Technik - Verpackungsdruck

Null Fehler

Für Arzneimittel gelten aufgrund des Arzneimittelrechts besondere Qualitätsanforderungen und Haftungsbedingungen. Inline-Inspektionssysteme in der Druckmaschine helfen schon im ersten Produktionsschritt dabei, fehlerhafte Bogen auszusondern. Doch auch im weiteren Prozess können Fehler entstehen, die das Risiko für den Verpackungshersteller erhöhen, wie beispielsweise:

  • Der Bogenstapel wird mit der falschen Orientierung in die Stanze eingeführt.
  • Im Stapel befinden sich unbedruckte oder unvollständig bedruckte Bogen.
  • Der Stapel enthält Bogen für einen anderen Faltschachteltyp. Solche Untermischungen sind nur durch eine - heute oft noch manuelle - Einzelkontrolle jedes Bogens zu erkennen.
  • Beim beidseitigen Druck in zwei Durchgängen kann es zu Fehlern in der Anlage beim Drucken der Rückseite kommen, sodass der Passer von Ober- und Unterseite nicht mehr stimmt.

„Unser Ziel liegt deshalb darin, die Prozesssicherheit in der Faltschachtelproduktion in allen Prozessschritten weiter zu steigern und so den Anforderungen unserer Verpackungskunden in Sachen Qualitätssicherung ganz unabhängig vom jeweiligen Segment nachzukommen", skizziert Dr. Frank Muth, Gruppenleiter Software Messsysteme bei Heidelberg, die Strategie des Herstellers. „Über die Standardausstattung unserer Produkte hinaus entwickeln wir kundenspezifische Lösungen, die helfen, die Prozesssicherheit weiter zu verbessern. So werden aus individuellen Kundenanforderungen 100 Prozent praxistaugliche Lösungen, die sich für viele andere Anwendungsszenarien eignen."

In Sicherheit investiert
Das Qualitätssicherungskonzept der August Faller KG, einem der führenden Hersteller und Systemlieferanten für pharmazeutische Sekundärpackmittel mit Hauptsitz in Waldkirch, umfasst drei Ebenen: Das Auftreten von Fehlern vermeiden, Fehler entdecken und daraus schließlich Risikobewertungen erstellen. „Teil unseres Konzeptes ist es, Fehler zudem so früh wie möglich in der Prozesskette zu entdecken und langfristig das Risiko zu minimieren, dass sie überhaupt auftreten", so Nikolaus Reichenbach, Leiter PSC Faltschachteln der August Faller KG. „Finden sich Fehler auf einem pharmazeutischen Packmittel oder in therapierelevantem Text, hat dies Konsequenzen, die im schlimmsten Fall einen Rückruf des Medikamentes vom Markt bedeuten."

Um die Produktivität weiter zu steigern und die hundertprozentige Sicherheit im Produktionsprozess zu gewährleisten, investierte Faller 2010 in zwei Dymatrix 106 Bogenstanzmaschinen von Heidelberg. Die Stanze verarbeitet Bogenformate bis zu 76 × 106 Zentimeter und stanzt, prägt und rillt Karton bis zu einer Grammatur von 2.000 Gramm pro Quadratmeter sowie Wellpappe bis vier Millimeter Stärke. Die maximale Verarbeitungsgeschwindig-
keit liegt bei 9.000 Bogen pro Stunde.

„Wichtig war für uns die technische Ausstattung der Stanze mit dem Bogenanlagesystem Dyset Pro, womit wir unsere Produktivität deutlich steigern konnten", so Reichenbach. Mit dem patentierten Registersystem ist es möglich, den Bogen seitlich, abhängig von der Bogenkante oder nach Druckbild oder Druckmarken auszurichten. Damit kann die Dymatrix 106 durchgängig Höchstgeschwindigkeiten fahren und erzielt eine perfekte Übergabe der Bogen an den Greifer. Dyset Pro ermöglicht zudem das Verarbeiten von extrem ungenauen Palettenstapeln selbst bei hoher Produktionsgeschwindigkeit. Das Herzstück von Dyset Pro bildet ein optischer Bogen-Sensor mit einem über Servomotoren angetriebenen Ausrichtesystem. Die Bogenanlage-
einrichtung der Dymatrix richtet jeden Bogen zunächst an den Vordermarken aus. Dann vermisst der optische Sensor die Seitenkanten der Bogen, eine Druckmarke oder das Druckbild selbst. Dyset Pro bringt den Bogen schließlich in die Sollposition.

„Dieses patentierte System wäre jedoch ohne den passenden Codeleser für unsere Produktion von Pharmafaltschachteln nur bedingt einsetzbar. Deshalb war die Entwicklung und Integration der zusätzlichen Codeleser in die Stanzen im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft für die Entscheidung zugunsten Heidelbergs sehr bedeutsam."

Zusammen mit dem Automatisierungsspezialisten Pepperl + Fuchs in Mannheim integrierte Heidelberg Codeleser in den Flachbett-stanzmaschinen, mit denen sich Fehler auf den Bogen bzw. im Stapel sicher erkennen und aussortieren lassen. Intensive Abstimmungen und Analysen stellten im Entwicklungsprozess von Anfang an die Praxistauglichkeit der Codeleser sicher. „Die Integration der Komponenten durch Heidelberg gewährleistet die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems auch bei hohen Maschinengeschwindigkeiten", führt Reichenbach weiter aus. „Die Bedienung des Inspektionssystems ist ergonomisch optimal in die Maschine integriert und lässt sich effizient nutzen."

Spezielle Sensoren für die
Druckweiterverarbeitung

Der von Pepperl + Fuchs entwickelte Codeleser VOS412-BIS ist ein Standalone-Gerät mit hochauflösender Kamera, einer leistungsfähigen Beleuchtung mit weißen LEDs und einer schnellen Auswerteeinheit. Bildübertragungs-Funktionen ermöglichen eine nahtlose Integration in visuelle Maschinen-Bedienkonzepte. Der Sensor überwacht die Korrektheit der Bogen anhand des darauf abgebildeten Codes. Dieser kann komfortabel automatisch eingelernt und mit den nachfolgenden Bogen verglichen werden. Der Sensor ist in der Lage, alle gängigen Code-Symbologien, wie Pharmacode, Interleaved 2aus5, Code39, Code128 und optional Data Matrix sicher zu lesen. Zusatzfunktionen ermöglichen eine genaue Bestimmung der Position des Codes im Bild. „Neben der Funktion Codevergleich bietet der Sensor auch die Möglichkeit, die Bogen anhand des Druckbildes zu unterscheiden. Hierzu wird der erste Bogen ebenfalls automatisch eingelernt und mit den folgenden Bogen verglichen", so Benedikt Rauscher, Entwicklungsleiter Industrial Vision Components bei Pepperl+Fuchs. „Mit dem Codeleser haben wir ein wirtschaftliches Produkt zur Qualitätskontrolle entwickelt, das die wesentlichen Fehler erfasst und eine hundertprozentige Kontrolle sicherstellt."

Durch den Einbau von Sensoren für die Vorder- und Rückseite des Bogens ist bei Faller die Kontrolle von bedruckten Rückseiten problemlos möglich, die immer häufiger wichtige Anwendungs-
informationen für das Medikament enthalten. „Die Lösung von Heidelberg bietet für uns insgesamt die bestmögliche Sicherheit in der Faltschachtelproduktion", so Reichenbach. „Der Codeleser unterstützt als zusätzliche Kontrolleinheit unsere Mitarbeiter bei der fehlerfreien Produktion von Pharmafaltschachteln."


Für Sie entscheidend


Pharmafaltschachteln fehlerfrei produzieren
Die Codeleser in der Dymatrix 106 bei Faller erlauben die numerische Auswertung des Pharmacodes und erkennen zuverlässig folgende Fehler:

  • Unpassende Bogen zum eingesetzten Stanzwerkzeug: Der eingelesene Wert muss zur vorgegebenen Nummer in der Auftragsmappe passen.
  • Bei falsch zugeführten Bogen oder unbedruckten Bogen ist der Code in der Regel nicht im Gegenstandsbereich der Kamera. Ein Fehlersignal meldet, wenn der erwartete Code nicht gefunden wird.
  • Untermischungen mit falschen Bogen erkennt das System durch die ausgewerteten
  • Zahlen aus den erkannten Pharmacodes.
  • Fehlende Farben auf einem Bogen erkennt das System, weil sich auch hier der Zahlenwert ändert.
  • Passer bzw. Stand von Vorder- zu Rückseite.

 

Über die Firma
Heidelberger Druckmaschinen AG Print Media Academy
Heidelberg
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