Messe

Tokyo Pack mit zahlreichen Innovationen

Die amerikanische Firma Ecovative präsentierte mit ihrem natürlichen Polstermaterial für Transportverpackungen, welches aus Pilzen hergestellt wird, die auffälligste Neuheit der Messe. Dieses Füllmaterial soll eine umweltfreundliche Alternative zu anderen Schutzverpackungsmaterialien wie EPS, EPP und PPP oder Papierzellstoff bieten. „Das neue Eco-Füllmaterial besteht aus Pilzwurzeln und pflanzlichen landwirtschaftlichen Abfällen“, sagt Business Development Manager Jonathan Perry. „Die Champignonstiele befinden sich auf der Außenseite und wachsen in das Innere des Materials hinein. Sie sind somit Bindemittel im Material und die Ursache ihrer Stärke.“ Dank einer Partnerschaft mit Sealed Air produziert Ecovative das Pilz-Füllmittel in seinen Produktionsstätten in Iowa und New York. Laut Hersteller ist dieses neue Material hervorragend geeignet, um hochwertige Produkte, wie Unterhaltungselektronik, Möbel und Industrieanlagen, während des Transports zu schützen. Nach Gebrauch können die Füllmaterialien  sowohl durch den Anwender zu Hause als auch in einer industriellen Anlage kompostiert werden. Das neue Füllmittel wurde schon mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Dupont Packaging Innovation Diamond Award.

Auf der  Tokyo Pack, die vom 7. bis 10. Oktober stattfand, präsentierten 680 Aussteller ihre Neuheiten. Über 178.000 Besucher kamen auf die Messe.
Auf der Tokyo Pack, die vom 7. bis 10. Oktober stattfand, präsentierten 680 Aussteller ihre Neuheiten. Über 178.000 Besucher kamen auf die Messe.

 

Klicken mit Sound
Der australische Verpackungshersteller Snapsil war mit einer der auffälligsten Neuerungen in Tokio präsent. Es handelt sich um eine Portionspackung, die mit einer Hand geöffnet werden kann und beim Öffnen durch das Biegen des Kunststoffs ein Klickgeräusch (von den englischsprachigen Vertretern als „Pop“ bezeichnet) erzeugt. CEO Neil Cashman erläuterte, dass das Unternehmen in Kooperation mit Multivac rund vier Jahre an dem Produkt geforscht und entwickelt habe. Multivac stellt sicher, dass die neue Verpackung tatsächlich auf einer Verpackungsmaschine produzierbar ist. Die Verpackung kann mit einer Hand geöffnet werden. Mit dem Daumen wird der obere Teil der Kunststoffverpackung soweit gebogen, dass die Öffnung freigegeben wird. Während Multivac Anbieter der  Tiefziehtechnologie für die Herstellung der Verpackung ist, vermarktet Snapsil – je nachdem, welcher Artikel verpackt werden soll – zusammen mit Materiallieferanten, wie Bemis, Klöckner Pentaplast, Sealed Air und Visy, das Produkt. Snapsil selbst bietet einen Design-Service für die Form, die Größe, die Öffnung und die spezielle Funktion der Verpackung. Eine Anzahl von Optionen wurde in der Vitrine auf dem Messestand gezeigt. Dazu gehörte ein Viererpack mit (Pop) Flaschen, lieferbar in Größen von 25 bis 100 ml, Ampullen von 50 bis 250 ml, Fläschchen von 10 bis 50 ml, Sticks von 6 bis 40 ml und Mehrwegflaschen von 10 bis 100 ml. Alle Verpackungen weisen sowohl eine Feuchtigkeits- als auch eine Sauerstoffbarriere auf. Auf der Messe zeigte Snapsil zum Beispiel auch Cups mit Ketchup sowie einen Stick für Babynahrung. Der Viererpack eignet sich beispielsweise für flüssige Medikamente und Getränke. „Der Klick-Sound bedeutet Spaß, aber der Kunde kann damit auch hören, dass die Verpackung zum ersten Mal geöffnet wird. Damit ist gewährleistet, dass das Produkt frisch und originalitätsgeschützt ist.“  Die ersten Cups mit Ketchup sind in Australien bereits in den Supermarktregalen zu finden.

Benutzerfreundlicher Markierer
Markem Imaje zeigte mit dem 9208 Tintenstrahldrucker eine Neuheit, die im August weltweit angekündigt wurde. Der Tintenstrahldrucker hat ein völlig neues Farbsystem mit zwei Behältern, die sehr leicht entfernt werden können. Damit kann der Bediener die zwei Behälter selbst wechseln, ohne dass ein Servicetechniker hinzukommen muss. Auf dem Stand wurde live demonstriert, wie einfach der Wechsel vorgenommen werden kann. Das Gerät ist vor allem für den kleinen und mittleren Leistungsbereich ausgelegt. Filter und Pumpe sollten nach 6.000 Stunden oder zwei Jahren ausgetauscht werden.

Boxen für Webshops
Panotec stand mit einer Lösung auf der Messe, die speziell für die Bedürfnisse von Onlineshops entwickelt wurde. Die Firma zeigte eine Kombination von einem Eingabe- und Schneidesystem für Wellpappe von der Rolle. So können Boxen in verschiedenen Formaten on demand und maßgeschneidert hergestellt werden. Diese Maschine eignet sich besonders für Onlineshops, die Produkte unterschiedlicher Größe verpacken und versenden müssen.

Aufmerksamkeitsstarke Aufkleber
Das japanische Büro Shawk gehörte zu den Verpackungsdesignern, die gemeinsam ihre neuesten Entwürfe in Halle 3 zeigten. Das Unternehmen hatte für Unilever speziell für den japanischen Markt eine Verpackung mit einem attraktiven Aufkleber entwickelt. Dieser sollte die Aufmerksamkeit der Verbraucher selbst bei überfüllten Supermarktregalen auf sich lenken. Deshalb hat sich Unilever, trotz der Mehrkosten, bewusst für den Aufkleber entschieden, erklärte der schwedische Technical Sales Manager des Unternehmens, Simon Ivarsson.

Doppel-Aerosol
Dual Foam wurde in diesem Jahr schon auf der Messe Aerosol in Paris mit einem 2014-Paris-Aerosol-Preis ausgezeichnet. Gewürdigt wurde der herausragende und innovative Einsatz eines Aerosolsystems. Es handelt sich um eine Sprühdose mit zwei Beuteln für verschiedene Substanzen, beispielsweise für Haarpflegeprodukte. Entwickelt wurde das Produkt im Rahmen eines Joint Ventures zwischen Toyo & Deutsche Aerosol. Laut Angaben des Standpersonals hat das Produkt eine Haltbarkeit von drei Jahren, wenn es nicht in  Kontakt mit Sauerstoff kommt.

 

 

 

 

Für Sie entscheidend
Kunststoffdominanz in japanischen Supermärkten
Neben dem Messebesuch gab’s für den Verpackungsjournalisten auch noch eine Tour durch einen  Hypersupermarkt Aeon, um einen konkreten Eindruck von der japanischen Verpackungslandschaft zu erhalten. Auffallend war die Dominanz von Kunststoffverpackungen im japanischen Lebensmittelhandel. „Das hat damit zu tun,  dass die Verpackungs- und Markenartikler in Japan schon seit 2002 für die Sammlung, Sortierung und Weiterverarbeitung von gebrauchten Verpackungen zahlen. Die Höhe hängt vom Gewicht der Verpackungen ab. Im japanischen Einzelhandel dominiert daher das leichteste Material, Kunststoff“, erklärte Stuart Hoggard, Packaging Business Insight Asia/www.packwebasia.com und ehemaliger IPPO-Vorsitzender.

Auffällig ist, dass es zum Beispiel bei Flaschen in japanischen Supermärkten relativ uniform zugeht. Auch dies wird mit einer effizienten Logistik über die gesamte Lieferkette hinweg erklärt. Die Abwechslung im Design wird dabei eher mithilfe von Shrinksleeves erreicht, die deshalb eine herausragende Rolle in einem japanischen Supermarkt spielen. Da eine Flasche oft nur teilweise im Regal sichtbar ist, entscheidet man sich aus wirtschaftlichen Erwägungen oft für ein Halbetikett.

Weitere Informationen:
www.ecovativedesign.com
www.snapsil.com
www.markem-imaje.com
www.boxondemand.com
www.shawk.com
www.td-aerosol.com
www.tokyo-pack.jp/en


Autor:  Erik Kruisselbrink, IPPO

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