Sustainability Reporting Guidelines) basiert auf Prinzipien zur Abgrenzung der Inhalte eines Berichts und zur Qualitätssicherung der berichteten Informationen. Der GRI-Leitfaden enthält außerdem Standardangaben, bestehend aus Leistungsindikatoren und anderen offenzulegenden Angaben sowie Anleitungen zu technischen Aspekten der Berichterstattung.

Über Bischof + Klein
An sechs Produktionsstandorten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und Saudi-Arabien beschäftigt das Unternehmen insgesamt rund 2.400 Mitarbeiter. Im Stammwerk Lengerich arbeiten derzeit etwa 1.250 Beschäftigte, im Werk Konzell im Bayerischen Wald sind es ungefähr 600. Das Produktprogramm umfasst die gesamte Palette flexibler Verpackungen: von den traditionellen Industrieverpackungen über Konsumverpackungen bis hin zu Spezialfolien für technische Anwendungen. Im Konsumbereich bietet das Unternehmen hoch veredelte Verpackungen für namhafte Markenartikler in den Branchen Agro und Garten, Bau und Haus, Hygiene, Nahrungs- und Genussmittel, Tiernahrung, Wasch- und Reinigungsmittel an.

Über die Firma
Bischof + Klein SE & Co. KG
Lengerich
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