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Save Food: Beim Mindesthaltbarkeitsdatum genau hinschauen

Kaum eine Angabe wird so oft missverstanden wie dieses Datum. In den Augen der meisten Verbraucher entscheidet es darüber, ob ein Nahrungsmittel als genießbar gelten kann oder nicht. Es handelt sich beim Mindesthaltbarkeitsdatum aber lediglich um den Zeitpunkt, bis zu dem das entsprechende Nahrungsmittel bei sachgerechter Lagerung seine ursprünglichen Eigenschaften bewahrt.

Das bedeutet: Farbe, Konsistenz und maximale Wirkung der Inhaltstoffe sind bis zu diesem Tag garantiert so, wie sie bei der Produktion waren. Allerdings sagt die Zahl nichts darüber aus, ob das Nahrungsmittel auch über den Stichtag hinaus noch bedenkenlos essbar ist. Und das ist es in den meisten Fällen. Beim Mindesthaltbarkeitsdatum handelt es sich also keineswegs um ein Verfall- oder Verbrauchsdatum.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist gesetzlich vorgeschrieben, wird aber im Einzelfall vom Hersteller festgelegt und kann daher – bei gleichen Nahrungsmitteln – durchaus variieren, das Nahrungsmittel also früher oder später „ablaufen“. Wie lange Joghurt & Co. danach noch problemlos genießbar sind, muss im Endeffekt jeder Verbraucher für sich entscheiden.

Es gibt aber einige Faustregeln: So hält sich Schnittkäse ungeöffnet noch zwei Wochen nach Mindesthaltbarkeitsdatums-Ablauf, Hartkäse sogar über ein Jahr. Frischmilch kann eine Woche zusätzlich im Kühlschrank gelagert werden, H-Milch mehrere Wochen. Wurst bleibt immerhin zwei bis drei Tage im ungeöffneten Zustand einwandfrei. Ein echter Dauerläufer ist Marmelade: Sie hält sich noch mehrere Jahre nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Wer genau hinschaut und seine Sinne entscheiden lässt, kann so erheblich zur Vermeidung von Nahrungsmittelverlust beitragen, denn immer noch geht weltweit rund ein Drittel sämtlicher produzierter Nahrungsmittel durch Verlust oder Verschwendung verloren.

Eine noch größere Gewissheit hierbei ermöglichen intelligente Verpackungssysteme und stellen somit eine sinnvolle Alternative zum Mindesthaltbarkeitsdatum dar. Smart Packaging-Lösungen etwa in Form von Zeit-Temperatur-Indikatoren können jederzeit über den Frischezustand des Produktes informieren und dem Verbraucher Unterbrechungen der Kühlkette signalisieren. Der Einsatz in Verpackungen von Folien, die auf Stoffwechselprodukte mit einem Farbwechsel reagieren, sobald die verpackten Produkte verderben, ist hierfür ein weiteres Beispiel.

Die gesamte Problematik von Nahrungsmittelverlusten und -verschwendung stehen vom 7. bis zum 8. Mai auf der Tagesordnung des zweiten internationalen Save-Food-Kongress in Düsseldorf. Die Interpack als internationale Leitmesse für die Verpackungsbranche und die verwandte Prozessindustrie stellt hierfür eine Plattform dar, um Branchenexperten aus Unternehmen und Verbänden mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft zusammenzubringen.

(mns)

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Düsseldorf
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