Packmittel

Hidden Champion für anspruchsvolle Verpackungen

Bekannt ist der Tiefdruck vor allem als Illustrationstiefdruck für hohe Auflagen mit mehr als 300.000 Exemplaren. Zeitschriften wie Spiegel und Stern, Zeitungs- und Zeitschriftenbeilagen oder Kataloge sind typische Tiefdruckprodukte. Ebenso übrigens wie Wertpapiere und Banknoten, die deshalb im Tiefdruck produziert werden, da sich mit diesem Verfahren eine enorm hohe Auflösung erreichen lässt. Ein anderes großes Marktsegment ist der Verpackungstiefdruck - so kommen beispielsweise Getränkeverpackungen, viele Folienverpackungen und das Gros der Zigarettenverpackungen aus Rollentiefdruckanlagen.

In der Verpackungsproduktion dagegen weniger verbreitet ist der Bogentiefdruck - obwohl das Verfahren besonders auch für kleine und mittlere Auflagen gut geeignet ist und sich ideal mit anderen Druckverfahren kombinieren lässt. „Aufgrund des direkten Farbauftrags sind mit dem Bogentiefdruck sehr hohe Schicht-
dicken von bis zu 300 µm möglich - das entspricht bis zu 33 Gramm Farbe und/oder Lack pro Quadratmeter Karton", erklärt Achim Kurreck, CEO der H. C. Moog GmbH, die in Miehlen im Taunus Rollentiefdruck- und -bogenmaschinen komplett „Made in Germany" baut.

„Im Tiefdruck können auch schwierige Verläufe in höchster Qualität dargestellt werden, wodurch die Qualität des Druckbildes einer Fotografie schon sehr nahe kommt", so Kurreck. Zusätzlich zu Gravurzylindern stehen heute laserbelichtete Polymerplatten zur Verfügung, die mit einer „produktionssicheren" Auflösung von bis zu fünf Mikrometern perfekte Detailabbildungen und optimale Kantenschärfe möglich machen. Sicherheitsmerkmale wie Hidden Images, Sicherheitsraster, Mikroprägungen und -text, aber auch feinste Hologramm-Elemente lassen sich so mit einem hohen Grad an Fälschungssicherheit zusammen mit Farb- oder Lackflächen beziehungsweise Prägungen zur Veredelung aufbringen.

Edel - edler - Tiefdruck
Vor allem für Verpackungsdrucker hat Moog 2011 mit der „1-TBR compact" eine Ein-Werk-Bogentiefdruckmaschine vorgestellt, die sich insbesondere für anspruchsvolle Veredelungen in Ergänzung zum Offsetdruck empfiehlt. Mit bis zu 12.000 Bogen pro Stunde passt sie gut in das Offset-Umfeld von Verpackungsdruckern. „Wir waren nach der ersten Demo vollkommen davon überzeugt, dass das die richtige Maschine für unsere Premium-Verpackungen für Süßwaren und Kosmetikprodukte ist", erinnert sich Holger Müller, der als Werksleiter der rlc packaging group in Aachen für die Entwicklung neuartiger Veredelungen und Einführung neuer Technologien zuständig ist. „Moderne Bogentiefdrucklösungen sind die ideale Ergänzung für den qualitativ hochwertigen Verpackungsdruck. Wir werden mit der neuen Tiefdruckanlage das Spektrum möglicher Veredelungen nochmals erheblich erweitern und uns damit von Wettbewerbern deutlich absetzen. Ich würde sagen, dass die Maschine mindestens zwei Jahre Technologievorsprung für unsere Kunden bedeutet." Bei rlc in Aachen ergänzt die neue Maschine von Moog die Drucksaalausstattung der bestehenden XL 105-Offsetmaschinen von Heidelberg, die vor allem Premium-Verpackungen für Süßwaren und Luxus-Parfums produzieren.

„In der Kombination beider Verfahren sind die Sättigung und die Brillanz der Farben höher. Zudem ist die Vielfalt möglicher Lackveredelungen wesentlich größer als alles, was mit Offset- oder Flexodruck möglich wäre", so Müller.

Die 1-TBR compact arbeitet mit Fotopolymerplatten, die nicht teurer sind als Flexodruckplatten. „Und vor allem metallische und metallisierende Farben und Lacke erreichen im Tiefdruck eine außergewöhnlich intensive Glanz- und Farbwirkung, und selbst schwierige Halbtonfarbverläufe lassen sich mit höchster Brillanz drucken."

Gleichzeitig erzielt der Tiefdruck ausgefallene haptische Effekte - die Polymerplatten können auch als Prägeplatten gefertigt werden und erreichen in der Maschine einen unvergleichlichen Anpress-Liniendruck. „Dadurch lassen sich selbst feinste Strukturen partiell oder flächig auf dem gesamten Bogen erzeugen", erläutert Müller. Die Tiefdruckoberflächen sind zudem kratz-und abriebfest und bleiben selbst bei dunklen Farben mit Hochglanzlackierung frei von Fingerabdrücken.

Flexibel, präzise und nachhaltig
Die neue 1-TBR compact von Moog wird standardmäßig mit drei Trocknermodulen geliefert, die je nach verwendeten Farben und Lacken zu- beziehungsweise abschaltbar sind. „Die sofortige, intensive Trocknung des Bogens garantiert uns zudem die Lebensmittelunbedenklichkeit, da die verwendeten Farben und Lacke nach der Trocknung vollkommen migrationsfrei sind." Durch die neuen Nyloprint-Fotopolymerplatten ist die 1-TBR compact sehr flexibel einzusetzen.

Aufgrund der außerordentlich hohen Registerhaltigkeit sind mehrere Durchgänge mit demselben Bogen ohne Qualitätsverlust möglich. Da beim Einrichten für jede Änderung jeweils nur sehr wenige Bogen Makulatur anfallen, arbeitet die Maschine äußerst effizient und ressourcenschonend und ist damit sehr umweltfreundlich.

„No limits" in Sachen Veredelung
Bei rlc ergänzt die neue Tiefdruckmaschine den Offsetdruck vor allem bei anspruchsvollen Veredelungslösungen, die im Offset nicht oder nur mit erheblichem Aufwand zu realisieren wären.

„Wir nutzen den Tiefdruck sowohl zum Überdrucken von bereits im Offset bedruckten Bogen als auch im Vordruck, um vor allem für unsere Premium-Verpackungen Metallic-Farben, strukturierte Lackoberflächen und Prägungen zu erzeugen", sagt Müller. „Zuerst drucken wir beispielsweise im Tiefdruck flächig mit metallischem UV- oder Lösemittel-Effektlack vor, der aufgrund seiner hohen Brillanz den Einsatz einer Folienkaschierung spart. Designbestandteile wie Produktabbildungen werden dabei einfach ausgespart - bei einer Folienkaschierung müssten wir auf diesen Teilflächen mit Deckweiß drucken. Der Bildanteil wird dann im Offset eingedruckt und auf der Metallisierung entstehen individuelle Metallicfarben." Spezial-UV-Lacke wie Mirafoil von Henkel geben dank der hohen Schichtdicken insbesondere hochwertigen Kosmetikverpackungen eine ganz besonders attraktive Wirkung. Mit Mirafoil sind im Tiefdruck zudem wesentlich feinere Elemente möglich als im Flexodruck, für den die Lackfamilie ursprünglich entwickelt wurde. Lösemittel-basierte Metalure-Farben und -lacke eignen sich dagegen besonders gut für hochwertige Confectionery-Verpackungen - auch hier gibt es vor allem im Premiumsegment einen starken Trend hin zu auffälligen Metallic-Farben auf Verpackungen.

Kombination aus Offset- und Tiefdruck macht den Unterschied
Die hohe mögliche Schichtdicke des Tiefdrucks erweist sich aber auch bei Mehrfachlackierungen als Stärke. „Wir kombinieren auch bei Lackierungen Offset- und Tiefdruck: Vorbedruckte Bogen werden im Tiefdruck mit Lacken bedruckt, die durch feinste Gravuren in der Lackplatte ihre Struktur bekommen", erläutert Müller weiter.

So entstehen strukturierte Lackoberflächen mit besonderen optischen und haptischen Effekten, die durch die hohen Schichtdicken im Tiefdruck möglich werden.

Dabei ist der Druckprozess nach seinen Erfahrungen stets vollkommen stabil. Ebenfalls lebensmittelkonform sind die wasserlöslichen Iriodin-Effektlacke, die bei rlc im Offset- wie im Tiefdruck zum Einsatz kommen und durch unterschiedliche Pigmentgrößen und Mehrfachlackierungen sowohl den bekannten Perlglanzeffekt als auch irisierende Oberflächeneffekte erzeugen.

„Zusammen mit Moog werden wir künftig noch weitaus mehr Kombinationen aus Offset- und Tiefdruck mit den unterschiedlichsten Substraten, Farben und Lacken entwickeln und in unser Veredelungsportfolio aufnehmen, damit sich die Verpackungen unserer Kunden noch stärker am POS differenzieren können.

Der Vielfalt neuer Veredelungen ist dabei kaum eine Grenze gesetzt. Mit dem Tiefdruck ergänzen wir unsere Liquid-Metal-Effekte mit einer erheblichen Bandbreite. Zudem schließen wir die ‚Metallic-Effekt-Lücke' zwischen Heiß- und Kaltfolie, die wir mit dem Flexo- oder Offsetdruck nicht schließen konnten", so Hans-Christian Bestehorn, Geschäftsführender Gesellschafter der rlc packaging group.

 

Über die Firma
rlc | packaging group Leunisman GmbH
Hannover
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