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„Frei von“ und „weniger“ werden zu Verkaufsargumenten | Wenn Verbraucher lieber weniger als mehr wollen, geht es längst nicht nur um Preise. Bei Lebensmitteln stehen vielmehr auch die Naturreinheit von Produkten und eine weitmögliche Transparenz über die Zusammensetzung von Rezepturen im Fokus.

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„Frei von“ und „weniger“ werden zu Verkaufsargumenten | Wenn Verbraucher lieber weniger als mehr wollen, geht es längst nicht nur um Preise. Bei Lebensmitteln stehen vielmehr auch die Naturreinheit von Produkten und eine weitmögliche Transparenz über die Zusammensetzung von Rezepturen im Fokus. Weniger Zusatzstoffe, statt dessen mehr Natürlichkeit: Die „neue Freiheit“ ist gefragt. Merkmale wie „frei von“ und „weniger“ haben sich daher zu wichtigen Verkaufsargumenten entwickelt und sprechen vor allem gesundheitsbewusste Kunden an.

Die Bandbreite der „frei von“-Aspekte entwickelt sich dynamisch und das Spektrum ist weit. Martin P. Leuzinger, Head of Global Market Segment Management bei SIG Combibloc: „Wir beobachten weltweit eine Fülle von Produktlaunches, bei denen die Ansätze ‚ohne Geschmacksverstärker‘, ‚ohne Farbstoffe‘ und ‚ohne Konservierungsstoffe‘ zentral stehen. Themen, die darüber hinaus immer stärker ins Blickfeld der Verbraucher rücken und in der Folge in die Produktentwicklungen und Markteinführungen der Lebensmittelindustrie einfließen, sind die Reduzierung des Salz- oder Zuckergehaltes. Insbesondere bei verzehrfertigen, industriell verarbeiteten Lebensmitteln werden entsprechende Rezepturen entwickelt, die auf einen gesundheitlichen Mehrwert durch gezielte Reduzierung von Salz oder Zucker setzen.“. Die Vielzahl dieser neuen Produkte liegt im Trend begründet, dass sich mehr und mehr Verbraucher möglichst gesund ernähren wollen. „Vereinfachung“ des Lebensstils und damit auch der Ernährung heißt dabei oftmals die Devise. Aspekte wie die Reinheit und Naturbelassenheit von Lebensmitteln spielen ebenso eine Rolle wie produktschonende Verarbeitungsmethoden. Die Verwendung von ausschließlich natürlichen Zutaten sorgt für eine hohe Authentizität eines Produktes; künstlich überladene Produktkonzepte haben immer weniger Chancen auf Erfolg. Die Verarbeitungsprozesse zum Haltbarmachen sollten Lebensmittel möglichst wenig thermisch belasten, damit der Verlust von Nährstoffen und Vitaminen gering ist und Textur, Aroma und die natürliche Farbe erhalten bleiben. Aufgabe der Verpackung ist es, diese Produkteigenschaften bestmöglich zu schützen.

Leuzinger: „Dabei leisten unsere aseptischen Kartonpackungen durch ihren Verbundaufbau und die damit gegebenen Eigenschaften ganze Arbeit. Der Packstoff setzt sich im Wesentlichen aus Rohkarton und Polymeren zusammen. Karton ist mit rund 75 Prozent der Hauptbestandteil und gibt der Packung Stabilität. Die inneren Polymerschichten bilden eine Flüssigkeitsbarriere für das Produkt; die äußere Schicht hält Feuchtigkeit ab. Hinzu kommt eine hauchdünne Aluminiumschicht, die ebenfalls Anteil an der Stabilität der Packung hat und das Lebensmittel vor Licht, Sauerstoff und Fremdaromen schützt. Aromen, Farb- und Nährstoffe wie auch Vitamine von aseptisch in Kartonpackungen gefüllten Lebensmitteln werden bewahrt. Die Produkte bleiben lange haltbar ohne sich geschmacklich oder optisch zu verändern – ohne Kühlung und ohne Konservierungsstoffe.“

Das Unternehmen Unilever macht seine „Knorr“-Suppen zu „frei von“-Gesamtkonzepten, die auch die Verpackungsgestaltung einschließen. Über ein klar gestaltetes Label in der Optik von recyceltem Karton werden Verbraucher über die Packung auf die besonderen Produkteigenschaften der Suppen hingewiesen. Unter dem Slogan „Le goût c‘est notre nature“, was soviel heißt wie „Großartiger Geschmack ist unsere Natur“, betont die Marke den Anspruch, Verbrauchern erstklassig schmeckende Produkte anzubieten, die ohne Konservierungsstoffe, ohne Geschmacksverstärker und ohne künstliche Farbstoffe hergestellt werden. Sarah Richardson, Manager für Suppen für Knorr Europa: „Unser Hauptanliegen ist es, delikate Produkte aus hochqualitativen Zutaten anzubieten – dabei wird der Aspekt der Nachhaltigkeit zunehmend wichtig. Daher haben unsere Köche Rezepturen für Produkte entwickelt, die ihren großartigen Geschmack aus Gemüse erhalten, das unter freiem Himmel wächst und erst dann geerntet wird, wenn es am besten schmeckt und den optimalen Gehalt an Nährstoffen hat, zum Beispiel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Unsere Produkte sind verlässlich geschützt, wenn sie aseptisch in Kartonpackungen gefüllt sind, so dass wir in unseren Rezepturen auf Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel verzichten wollen und können.“

Ohne Aromazusatz, weniger Salz
Bleibt die natürliche Aromafülle von Gemüse und Früchten durch eine schonende Produktaufbereitung und die passende Verpackung bewahrt, könnten Lebensmittelhersteller ihre Produktrezepturen ohne Aromazusätze oder Geschmacksverstärker zusammensetzen. Das bedeutete ein deutliches Plus für sensible Verbraucher, die eine Unverträglichkeit gegenüber geschmacks- oder geruchsintensivierenden Zusatzstoffen haben. Und davon gibt es immer mehr.

Künstlich überladene Produktkonzepte haben immer weniger  Chancen auf Erfolg

In Frankreich verzichtet vor diesem Hintergrund beispielsweise auch SILL bei der Produktrange „Nature“ der Marke „La Potagère“ bewusst auf Aromazusätze. Die Suppen bestehen ausschließlich aus natürlichen Zutaten – davon 70 Prozent Gemüse. Flora Balcon, Marktsegmentmanager bei SILL: „Verbraucher suchen nach Transparenz wenn es darum geht, eine gesunde, bekömmliche Ernährung zusammenzustellen. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, nicht nur dementsprechende, hochwertige Produkte zu entwickeln, sondern auch darin, Konsumenten über Lebensmittel zu informieren und ihnen Hilfestellung zu geben, aus der Fülle von Produkten das Passende auswählen zu können. Bei den ‚Nature‘-Suppen haben wir beispielsweise den Verzicht auf Aromazusätze und einen reduzierten Salzgehalt in den Rezepturen in Einklang gebracht. Dabei ging es aber nicht darum, einfach etwas wegzulassen, sondern auch darum, über die Hintergründe zu informieren. Daher haben wir beide Aspekte auch thematisch in die Gestaltung der Packungsdesigns integriert. Kartonpackungen bieten dafür mit ihren vier komplett nutzbaren Displayflächen maximale Gestaltungsmöglichkeit.“

SILL ist eines der Unternehmen, das den Empfehlungen der AFSSA (französische Behörde für Lebensmittelsicherheit) entspricht, den Salzgehalt in industriell gefertigten Nahrungsmitteln zu senken. Die Produktrezepturen von La Potagère kommen heute mit durchschnittlich 20 Prozent weniger Salz aus.

Zweifelsohne: Der menschliche Körper braucht Salz – es ist ein lebenswichtiges Mineral, ohne das die Zellen nicht lebensfähig wären, die Organe nicht funktionieren würden und der Wasserhaushalt aus der Balance geriete. Fünf Gramm Salz pro Tag werden von Ernährungswissenschaftlern als Maximum empfohlen – die tatsächlich konsumierte Salzmenge ist bei vielen Verbrauchern vor allem in westlichen Ländern fast doppelt so hoch. Der global tätige Lebensmittelhersteller Gallina Blanca Star Group hat beispielsweise eine neue Rezeptur für die Fleischbrühe der Star „Il Brodi“ (die Brühen) Produktrange auf den Markt gebracht – mit 30 Prozent weniger Salz als in anderen Brühen. Montse Carbó, Sprecherin der Gallina Blanca Star Group: „Zu unserer Philosophie gehört es, Verbrauchern mit unseren Produkten hochqualitative Lebensmittel anzubieten, die im modernen Alltag eine wirkliche Bereicherung sind und Mehrwert bieten. Aktuell bedeutet Mehrwert für immer mehr Verbraucher, mit der Nahrungsausnahme ganz bewusst auch etwas für die Gesundheit zu tun. Darauf zu achten, wieviel Salz man mit der Nahrung zu sich nimmt, ist ein schnell wachsender Trend in Italien. Hier sind auch wir als Lebensmittelhersteller gefragt. Unsere „Star“-Suppen beispielsweise sind ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe und zudem deutlich salzärmer geworden. Auch in Spanien haben wir im vergangenen Jahr eine Hühnerbrühe der Marke „Gallina Blanca“ mit wenig Salz und Fett auf den Markt gebracht; ebenso die „Gallina Blanca“ Hühner- und Gemüsebrühen für Kinder. Die Brühen beinhalten 25 Prozent weniger Salz. „

Perfekt ergänzt: Produkt und Verpackung
Laut Leuzingers Prognose werden sich Initiativen für die Naturreinheit von Zutaten und die Freiheit von Zusätzen künftig verstärkt auch auf die originäre Herkunft von Lebensmitteln und Zutaten beziehen. Beispielhaft hierfür nennt er etwa die Innovation von CIO, Consorzio Casalasco del Pomodoro und Boschi Food & Beverages in Italien. Für ihre Produkte werden ausschließlich italienische Tomaten aus dem „Food Valley“ in den Regionen Parma, Piacenza, Mantova und Cremona verwendet. Sie werden direkt nach der Ernte vor Ort verarbeitet. Mit einem online-basierten Tool können Konsumenten nun beispielsweise bei „Pomì“-Produkten von Boschi den Weg der Tomaten vom Feld bis in den Einkaufswagen zurück verfolgen. Dazu kann eine Identifikationsnummer, die auf der Kartonpackung angegeben ist, online eingegeben werden. Auf diese Weise lassen sich sämtliche Daten des Herstellungsprozesses abrufen, die über das System gespeichert sind: vom Tomatensamen über die Ernte und die Abfüllung bis hin zum Vertrieb.

Leuzinger: „Unsere Kartonpackungen sind eine ideale Ergänzung zu Produkten, die konzeptionell darauf ausgelegt sind, Herkunft und Naturreinheit zu betonen. Denn auch für uns liegt ein Hauptaugenmerk darauf, im Sinne von Mensch und Umwelt hochwertige Produkte anzubieten, nachhaltig und ressourcenschonend zu wirtschaften und dafür zu sorgen, dass der nachwachsende Rohstoff Holz, den wir als Hauptmaterial in unseren Kartonpackungen verwenden, durchgehend rückverfolgbar ist. Wir haben die Grundlage geschaffen, dass die Pomì-Packungen das Label des Forest Stewardship Council (FSC) tragen.“ Dieses Label belegt, dass für die Herstellung des Rohkartons ausschließlich Holzfasern verwendet wurden, die nachweislich aus vorbildlich und verantwortungsvoll bewirtschafteten, nach FSC-Richtlinien zertifizierten Wäldern oder anderen kontrollierten Quellen stammen. SIG Combibloc verlangt von allen Rohkarton-Lieferanten, dass ihre Produktionsstätten nach den international verbindlichen Chain of Custody (CoC)-Kriterien des FSC für einen durchgehenden Produktkettennachweis zertifiziert sind. Zudem hat SIG Combibloc auch alle eigenen Produktionswerke und Verkaufsorganisationen für einen durchgehenden Produktkettennachweis zertifizieren lassen. Folglich ist das Unternehmen in der Lage, weltweit Kartonpackungen mit FSC-Label anzubieten. So können rückverfolgbare Lebensmittel und Verpackungen eine schlüssige, ineinandergreifende Einheit bilden.

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Ohne Geschmacksverstärker, ohne Aromazusatz, weniger Salz, immer mehr Verbraucher wollen natürliche Produkte. Merkmale wie „frei von“ und „weniger“ haben sich zu wichtigen Verkaufsargumenten entwickelt.
Technik
Vorteile aseptischer Kartonverpackungen: Produktschonende Verarbeitungsmethoden, Bewahrung von Aromen, Farb- und Nährstoffen, lange Haltbarkeit, keine Kühlung oder Konservierungsstoffe nötig.
Das Unternehmen
SIG Combibloc ist einer der weltweit führenden Systemhersteller von Kartonpackungen und Füllmaschinen für Getränke und Lebensmittel und erzielte 2010 mit rund 4.650 Mitarbeitern in 40 Ländern einen Umsatz von 1.360 Millionen Euro. SIG Combibloc gehört zur neuseeländischen Rank Group.

  • Das Unternehmen Unilever macht seine „Knorr“-Suppen zu „frei von“-Gesamtkonzepten, die auch die Verpackungsgestaltung einschließen. (Fotos: SIG Combibloc)
  • Auf Natürlichkeit und Authentizität setzt in Frankreich SILL mit der Linie „Nature“ der Marke „La Potagère“. Die raffinierten Suppenspezialitäten bestehen ausschließlich aus natürlichen Zutaten – davon 70 Prozent Gemüse.
  • Kartonpackungen sind eine ideale Ergänzung zu Produkten, die konzeptionell darauf ausgelegt sind, Herkunft und Naturreinheit zu betonen: beispielsweise die „Pomì“-Produkte von Boschi in Italien.
  • „Juhayna Pure“ ist eine neue Saftrange für Ägypten. Die Säfte sind als gesunde Drinks gänzlich ohne Zuckerzusatz positioniert.  (Foto Gemüsekorb: © monticellllo - Fotolia.com)

Unternehmen

SIG Combibloc GmbH

Rurstraße 58
52441 Linnich
Deutschland

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