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Pionier in Zentralrussland

Getränkeverpackung | In der Stadt Lipetsk, Zentralrussland, ist die Brauerei Lipetskpivo angesiedelt. 1977 gegründet befand sie sich in staatlicher Hand und wurde 1992 zu einer Aktiengesellschaft. Die Brauerei wird kontinuierlich weiter ausgebaut und modernisiert. Als erste Brauerei weltweit investierte Lipetskpivo in eine vollautomatisch arbeitende KHS-Petainer-Keg-Linie.

Generell versteht sich Lipetskpivo als eine Brauerei aus der Region und für die Region, deren Distributionsradius etwa 500 Kilometer „rund um den Schornstein" beträgt. Ein Umkreis, in dem Lipetskpivo nach BBH im Brauerei-Ranking auf Platz Nummer Zwei liegt. Beliefert werden von Lipetskpivo sowohl Einzelhandel als auch Gastronomie. Mit Bier und alkoholfreien Getränken, die sich - laut Generaldirektor Vyacheslaw Markov. ein entscheidender Aspekt - der durchschnittliche russische Arbeitnehmer, dessen monatlicher Lohn bei etwa 550 Euro (22.500 Rubel) liegt, auch leisten kann. Ganz gezielt verfolgt Lipetskpivo das Konzept, Konsumenten gute Produktqualität zu einem günstigen Preis zur Verfügung zu stellen. Beispielsweise ist eine 1,5-l-PET-Flasche Bier jeder der beiden von der Brauerei produzierten Biermarken Lipetskoe und Priyatel im Einzelhandel für etwa 90 Rubel zu haben. Derährliche Bier-Pro-Kopf-Konsum liegt in der Gegend um Lipetsk bei ca. 70 Liter. 68 Prozent der Absätze von Lipetskpivo betreffen heute die beiden genannten Biermarken der Brauerei. Weitere 14,5 Prozent gehen auf das Konto der Erfrischungsgetränke und Fruchtsaftgetränke während der Wasser-Absatz bei 13 Prozent und der Kwas-Absatz bei 4,5 Prozent liegt. Produzierte Lipetskpivo im Jahr 2002 gerade einmal 160.000 Hektoliter Bier, Erfrischungsgetränke, Fruchtsaftgetränke und Wasser, lagen Absätze im Jahr 2011 bereits bei etwa einer Million Hektoliter.

Zu einem optimalen Bedienen des Marktes zählt für Markov auch die Bereitstellung der „richtigen" Gebinde. Hierunter zu verstehen: Gebinde, die für die Zielgruppe der durchschnittlich verdienenden Arbeitnehmer erschwinglich sind. So ist die Abfüllung von Getränken in Dosen und Glasflaschen erst gar kein Thema. Im Vordergrund steht im Gebindereigen ganz klar die PET-Einweg-Flasche. Besonders beliebt: die 1,5-l-PET-Flaschenvariante, in die etwa 50 Prozent der Gesamtproduktion geht. Insbesondere für die Biermarken zudem Thema: die Abfüllung in 30- und 50-l-Keg-Gebinde. Immerhin gelangen 12 Prozent des Abfüllvolumens von Lipetskpivo bislang in klassische Stahl-Mehrweg-Keg-Varianten. Aus Sicht von Lipetskpivo deutlichster Nachteil des Stahl-Mehrweg-Kegs: der ökonomische Aufwand, den es mit in sich trägt. Rückführ-, Lager- und Reinigungskosten spielen hier eine entscheidende Rolle. Die Frage für Lipetskpivo lautete folglich: Ist eine PET-Einweg-Keg-Lösung machbar, mit deren Hilfe diese Kosten zu umgehen sind?

Bei Petainer Kegs handelt es sich um Einweg-Kegs, die keiner Rückführung in den Brauereibetrieb bedürfen und die zu 100 Prozent recyclebar sind. Das spart gegenüber klassischen Stahl-Mehrweg-Kegs neben Logistikkosten, die bei der Rückführung von Kegs zur Brauerei entstehen, auch Reinigungskosten. Gleichzeitig ist es nicht nötig, eine Keg-Flotte bereitzustellen, lassen sich Petainer-Kegs doch ganz an jeweiligen Marktbedürfnissen orientiert ordern oder auch innerhalb einer Petainer-Keg-Linie „Inline" produzieren. Was mit in sich trägt, dass sich bei der KHS-Petainer-Keg-Lösung Lagerkosten deutlich reduzieren und Keg-Reparaturkosten erst gar nicht entstehen. Aktuell stehen Petainer-Kegs in Größen von 15-, 20-, 30- und 40-l zur Verfügung und sind sowohl mit kompatiblem Flachfitting als auch mit Korbfitting ausrüstbar. Mit einem 40-foot Standard-Container können 40.000 Fittings-Sets und Preforms ausgeliefert werden.

Leichtigkeit des Gebindes erleichtert die Logistik und das Handling
Ein weiterer Vorteil von Petainer-Kegs, der neben dem Transport auch das Handling beim Kunden vor Ort positiv beeinflusst: die Leichtigkeit der Gebinde. Beispielsweise wiegen 15- oder 20-Liter-Petainer Kegs gerade einmal um die 250 Gramm, 30 Liter Petainer-Kegs etwas mehr als 400 Gramm. Dazu kommt für Nutzer von befüllten Petainer-Kegs in Gastronomie und Handel das Plus, dass Petainer-Kegs aufgrund ihres geringeren Gewichts wesentlich einfacher zu tragen und an die Zapf-Einrichtung anzubringen sind als Stahl-Kegs. Geleerte Petainer-Kegs sind nach Druckentlastung einfach zusammenzufalten und über den Wertstoffkreislauf zu entsorgen.

Weiterer positiver Aspekt: Bei Verwendung des Petainer-Kegs ist eine hohe Produktsicherheit gegeben. Hierfür sorgt der Einsatz von modernen Barriere-Technologien. In das PET integrierte Scavenger-Material verhindert gezielt ein Eindringen von Sauerstoff. Nylonanteile schützen vor CO2-Verlust. Zudem sorgen Pigmente innerhalb des verwendeten Polymers für einen Schutz des Produkts vor UV-Licht. So beträgt die Mindesthaltbarkeit von Bier im Petainer-Keg neun Monate. Dabei ist Bierqualität aus dem Petainer-Keg in jeder Hinsicht mit Bierqualität aus dem Stahl-Keg vergleichbar.

Unterschiedlich Lösungen zur Verarbeitung des Petainer-Kegs
Generell bietet KHS bei der Entscheidung für eine Investition in die technische Lösung zur Verarbeitung des Petainer-Kegs unterschiedliche Möglichkeiten an. Wer die Akzeptanz des Petainer-Kegs im Markt zunächst einmal mit kleinen Mengen testen möchte, für den stellt das anlässlich der Brau Beviale 2011 erstmals präsentierte USD-Keg von Petainer oder der von KHS gelieferte Petainer-Adapter eine Option dar. Beide Varianten können in klassischen KHS-Keglinien zur Anwendung gelangen. Die Stabilität des Petainer-Kegs während des Füllprozesses ist gewährleistet. Für eine Abfüllung von Bier in bis zu 60 Petainer-Kegs/h denkbar: die Investition in das halbautomatisch arbeitende KHS-Petainer-Keg-FüIlsystem Innokeg Till PETBoy F2. Bei Lipetskpivo lautete das Motto dagegen klotzen statt kleckern und das aus gutem Grund. Markov dazu: „Wir sind von dem Erfolg des Petainer-Kegs überzeugt und rechnen mit einer hohen Nachfrage aus unserem Kundenkreis. Dem entsprechend entschlossen wir uns dazu, gleich in eine vollautomatisierte KHS-Petainer-Keg-Anlage Innokeg Till PETLine F8 zu investieren, welche in der Lage ist, den prognostizierten Bedarf am Markt auch zu decken." Die Leistung dieser vollautomatisierten Innokeg Till PETLine F8 liegt bei 240 Petainer Kegs/h. Ausgelegt ist die Linie derzeit ausschließlich auf die Befüllung von 30 Liter Petainer-Kegs. Markov: „Das 30 Liter Petainer-Keg vereint aus unserer Sicht ökonomische und ökologische Vorteile des Gebindes am besten in sich. Aus bisheriger Sicht haben wir vor, uns auf diese Petainer-Keg-Variante zu beschränken. Dennoch ist es gut zu wissen, dass die KHS-Lösung bei künftigen Veränderungen unsererseits auch entsprechend variiert werden kann."

Inline-Produktion der Petainer-Kegs
Um in Hinblick auf die Menge der bereitgestellten Petainer-Kegs flexibel agieren zu können, setzt Lipetskpivo auf eine Inline-Produktion der Gebinde. Die Preforms und Fittinge werden hier vom Hersteller angeliefert. Der Blasprozess der Preforms geschieht in einer Blasmaschine, die über einen automatischen Preformeinzug verfügt. Sind die Petainer-Kegs produziert, werden sie innerhalb eines mit Plexiglas ummantelten Transporteurs, der eine besonders hygienische Beförderung sicherstellt, direkt in Richtung Fittingeinsetzer transportiert. Dort greift ein Handlingroboter zunächst den Fitting und verbindet im Anschluss daran das Steigrohr mit dem Fitting. Schließlich führt der Handlingroboter die zusammengesetzten Elemente in das Petainer-Keg ein.

Speziell angepasster Füll- und Packbereich
Weiter geht es in einen speziell an Lipetskpivo-Anforderungen angepassten Füll- und Packbereich. Insgesamt vier Füllersegmente Innokeg Till PETBoy F 2, von denen jedes über zwei Petainer-Keg-Füllstationen verfügt, sind hier halbkreisförmig angeordnet. Mit Petainer-Kegs beschickt werden die insgesamt acht Füllköpfe durch einen Roboter, dessen Aktionsradius bei 240 Grad liegt. Der Roboter verfügt über einen schwenkbaren Greiferkopf, der in der Lage ist jeweils zwei Petainer-Kegs gleichzeitig zu transportieren. Zunächst greift der Roboter dem System zugeführte Leerkegs und bringt sie an den einzelnen Füllstationen an. Ist das erste Petainer-Keg befüllt, nimmt der Roboter ein Petainer-Leerkeg aus der Transportstrecke auf, fährt daraufhin zu der Füllstation, aus der das befüllte Petainer-Keg zu entnehmen ist, entnimmt das befüllte Petainer Keg, schwenkt den Greiferkopf und setzt daraufhin das leere Petainer-Keg in die Füllstation ein. Dieser Vorgang wiederholt sich jeweils nach Befüllung der weiteren Petainer-Kegs. Das befüllte Petainer Keg bringt der Roboter in einen Umverpackungskarton ein. Umverpackungskartons werden von einem Kartonaufrichter aus direkt in den Aktionskreis des Roboters geführt. Mit jeweils einem Petainer-Keg befüllt gelangen die Kartons im Anschluss an den Einpackvorgang in einem nächsten Schritt zu Kartonverschließer und Kartoncodierer.

Sollte der Roboter die Meldung erhalten, dass der Füllprozess eines Petainer-Kegs nicht wunschgemäß verlaufen ist, besteht die Möglichkeit der Ausweisung dieses Gebindes. Der Roboter führt das nicht ordnungsgemäß befüllte Petainer-Keg zu einer Rutsche, die das Petainer-Keg aus dem System befördert.

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KHS GmbH
Dortmund
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