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Drinktec 2013

Keine Nachhaltigkeit ohne wirtschaftliches Handeln

Teilnehmer der vom TV-Journalisten Kilian Reichert moderierten Runde waren: Volker Kronseder, Vorstandsvorsitzender Krones AG, Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer, Vorstandvorsitzender KHS GmbH, Christian Frahm, Director Business Line Beverage and Dairy, GEA Westfalia Separator Group GmbH, Dr. Klaus Peter Stadler, Director Environment & Water Resources, Coca-Cola Europe, Peter Peschmann, Bereichsleiter Produktion und Betriebstechnik, Brauerei Veltins sowie Karl Klein, Geschäftsführer Produktion und Technik, Molkerei Gropper.

Nachhaltigkeit: Nicht lästige Pflicht, sondern Erfolgsrezept

Dass das nachhaltige Handeln zwar relativ neu klingt, aber eigentlich schon lange existiert, darauf wies Volker Kronseder hin: „Kapital, Ressourcen und Mensch waren immer Teil des echten unternehmerischen Denkens - eine Selbstverständlichkeit und ein Erfolgsrezept." Karl Klein drückte den gleichen Sachverhalt folgendermaßen aus: „Viele agieren aus Tradition nachhaltig, ohne es zu wissen." Was aber, so fragte der Moderator in die Runde, verbirgt sich hinter dem heutigen „Hype" um das Thema Nachhaltigkeit. Alles nur Marketing? Nein, meinten die Diskussionsteilnehmer. In unserer vernetzten Welt bedeute Nachhaltigkeit tatsächlich viel mehr: Medien, Non Government Organisations (NGOs), Kunden oder auch Regierungen stellen weltweit gezielt Fragen, welche die Unternehmen beantworten müssen - Fragen unter anderem zu den Faktoren Wasser, Verpackung, CO2-Footprint und zur Erzeugung der Rohstoffe. Sich diesen Fragen zu stellen, ist aber nach Überzeugung von Karl Klein keine lästige Pflicht, sondern ein echter Erfolgsfaktor: „Wenn Nachhaltigkeit ehrlich ist, dann nimmt der Verbraucher sie auch an. Dann ist sie auch wirtschaftlich. Ich hätte mir zum Beispiel nie gedacht, dass wir als Spezialist für Discount-Produkte heute einer der führenden Hersteller von Bio-Produkten sind."

Vor allem große Unternehmen können Nachhaltigkeit vorantreiben
Dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen, darauf könnten vor allem große Unternehmen Einfluss nehmen, meinte Dr. Peter Stadler: „Große Unternehmen können Großes bewirken. Wenn Coca-Cola vorantreibt, dass der Verpackungs-
kunststoff zukünftig aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, dann hat das Gewicht." Nach dem Hinweis aus dem Auditorium, dass Nachhaltigkeit genauso für Betriebsmittel und Ingredienzien gelte, verdeutlichte Dr. Stadler die Möglichkeiten von Unternehmen wie Coca-Cola an einem aktuellen Beispiel: „Wir sind dabei, auch diese vorgelagerte Kette zu verlängern, um direkt auf unsere Zulieferer einwirken zu können, damit sie nach unseren Vorgaben herstellen und anbauen." Über die eigenen Betriebsgrenzen hinaus zu denken, dieser Verpflichtung ist sich laut Christian Frahm selbstverständlich auch der deutsche Maschinenbau bewusst: „Als weltweite Nr. 1 in diesem Marktsegment haben wir sowohl die Möglichkeit als auch die Verantwortung, Impulse zu setzen."

Triebfeder Verknappung

Eine weitere Triebfeder für nachhaltiges Wirtschaften, so die einhellige Meinung des Podiums, ist die Verknappung eines Rohstoffs oder einer Ressource. Und das gilt nicht nur mit Blick auf die so populären Beispiele Wasser und fossile Energien, wie Peter Peschmann anmerkte: „Braugerste steht zunehmend in Konkurrenz zu Energiepflanzen. Wir müssen folglich heute aktiv werden, wenn wir morgen unsere gewünschte Qualität noch haben möchten." Dass eine Verknappungssituation aber auch schlicht durch Verschwendung ausgelöst werden kann, machte Volker Kronseder am Beispiel PET-Recycling klar: „Lediglich 50 Prozent aller weltweit abgefüllten PET-Flaschen werden überhaupt eingesammelt; und daraus entstehen wiederum nur aus drei Prozent neue Flaschen." Auf diese Situation hinzuweisen, lag dem Krones-Chef am Herzen, bedeute sie doch eine immense Chance für die Getränke- und Liquid-Food-Industrie, etwas Gutes für die Umwelt zu tun und trotzdem Wachstum zu generieren. Das Beispiel zeigt: Ökologie und Ökonomie müssen nicht im Widerspruch stehen.

Verpackung nur aus Folie
Ein weiterer wichtiger Pfeiler der Nachhaltigkeit ist die Entwicklung einer entsprechenden Maschinentechnik, wie Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer aufzeigte: „Jedes Gramm weniger PET, das wir für unsere Flasche brauchen, ist global gerechnet eine außerordentliche Ressourceneinsparung." In diesem Zusammenhang stellte Prof. Niemeyer eine Sammelpackung für Getränkedosen vor, die nur aus Folie besteht: „ Wir sparen so große Mengen an Pappe und Leim ein. Ein weiteres Plus ist das stark vereinfachte Recycling, weil wir nur ein Verpackungs-
material einsetzen." Auf einen interessanten Aspekt wies Prof. Niemeyer mit Blick auf die Entwicklungs- und Schwellenländer hin: „Hier geht es in erster Linie darum, das Produkt sicher zum Kunden zu bringen. So können wir beispielsweise den Verlust von wertvollen Lebensmitteln verhindern, die sonst verderben würden. Auch das ist nachhaltig."

Die von Produzenten und Maschinenbauern geführte Diskussion machte deutlich, dass nachhaltiger arbeitende Maschinen nur in einem einzigen Fall erfolgreich sind: Wenn der Markt sie auch einsetzt, weil es sich rechnet. Bei diesem Miteinander sah Karl Klein noch deutliches Optimierungspotenzial und regte einen wesentlich intensiveren Austausch zwischen den beiden Gruppen an, weil zum Teil die Neuentwicklungen der Konstrukteure an den Bedürfnissen der Produzenten vorbeigingen. Ein Punkt, den Prof. Niemeyer aufgriff und eine effektive Gegenmaßnahme vorstellte: „Bei uns müssen die jungen Ingenieure wieder raus zu den Kunden, um diese so wichtigen Erfahrungen machen zu können."

Triple-Win-Situation

Gelebte Nachhaltigkeit, so der Tenor der Expertenrunde, bedeutet aber nicht zuletzt, dass man seinen eigenen Betrieb permanent auf den Prüfstand stellt. Wie aber, brachte Moderator Kilian Reichert die zentrale Herausforderung auf den Punkt, soll der Istzustand einer komplexen Gesamtanlage gemessen und wie sollen Verbesserungspotenziale aufgedeckt werden? Dr. Peter Stadler stellte dazu eine interessante Lösung vor: „Der CO2-Ausstoß eines Standorts ist ein direktes Maß der Verschwendung." Je kleiner der CO2-Ausstoß eines Standorts, desto besser sei folglich sowohl seine ökologische als auch wirtschaftliche Performance. Ein Zusammenhang, den Volker Kronseder zum Abschluss der Podiumsdiskussion so zusammenfasste: „Ökologie und Ökonomie zusammen, das ist eine Win-Win-Situation. Kommt jetzt noch gelebte soziale Verantwortung hinzu, ist Nachhaltigkeit eine Triple-Win-Situation."


Umfangreiches Rahmenprogramm

  • Im Rahmenprogramm der Drinktec werden unter anderem die besten Getränke, die besten Getränkekenner und die besten Getränkekonzepte präsentiert. Technologie, Märkte, Marketing: Die Drinktec, Weltleitmesse für die Getränke- und Liquid-Food-Industrie, hat auch über die Präsentationen der Aussteller hinaus einiges zu bieten.
  • Ganz neu: Die Innovation Flow Lounge, eine Networking-Plattform, auf der Trends und Ideen rund um das Getränkemarketing diskutiert werden. Hier ein Überblick über die wichtigsten verpackungsrelevanten Veranstaltungen des Rahmenprogramms.
  • Innovation Flow Lounge: Die neue Networking-Plattform will Marketingexperten mit Technikern ins Gespräch bringen und Marketingthemen auf der Drinktec ein Forum geben. Vier Tage stehen unter einem bestimmten Thema: Am Montag steht das Bier im Mittelpunkt, am Dienstag der Point of Sale, am Mittwoch die Verpackung und am Donnerstag geht es darum, wie man ein Produkt erfolgreich am Markt einführt.
  • Auf dem Drinktec-Forum in Halle A 2 wird diskutiert, wie die weitere Entwicklung nicht nur technologisch, sondern auch im Marketing aussieht. Der erste Messetag ganz im Zeichen des Bieres. Thema: Wie sieht die Brauerei der Zukunft aus? Weitere Thementage beschäftigen sich mit Verpackung, Ernährung, Hygiene und Produktqualität. Am Donnerstag, 19. September, stehen „Packaging and Marketing" im Fokus - das dürfte vor allem für die Marketingfachleute unter den Besuchern interessant werden. Am letzten Messetag sollten die Milchwirtschaftler im Drinktec-Forum vorbeischauen. Auf dem Programm stehen zahlreiche Vorträge rund um das Thema Milch und flüssige Nahrungsmittel.
  • Special Area New Beverage Concepts: Ein absolutes Muss für Produktentwickler und Marketingexperten von Brau- bzw. AfG-Konzernen sowie KMUs, Molkereien und Flüssig-Nahrungsmittelherstellern ist die „Special Area New Beverage Concepts" in Halle B1. Auf diesem interaktiven Marktplatz werden unter anderem neue Süßungs-, Farbstoff- und Aromastrategien vorgestellt und von den entsprechenden Herstellern erläutert.
  • Beverage Innovation Awards: Wie bereits vor vier Jahren, so werden auch 2013 im Rahmen der Drinktec die Beverage Innovation Awards vergeben. Der Drinktec Partner FoodBev.com hat sechs Kategorien (Drinks, Brands and Business, Ingredients, Packaging, Sustainability, Marketing and Communication) ausgeschrieben, in denen es 27 Preise zu gewinnen gibt. Hersteller oder Zulieferer aus der Getränke- und Liquid-Food-Industrie können sich noch bis zum 19. Juli mit entsprechenden innovativen Produkten oder Ideen bewerben.

 

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