Markt - Automatisieren

Lenze baut Produkt-Portfolio weiter aus

In einem anspruchsvollen Marktumfeld, so Dr. Tellbüscher, verzeichnete die Lenze SE im Geschäftsjahr 2012/2013 (1. Mai 2012 bis 30. April 2013) eine Umsatzsteigerung von 576,9 (Vorjahr) auf 587,8 Millionen Euro. Maßgeblich bedingt durch Zukunftsinvestitionen in Produktportfolio, Vertriebsorganisation und Infrastruktur sei das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 39,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 30,5 Millionen Euro gesunken. Das Ergebnis nach Steuern liegt nach Aussagen des Vorstandsvorsitzenden bei 18,0 Millionen Euro (Vorjahr: 27,2 Millionen Euro). Lenze hat seine Investitionen in Forschung und Entwicklung auf hohem Niveau fortgesetzt: Die Mitarbeiterkapazitäten in der Entwicklung wurden gegenüber dem Vorjahr um ca. 10,5 Prozent erhöht. Dazu Dr. Tellbüscher: „Wir sind sicher, dass unsere neuen Produkte sowie der weitere konsequente Ausbau unseres Produkt-Portfolios dazu beitragen werden, unsere gute Marktposition und Stabilität langfristig zu halten."

„Effizientes Engineering wird für den Maschinen- und Anlagenbauer auf der ganzen Welt zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Hierbei leistet Lenze einen wesentlichen Beitrag", erklärt Dr. Erhard Tellbüscher. Er zeigt sich erfreut über die Neuentwicklungen der Lenze-Gruppe: wie zum Beispiel wiederverwendbare Software-Bausteine und ein Applikation-Template - Lenze Fast genannt -, die dem Kunden maximale Standardisierung bei der Entwicklung von Maschinensoftware bieten. Mit diesen vorgefertigten und getesteten Funktions- und Technologiemodulen gelingt dem Anwender die Programmierung seiner Steuerungssoftware besonders schnell und einfach. Eine weitere Neuentwicklung, die die Branche bewegt, ist der Lenze Smart Motor, der speziell auf die Anforderungen in der horizontalen Fördertechnik zugeschnitten ist. Mit ihm ist es Lenze gelungen, die Einfachheit eines Netzmotors mit den technischen Vorteilen einer elektronischen Steuerung zu kombinieren. Die Drehzahl des Motors ist frei einstellbar. Der Kunde hat dadurch den Vorteil, die Variantenvielfalt bei den Antrieben um bis zu 70 Prozent zu reduzieren und damit beispielsweise seine Lagerhaltungskosten drastisch verringern zu können. Die einfache Handhabung stand auch hier, wie bei allen Lenze-Produkten, im Vordergrund, eine Ausprägung des „Easy to Use"-Ansatzes ist die bequeme Bedienung des Motors via RFID per Smartphone.

Die Lenze-Gruppe hat ihre Internationalisierung des Bereichs Forschung und Entwicklung konsequent weitergeführt: Die Zusammenarbeit der Entwicklungsteams in Deutschland, der Schweiz, den USA, in Indien und China wurde durch die Etablierung vereinheitlichter Prozesse und Entwicklungs-
werkzeuge gefördert. „Die mit den Trend-Themen Energieeffizienz, Elektromobilität und der sogenannten vierten industriellen Revolution verbundenen Herausforderungen prägten die Fortführung unserer Zusammenarbeit mit externen Partnern", unterstreicht Dr. Tellbüscher. So engagierte sich Lenze insbesondere im Spitzencluster „Intelligente technische Systeme" (it´s OWL) sowie in der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), um mit Partnern gemeinsam die Antriebs- und Automati-
sierungslösungen der nächsten Generationen zu entwickeln.

 

Fragen an Dr. Thomas Cord, Lenze Automation

neue verpackung: Der Markt fordert die Vernetzung von Maschinen in einer intelligenten Produktion. Was steckt dahinter?
Dr. Thomas Cord: In der Konsumgüterindustrie vollzieht sich durch die Individualisierung der Produkte und kleinere Losgrößen ein nachhaltiger Wandel. Jahrzehntelang waren Verpackungsmaschinen autarke Einzelsysteme, die weder miteinander vernetzt noch in die IT-Infrastruktur der Anwender integriert waren. Bereits seit einigen Jahren ist ein Trend zu intelligenten Maschinen zu verzeichnen, die in komplexen Verpackungslinien betrieben werden. Heute streben die Produktionsunternehmen die Anbindung ihrer Verpackungsanlagen an ERP- und MES-Systeme an. Bei dieser vertikalen Integration werden Informationen der Planungsebene und prozessnahe Daten integriert. Ein durchgängiger Datenfluss zwischen der Planungs- und der Produktionsebene eines Unternehmens entscheidet künftig über Effizienz und Wettbewerbsstärke und ist der Schlüssel für die Umsetzung moderner Produktions- und Logistikkonzepte, wie E-Business.

neue verpackung: Packaging 4.0 - wie sieht das Ihrer Meinung nach aus?
Dr. Thomas Cord: Der wesentliche Paradigmenwechsel, den wir derzeit beobachten können, ist eine Abkehr von starren, zentralen Fertigungssteuerungssystemen hin zu einer dezentralen Selbstorganisation. Zukünftige Produktionseinrichtungen werden agil sein, das heißt sie arbeiten autonom und selbstorganisierend. Sowohl die Planungssysteme als auch das Produktionsequipment werden sich selbst konfigurieren. Aber auch die Produkte von morgen werden Intelligenz aufweisen. Grundlage hierfür ist die Fähigkeit der einzelnen Komponenten, miteinander zu kommunizieren und Informationen auszutauschen. Die Produktion wird durch die Vernetzung wesentlich flexibler. Der Datenaustausch zwischen Maschinen, Produkten und Werkstücken ermöglicht es der Fertigungsplanung, schnell auf sich ändernde Anforderungen zu reagieren. Entscheidend ist dabei die Automatisierungstechnik der Maschinen, denn in der Maschinensteuerung werden die unterschiedlichsten Informationen gesammelt und der virtuellen Datenwelt zur Verfügung gestellt. Die Maschinensteuerung wird sozusagen zum Herz der Packaging 4.0.

neue verpackung: Was bedeuten aus Lenze-Sicht Modularisierung und Standardisierung der Maschinensoftware für den Endanwender?
Dr. Thomas Cord: Die Modularisierung von Maschinen wird künftig eine immer größere Rolle spielen, um die vielfältigen Anforderungen des Marktes effizient umsetzen zu können und gleichzeitig die Engineeringzeiten und -kosten im Griff zu behalten. In den vergangenen Jahren haben wir intensiv in die Entwicklung standardisierter Software für modulare Verpackungsmaschinen investiert. Als Steuerungshersteller müssen wir heute verstärkt als Softwareanbieter agieren und neben unserer Hardware auch Softwaremodule vermarkten. Für Lenze als Hersteller kompletter Automatisierungssysteme bieten sich durch diesen Paradigmenwechsel ungeheuer große Chancen: Denn unser Portfolio erlaubt es uns, Steuerungs- und Bewegungsfunktionen ganzheitlich zu betrachten und ein auf autonome, sich selbstorganisierende Maschinen optimal abgestimmtes Gesamtsystem anzubieten. Der Anwender bekommt von uns - trotz steigender Komplexität - eine einfache Lösung.

neue verpackung: Durchgängiges Engineering - was verstehen Sie darunter?
Dr. Thomas Cord: Aufgrund der zunehmenden technischen Komplexität der Maschinenautomatisierung wünschen sich die Entwickler und Konstrukteure der Maschinenbauer heute einen starken Partner. Unser Ziel ist es dabei, den Maschinenbauer entlang des gesamten Lebenszyklus einer Maschine zu unterstützen - durch unser Know-how und unsere langjährige Applikationserfahrung in der Automatisierung können wir entsprechende Engineering- und Service-Dienstleistungen anbieten. Nicht zuletzt unterstützen auch unsere Engineering-Tools die Anwender in einem mechatronischen Entwicklungsprozess von der Konzeption einer Maschine, über die Programmierung und Inbetriebnahme bis hin zum Service der Maschine beim Endanwender.

 

Über die Firma
Lenze SE
Hameln
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