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In vielen Bereichen ein Vorreiter

Milwaukee ist die größte Stadt im US-amerikanischen Bundesstaat Wisconsin. Die Großbrauereien Pabst, Schlitz, Stroh und Miller haben ihr den Ruf der amerikanischen Bierhauptstadt eingetragen. „Da liegt es förmlich auf der Hand, dass Milwaukee auch ein guter Ort für eine Craft Brauerei ist", meint Russ Klisch, Inhaber der Lakefront Brauerei. Der Spaß am Brauen und am Entdecken immer neuer Bier-Varianten macht die Lakefront Brauerei so erfolgreich, glaubt Klisch. Damit Klisch der in den letzten Jahren besonders stark gewachsenen Nachfrage nach seinen Bierqualitäten auch in Zukunft nachkommen kann, investierte er erst kürzlich in den KHS-Füller Innofill Glass Micro. Klisch: „Wir orderten hier das zweite Exemplar weltweit, weil wir wussten, dass KHS bei Füllern im hohen Leistungsbereich führend ist, beste Fülltechnologie anbietet und das Know-how aus Hochleistungs-Lösungen für die Entwicklung des im kleineren Leistungsbereich arbeitenden Innofill Glass Micro in vollem Umfang nutzt. Mit unserer Entscheidung sind wir höchst zufrieden. Der Füller läuft seit seiner Installation bestens und unser Labor bestätigt uns hervorragende Füllergebnisse."

Zwei Brüder brauen „um die Wette"
Dass es die Lakefront Brauerei heute gibt, ist im Grunde genommen dem Bruder von Russ Klisch, Jim Klisch, zu verdanken. Er wünschte sich im Jahr 1981 zu seinem Geburtstag ein Buch über das Bierbrauen. Dann braute er als erstes Bier ein Amber Lager, das - so Russ Klisch - „gar nicht einmal schlecht schmeckte." Der Ehrgeiz von Russ Klisch war geweckt. Er wollte es dem Bruder nicht nur gleichtun, er wollte es anders und besser machen. So studierte auch er das Buch „Homebrewing" und stellte als erstes Bier ein Pilsner her. Den Klisch Brüdern machte das Bierbrauen viel Spaß, sie brauten gemeinsam weiter, probierten unterschiedlichste Rezepturen aus, nahmen an zahlreichen regionalen und nationalen Wettbewerben für Hausgebrautes teil und erhielten viele Auszeichnungen.

1985 war beiden klar, dass sie nicht länger nur für sich und ihren großen Freundeskreis brauen wollten. Die Gründung einer Kleinbrauerei wurde geplant. 1987 mieteten sie eine ehemalige Bäckerei, gestalteten sie zu einer Brauerei um und verkauften am 2. Dezember 1987 ihr erstes Barrel Bier an einen der Brauerei nächstgelegenen Pub. Da beide Brüder Festanstellungen hatten, brauten sie am Wochenende und lieferten Selbstgebrautes an den Abenden unter der Woche persönlich aus. Der Bierabsatz stieg permanent. Russ Klisch entschied sich daher 1995 dafür, sich ganz der Brauerei zu widmen. 1998 lag der Verkauf bereits bei 3.000 Barrel Bier. Das Platzangebot in der ehemaligen Bäckerei war ausgeschöpft. Die Suche nach einer neuen Location begann. Da kam die Stadt Milwaukee zu Hilfe. Sie verkaufte den Brüdern ein direkt am Milwaukee River gelegenes ehemaliges Elektrizitätswerk für einen symbolischen Preis. Grund: Das bislang brach liegende Gebäude sollte ebenso belebt werden wie die Gegend am Fluss.

Bis 2006 erreichte Lakefront die Absatzschwelle von 6.000 Barrel. Seither geht es mit den Verkaufszahlen noch steiler bergauf. 2013 sind um die 40.000 Barrel geplant. Russ Klisch, alleiniger Inhaber der Brauerei, seit sein Bruder ihm 2001 seine Brauereianteile verkaufte: „Das enorme Absatzwachstum verdanken wir zum einen unserer hohen Bierqualität und unserem Vordenkertum. Zum anderen steigt das Interesse der Verbraucher in den USA an Craft Bieren in nahezu atemberaubender Geschwindigkeit."

Glutenfreies Bier
Unter den Craft Brauereien agierte Lakefront des
Öfteren als ein Vorreiter und Innovator. Als die bedeutendste Innovation in der Brauereigeschichte bezeichnet Klisch das im Jahr 2006 kreierte und erste staatlich anerkannte glutenfreie Bier namens New Grist. Statt Malz werden für New Grist Reis und Hirse verwendet. New Grist ist bei Lakefront mit 13.000 Barrel jährlich mittlerweile zur absatzstärksten Biermarke geworden.

Auch im Bereich der Frucht- und Kürbisbiere agierte die Lakefront Brauerei als ein Vorreiter. So braute sie als erste in den USA seit Ende der Prohibition ein Fruchtbier und war die zweite Brauerei im Land, die sich an ein Kürbisbier wagte. Ebenfalls von besonderem Interesse: 1996 brachte Lakefront das erste zertifizierte US-Biobier namens Organic ESB (Extra Special Bitter) auf den Markt. 2005 überzeugte die Brauerei lokale Farmer davon, wieder Hopfen und Gerste in Wisconsin anzubauen. 2009 startete Lakefront die Produktion der Biermarke Local Acre und damit die Herstellung der ersten Biermarke seit Ende der Prohibition, die 100 Prozent Hopfen und Malz aus Wisconsin enthält. 2012 ein weiterer wesentlicher Schritt in diesem Zusammenhang: die Produktion von Wisconsinite, dem ersten Bier Nordamerikas, für das sich zu regionalem Hopfen und Malz auch regionale Hefe im Einsatz befindet.

Sortiment von mehr als 20 verschiedenen Bieren
Insgesamt produziert die Lakefront Brauerei heute jährlich mehr als 20 verschiedene Biervarianten. Darunter permanent im Sortiment befindliche Klassiker, Jahreszeitenbiere wie Oktoberfest, Pumpkin, Wisconsinite, Maibock und Spezialitäten, die jährlich nur ein einziges Mal gebraut werden. 80 Prozent des Lakefront-Absatzes gehen auf das Konto von vier Klassikern. Neben New Grist sind dies das Amber Lager Riverwest Stein, das Indian Pale Ale Lakefront und das Ale Fixed Gear. Was einmalige Spezialitäten angeht, kommt hier unter anderem die Idee „My Turn" bei Konsumenten und Mitarbeitern hervorragend an. Im Rahmen dieser Aktion können Mitarbeiter ihr Bier der Wahl selber kreieren und herstellen. Dabei sind Ideen keine Grenzen gesetzt. So war eine der jüngsten Kreationen beispielsweise ein mit Ahornsirup versetzter Doppelbock. Klisch: „Die Möglichkeit zur Produktion eines eigenen Bieres motiviert unsere Mitarbeiter enorm. Wer hier als nächstes an der Reihe ist, bestimmt stets die Dauer der Betriebszugehörigkeit."

In 35 US-Staaten präsent
Mit einem Absatzanteil von 60 Prozent ist Wisconsin für die Lakefront Brauerei nach wie vor der stärkste Markt. Gefolgt von Illinois und Minnesota. Insgesamt gesehen distribuiert die Brauerei heute in 35 US-Staaten. Wobei außerhalb von Wisconsin vor allem New Grist der Renner ist. Das gilt auch für die Exportaktivitäten. Höchst präsent ist das Unternehmen hier insbesondere in Kanada. Des Weiteren gehen Lakefront-Bierqualitäten derzeit nach Australien, Japan und Südkorea.

Klisch: „Unser Ziel ist es, alle 50 US-Staaten mit Lakefront-Bieren zu versorgen und gleichzeitig die Aktivitäten im Exportbereich zu verstärken. Das ließ sich bislang vor allem deshalb nicht realisieren, weil wir in unseren Stamm-Märkten permanent weiter wuchsen und uns die Füllkapazitäten für ein noch größeres Angebot fehlten. Mit dem KHS-Füllsystem Innofill Glass Micro verwirklichten wir einen entscheidenden Schritt in Richtung Kapazitätsausbau. Ein nächster wird die Erweiterung unseres Brauhauses sein. Zudem denken wir darüber nach, über kurz oder lang eine weitere Braustätte in der Nähe unseres jetzigen Standortes zu errichten."

Leistung bis zu 17.000 Flaschen/h
Mit dem Innofill Glass Micro realisiert die Lakefront Brauerei Abfüll-Leistungen von bis zu 17.000 Flaschen/h. Befüllt werden hier 12- und 22-Unzen-Longneck-Flaschen (entspricht 0,355- und 0,65-Liter-Longneck-Flaschen). Generell dürfen Flaschenvarianten beim Innofill Glass Micro zwischen 0,1 und 3 Liter variieren. Das lässt für die Zukunft eine große Flexibilität zu, die noch weiter geht: Auch die Abfüllung von kohlensäurehaltigen alkoholfreien Getränken in Glas- und Aluminiumflaschen ist mit dem Füllsystem möglich.

Der Innofill Glass Micro ist bei der Lakefront Brauerei mit einem Einkanal-Rinser und einem Kronkorken-Verschließer geblockt. Innerhalb des Systems gelangen - wie für den Innofill Glass Micro generell so gegeben - zahlreiche Bauelemente zum Einsatz, die KHS auch im Hochleistungsbereich verwendet. Darunter beispielsweise Rinsstationen, Hubelemente, Füllventile und Verschließelemente. Klisch: „Unserer Meinung nach ging KHS mit der Entwicklung dieses Micro-Füllers einen richtigen Schritt. Viele Craft Brauereien wünschen sich heute ein verlässliches Füllsystem, das den sauerstoffarmen Abfüllprozess sicherstellt und das gleichzeitig über eine Langzeitstabilität und hohe Lebensdauer verfügt. Wir freuen uns darüber, dass wir bereits als zweite Kleinbrauerei weltweit von dieser Innovation profitieren können. Auch weil wir wissen, dass KHS ein Technologieführer bei Abfüll- und Verpackungstechnik ist und selbst die größten Brauereien weltweit auf KHS-Technik setzen."

Bewährtes Füllsystem DPG-ZMS im Einsatz
Beim Innofill Glass Micro erfolgt die Produkt-, Gas- und CIP-Medienzuführung unter Einsatz von aseptischen Dichtungen, Membranen und Faltenbälgen, die keine Möglichkeit für Ablagerungen und Biofilmbildung zulassen. Gefüllt wird mit dem bewährten rechnergesteuerten Einkammer-Füllsystem DPG-ZMS. Dreifaches Vorevakuieren und zweifache CO2-Spülung gehen dem Vorspannprozess mit Inertgas bei der Bierabfüllung voraus. Der Füllvorgang startet, sobald ein Druckausgleich zwischen Ringkessel und Flasche hergestellt ist. Das Produkt wird an die Flascheninnenwand geleitet. Wird das Rückgasrohr durch das aufsteigende Getränk verschlossen, ist die Füllphase beendet und der Ventilsitz schließt sich pneumatisch. Vor- und Restentlasten folgen. Ergebnis ist neben der hohen Füllqualität die exakte Füllhöhengenauigkeit.

Dank des KHS-Verfahrens der zweifachen Mengenspülung ergibt sich ein äußerst sauerstoffarmer Abfüllprozess und mit gerade einmal 230 bis 250 Gramm pro Hektoliter ein minimaler CO2-Verbrauch. Äußerst vorteilhaft zeigt sich die beim Innofill Glass Micro praktizierte Doppelventilsteuerung. Hier sind jeweils zwei Füllventile zu einer Prozesseinheit zusammengefasst. Das verringert die Komplexität und Teileanzahl des Füllsystems erheblich, ohne die Qualität der Abfüllergebnisse zu beeinträchtigen. Weniger Teile sorgen hier nicht nur für verringerte Betriebskosten, sondern auch für einen deutlich reduzierten Instandhaltungsaufwand.

Einfacher Umrüstprozess
Bei der Vielzahl an abzufüllenden Biervarianten für die Lakefront Brauerei äußerst positiv: Die für den jeweiligen Abfüllprozess vorgesehenen Füllparameter lassen sich beim Innofill Glass Micro anhand des Sortenspeichers einfach am Bedienpanel auswählen. Das beinhaltet den zügigen und vor allem sehr genauen Umstellprozess. So ist der Füller für jedes Produkt exakt so eingestellt als wäre er ausschließlich hierfür gebaut. An Umstellarbeiten fällt bei einem Flaschenwechsel ausschließlich der Austausch der Rückgasrohre an. Hier sorgt ein Schnellwechselmechanismus für die zügige Wiederaufnahme der Produktion. Die Einstellung auf unterschiedliche Flaschenhöhen erfolgt durch die automatische Höhenverstellung des Füllerkarussells.

Für die Zukunft umfassendes Wachstum geplant
Für die Zukunft wünscht sich Klisch vor allem, dass er die wachsende Nachfrage nach Lakefront-Bierqualitäten bestens bedienen kann. Die Pläne gehen in Richtung Brauereineubau und Nutzung der bisherigen Braustätte als Touristenmagnet und Spezialitätenbrauerei. Ist dies realisiert, hält es Klisch durchaus für möglich, dass die derzeit auf Rang 63 unter den US-Craft Brauereien befindliche Lakefront Brauerei in fünf Jahren unter den Top 50 steht, bei 100.000 Barrel Absatz angelangt ist, alle 50 Staaten in den USA mit ihren Bieren versorgt und Exportaktivitäten weiter ausgebaut hat. Innovative KHS-Technik wird auch künftig die hochgesteckten Ziele unterstützen und laut Klisch „ein bedeutendes technisches Highlight der Lakefront Brauerei darstellen."


Für Sie entscheidend
Craft Brauereien sind USA-weit „in"
Laut Brewers Association verbuchten Craft Brauereien allein im Jahr 2012 ein Absatzplus von 15 Prozent. Damit vereinten sie 6,5 Prozent der US-Bierverkäufe und 10,2 Prozent des US-Bierumsatzes auf sich. Im ersten Halbjahr 2013 stiegen Absatzzahlen um weitere 13 Prozent und erreichten 7,3 Millionen Barrel. Gemäß Brewers Association gibt es in den USA mehr als 2.538 Brauereien, darunter 2.483 Craft Brauereien (Stand Juli 2013). Das bedeutet, dass nach Anzahl der Brauereien betrachtet 98 Prozent aller US-Brauereien Craft Brauereien sind.

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