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Management

Neue Strategien gegen den Fachkräftemangel

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Die Sorge um die wachsenden Engpässe im Personalbereich ist derzeit der einzige Wermutstropfen, der den Erfolg der Verpackungsbranche trübt. Insgesamt stiegen die Umsätze der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten in der Zeit von 2009 bis 2011 um 18,2 Prozent - das ergibt eine Studie der Knox Packaging Experts in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Pier 18. Gegenwärtig ist man auch im Maschinenbau ausgesprochen optimistisch gestimmt. Der VDMA Fachverband Nahrungsmittel-
maschinen und Verpackungsmaschinen meldet für die Monate Januar bis Oktober 2012 einen Zuwachs der Aufträge um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert.

Um die vielfältigen Aufgaben erfolgreich bewältigen zu können, werden in der Verpackungsmaschinenindustrie dringend Nachwuchskräfte benötigt, bestätigt der VDMA auf Anfrage. Der Bedarf der Industrie an gut ausgebildeten Ingenieuren könne derzeit nicht abgedeckt werden. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wurde kürzlich die sogenannte Maschinenhaus-Initiative gestartet, deren Ziel es ist, die hohe Abbruchquote der Bachelor-Studiengänge in der Elektrotechnik (Uni 53 Prozent, FH 36 Prozent) und im Maschinenbau (Uni 53 Prozent, FH 32 Prozent) zu senken, die, so VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner, angesichts der momentanen Situation „inakzeptabel" sei.

Namhafte Unternehmen wie Bosch Packaging Technology sind dank ihres guten Rufs für viele Bewerber attraktive Arbeitgeber. In wenigen Spezialgebieten ist aber auch dort Geduld gefragt: „Bei Stellen im Bereich der Entwicklung brauchen wir länger bei der Besetzung, etwa bei Softwareentwicklern und Verfahrens-
technikern. Im Vertrieb sind ebenfalls immer wieder Vakanzen vorhanden. Unser Bereich ist weiterhin auf dem Wachstumspfad, daher ermutige ich hochqualifizierte Bewerber jederzeit zu einer Bewerbung bei uns", berichtet Personalleiter Martin Sternberg.

Durchschnittliche Vakanzzeiten von 55 Tagen

Die Studie „Fachkräftemangel 2012" des Personalberaters Manpower Group unterstreicht diese Entwicklung. Danach haben derzeit 42 Prozent der deutschen Unternehmen Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Fachkräften. Das sind acht Prozent mehr als im weltweiten Durchschnitt. Die Suche nach Fachkräften ist nicht nur beschwerlich, sondern verursacht auch erhebliche Kosten. „Durchschnittliche Vakanzzeiten von 55 Tagen über alle Positionen hinweg und bis zu 90 Tagen bei technischen Berufen bedeuten jährlich Milliardenverluste für die deutsche Wirtschaft", sagt Vera Calasan, CEO der Manpower Group.

Diese Situation verlangt den Unternehmen neue Strategien ab, um im „Kampf um die besten Köpfe" mithalten zu können. Hier möchte nun die Messe Düsseldorf als national und international führender Veranstalter von Investitionsgütermessen die ausstellenden Unternehmen mit einer Vielzahl neuer Services unterstützen: „Wir wollen das Thema Fachkräfte-Recruiting entsprechend seiner Bedeutung verstärkt in unsere Messen integrieren", erklärt Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf. Messen sind schließlich längst nicht mehr nur Marktplätze, sondern auch Plattformen der Talentsuche. Martin Sternberg ist sich dessen schon lange bewusst: „Messen sind für uns ein wichtiger Ort, um Bosch Packaging Technology als attraktiven Arbeitgeber auf dem Markt noch bekannter zu machen. Deswegen sind wir auf vielen Messen auch mit eigenem Personalstand vertreten, um eine erste Kontaktaufnahme mit Bewerbern zu ermöglichen."

Die Veranstaltungen der Messe Düsseldorf eignen sich auch für die Ansprache von ausländischen Fachkräften, bedenkt man, dass 36,4 Prozent der Besucher im vergangenen Jahr aus dem Ausland anreiste und der Anteil ausländischer Aussteller bei den Veranstaltungen auf 65,9 Prozent stieg. Eine aktuelle OECD-Studie legt offen, dass Unternehmen hier längst nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen. Weltleitmessen wie die Interpack - Processes and Packaging oder die K - Internationale Messe Nr. 1 für Kunststoff und Kautschuk können Unternehmen dabei helfen, mit potenziellen Bewerbern aus dem In- und Ausland ins Gespräch zu kommen und sie frühzeitig an sich zu binden.

In Düsseldorf will man gezielt Maßnahmen ergreifen und durch zahlreiche Angebote Fachkräfte, Schul- und Hochschulabgänger mit den Unternehmen zusammenbringen: „Wir stehen im engen Austausch mit Unternehmen und Verbänden. Als Messege-
sellschaft müssen wir auf die Signale der Industrie reagieren und unsere Aussteller mit allen Mitteln unterstützen", erklärt Messe-Chef Dornscheidt. Man denkt hierbei an Informationsportale im Internet, Sondershows und zusätzliche Veranstaltungen.

Der VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen plant für die Interpack 2014 bereits ein umfangreiches Programm zur Rekrutierung der so dringend benötigten Nachwuchskräfte. Erfolgreich bewährt hat sich schon in der Vergangenheit die Ausgabe von Gutscheinen an Studenten für den kostenlosen Besuch der Messe. Außerdem organisiert der Verband Besuche der Studenten bei Mitgliedsunternehmen und Vorträge sowohl auf der Messe als auch an Hochschulen, in denen Themen wie Verpackungsfunktionen sowie Trends und Herausforderungen der Branche angesprochen werden sollen.

Messe mit zusätzlichen Services
Diese bereits bestehenden Initiativen will die Messe mit zusätzlichen Services unterstützen. So denken die Verant-
wortlichen der Messe Düsseldorf beispielsweise darüber nach, eine Job-/Ausbildungsbörse im Internet zu realisieren, wo sich ausstellende Unternehmen schon vorab, zum Beispiel in Form von virtuellen Messeständen, präsentieren können - mit der Möglichkeit der Terminvereinbarung für Informationsgespräche auf der Messe. Weiterhin zieht man die Einrichtung eines Newsrooms speziell für Employer-Branding-Themen der Aussteller in Erwägung. In Gesprächen mit den Industrieverbänden und ausstellenden Unternehmen sollen diese und weitere Ideen zunächst auf ihre Praktikabilität hin überprüft werden. Auch der Industrie käme eine solche Unterstützung der Messen beim Personal-Recruiting entgegen: „Eine Plattform für Employer-Branding im Rahmen der großen Leitmessen in Düsseldorf wäre gerade für Mittelständler wichtig, um Kontakte zu interessierten Kandidaten knüpfen zu können", sagt Gert Jaudas von Uhlmann Pac-Systeme.

Über die Firma
Messe Düsseldorf GmbH
Düsseldorf
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