Technik - Auto-ID-Lösungen

Heute schon an morgen denken

neue verpackung: Frau Mayer, der Markt befindet sich im Wandel. Mit welchen Anforderungen ist Ihrer Meinung nach die Verpackungsindustrie momentan am stärksten konfrontiert?
Sabine Mayer: Was die Verpackungsmaschinen betrifft, so steigt die Nachfrage glücklicherweise wieder seit 2010. Wichtigster Wachstumsfaktor ist und bleibt dabei der Export. Das bedeutet stärkere Globalisierung, höhere Investitionen und verschärfter Wettbewerb vor dem Hintergrund, dass Kunden mehr Leistung und bessere Technik zu niedrigeren Preisen, aber mit höherer Flexibilität fordern. Der steigende Automatisierungsgrad - etwa durch den Einsatz zuverlässiger Pick-and-Place-Roboter in modernen Endverpackungslinien - ist zum Beispiel ein probates Mittel zur zwingend notwendigen Effizienzsteigerung und damit zur Kostensenkung.

Das Gleiche gilt bei der Produktkennzeichnung, die sinnvollerweise direkt in die Produktionsprozesse eingebunden wird und bei großen Stückzahlen ohnehin nur noch automatisiert bewältigt werden kann. Die Internationalisierung löst sowohl auf Hersteller- wie auf Kundenseite eine Kettenreaktion aus: Die Anzahl der Beteiligten innerhalb der Supply Chain steigt ebenso wie der Informationsgehalt der verwendeten Barcodes - und immer mehr Daten müssen unternehmens-, system- sowie grenzübergreifend in immer kürzerer Zeit, am besten in Echtzeit, den jeweiligen Partnern zur Verfügung stehen. Dies gelingt nur mit global gültigen Identifikations- und Transaktionsstandards, die von allen Beteiligten konsequent genutzt werden. Da ist der gute, alte Barcode sicher am besten aufgestellt, denn er entwickelt sich stetig mit den Anforderungen weiter - vom einfachen Strichcode bis hin zum zweidimensionalen Data-Matrix oder dem QR-Code, mit dem sich via Smartphone schnell und einfach die wichtigen Informationen abrufen lassen. Kurzum: Der Blick muss sich auf die Prozesse im Unternehmen und auf die gesamte Supply Chain richten, wobei alle Optimierungspotenziale ausgeschöpft werden sollten.

neue verpackung: Sehen Sie auch Handlungsbedarf beim Thema Verpackungsmaterial?
Sabine Mayer: Ja sicher. Nehmen wir nur einmal die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die in hohem Maße betroffen ist und die übrigens auch als einer der größten Abnehmer von Verpackungsmaschinen gilt. Die Nachfrage in diesem Markt steigt in den kommenden Jahren dynamisch aus verschiedenen Gründen: Erstens müssen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung immer mehr Lebensmittel produziert werden. Zudem hält der Trend zu Convenience-Produkten und kleineren Packungsgrößen infolge veränderter Haushaltsstrukturen unvermindert an. Und drittens müssen die Bedürfnisse der Verbraucher immer wieder neu geweckt werden - durch eine schier unüberschaubare Variantenvielfalt, schnellere Innovationszyklen sowie Produktions- und Reaktionszeiten, attraktivere oder neue, funktionale Verpackungen, etwa für Best Ager. Glaubt man Statistiken, so werden schon in knapp 30 Jahren mehr als ein Drittel aller Verpackungen von Senioren gekauft.

Und auch hier spielt Auto-ID eine zentrale Rolle, wobei Hersteller wie wir adäquate Lösungen anbieten, etwa hochleistungsfähige und vielseitig einsetzbare Industriedrucker mit robustem Aluminiumgehäuse wie die neue Thermotransferdruckerserie TTP-2410M Pro oder der kompakte ME240, die sich dank moderner Schnittstellen perfekt in bestehende IT-Strukturen einbinden lassen. Die aber auch die in der Lebensmittelindustrie geforderten hygienischen Bestimmungen erfüllen und die schnellen und dabei zunehmenden Produkt- und Formatwechsel bei sinkenden Losgrößen, also auch kleineren Stückzahlen, problemlos bewältigen. Oder auch portable Geräte wie der gerade erst gelaunchte Alpha-4L, der für den professionellen Etikettendruck unterwegs, im Lager oder im Handel gedacht ist. Flexibilität, Schnelligkeit und Mobilität sind heute und auch morgen die ausschlaggebenden Faktoren - und das gilt für alle Bereiche.

neue verpackung: Besitzt das Thema Industrie 4.0 schon Relevanz für TSC als Hersteller von Thermodruckern aller Größenklassen oder ist das eher ein Thema für die RFID-Technologie in Bezug auf intelligente Produkte und sich selbst regulierende Prozesse?
Sabine Mayer: Sieht man einmal davon ab, dass gerade ein richtiger „Hype" um Industrie 4.0 entsteht, so ist die Entwicklung - gleich, wie man sie nun nennt - wohl kaum aufzuhalten. Die Vernetzung der Funktionsbereiche ist bereits in vollem Gange, die Produkte tragen immer mehr Informationen mit sich, die Automatisierung schreitet rasch voran, die Prozesse werden intelligenter gesteuert und der Mensch wird sich innerhalb dieser Systeme mit neuen Aufgaben konfrontiert sehen.

Barcode und Etikettendrucker werden dabei aber auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, denn sie beschleunigen die Kennzeichnungsprozesse, sorgen für fehlerfrei lesbare Informationen während des gesamten Lebenszyklus eines Produktes, garantieren die Transparenz über die gesamte Versorgungskette und erfüllen eine zentrale Funktion im Datennetz. Informationen in Form verschlüsselter Codes über das Produkt, die Produktbestandteile, den Hersteller oder den Transportweg beispielsweise werden schon während des Produktionsprozesses oder natürlich beim Wareneingang durch Scanner beziehungsweise Imager von den Etiketten gelesen und gelangen so in das ERP-System eines Unternehmens. Dort werden diese Daten erfasst, intern vernetzt und auch anderen Geschäftspartnern zur Verfügung gestellt - denken Sie nur an elektronische Artikelkataloge und Beschaffungssysteme im Einkauf, die direkt auf solchen Bestandsdaten basieren. Bei der Kommissionierung, beim Warenausgang im Lager oder bei der Produktauszeichnung im Handel gelangen solche Informationen wiederum als neue Druckdaten auf ein anderes Etikett. Ein höchst effizienter Kreislauf, der sich künftig noch intensivieren wird und der mit intelligenten Drucksystemen realisierbar ist, die wiederum mit starken Prozessoren, hohen Speicherkapazitäten und modernen Schnittstellen ausgestattet sein müssen.

Und um den zweiten Teil Ihrer Frage auch zu beantworten: RFID wird hier sicherlich einen kräftigen Schub erfahren, gerade mit Blick auf intelligente Produkte, die genau wissen, was sie sind, woher sie kommen und wohin sie sollen. Aber eines konnten wir bisher auch feststellen: Das, was bereits vor vielen Jahren in Bezug auf die RFID-Technologie prognostiziert wurde, hat sich bis heute noch nicht bewahrheitet. In weiten Teilen der Industrie sind meist aus Kosten- wie auch aus strukturellen Gründen Barcode und Etikettendruck vorherrschend und absolut ausreichend. RFID kommt dort zum Einsatz, wo es um sehr werthaltige oder kritische Produkte geht, wo Sicherheitsaspekte wie Marken- oder Konsumentenschutz vorherrschen, zusätzliche Informationen wie etwa Temperaturführung bei Lebensmitteln von-nöten sind oder beispielsweise Chargen, die aus vielen kleinen Bestandteilen bestehen, nicht einzeln gekennzeichnet oder erfasst werden können.

neue verpackung: „Mass Customization" ist ein neues Phänomen, das auf die Verpackungsindustrie zukommt beziehungsweise sie bereits erreicht hat. Sehen Sie in dieser, salopp ausgedrückt, massentauglichen Individualisierung von Produkten im Consumer- beziehungsweise Endkundenbereich eine Chance für TSC Auto ID?
Sabine Mayer: Absolut. Wir stellen uns gerade verstärkt auf solche Herausforderungen ein. Mit einem italienischen Partner entwickelten wir kürzlich unter Verwendung der TSC-Druckerserien TTP-225 und TTP-245C eine Kennzeichnungslösung, mit der sich im Stand-Alone-Betrieb direkt vor Ort sehr schnell bis zu 51 mm breite Bänder aus Stoff, Folie oder Kunststoff individuell und farbig mit personalisiertem Text, Logo, Werbeslogan oder Grafiken bedrucken lassen. Für den Handel, etwa Juweliere, Parfümerien oder Geschenke-Shops, die nicht ihre kompletten Prozesse umstellen wollen, ist diese Lösung, die natürlich auch im Gesundheitswesen oder bei der Einlasskontrolle von Events zum Einsatz kommt, besonders interessant.

Für die steigende Nachfrage nach individualisierten Produkten am POS von Coffee Shops oder bei der Getränke- bzw. Essensausgabe in Kantinen oder Gesundheitseinrichtungen haben wir ebenfalls passende Konzepte im Angebot. TSCs kompakter Thermodirektdrucker TDP-225 zum Beispiel lässt sich dank eines internen Adapters leicht in Netzwerke integrieren und mit optionaler Tastatur sowie LC-Display als Einzelplatzlösung auch bei beengten Platzverhältnissen an der Theke einsetzen. Bei der Bestellung einer individuell zusammengestellten Mahlzeit oder eines speziellen Getränks erzeugt der Mitarbeiter direkt die Etiketten mit den passenden Inhaltsstoffen und allen Informationen, die den Verkauf attraktiver und den Kunden zufriedener machen. Anhand dieses Etiketts, das sofort auf den Becher oder die Box geklebt wird, weiß der Kollege an der Ausgabestation genau, was er zu tun hat. Abgesehen von der Beschleunigung von Abläufen sowie der Reduzierung von Fehler- und auch Reklamationsquoten bringt dieses System vor allem eins: Sicherheit und Transparenz für den verarbeitenden Betrieb wie auch für den Endverbraucher, dessen Zufriedenheit mit dem richtigen Produkt in der Hand und dank kurzer Wartezeiten deutlich steigt, während der Stressfaktor beim bedienenden Personal analog dazu sinkt.

Sie sehen also, TSC Auto ID orientiert sich tatsächlich an den Markt- und Kundenbedürfnissen und ist für eine erfolgreiche Zukunft bestens gerüstet. Davon profitieren unsere Kunden in hohem Maße - jetzt und auch in den kommenden Jahren.

Über Sabine Mayer
Sabine Mayer ist bei TSC Auto ID verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der gesamten Region EMEA. Von Anfang an, seit 2007, wirkte sie bei der Strukturierung der europäischen Niederlassung des taiwanesischen Druckerherstellers mit und war zuerst zuständig für die Bereiche Customer Service, Einkauf und Backup, ehe sie dann aufgrund ihrer umfassenden Markt-, Produkt- und Sprachkenntnisse (Deutsch, Englisch, Französisch) die Bereiche Marketing und PR zuerst für D-A-CH, später für UK, Frankreich, Italien, Spanien und Russland strukturierte. Vor TSC war sie knapp zehn Jahre bei einem Softwareunternehmen tätig. In München ist die studierte Kommunikationswissenschaftlerin seit 1988 heimisch. Sie verfügt über pro-funde Marktkenntnisse in den Bereichen Auto ID, Software, Verpackung und Intralogistik und ist in der Branche sehr gut vernetzt.

Über die Firma
TSC Auto ID Technology EMEA GmbH
Zorneding
Newsletter

Das Neueste von
neue verpackung direkt in Ihren Posteingang!