Packmittel

Kreativität zahlt sich aus

Das zu verpackende Produkt war vorgegeben: Parfum. Die Verpackung sollte dabei eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Sie wirbt für eine erfundene Marke im Konsumbereich. Sie wirkt auf den Verbraucher attraktiv, sie zieht die Blicke auf sich, verkauft und schützt das Produkt. Dass die jungen Designer keine Materialorgie veranstalten und auf Überverpackung verzichten, versteht sich fast von selbst. Die Jury, die die Einreichungen der Studenten beurteilte, bestand aus Vertretern der Verpackungs-
industrie, der Fachpresse und der Marketingorganisation von Korsnäs. PIDA steht für „Packaging Impact Design Award" und dementsprechend spielten die Kriterien Innovationsgehalt, Shelf-Impact, Funktionalität, Machbarkeit sowie Marketingplan eine entscheidende Rolle bei der Bewertung der Wettbewerbsbeiträge.

Dass es den Veranstaltern gelang, die Kreativität und Fantasie der Studenten herauszufordern, zeigten die 16 Einreichungen der teilnehmenden Teams auf beispielhafte Weise. Der Einfallsreichtum der jungen Designer beschränkte sich keinesfalls nur auf die Verpackungen. Im Gegenteil, die Studenten interpretierten das zu verpackende Produkt „Parfum" weitmöglich, und so reichte die Palette der verpackten Produkte von Raumduft über Dufttücher bis hin zu Parfum für Hunde.

„Lilium" Raumduft ist der Entwurf von Patrick Dröden, Jana Sommer und Andreas Padilla von der HDM Stuttgart. Die Verpackung kann nach dem Öffnen als Accessoire für die Raumdekoration genutzt werden. Dies bietet sich umso mehr an, als die floralen und organischen Formen der Verpackung perfekt den Produktcharakter transportieren. Nach dem ersten Öffnen kann die Verpackung nicht wieder in ihrer ursprünglichen Form verschlossen werden, sodass der Konsument sicher sein kann, ein originalgeschütztes Produkt zu erwerben. Das Duftkonzentrat ist unter einem Karton-Inlay fixiert und so gegen unbefugtes Öffnen geschützt. Der Jury gefiel die überzeugende Formensprache und belohnte das Team mit dem Preis aller Wettbewerbskategorien.

„Princess" und „Red Carpet" sind zwei Entwürfe von Julien Göthling, Anja Rolfes und Lia Rebettge von der Beuth Hochschule in Berlin. Es handelt sich um neuartige Pafumverpackungen, die durch ihre interessante Formgebung auffallen. Geöffnet wird die Verpackung durch das Herunterschieben der fächerartigen Vorderseite, entlang schräg verlaufender Schienen in den Seitenwänden. Die so entstandene Treppe ist nicht nur ein einmaliger Blickfang im Regal, sondern bietet auch viel Platz für Marketingzwecke. Die gesamte Verpackung lässt sich aus nur einem Zuschnitt herstellen.

Innovativ und werbewirksam
„Princess" spricht mit dem sehr märchenhaften und verspielten Design vor allem Mädchen im Alter von 6 bis 10 Jahren an, während „Red Carpet" die jugendliche Konsumentin in Windeseile in die Rolle eines Stars versetzen soll, umgeben von dem Blitzlichtgewitter der Fotografen. Gerade diese ziel-
gruppengerechte Ansprache durch die Verpackung überzeugte die Jury und vergab einen Preis für den Innovationsgrad dieser Einreichung.

Der Hundebesitzer, der „alles hat", soll durch das Hundeparfum „Der Aktive", „Urban Dog" und „Welpe" angesprochen werden. Sandra Henne, Diana Matt und Niko Hetzel, HDM Stuttgart, präsentierten den Entwurf, bei der die Frontseite in Form eines Hundegesichts gestaltet ist. Dabei sind besonders die abgeknickten Ohren ein Blickfang. Praktischer Nebeneffekt: Falls die Verpackung während des Transports verknickt, verliert sie dadurch trotzdem nicht an Charme. Der Verschluss erfolgt durch eine Lasche, die an der Rückseite eingehängt wird. Der Deckel deckt nicht nur die Schachtel ab, sondern ist durch die Konstruktion mit der Bodenfläche verbunden. Durch das Öffnen des Deckels wird die Flasche im Inneren der Schachtel angehoben, sodass eine einfachere Entnahme möglich ist. Die auffällige Erscheinung am POS war der Jury einen Preis im Bereich Shelf-Impact wert.

Schließlich wurde die Gruppe um Adrian Firdhawan Soekotjo mit einem Sonderpreis für die beste Präsentation ihrer Ideen ausgezeichnet.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der PIDA-Veranstaltung am 11. April 2013 in der Hochschule der Medien Stuttgart statt. Den Gewinnern winkt eine Reise nach Schweden mit Aufenthalt in Stockholm und einem Besuch des Billerud Korsnäs-Werkes.

Über die Firma
Beuth Hochschule für Technik Berlin Fachbereich V, Studiengang Verpackungstechnik
Berlin
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