Verpackungsmaschinen

Mit Service punkten

Zur Begrüßung durch Dr. Christian Walti, CEO von Bosch Packaging Systems, und Jörg Kleiner, General Manager Sales Pharmaceutical & Medical bei Bosch Packaging Systems, gab es einen kurzen Exkurs zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens, die sich ebenso kurz mit ‚positiv‘ beschreiben lässt. Bei einer Exportquote von 100 % ist es - wenig überraschend - die Strategie des Unternehmens, die Betreuung bei Auslandskunden vor Ort zu verstärken. Im Zuge dessen will die Unternehmens-
führung künftig gerade in den Vereinigten Staaten die bestehenden Servicestrukturen ausbauen. Im Anschluss übernahm Produktmanager Daniel Bossel das Wort.

Service als Wachstumsmarkt
Bossels Vortrag gab einen Überblick des Produktportfolios im Bereich Pharma. Keine Aufgabe, die in zwei Sätzen zu lösen ist, umfasst das Angebot doch über 100 verschiedene Applikationen, „vom Blister bis zur Bottle". Die BFS-(Blow-Fill-Seal)-Systeme reichen hier von manuellen Anwendungen über Offline- bis hin zu Online-Prozessen. Wichtig war es Bossel am Ende festzustellen: „Unserem eigenen Selbstverständnis nach sind wir als erstes Systemintegrator." Aber auch andere Fähigkeiten rücken für die Verpacker immer mehr in den Fokus: Serviceleistungen, wie das Validieren von Prozessen, Anwendertraining sowie Testverfahren für Folien, sind gefragte Zusatzleistungen, die der Maschinenbauer in der Pharmabranche verstärkt anbietet.

Sicher siegeln
Gerade im Pharmabereich hilft auch die ressourcen- und energieeffizienteste Anlage nichts, wenn sich die Siegeltechnik als schwächstes Glied der Prozesskette erweist. Darum widmete sich Philipp Schenker, ebenfalls Produktmanager bei Bosch Packaging Systems, dieser Thematik. „Ob eine Versiegelung den Anforderungen der Industrie genügt, hängt von verschiedenen Parametern ab. Hierzu gehören die Höhe der eingesetzten Temperatur, wie lange sie einwirkt, der ausgeübte Druck und nicht zuletzt der verwendete Film", fasste Schenker die wichtigsten Einflussfaktoren zusammen. Bosch bietet hierfür verschiedene Siegelverfahren an, angefangen mit dem klassischen Hitzeverfahren. Das sogenannte Long-Dwell-Cross-Sealing-System beruht auf einer kontinuierlichen Rotation, die die Siegelzeit um den Faktor 40 erhöht, verglichen mit dem herkömmlichen Rotationsprinzip. Dieses Mehr an Zeit, verbunden mit dynamischen Druckstufen, erhöht zum einen die Qualität der Siegelung. Gleichzeitig schützt sie die Maschinen vor Verschleiß, auch bei erhöhter Produktionsgeschwindigkeit (bis maximal 40 m Film pro Minute sind möglich). Die jüngste, mit sechs Jahren Entwicklungszeit aber sicher auf den Füßen stehende Siegeltechnik aus dem Hause Bosch ist das Schweißen mit Ultraschall. Punkte, die für die Technologie sprechen, gibt es nicht wenige: Der Output erhöht sich um bis zu 20 %, bei gleichzeitigen Einsparungen an Material. Das liegt zum einen am geringeren Ausschuss, zum anderen an der Tatsache, dass die Siegelnähte schmaler ausfallen können als es bei den gewöhnlichen thermischen Verfahren der Fall ist. Ein ebenfalls wichtiges Argument ist die Tatsache, dass ein Ultraschall-System die Prozessparameter jeder einzelnen Siegelung speichern kann und somit deren Dokumentation ermöglicht. Einziger Wermutstropfen: Die Investitionskosten für die Technologie fallen deutlich höher aus. Hierfür konnte Schenker einen Lösungsansatz präsentieren: Bosch bietet nun eine Hybridmaschine an. Bei dieser übernimmt das bewährte und kostengünstige Hitzeverfahren das Cross-Sealing und das Ultraschallverfahren das kritischere Length-Sealing. Anwender profitieren von einer erhöhten Siegelsicherheit und vergleichsweiße moderaten Einstiegspreisen. Einen ersten Abnehmer aus der Pharma-Branche konnte Bosch laut Schenker bereits überzeugen.

Die Kunst des Einpackens
„Ein Produkt in den zugehörigen Karton bekommen - das klingt einfach, ist es aber nicht", startete Michael Haas seinen Vortrag ‚Cartoning Solutions for Upcoming Market Requirements‘. Unterschiedliche Trends gilt es laut dem Produktmanager zu berücksichtigen, wann immer die hauseigenen Ingenieure eine neue Maschine entwickeln. Zu diesen gehören sich verändernde Altersstrukturen (Stichwort ‚Kundenfreundliches Packaging‘), ökologische Aspekte sowie der Produktschutz und ein häufiger Produktwechsel. Hier punktet das Unternehmen mit modularen Systemen wie dem Toploader TTP: Dessen vakuumbasierter Produkthalter ermöglicht Anwendern die Arbeit mit unterschiedlichen Kartongrößen, ohne dass diese einen Werkzeugwechsel durchführen müssen. Das bedeutet weniger Stillstand und damit geringere Kosten in der Produktion. Und sollte es einmal zu einem partiellen Stillstand innerhalb der Produktionslinie kommen, könnten integrierte Puffer - die als Zwischenparkplätze für das jeweilige Produkt dienen - diesen kompensieren und den Betrieb damit insgesamt aufrecht erhalten. Beim Thema ‚Line Competence‘ übernahm dann Matthias Holder, der seinen Job wie folgt beschrieb: „Wenn es kompliziert wird, beginnt für uns der Spaß!" Am Ende stehen dann Entwicklungen wie das Eco-Save-Pack, bei dem die einzelnen Komponenten der Verpackung (Papier, Kunststoff, etc.) einfach zu trennen und damit zu recyceln sind. Oder das Carton-Print-System, eine Kombination aus Druckapplikation und Kamera zur simultanen Qualitätsprüfung. Die größten Probleme, und damit Kostenpunkte, für Betreiber sind laut VDMA noch immer Produktionsstopps für das Reinhalten oder Umrüsten von Herstellungslinien, sowie kurze Stillstände aller Art unter 30 Minuten. Daher lautet die Aufgabe für Maschinenbauer laut Holder wie folgt: „Stillstände reduzieren, Fehlersuche vereinfachen, Maschinenqualität verbessern und Bedienfehler verringern."

Süßes und Praktisches zum Schluss
Im letzten Vortrag des Tages ging Frank Bühler auf die Herausforderungen beim Verpacken kleiner Portionsbeutel, beispielsweise Zucker, ein: „Wichtig ist es, ein Auge für die jeweilige Anwendung zu haben." Gerade die eingesetzte Dosiertechnologie kann schnell zum Kostenpunkt werden. Eine hohe Präzision spart Produkt und damit Kosten. Daher ist die Entscheidung, ob nun Tipping-Filler oder Auger-Filler mit Stop & Go oder aber pulsierender Produktabgabe zum Einsatz kommt, keinesfalls trivial. Weiterer Punkt ist, wie schon von Bühlers Vorredner erwähnt, das einfache Sauber- und Instandhalten der Verpackungsmaschine. Eine Lösung sind die VFFS (vertical form fill seal)-Maschinen des Herstellers. Reinigen und Warten der Dosier- sowie Siegeleinheit sind hier möglich, ohne die Anlage demontieren zu müssen. Des Weiteren können Anwender durch das achsenfreie Design des Abrollers einen Folienwechsel innerhalb von drei Minuten realisieren. Danach war es genug der grauen Theorie und die Teilnehmer konnten bei einem Rundgang durch die Werkshallen noch einmal das über den Tag Vorgetragene ganz praktisch an verschiedenen Stationen begutachten. Im Fokus der Ausstellung stand definitiv die TTP Packaging Line, ein Komplettsystem für die Pharmaindustrie. Angefangen beim automatisierten Tray-Handling, über die robotergesteuerte Produktzuführung, Kartonierung sowie Kistenbefüllung verursacht die Anlage nur geringen Personalaufwand und leistet dabei einem Ausstoß von mehr als 100 Kartons pro Minute.

Über die Firma
Bosch Packaging Systems AG
Beringen
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