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Interview mit Torben Aarris Späth, Managing Director bei Promens Stilling

Verpackung mit Einsparpotenzial

Kombination aus Karton und Kunststoff: Ein Combi-Pac-Becher enthält weniger Kunststoff als ein IML-Becher. Bis zu 60 Prozent Kunststoff lassen sich damit gegenüber anderen Verfahren einsparen. 
(Fotos: Promens)
Kombination aus Karton und Kunststoff: Ein Combi-Pac-Becher enthält weniger Kunststoff als ein IML-Becher. Bis zu 60 Prozent Kunststoff lassen sich damit gegenüber anderen Verfahren einsparen. (Fotos: Promens)
 

neue verpackung: Wenn wir uns die Entwicklung in den Marktsegmenten „Mischstreichfette“ und „Kräuterbutter“ anschauen – welche Schlüsse zieht Promens daraus? Torben Aarris Späth: Im deutschen Markt sehen wir für Mischstreichfette gute Wachstumschancen, da Verbraucher in Deutschland dahin tendieren, diese Form der traditionellen Butter vorzuziehen. Wir haben auch festgestellt, dass die Nachfrage für streichzarte Spezialitäten, wie Kräuterbutter, wächst. Die Verpackungsgröße für diese Produkte ist häufig kleiner, etwa um die 100 g. Dies ist ein zunehmender Trend, in Deutschland wie in Dänemark. Ein anderer Trend ist die Nachfrage nach umweltfreundlichen Lebensmittelverpackungen, da in vielen Ländern immer mehr Haushalte mehr als nur einen Abfalleimer haben – zum Beispiel einen für Restmüll und einen für Papier. Combi-Pac von Promens Stilling A/S, Dänemark, ist die „natürliche“ Antwort, wenn es um Verpackungs-Recycling geht. Der Endverbraucher kann Plastik und Pappe nach dem Gebrauch leicht voneinander trennen und getrennt entsorgen. Der Inverkehrbringer der Verpackung spart Lizenzgebühren beim Grünen Punkt.

neue verpackung: Warum sollten Markenhersteller Verpackungen von Promens beziehen? Torben Aarris Späth: Promens bietet zwei Verpackungstechnologien an, die heute in der Molkereiindustrie am häufigsten vorkommen. Dies ist zum einen das thermogeformte Combi-Pac, zum anderen Inmould-Labelling (IML). Der größte Unterschied dieser beiden Technologien besteht darin, dass für den Combi-Pac-Becher weniger Kunststoff eingesetzt wird, als beim Inmould-Labelling. Es kommt also darauf an, welches Corporate-Social-Responsibility-Profil das Milchprodukt hat und was der Hersteller mit der Verpackung ausdrücken möchte. Viele Molkereien entscheiden sich für Combi-Pac, weil sie beim Engagement für die Umwelt einen Schritt weiter gehen wollen. Beide Technologien verfügen über gute Eigenschaften, was die Licht-Barriere angeht. Bei Combi-Pac wird dies über den Karton um den Becher erreicht, beim IML-Verfahren wird es über das Label erzielt. Beide Technologien erreichen hochauflösende Druckqualität und verstärken damit die Attraktivität des Bechers im Regal. Weil beim IML-Verfahren mehr Kunststoff verwendet wird, fühlt sich die Verpackung fester an als der Combi-Pac-Becher. Dafür fühlt sich ein Combi-Pac-Becher ganz anders an, weil die äußerste Schicht aus Karton besteht.

neue verpackung: Sie bewerben Ihr neues Produkt Combi-Pac, welche Vorteile bringt diese Technologie mit sich? Torben Aarris Späth: Das Combi-Pac-Prinzip kommt seit mehreren Jahren bei Milchprodukten zur Anwendung, wurde aber über die Zeit weiterentwickelt. Heute ist daraus im Vergleich zu den Anfängen eine noch umweltfreundlichere Verpackung geworden. Anfangs war das Combi-Pac-Konzept nur in Skandinavien bekannt, heute benutzen es aber viele Molkereien in Europa. Combi-Pac spart bis zu 60 Prozent Kunststoff gegenüber anderen Verfahren der Becherherstellung ein. Dies wird dadurch ermöglicht, dass die Verpackung innen eine dünne Plastikschicht hat und außen einen Karton, die zusammen eine Einheit ergeben. Ein anderer Vorteil ist, dass Combi-Pac sehr flexibel ist und gleichzeitig einzigartige Barriere-Eigenschaften mit einem exklusiven Aussehen verbindet. Dies macht die Verpackung perfekt für Mischstreichfette und herkömmliche Butter. Den Becher gibt es in vielen Formen und Größen, Kunden haben hierbei verschiedene Auswahlmöglichkeiten für die Dekoration des Deckels. Promens bietet auch individuelle Lösungen, zum Beispiel für „Kopf-über-Anwendungen“. Ein Beispiel für eine kundenspezifische Lösung ist die 100-g-Verpackung für die Milram Frühlings-Kräuter-Butter, die wir zusammen mit DMK Deutsches Milchkontor entwickelt haben. Die Verpackung von Morgen muss noch umweltfreundlicher sein als heute. Combi-Pac ist deshalb an der Spitze der Produktneuentwicklungen, weil es die zukünftigen Anforderungen bereits erfüllt. Die Verpackung könnte aber noch umweltfreundlicher sein. Das hängt ganz vom jeweiligen Lebensmittelhersteller ab. Der Becher könnte aus RPET sein – recycelter Kunststoff – und die Pappe könnte aus recycelter FSC-Pappe gefertigt werden. Natürlich müssen sich Karton und Kunststoff nach Gebrauch leicht voneinander trennen lassen.

neue verpackung: Was werden Sie auf der interpack in Düsseldorf zeigen? Welche Innovationen werden wir zu sehen bekommen? Torben Aarris Späth: Die gesamte Promens-Gruppe wird sich auf der interpack präsentieren und wir werden unsere gesamte Verpackungsproduktpalette aus dem Bereich Food & Beverage mitbringen. Aus der Combi-Master-Serie werden wir beispielsweise den Combi-Round-Cup vorstellen, der wie Combi-Pac eine umweltfreundliche Verpackungslösung ist. Er besteht zu 50 Prozent weniger aus Kunststoff verglichen mit anderen marktüblichen Technologien. Combi-Round eignet sich unter anderem für Joghurt, Desserts, Snacks und Süßigkeiten. Die Verpackung gibt es im Standarddurchmesser  75 und  95 sowie in verschiedenen Höhen. Der geringe Einsatz von Kunststoff reduziert Kosten und CO2. Optional gibt es die Verpackung in der Peel-Variante, das heißt der Verbraucher kann auch hier Karton und Kunststoff voneinander trennen. Bei dieser Verpackung setzen wir nur einen geringen Anteil an Kunststoff kombiniert mit Karton ein. Wir werden außerdem ummantelte Becher sowie Becher mit 8-Farben-Offest-Druck zeigen, Fisch- und Fleisch-Trays aus HDPE, eine 7-Multilayer-Flasche sowie IML-Becher mit Drehverschluss. Diese sind einfach zu benutzen und sehen obendrein toll aus. Der Drehverschluss ermöglicht einfaches Öffnen und Verschließen – die Produkte können unterwegs oder zu Hause konsumiert werden. Das „Unterwegs-Prinzip“ ist ebenfalls ein Trend im Molkereisektor sowie Convenience-Produkte. Wir zeigen hier zwei Deckelvarianten. Sie sind beide hygienisch, da sie ein separates Fach für einen Löffel, eine Gabel oder einen Strohhalm haben. Einer der beiden Deckel hat eine separate Kammer, sodass extra Platz für eine Füllung ist. Dieser Deckel ist für Becher von einem Durchmesser von 95 einsetzbar.
»Promens bietet zwei Verpackungstechnologien an, die heute in der Molkereiindustrie am häufigsten vorkommen. Dies ist zum einen 
das thermogeformte Combi-Pac, zum anderen Inmould-Labelling (IML). Der größte Unterschied 
dieser beiden Technologien besteht darin, dass für den Combi-Pac-
Becher weniger Kunststoff 
eingesetzt wird, als beim Inmould-Labelling.«

Torben Aarris Späth, 
Managing Director Promens Stilling
„Promens bietet zwei Verpackungstechnologien an, die heute in der Molkereiindustrie am häufigsten vorkommen. Dies ist zum einen das thermogeformte Combi-Pac, zum anderen Inmould-Labelling (IML). Der größte Unterschied dieser beiden Technologien besteht darin, dass für den Combi-Pac- Becher weniger Kunststoff eingesetzt wird, als beim Inmould-Labelling.“ Torben Aarris Späth, Managing Director Promens Stilling
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Skanderborg
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