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Der Verbrauch von Kartonverpackungen steigt, unter anderem bei den sogenannten FMCG-Waren (schnell umzuschlagenden Waren), Getränken, Körperpflege- und Gesundheitsversorgungs-
produkten. In England kommt es zurzeit zu einem deutlichen Anstieg bei „Take Away"-Sandwich-Produkten, Salaten in Portionsgrößen, Pasta und Nudelprodukten in Kühlbehältern. Die Produkte erhält der Kunde üblicherweise in Kunststoffver-
packungen verpackt, wobei immer mehr Hersteller auf Ver-
packungen aus Pappe/Karton umstellen - unter anderem weil die Verbraucher kleinere Portionsgrößen und umweltfreundlichere Verpackungen wünschen, erklärt Bo Meyer, Technical Director Europe bei Rotometrics Gerhardt. Er erwartet eine ähnliche Entwicklung auf dem deutschen Markt - insbesondere bei verpackten Lebens- und Arzneimitteln.

Flachstanzen und Rotationsstanzen
Bei der Herstellung von Kartonverpackungen kommen traditionell Flachstanzen zum Einsatz. Dies bedingt jedoch viele Arbeitsgänge, eine geringe Produktivität und viel Ausschuss. In den letzten Jahren etablierte sich das Rotationsstanzen mit Schneidwalzen oder Stanzblech - das sogenannte „Crush Cutting". Beim „Crush Cutting" schneiden scharfe Klingen gegen eine glatte und gehärtete Unterwalze durch das Material. Eine Inline-Stanzstation erreicht eine deutlich höhere Produktivität als es beim Flach-
stanzen möglich ist. Fünf bis sechs Arbeitsgänge lassen sich damit zu einem Arbeitsgang zusammenfassen. Der Ausschuss lässt sich auf 5 % senken. Zum Vergleich: Beim Flachstanzen liegt dieser Wert zwischen 15 und 20 %. Der Nachteil beim „Crush Cutting" ist die lange Produktumstellungszeit oder - beim Verwenden flexibler Stanzplatten - ein hoher Verschleiß. Deshalb führt das Unternehmen mit der Rotary Pressure Cutting (RPC)-Technologie eine Alternative zum „Crush Cutting" ein.

Verschleißfreie Produktion
Bei RPC sind die Schneiden stumpf und drücken sich von beiden Seiten durch das Material, wodurch dieses berstet. Ohne den Verschleiß der Schneiden, der normalerweise bei Stanzblech auftritt, lassen sich mit dem RPC-Stanzblech Millionen Karton-
verpackungen konvertieren. Das Verfahren vereint die Vorteile der Stanzblech-Variante - die schnelle Inbetriebnahme und die geringeren Werkzeugkosten - mit der langen Lebensdauer der Schneidwalze. Laut Hersteller ist das RPC-Verfahren eine echte Alternative zum „Crush Cutting". Das Ergebnis ist - gemäß den Erfahrungen auf dem englischen Markt - eine Konvertierung in Endlosbahnen mit Geschwindigkeiten bis zu 150 m/min, eine hohe Lebensdauer und eine schnellere Produktumstellung.

Modulare Einheiten
Das RPC-Verfahren arbeitet mit Hochdruck, weshalb die Stanzstation, was die Bemaßung anbelangt, speziell für die Arbeit unter hohen Belastungen ausgelegt ist. Die Inbetriebnahme-Dauer liegt zwischen 1 und 1,5 Stunden - wohingegen eine Lösung mit Schneidwalzen oft 8 bis 12 Stunden dauert. Das System ist modular und lässt sich als Inline-Lösung gut in bestehende Produktionslinien integrieren. „Wir betrachten Rotationsstanzen als Schlüsseloption, mit denen die Verpackungshersteller den Produzenten von Markenwaren bessere Lösungen anbieten und zugleich die Produktion steigern können. Sie ermöglichen es den Etikettenherstellern (Narrow/Mid Web), sich im Verpackungs-
bereich zu bewegen. Das RPC-Verfahren ist nur ein Beispiel dafür, wie wir als Marktführer an der Verbesserung unserer Verfahren sowie an der Schaffung neuer Unternehmensmöglichkeiten für unsere Kunden arbeiten", erklärt Bo Meyer abschließend.

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