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Faltschachteln: Green Printing ist längst nicht ausreichend

Der CO2-Fußabdruck, der Carbon Footprint, wurde für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen längst als zentrales Kriterium erkannt. Wo aber beginnt man mit der Betrachtung der Prozessschritte? Nur Green Printing, gepaart mit einer ökologischen Entsorgung und Aufbereitung von Abfällen der Verpackungsdruckereien, ist nicht ausreichend.

Schon seit den 1970er Jahren zählt ökologisches Engagement in der mit 13 Werken international operierenden Edelmann Gruppe zur Unternehmensphilosophie. Das Engagement reicht von der Beratung für die Auswahl ökologischer Materialien, über Druck- und Veredelungstechnologien bis hin zu materialreduzierten Verpackungskonstruktionen. Auch die Optimierung der eigenen Ökobilanz gehört zum Nachhaltigkeitsengagement von Edelmann. Längst wird zum Beispiel die Wärmerückgewinnung zur Einspeisung ins Heizungsnetz an den Edelmann Standorten Heidenheim, Weilheim, Norderstedt, Bitterfeld und Wuppertal praktiziert. Die Nutzung des Grundwassers zu Kühlzwecken, die Erzeugung von Solarenergie mittels Photovoltaikanlagen und der Betrieb eines Blockheizkraftwerks ist darüber hinaus am Werk Heidenheim Realität. Auch der eigentliche Druckprozess ist bei Edelmann „State of the Art“. Die Einsparung von Makulatur ist als Element des Umweltschutzes besonders effizient, da 90 Prozent des CO2-Ausstoßes im Druckprozess durch den Karton verursacht werden. Die Papier-/ Kartonherstellung ist energieintensiv. Ein Kilogramm Papier verursacht in der Produktion im Durchschnitt eine CO2-Emmission von 1,28 Kilogramm. Die Verringerung von Makulatur senkt also unproduktive Kartonkosten und  verbessert ganz entscheidend die Umweltbilanz.

Verringerung und Vermeidung von Prozessemissionen des Druckprozesses
Darüber hinaus sind es die Verringerung und Vermeidung von Prozessemissionen des Druckprozesses, die einen entscheidenden Beitrag zur Nachhaltigkeit liefern. Diese sind unter anderem

  • die Einsparung von Waschmitteln durch Gummituchwascheinrichtungen
  • die Einsparung von Puder während des Druckprozesses
  • die Verringerung flüchtiger organischer Verbindungen durch alkoholreduziertes und alkoholfreies Drucken
  • die Einsparung von Feuchtmittel und Verringerung von Schmutzwasser

Durch modernste Computer to Print (CtP)-Systeme für die Druckformherstellung wird die Energieeffizienz bei Edelmann zusätzlich optimiert. Zum Einsatz kommen wirksame Laserdiodensysteme mit hochentwickelter Elektronik und intelligenten Kühlsystemen, die im Zusammenwirken dafür sorgen, dass sie den niedrigsten Stromverbrauch garantieren und die geringste Menge an Abwärme produzieren. Auch in Sachen Wärmerückgewinnung im Druckprozess wird eine maximale Energieeffizienz durch den Einsatz moderner Trocknerkonzepte sichergestellt. „So sind zum Beispiel um Dispersionslack schnell trocknen zu können, große Mengen an heißer Luft erforderlich. Die Aufheizung der Luft auf bis zu 120 Grad Celsius erfordert eine erhebliche Menge an Energie. Durch die Wärmerückgewinnung wird es möglich, der Abluft Wärme zu entziehen und sie der Frischluft zuzuführen. Durch diese Technologie lässt sich eine signifikante Einsparung von CO2 erzielen“, betont Oliver Sattel, technischer Direktor der Edelmann Gruppe.

„Tatsächlich nachhaltig in der Produktion von Verpackungen werden wir jedoch nicht allein durch den Einsatz moderner Technologien im Druckprozess“, erläutert Sattel. „Die Reduzierung von Material, bereits bei der Konstruktion von Verpackungen, die Unterstützung vielfältiger Einsparungen im Druckprozess durch das gewünschte Erscheinungsbild unterstützende Kartonsorten, die abfallvermeidende Weiterverarbeitung und eine Liefer-Logistik, die Transporte minimiert, sind es, die im Zusammenwirken tatsächliche Einsparungen bewirken. Aber auch Produktlebensdauer und Entsorgung der Verpackungen sind von großer Bedeutung. Im ‚End-of-Life’ der Verpackung liegt die Nachhaltigkeit vergraben. Somit gewinnt die Frage nach der Weiter- beziehungsweise Wiederverwertung an Bedeutung.“

Mehr Transparenz für die abpackende Industrie
Durch das von Edelmann und dem Bundesverband Druck und Medien (bdvm) entwickelten Verfahren für die CO2 -kompensierte Verpackungsproduktion ist eine umfassende Transparenz gewährleistet. Mit dem System lassen sich alle klimarelevanten Werte von Verpackungsaufträgen bilanzieren. Die abpackende Industrie kann nachvollziehen, wie sich die Klimabilanz eines Auftrages zusammensetzt und wie hoch die Emissionen der verschiedenen Quellen sind – vom Karton bin zum Transport. „Die CO2-kompensierte Verpackungsproduktion bietet auch wirtschaftliche Einsparpotenziale. So kann Edelmann in der Projektentwicklung auf die einzelnen Prozessschritte reagieren und diese gezielt anpassen“, so Sattel.

 

Zum 222. Geburtstag
Bei der ganzheitlichen Betrachtung von Konstruktion, Material, Druck und Veredelung sowie der Weiterverarbeitung, der Logistik und der Produktlebensdauer bis hin zur Entsorgung lassen sich auch bei einer hochveredelten Beauty-Care-Verpackung Nachhaltigkeitspotenziale identifizieren. Die Jubiläumsedition des 4711 Echt Kölnisch Wassers, kreiert vom Künstlerpaar Koralie und Supakitch, setzt die Marke 4711 rechtzeitig zum 222. Geburtstag effektvoll in Szene. Edelmann setzt bei der Realisation der Verpackung auf das Zusammenwirken von Material, Form und haptischer Anmutung.

Als Karton überzeugt Incada Duo mit seiner Stärke von 0,8 mm. Schon das Material transportiert Hochwertigkeit und garantiert darüber hinaus den Schutz, der mit 800 ml Kölnisch Wasser befüllten Glasflakons. Beide Sujets wurden mehrfarbig mit Matt-Glanzeffekten im Offsetdruck realisiert. Das Sujet Koralie verfügt über detailgenaue, mehrstufige 3D-Prägungen und in dunkelblau eingefärbte Schnittkanten. Bei dem Sujet Supakitch wurden die mehrfarbigen Matt-Glanzeffekte teilweise auf partieller Kaltfolie mit lasierend glänzendem Goldton realisiert. Auch bei diesem Motiv kamen detailgenaue, mehrstufige 3D-Prägungen zur Umsetzung.
Von Bedeutung ist eine Druck- und Veredelungstechnik, die mit intelligenter Umsetzung Akzente in der visuellen Markenkommunikation setzt. Der Jury des deutschen Verpackungswettbewerbes 2014 war dies einen Preis wert.  

 

 

Nachhaltiges Konzept  
Die Faltschachteln für die „Alverde“-Kosmetikprodukte bestehen zu 80 Prozent aus Recyclingmaterial. Auch die Druckfarben erfüllen das Ökologie-Kriterium in besonderem Maße: Die Verpackungen werden mit mineralölfreien, biologisch abbaubaren Offsetfarben bedruckt – ausschließlich nachwachsende, pflanzliche Rohstoffe kommen bei der Herstellung der Druckfarben zum Einsatz. Vervollständigt wird das Konzept außerdem durch die Verwendung von Ökostrom bei der Druckfarbenproduktion. Damit konnte eine Reduktion der CO2-Emissionen von 76 Prozent erzielt werden.

 

Foto: Edelmann
Foto: Edelmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über die Firma
Edelmann Group
Heidenheim
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