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Round Table bei Micarna

Traysealer und Thermoformer von Sealpac im Einsatz

Im Gespräch: Pierre-André Imhof, Swen Rüegsegger (beide Micarna), Remo Weder (Sealpac), 
Dirk Voss (Micarna), Claudia Diedrichsen (Casa Blanca Communication). (Foto: Sealpac)
Im Gespräch: Pierre-André Imhof, Swen Rüegsegger (beide Micarna), Remo Weder (Sealpac), Dirk Voss (Micarna), Claudia Diedrichsen (Casa Blanca Communication). (Foto: Sealpac)

 

Für eine ganz besondere Snack-Idee wurde gemeinsam mit dem Verpackungsspezialisten Sealpac GmbH aus Oldenburg, Hersteller innovativer Traysealer und Thermoformer, eine ausgefallene Lösung entwickelt. Wie ein originelles Schweizer Snack-Produkt mit Verpackungskompetenz aus Deutschland zum Topseller wurde, erläutern Pierre-André Imhof (Micarna SA, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Geschäftsbereich Charcuterie), Swen Rüegsegger (Micarna SA, Projektmanagement West), Dirk Voss (Micarna SA, Leiter Bereich Produktion Charcuterie West) und Remo Weder (Sealpac Schweiz GmbH, Geschäftsführung).

neue verpackung: Snacking heißt der Megatrend im mobilen, schnelllebigen Alltag. Die Lebensmittelbranche stellt sich darauf ein. Welche Wege geht Micarna?
Pierre-André Imhof: Aktuelle Studien haben zusammenfassend ergeben: Beim modernen Konsumenten treten im Alltag mehr und mehr die kleinen Snacks zwischendurch an die Stelle der regelmäßigen Mahlzeiten zu festen Tageszeiten. Dabei achten Verbraucher zunehmend auf Produkte mit weniger Kalorien. Die Verpackung ist wichtig: Gewünscht sind kleine, praktische Portionspackungen, die sich leicht und ohne Hilfsmittel öffnen lassen. Darüber hinaus spielt die Optik eine große Rolle: Das Auge isst schließlich mit.

Auf Basis eigener Marktforschung haben wir eine außergewöhnliche Produktidee entwickelt, mit der wir alle Bedürfnisse, die sich aus dem aktuellen Snacking-Trend ergeben, bestmöglich aufnehmen wollten. Das Ergebnis sind hauchdünne Trockenfleisch-Chips in fünf verschiedenen Geschmacksrichtungen – eine köstliche, herzhafte, kleine Zwischenmahlzeit aus hochwertigem, magerem und eiweißreichem Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch, die ganz vielfältig genossen werden kann.

Im Hinblick auf die Verpackung suchten wir dafür nach einem echten Highlight, das den gewünschten Convenience-Grad erfüllt und sich am POS deutlich abhebt. Mithilfe von Sealpac haben wir in zweijähriger Entwicklungsarbeit an der passenden Lösung gefeilt.

neue verpackung: Welche besonderen Herausforderungen stellte dieses Projekt an die einzelnen Partner?
Dirk Voss: Rückblickend würde ich die Hauptaufgabe wie folgt zusammenfassen: Die aus Sicht des Marketings ideale Verpackungslösung musste optimal mit dem Produktionsprozess in Einklang gebracht werden. Es reicht nicht, wenn eine Verpackung attraktiv aussieht und den Konsumenten anspricht. Sie muss auf der Verpackungslinie auch gut abstapelbar, transportierbar, siegelbar und etikettierbar sein. Das stellt gerade die Verantwortlichen aus der Produktion vor besondere Aufgaben.

Ideal für den Snack zwischendurch: Beef Chips mit Easy Peel Point für die taillierte Zweikammer-Verpackung. 
(Foto: Sealpac)
Ideal für den Snack zwischendurch: Beef Chips mit Easy Peel Point für die taillierte Zweikammer-Verpackung. (Foto: Sealpac)

 

neue verpackung: Sie haben schließlich eine sehr anspruchsvolle Lösung gewählt. Wie sieht diese aus?
Pierre-André Imhof: Wir haben uns für eine taillierte Apet-Verpackungsschale entschieden, die aus zwei getrennten Kammern für jeweils eine Portion besteht und insgesamt ca. 62 g enthält. Die beiden Kammern werden einzeln unter MAP versiegelt und lassen sich durch eine Perforation leicht trennen. Die Schale ist mit einer transparenten, hochwertig bedruckten Oberfolie verschlossen. Für ein müheloses Öffnen der Verpackung setzen wir die von Sealpac entwickelte Easy-Peel-Point-Öffnungshilfe ein. Bei diesem innovativen System wird eine Ecke der Oberfolie in eine Mulde im Schalenrand gedrückt. Dabei löst sich die Folie vom Siegelrand, lässt sich gut greifen und leicht von der Verpackungsschale abziehen. Am POS ist die Verpackung ein echter Blickfang, denn sie wird in aufmerksamkeitsstarker, hängender Präsentation angeboten – und sticht durch ihre besondere Form aus dem Gesamtangebot deutlich heraus.

Voll im Einsatz: Die Sealpac-Trays gehen gut befüllt zum Versiegeln.
(Foto: Sealpac)
Voll im Einsatz: Die Sealpac-Trays gehen gut befüllt zum Versiegeln. (Foto: Sealpac)

 

Diese Verpackung stand am Ende unserer zweijährigen Entwicklungsarbeit. Während der Projektzeit wurden die Anforderungen mehrmals angepasst, was unsere Partner ebenfalls immer wieder stark gefordert haben. Wir haben uns jedoch die notwendige Zeit für diesen Prozess genommen – und das hat sich im Rückblick ausgezahlt. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis, zu dem wir in enger Zusammenarbeit mit Sealpac gelangt sind.

Der Sealpac A8 Traysealer mit Servo-Antrieb versiegelt die Schalen zuverlässig. (Foto: Sealpac)
Der Sealpac A8 Traysealer mit Servo-Antrieb versiegelt die Schalen zuverlässig. (Foto: Sealpac)

 

Remo Weder: Für Sealpac war es ein sehr spannendes Projekt, weil wir wirklich von Anfang an involviert waren und neben der Bereitstellung der optimalen Linie eine unserer Kernkompetenzen – die Entwicklung von Verpackungsinnovationen – mit einfließen lassen konnten. Um zur optimalen Lösung zu gelangen, sind eine Reihe von Tests und vor allem immer wieder kreative Denkansätze notwendig gewesen. Mit gebündeltem Know-how sind wir schließlich zur vorliegenden Verpackung und der darauf abgestimmten Linie gelangt. Aus meiner Sicht war es für alle Beteiligten eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit.

neue verpackung: Gab es noch weitere Kriterien als die bereits genannten, die bei der Verpackungsentwicklung eine Rolle spielten?
Pierre-André Imhof: Nachhaltigkeit ist für uns ein wichtiges Thema. Migros hat an die nachfolgenden Generationen ein Nachhaltigkeits-Versprechen gegeben, das fest in der Unternehmensphilosophie verankert und auch nachzulesen ist. Damit haben wir uns selbst in die Pflicht genommen, unter anderem in der Wahl der Verpackungen auf mehr Nachhaltigkeit zu setzen.

Remo Weder: Nachhaltigkeit fängt schon bei der Materialauswahl und -stärke der Verpackungsschalen an. Moderne Traysealer wie unsere A-Serie sind in der Lage, auch besonders dünne Schalenmaterialien zuverlässig zu verarbeiten. Herausfordernd ist hier ganz besonders der Prozess der Abstapelung. Durch die Taillierung und zusätzliche Perforation in der Mitte hatten wir in diesem Fall eine relativ instabile Schale. Durch einen kleinen Trick, nämlich einen u-förmigen Schalenrand, sind wir auch bei dieser außergewöhnlichen Schalengeometrie zu genügend Stabilität gelangt und konnten dennoch die Materialstärke reduzieren.

Dirk Voss: Es gibt jedoch Grenzen bei der Materialreduzierung. Hier gilt es, einen gesunden Kompromiss zu finden, der einen reibungslosen Produktionsprozess gewährleistet. Wir haben in unserem Projekt die Grenzen ausgelotet. Das war kompliziert, denn die Schale mit der Taillierung führt außerdem zu einem anspruchsvollen Siegelprozess. Ist die Verpackung zum Beispiel zu dünn, zieht sie sich beim Versiegeln zusammen.

neue verpackung: Zu welchen technischen Lösungen sind Sie schließlich gelangt?
Swen Rüegsegger: Wir haben in Feinarbeit eine perfekt abgestimmte Linie zusammengestellt: Der vollautomatische Entstapelungsautomat Sealpac MA1200 entstapelt die vorperforierten Schalen zuverlässig. Diese werden dann von einer Bilwinco Mehrkopf-Waage portionsgenau mit ca. 62 g pro Zweikammer-Schale befüllt.

Aus technischer Sicht war die Synchronisation zwischen der Waage und dem Auslauf sehr anspruchsvoll. Hier konnte ich mich auf die hoch qualifizierten Sealpac-Techniker verlassen, die schnell vor Ort waren, wenn Unterstützung gebraucht wurde.

Dirk Voss: Eine besondere Herausforderung lag darin, die außergewöhnlich geformten, sehr leichten, länglichen Verpackungen kippsicher durch die gesamte Linie zu führen, dabei eine sichere Befüllung und zuverlässige Versiegelung trotz der Taillierung der Schale zu gewährleisten. Und nicht zuletzt sollten auch die gewünschten Taktzahlen erreicht werden.

Remo Weder: Das haben wir durch das Walking-Beam-Transportsystem gelöst, das sich durch die komplette Linie zieht. Dabei werden die Schalen statt über ein Förderband auf einem mitlaufenden Balken transportiert. So lässt sich eine gleichmäßig hohe Geschwindigkeit und ein präzises Abstoppen an den gewünschten Positionen für die einzelnen Prozessschritte realisieren. Und trotz des geringen Schalengewichts ist dabei ein kippsicheres Abbremsen gewährleistet.

Ein Sealpac A8 Traysealer mit Servo-Antrieb übernimmt schließlich die zuverlässige Versiegelung der Verpackungen, bevor diese durch einen Pago-Spezialetikettierer etikettiert werden und zum Auslaufband gelangen.

Die Verpackungsanlage wurde zudem mit einem Werkzeug-Schnellwechselsystem ausgestattet. Dadurch lässt sich die Anlage in kürzester Zeit auf andere Formate umrüsten. Diese besondere Flexibilität erlaubt Micarna, beide Verpackungslösungen auf einer Anlage zu produzieren.

neue verpackung: Sind die Trockenfleisch-Chips auch im Ausland erhältlich?
Pierre-André Imhof: Deutschland und Frankreich stehen im Fokus unserer Aktivitäten. In Belgien sind unsere Beef-Chips & Co. bereits seit Dezember 2014 verfügbar. Allerdings haben wir hierfür eine veränderte Verpackung gewählt. Denn der europäische Markt ist nicht auf die hängende Produktpräsentation ausgerichtet. Stattdessen werden dort vor allem für Snacks Becher-Verpackungen vorgezogen. Darauf ist auch die Gestaltung der Regale ausgerichtet. Daher bieten wir unsere Produkte hier in einer transparenten, wiederverschließbaren Becher-Verpackung an. In der Schweiz werden wir jedoch unsere taillierte, hängend präsentierte Schale beibehalten – sie ist einfach optimal auf unseren heimischen Markt ausgerichtet.

neue verpackung: Seit 2013 sind die Trockenfleisch-Chips in den Migros-Märkten erhältlich. Wie wurde das Produkt aufgenommen?
Pierre-André Imhof: Mit der Einführung hat unser Umsatz einen enormen Sprung nach oben gemacht – die partnerschaftliche und sorgfältige Projektarbeit von Micarna und Sealpac hat sich für uns ausgezahlt. Nicht nur bei den Verbrauchern kam das Produkt sehr gut an. Auch auf internationalen Wettbewerben wurde unsere Arbeit honoriert: Auf der Anuga 2013 in Köln wurden unsere „Chicken Waves Paprika“ in transparenter Becher-Verpackung von der Fachjury als Top-Food-Innovation ausgezeichnet.

Eine kleine Änderung haben wir in der Schweiz seit der Einführung jedoch vorgenommen: Eigentlich gilt in unserer Branche, dass eine schwarze Verpackungsschale Premiumcharakter ausstrahlt. Wir haben aber aus Konsumentenbefragungen gelernt: Der Kunde möchte freien Blick auf den Verpackungsinhalt haben und verbindet „Transparenz“ mit „Frische“. Das war eine interessante Erkenntnis für uns. Also haben wir Anfang 2015 auf dem heimischen Markt einen Relaunch durchgeführt und auf eine transparente, taillierte Schale umgestellt. Außerdem ist das Gabelfach entfallen, um mehr Füllmenge zu erhalten. Der Rest ist jedoch unverändert geblieben – und insgesamt nach wie vor ein Erfolgsprodukt.

Walking-Beam-Transportsystem:
Dabei werden die Schalen statt über 
ein Förderband auf einem mitlaufenden Balken transportiert. (Foto: Sealpac)
Walking-Beam-Transportsystem: Dabei werden die Schalen statt über ein Förderband auf einem mitlaufenden Balken transportiert. (Foto: Sealpac)

 

Für Sie entscheidend
Über Micarna
Die Micarna SA gehört zu den führenden Unternehmen auf dem Schweizer Fleischmarkt und ist spezialisiert auf Fleisch, Charcuterie, Geflügel und Seafood. Das Unternehmen produziert mit rund 2.500 Mitarbeitern an acht Standorten in der Schweiz. Die Micarna SA ist Teil der M-Industrie, die mit ihren 18 leistungsstarken Unternehmen in der Schweiz und drei Betrieben im Ausland zur Schweizer Migros-Gruppe gehört. Mit über 20.000 hochwertigen Food- und Near-Food-Produkten ist sie weltweit einer der größten Produzenten von Eigenmarken und exportiert in rund 50 Länder.

Über Sealpac
Die Sealpac GmbH mit Stammsitz in Oldenburg/Deutschland ist spezialisiert auf innovative Traysealer- und Thermoform-Technologie sowie moderne Verpackungssysteme, zum Beispiel Easy Peel Point, Easy-Lid oder Tender-Pac. In über 40 Ländern weltweit kommen Sealpac-Lösungen zum Einsatz.

Über die Firma
SEALPAC GmbH
Oldenburg
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