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Smurfit Kappa will in den nächsten drei Jahren weltweit über 400 Mio. Euro pro Jahr in seine Standorte investieren. Kern des Investitionsprogramms sei die Effizienzsteigerung der Containerboard Systems, die Reduzierung der Kosten in der gesamten Prozesskette sowie die Weiterentwicklung der Werke für Verpackungen durch eine moderne Maschinenausstattung, so das Unternehmen. Einzelne Standorte sollen im Rahmen eines europaweiten Kostenreduzierungsprogramms geschlossen werden.

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Smurfit Kappa will in diesem Zuge in seinen Werken in Deutschland in mehrere Großanlagen investieren. Der Schwerpunkt der Investitionen wird auf neuen Drucktechnologien sowie in der Erweiterung der Verarbeitungskapazitäten für gestanzte und geklebte Verkaufsverpackungen liegen.

Investitionsprojekte einzelner Smurfit-Kappa-Standorte

Im Werk Schneverdingen soll in den kommenden Tagen neben der bereits bestehenden Sieben-Farben-Offline-Druckmaschine eine Sechs-Farben-Inline-Rotationsstanze in Betrieb genommen werden.

Am Standort in Sarstedt wurde kürzlich eine Sechs-Farben-Inline-Faltkistenmaschine in Betrieb genommen. Die Maschine ist mit einem „Zero Defect System“ ausgestattet. Über die verbauten Prüfaggregate ist es möglich, eine fehlerfreie Serienproduktion herzustellen, da selbst bei Höchstgeschwindigkeiten in der Verarbeitung der Verpackungen per Kamera Fertigungsfehler identifiziert und aus dem Serienprozess ausgeschleust werden. Die zugrundeliegende Technik wurde in den vergangenen Monaten am Smurfit-Kappa-Standort in Brühl entwickelt und dort in enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Kameratechnik und verschiedenen Kunden erfolgreich getestet.

Am Standort in Lübbecke soll 2015 eine neue Inline-Kaschiermaschine die bereits bestehende Bogenkaschiermaschine für offsetbedruckte, kaschierte Verpackungen ergänzen. Das Großprojekt wird durch Erweiterungsinvestitionen in Form einer Flachbettstanze, einer Faltschachtelklebemaschine und einer Miniline vervollständigt. Die Miniline-Maschine wird ebenfalls das zuvor beschriebene „Zero Defect System“ erhalten.

Am Standort Jülich soll demnächst die Installation einer Sechs-Farben-Offline-Flexodirektdruckmaschine abgeschlossen werden. Der Standort ist in den vergangenen Monaten zum Druckzentrum von Smurfit Kappa in der Region West ausgebaut worden. Das Investitionsprojekt wird als Erweiterungsinvestition durch Faltschachtelklebemaschinen ergänzt, die auch komplexere Anforderungen zum Beispiel aus dem Bereich der Versandhandelsverpackungen erfüllen.

Alle genannten Investitionsprojekte sollen mit einer weiteren, innerbetrieblichen Automatisierung der Fertigungsprozesse verbunden werden.

Smurfit Kappa investiert auch in die Papierdivision im Bereich altpapierbasierender Wellpappenrohpapier, um verstärkt leichtgewichtige Kapazitäten produzieren zu können.

Am deutschen Standort in Hoya hat Smurfit Kappa bereits 46 Mio. Euro zur Modifizierung der Papiermaschine investiert. Hier können nun leichtere Grammgewichte hergestellt werden, die Produktionskapazität konnte dadurch gesteigert werden.

In Townsend Hook, UK, sollen zwei bereits stillgelegte Maschinen Anfang 2015 durch eine neue Papiermaschine ersetzt werden. Der Umbau in Höhe von 114 Mio. Euro ist ebenfalls auf leichte Grammgewichte fokussiert und soll eine Kapazitätssteigerung ermöglichen.

Eine Papiermaschine wird derzeit im niederländischen Roermond umgebaut und für 39 Mio. Euro modernisiert. Die Inbetriebnahme ist für 2016 geplant.

Smurfit Kappa schließt Standorte

Smurfit Kappa plant im Rahmen seines europaweiten Kostenreduzierungsprogramms, die Produktionsstandorte in Osnabrück und Hamburg 2015 zu schließen. Die Produktionsvolumen dieser zwei kleineren Werke sollen zukünftig aus den übrigen Standorten der Gruppe in der Region Nord- beziehungsweise Nordwest-Deutschland übernommen werden, in denen entsprechende Produktionskapazitäten vorhanden sind.

Auch der Produktionsstandort für Wellpappenrohpapier in Viersen soll geschlossen werden. Die Produktion soll auf die Fabriken in Hoya, Townsend Hook und Roermond konzentriert werden.

Die Unternehmensleitung werde in den kommenden Wochen die Gespräche zu den geplanten Werksschließungen mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen, so Smurfit Kappa. Der aktuelle Planungsstand sehe vor, alle anstehenden Personalmaßnahmen sozialverträglich zu gestalten. Ziel sei es, betroffenen Mitarbeitern innerhalb oder außerhalb von Smurfit Kappa Arbeitsverhältnisse anzubieten. Mögliche Nachteile für die betroffenen Mitarbeiter sollen in einem kurzfristig zu verhandelnden Sozialplan in angemessener Form ausgeglichen werden.

(mns)