Technik - Kennzeichnen

Schärfer, kleiner, sicherer

The leading factory for a leading brand, so beschreibt der weltgrößte Konsumgüterhersteller Procter & Gamble sein Oral-B/Braun Werk und dessen rund 1.400 Mitarbeiter. Und das scheint in keiner Weise übertrieben zu sein. Fast alle elektrischen Oral-B/Braun Zahnbürsten, die weltweit verkauft werden, kommen aus dem unterfränkischen Marktheidenfeld - und die Marke ist eine der bekanntesten der Welt bei elektrischen Mundpflegegeräten. Hochinnovative Fertigungsverfahren und eine hohe Fertigungs-
tiefe, die bis zum Spritzguss für die Kunststoffteile reicht, sorgen dafür, dass vom Auftrag bis zur Auslieferung weniger als zehn Tage vergehen. Eine Vielzahl von Verpackungsformaten stellen dabei auch Materialfluss und Auszeichnungslinien vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund geht das Werk jetzt neue Wege mit laseraktivierbaren Etiketten von Herma und dem dazu passenden Etikettiersystem. Das benötigt weniger Ver-
brauchsmaterialien als die bisher eingesetzten Thermotransfer-
drucker, erhöht die Prozesssicherheit und reduziert die Wartungs-
zeiten spürbar. „Allein die Kosteneinsparungen mit der Herma-Lösung liegen schon im zweistelligen Prozentbereich", sagt Josip Jurjevic, der als Projektingenieur bei Braun zusammen mit seinem Team stets nach Möglichkeiten sucht, die Anlagenperformance weiter zu steigern. „Das macht bei unseren Stückzahlen absolut gesehen enorm viel aus."

Kein „Um-die-Ecke-Bügeln" mehr
Integriert ist das Herma- System in eine neue Verpackungsanlage von PKM Packaging. Jeweils sechs verpackte elektrische Zahnbürsten werden dort in einem Umkarton zu einer Versand-
einheit gebündelt. Solche Kartons erhielten bislang jeweils ein etwa 270 Millimeter langes, über Eck geklebtes Etikett. Dieses hatte vorher ein Thermotransferdrucker mit zwei identischen ITF-Codes versehen. „Für die weitere Logistikkette bis einschließlich zum Handel ist es wichtig, dass die Daten von zwei verschiedenen Kartonseiten aus lesbar sind", erläutert Jurjevic. Insgesamt war das Etikett jedoch bisher ungefähr zehn Prozent länger, als es die Größe der beiden Codes erfordert hätte. Auch die Thermo-
transferfolie lief - technisch bedingt - immer über die volle Länge des Etiketts. Aufgrund ihrer Größe und des „Um-die-Ecke-Bügelns" neigten die Etiketten jedoch dazu, schief auf dem Karton zu sitzen. „Das allein kann schon in der Logistik zu Problemen führen", erläutert Bernhard Schneider, der als Line Leader die betreffende Verpackungslinie führt. „Wir hatten zudem immer wieder Dot-Ausfälle in den Thermotransferleisten und Probleme bei der Darstellung insbesondere kyrillischer Schriftzeichen", ergänzt Jurjevic. Schon winzige Ungenauigkeiten im Druck haben jedoch Auswirkungen auf die Lesbarkeit des Gesamtcodes. „Unter Umständen schickt der Distributor oder der Händler eine Palette oder sogar einen ganzen Container zurück, wenn er nur ein einziges Etikett auf einem der Umkartons nicht exakt einlesen kann", betont der Projektingenieur. „Da wir unsere Geräte in die ganze Welt liefern, ist dieser Fall unbedingt zu vermeiden." Das sind eine ganze Reihe von Gründen, die für die Herma-Lösung sprechen, die aus Etiketten, Etikettierer und einem CO2-Laser besteht.

Täglich 15 Minuten Wartung gespart
Die Basis bilden die neuartigen Herma-Etiketten, die mit einer speziellen Veredelung ausgerüstet sind. Darauf kann der Laser
im Etikettiersystem auf den vorgesehenen Stellen schwarz „schreiben" - absolut wisch- und kratzfest. Das Schriftbild ist jeweils gestochen scharf, auch bei kleinsten Schriftgrößen, egal ob es sich um Klarschrift, Grafik und/oder Codes handelt. „Selbst schwierige Approbationszeichen sind nun extrem präzise und sehr klar. Das war bei unserer alten Methode nicht immer der Fall", bestätigt Jurjevic. Weil der Laser im Herma System nicht ablativ arbeitet, entstehen weder verwischbare Spaltprodukte noch wird das Etikett beschädigt. Eine Absaugung ist nicht erforderlich. Besonders vorteilhaft: Weil das Laser-System - im Gegensatz beispielsweise zu Thermotransferdruckern - neben den Etiketten keine zusätzlichen Verbrauchsmaterialien oder Nachjustierungen benötigt und verschleißfrei arbeitet, reduziert es die Produktions-
unterbrechungen. „Beides war in der Vergangenheit schon ein Thema gewesen", sagt Jurjevic. Der verwendete ITF-Code mit seinen dicken Balken erforderte immer sehr heiße Thermotransfer-
leisten. „Das führte zu einer recht geringen Lebensdauer - und in der Folge zu beträchtlichen Kosten für Wartung und Material." Entsprechend dem hohen Produktdurchsatz musste außerdem jede Schicht eine neue Thermotransferfolie einlegen. Bei dem 3-Schicht-Betrieb im Werk Marktheidenfeld summierte sich das auf immerhin 15 Minuten Wartungsunterbrechung pro Tag und Linie. Dazu kamen erhebliche Kosten für die Thermotransferfolien.


Etikettenmaterial um 10 Prozent reduziert
Um auch den Verbrauch an Etikettenmaterial um immerhin zehn Prozent zu reduzieren, teilten die Herma Anwendungstechniker das lange Etikett in zwei identische kleinere. Diese werden nicht mehr direkt auf den Karton, sondern mit einer patentierten beweglichen Ablösekante zunächst auf eine Platte mit Unterdruck geschoben. Horizontal ausfahr- und schwenkbare drückt sie dann jeweils ein Etikett von vorne und von der Seite auf den Karton.
Das gewährleistet einen präzisen Sitz an der genau definierten Position. Dass sich daran auch bei längerer Lagerung der Umkartons nichts ändert, mussten die Etiketten vor dem Einsatz im betrieblichen Alltag in harten Prüfungen nachweisen, so zum Beispiel im Sunshine-Test.

Bei Oral-B/Braun ist man rundum zufrieden und denkt bereits über die Umrüstung weiterer Linien nach. „Wir waren von Anfang an überzeugt vom technologischen Ansatz. Und die Anlage hält, was Herma uns versprochen hat. In das Lob schließen wir explizit PKM mit ein, als Lieferanten der Verpackungsanlage", sagt der Projektingenieur Josip Jurjevic. Line Leader Bernhard Schneider ergänzt: „Wir haben auch ein sehr gutes Feedback von den Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag an der Anlage arbeiten. Das ist bei solchen Umstellungen keineswegs selbstverständlich." Für das Team um Josip Jurjevic hat sich der Einsatz gelohnt. Denn wie heißt es schlicht, aber prägnant in der Selbstdarstellung des Werks in Marktheidenfeld: „Erfolg ist kein Zufall."

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Herma GmbH
Filderstadt
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