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Getränkeindustrie

Brau Beviale: Neu- und Weiterentwicklungen bei PET, Alu und Glas

Spezielle Farbpigmente verleihen Dosen von Ball einen fluoreszierenden Effekt. (Foto: Ball Packaging)
Spezielle Farbpigmente verleihen Dosen von Ball einen fluoreszierenden Effekt. (Foto: Ball Packaging)

Alles dicht? Um undichte Behälter oder fehlenden Innendruck zu erkennen, bevor es der Konsument tut, stellte BBull Technology das System Pulse zur Kontrolle der Dichtigkeit von PET-Flaschen und Dosen vor. Bei dem patentierten Kontrollsystem wird eine Messbrücke neben dem Laufband installiert sowie eine Erkennungssoftware auf einem Windows-basierten Steuergerät. Ein Tastelement wird elektromagnetisch auf die zu prüfenden Behälter beschleunigt, wo eine Messzelle das Verhalten des Elements beim Aufprall auf den Behälter überwacht: Härtere und damit stabilere Behälter zeigen messbare Unterschiede gegenüber weicheren Behältern. Diese Abweichungen werden erkannt und mit voreingestellten erlaubten Grenzwerten verglichen. Liegt ein Wert außerhalb der Vorgaben, kommt es zu einer Fehlermeldung. Der mangelhafte Behälter wird ausgeschleust. Mit Pulse können sowohl Einweg-PET-Flaschen, Getränkedosen, Stickstoff-begaste Behälter als auch CO2-haltige Getränke geprüft werden.

Die britische Craft-Beer-Brauerei Fourpure füllt ihr Bier in Dosen von Rexam ab. 
(Foto: Rexam)
Die britische Craft-Beer-Brauerei Fourpure füllt ihr Bier in Dosen von Rexam ab. (Foto: Rexam)

Multipack mit 85 Prozent weniger Verpackungsmaterial
Für PET-Flaschen, Glasflaschen und Dosen stellte KHS eine neue Verpackungslösung vor, die während der Brau Beviale mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet wurde. NMP Systems GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von KHS, entwickelte ein Konzept für Getränkegebinde bestehend aus den Komponenten Direct Print und Nature Multipack. In ihrer Kombination ergeben sie ein Getränkegebinde, bei dem die einzelnen PET-Flaschen durch Klebepunkte miteinander verbundenen sind, die sich durch leichtes Drehen voneinander lösen lassen. Die Flaschen sind direkt bedruckt und mit einem Tragegriff überspannt. Im Vergleich zu herkömmlichen Multipacks, bei denen Behälter in Folie verpackt werden, benötigt das Nature Multipack laut KHS bis zu 85 Prozent weniger Verpackungsmaterial und spart bis zu 67 Prozent Energie bei der Produktion. Bei der digitalen Direktbedruckung werden PET-Flaschen mit nicht migrierenden UV-Tinten versehen. Gedruckt wird mit den CMYK-Prozessfarben, der Farbe Weiß und optional unter Verwendung von Sonderfarben mit einer optischen Auflösung von 1.080 x 1.080 dpi. Die UV-Tinten trocknen innerhalb von Millisekunden.

Ebenfalls aus dem Bereich PET stellte KHS Plasmax+ vor. Hier wurde das Anwendungsspektrum der Plasmax-Technologie weiterentwickelt. Es handelt sich dabei um ein Beschichtungsverfahren für PET-Flaschen, bei dem im Inneren der Flasche eine Siliziumoxid-Schicht aufgetragen wird – im Prinzip eine hauchdünne Glasschicht, die das Produkt schützt und dennoch recyclingfähig ist. Plasmax+ entwickelte KHS insbesondere für Getränke und flüssige Lebensmittel, die einen hohen pH-Wert aufweisen: Es bietet laut KHS bei pH-Werten ab 4,5 eine bessere Langzeitstabilität. Bei stärkeren Beanspruchungen des Flaschenmaterials durch hohen Innendruck, zum Beispiel bei kohlensäurehaltigen Getränken, habe das neue Verfahren eine bessere Barriere-Wirkung.

Etikettieren im Baukastensystem
Die Neuentwicklungen bei Krones bezogen sich bei der diesjährigen Brau Beviale verstärkt auf den Bereich Prozesstechnik. Jedoch zeigte das Unternehmen auch eine komplett neue Baureihe zum Etikettieren: Künftig wird es alle Krones-Etikettiermaschinen – außer der Sleevematic – aus einem einzigen Baukastensystem geben. Eine standardisierte, in mehreren Baugrößen verfügbare Basismaschine soll dabei mit Etikettieraggregaten kombiniert werden, die entweder fest angebaut oder über Andocksysteme ausgewechselt werden können. Die Basismaschine mit erweiterbarem Konzept ist universell einsetzbar. Die Aufstellungsvarianten der Maschine, also die Anordnung von Behältereinlauf und -auslauf, sind nachträglich veränderbar, Etikettenkontrollsysteme sind integrierbar. Die Maschinen mit wechselbaren Aggregaten werden unter dem Namen Ergomodul erhältlich sein. Maschinen mit fest angebauten Aggregaten gibt es für Kaltleim-Etikettierung unter dem Namen Ergomatic, für Selbstklebe-Etikettierung (Autocol), für Heißleim-Etikettierung mit geschnittenen Rundumetiketten (Canmatic) sowie für Heißleim-Etikettierung mit Rundumetiketten von der Rolle (Contiroll). Die neue Etikettiermaschinen-Baureihe ermöglicht laut Krones niedrige Gesamtbetriebskosten durch kostenreduzierte Anlageneinbringung und Transport, Reduzierung des Energieverbrauchs, verlängerte Wartungsintervalle und Verzicht auf Schmierung. Die Maschine kommt zudem ohne Tischplatte aus. Dadurch ist das Maschinenkarussell von allen Seiten gut zugänglich. Auch der Wechsel von Anbürstelementen ist einfacher als zuvor möglich, weil zwischen Behältertisch und Maschinenkopf keine senkrechten Verstrebungen mehr notwendig sind.

Für die Saftmarke True Fruits entwickelte O-I eine Glaskaraffe im minimalistischen Stil. (Foto: Owens-Illinois)
Für die Saftmarke True Fruits entwickelte O-I eine Glaskaraffe im minimalistischen Stil. (Foto: Owens-Illinois)

 

Gut kombiniert: Getränkegebinde bestehend aus den KHS-Entwicklungen Direct Print und Nature Multipack. (Foto: KHS)
Gut kombiniert: Getränkegebinde bestehend aus den KHS-Entwicklungen Direct Print und Nature Multipack. (Foto: KHS)

 

Etikettieren im Baukastensystem: Die Etikettiermaschine Ergomatic von Krones. (Foto: Krones)
Etikettieren im Baukastensystem: Die Etikettiermaschine Ergomatic von Krones. (Foto: Krones)

Craft Beer aus der Dose
Craft Beer und Dosen, passt das zusammen? Bei der britischen Craft-Brauerei Fourpure schon: Das komplette Kernsortiment füllt die Brauerei in Dosen ab. Derzeit gibt es sechs Varianten von Rexam dafür. Abgebildet sind darauf prägnante Bauwerke aus Kalifornien, Colorado, New York, Oregon, London und München – die Städte und Regionen, die Fourpure bei der Herstellung inspiriert haben. Alle Dosen sind mit einem matten Decklack überzogen.

Ähnlich bunt wird es zukünftig auch bei der Rexam-Drucktechnologie Editions zugehen. Neben den bereits auf dem Markt erhältlichen Super Premium Editions soll nächstes Jahr eine Color Edition dazukommen. Mit den sogenannten Positive Editions wird es dann auch möglich sein, Texte, Silhouetten oder hochauflösende Bilder farblich zu gestalten. Bislang ist der Druck von hochauflösenden Bildern in 24 verschiedenen Designs gleichzeitig auf einer Palette möglich. Pro Minute können 1.800 Dosen bedruckt werden. Die Druckplatten müssen während des Prozesses nicht ausgetauscht werden. Am Stand von Rexam gab es außerdem vielfältige Veredelungsmöglichkeiten zu sehen – von den im Dunkeln  leuchtenden Glow-Farben, in der Disco im UV-Licht leuchtende Tinten, über Thermodruck, Tactillack mit rauher Oberfläche bis hin zu Photochrome, was im Sonnenlicht die Farbe ändert.

Dosenabfüllung für kleine und mittelgroße Brauereien
Auch bei Ball Packaging Europe gab es zum Thema Disco die passenden Dosen: Auf der Brau Beviale zeigte der Getränkedosenhersteller seine neueste Entwicklung, die Fluorescent-Plus-Dose. Die  Veredelung mit kräftig gelben Farbakzenten sticht geradezu ins Auge. Spezielle Farbpigmente ermöglichen den Effekt. Ebenso ungewohnt dürfte Balls „Magic Straw“ sein: Beim Öffnen der Dose fährt automatisch ein Strohhalm aus. Er bietet sich an, um darauf Logos, Nachrichten oder Slogans zu platzieren. Besucher konnten außerdem ein neues Produkt aus der Kategorie Verschlüsse sehen: Käufern einer Getränkedose mit „Spin Clip“ ist es möglich, diese nach dem Öffnen mit einer Drehung wiederzuverschließen. Sie sind dadurch auch in der Tasche ohne Verschütten transportfähig.

Unter dem Motto „Cans go Mittelstand“ entwickelte Ball zusammen mit der Privatbrauerei H. Egerer und dem Beratungsunternehmen CIS ein Konzept für ein Kompetenzzentrum, um auch kleinen und mittelgroßen Brauereien die Dosenabfüllung zu ermöglichen. Das Kompetenzzentrum sollte mit Stand November Ende des Jahres 2014 in Großköllnbach eröffnen – mit Löhnabfüllung und einer Stundenkapazität von bis zu 13.500 Getränkedosen. Das Abfüllverfahren eignet sich je nach Bedarf für mittelgroße bis kleine Mengen, wie zum Beispiel für Spezialitätensortimente. Zusätzlich sind Convenience-Verpackungen erhältlich. Wenn nötig, kümmern sich die Verantwortlichen im Kompetenzzentrum auch um den Transport der Dosen im In- und Ausland.

Der richtige Dreh
Zu den Gewinnern des Deutschen Verpackungspreises 2014 zählte auch der Glasverpackungshersteller Owens-Illinois (O-I): Auf der Brau Beviale zeichnete die Jury des Deutschen Verpackungsinstituts am 11. November den Saft True Fruits und die gemeinsam mit O-I entwickelte Glaskaraffe in der Kategorie „Verkaufsverpackungen: Getränke“ aus. Das Produktversprechen des Lebensmittelherstellers, „True Fruits – no Tricks“, höre nicht beim Produkt auf, hieß es in der Begründung der Jury, sondern werde auf die Verpackung des Saftes übertragen. Die Karaffen sind klar und minimalistisch gestaltet. Ein großer Verschluss ermöglicht das einfache Ausgießen. Zudem wurde auf ein Papieretikett verzichtet. Auf der Flasche befindet sich stattdessen ein hochwertiger Keramikdruck.

Bei Getränkeverpackungen aus Glas zeigte O-I desweiteren eine Lösung mit dem speziellen Dreh: Die Verschlusslösung „Helix“ besteht aus einem Korken sowie einer Glasflasche, deren Hals mit einem gewindeartigen Profil geprägt ist. Der Korken lässt sich dadurch einfach aus der Flasche herausdrehen und ebenso wieder hineindrehen. Helix ist eine Gemeinschaftsentwicklung zusammen mit Amorim, einem portugiesischen Produzenten von Korkenverschlüssen. Das italienische Weinhaus Castellani benutzt die Lösung bereits für seine Weine. In China, Frankreich, Großbritannien und den USA ist die Helixlösung ebenfalls erhältlich. O-I möchte die Lösung zukünfig auch auf dem deutschen Markt bekannter machen.

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