Technik

Sauber unter der Haube

Dabei fertigt Mars Petcare Deutschland bereits seit 1960 in Verden/Aller Heimtier-Fertignahrung; temporär unter den Firmierungen Effem und Masterfoods. Das niedersächsische Werk ist die größte kontinentale Produktionsstätte des Konzerns in diesem Geschäftsbereich und fungiert dementsprechend auch als Europa-Zentrale. Der Petcare Division zugehörig ist außerdem ein Zweigwerk in Minden, in dem Trockenfutter hergestellt wird. In Verden erfolgt die Verarbeitung zu sogenanntem Nassfutter und dem „halbtrockenen" Frolic. Die Erzeugnisse - ausnahmslos Markenprodukte ? werden entweder in Pouches bzw. flexible Verpackungen, in Dosen oder in Aluminium-Trays abgefüllt. Für das letztgenannte Segment sind drei Produktionslinien im Einsatz. Auf einer werden 150-g-Schalen der Sorte Cesar hergestellt, die anderen zwei dienen der Fertigung von Sheba- und Whiskas-Katzenfutter.

An diesen beiden Alutray-Linien haben die Mars-Techniker im April dieses Jahres durch die Installation automatischer Befüllsysteme der ProBlue Fulfill®-Baureihe sowie pneumatischer MiniBlue II®-Auftragsköpfe der Nordson Deutschland GmbH eine grundlegende Optimierung der Umkarton-Verklebung realisiert. Dabei wurden ältere, langjährige bewährte Systeme des mit Zentrale in Erkrath ansässigen Klebetechnikspezialisten ersetzt.

Sechs Klebepunkte pro Haubentray
Mit Umkartons sind in diesem Fall Haubentrays gemeint. In 100-g-Schalen wird das Katzenfutter von jeder Linie auf zwei Packstraßen, also insgesamt vier, geführt, wo Sammelpacker der mittlerweile zur Bosch Packaging Technology-Gruppe gehörenden Firma Paal, Remshalden, die Gruppierung und Einbringung in 8- bzw. 16-Stück-Kartons übernehmen. Jeweils zwei der 200 und 400 mm langen Gebinde werden nochmals durch einen von oben übergestülpten und verklebten Kartonzuschnitt gebündelt, der nach Durchlaufen einer Wendestation als Boden-respektive Transporttray fungiert.

Die Bildung und sichere Fixierung dieser Haube erfolgt mit Hilfe von vier Verklebungs- und zwei Sicherungspunkten. So kommen pro Verpackungsstraße sechs Heißleim-Applikatoren zum Einsatz, insgesamt also 24 MiniBlue II®.

Der lediglich 16 mm breite Auftragskopf zeichnet sich vor allem durch eine außerordentlich lange Standzeit von mehr als 100 Mio. Schaltzyklen aus. Damit erreicht dieser Wert eine wesentlich höhere, in manchen Fällen sogar die doppelte Lebensdauer herkömmlicher pneumatischer Module.

Kurz nach seiner Markteinführung 2010 bereits mit dem Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie Maschinentechnik ausgezeichnet und im Herbst desselben Jahres auf der letzten FachPack in einer nochmals verbesserten vollisolierten Version vorgestellt, hat er sich rasch den Ruf eines „Dauersprinters" erarbeitet. Ermöglicht wird die hohe Leistung unter anderem durch das patentierte friktionslose Balgdichtungskonzept, die optimierten luft-öffnend/luft-schließenden Kugelsitzmodule und das innovative Saturn®-Magnetventil vom Typ SP mit einer minimalen Schaltzeit von ca. 2 ms; in Abhängigkeit vom eingesetzten Hotmelt. Bei Mars wird eine Sorte der seit Kurzem zu H.B. Fuller gehörenden Forbo-Klebstoffsparte verwendet.

Die Sammelpacker sind auf eine Leistung von 26 Stück pro Minute beim 200-mm-Format bzw.17 Einheiten/min in der 400-mm-Variante ausgelegt. Nach ausreichender erster Praxiserfahrung zeigt sich Marc Plücker, Technischer Leiter der Alutray-Linien, mit der Zuverlässigkeit der Systeme sehr zufrieden. „Da wir im Vier-Schicht-Dauerbetrieb produzieren und an den Anlagen in der Woche nur ca. zehn Stunden Stillstand haben, ist die einwandfreie Verklebung der Umkartons für uns von besonderer Wichtigkeit.

Sauberes Arbeiten ohne Kleckern
Die MiniBlue II arbeiten schnell und störungsfrei. Der Klebstoffabriss ist sehr sauber und es kleckert nichts. Zudem können wir mehr Klebepunkte setzen als mit der alten Serie. Auch konnten die Schaltbeschleuniger, die bei den bisher eingesetzten Köpfen notwendig waren, ausgebaut werden."

Außerdem hebt er den Beitrag der Auftragsköpfe zur Arbeitssicherheit hervor: „Auch die Vollisolierung war ein Entscheidungskriterium. Durch die deutlich reduzierte Oberflächentemperatur des Geräts wird die Gefahr von Verbrennungen vermieden". Zudem kann durch die abgeschirmte Ausführung des Applikators eine erhebliche Energieeinsparung in einer Größenordnung von ca. 50 Prozent erzielt werden. An jeder der vier Packstraßen ist ein automatisches, sensorgesteuertes Nordson-Befüllsystem des Typs ProBlue Fulfill® 10 im Einsatz. Die Zahl deutet auf das Tankfassungsvermögen in Litern hin. Während bei Mars das Granulat bisher manuell zugeführt wurde, wird das Klebstoffschmelzgerät nunmehr über einen Förderschlauch kontinuierlich gespeist. Den räumlichen Gegebenheiten angepasst, sind die Zuleitungen in Verden bis zu vier Meter lang.

Geschlossenes System
Es handelt sich also um ein geschlossenes System, das Fehlerquellen wie eine Unterbrechung der Klebstoffzufuhr, eine Fadenbildung oder eine Verkrackung des Hotmelts ausschließt. Die optimale Füllstandshöhe im Tank ist durch die Sensoren stets garantiert. Des Weiteren ist eine konstante Verarbeitungstemperatur gewährleistet. Die Anzeige der Betriebszustände mit automatischer Abschaltfunktion bzw. eine Störungsanzeige bei Fehlermeldung erhöhen zusätzlich die Prozesssicherheit.

Marc Plücker resümiert: „Für unsere Alutray-Linien stellt die Installation des Nordson-Komplettsystems ein echtes Upgrading dar. Besonders erfreulich war, dass die gesamte Umrüstung in nur sechs Wochen erfolgte. Die automatische Zuführung des Hotmelts ist viel bequemer als die früher praktizierte Befüllung per Hand. Und hinsichtlich der Arbeitsgeschwindigkeit der Mini Blues kann ich den Ausdruck ‚Dauersprinter' nur unterstreichen."

 

Über die Firma
Nordson Deutschland GmbH
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