Käseverpackung aus Leidenschaft

Multivac liefert Hochleistungskammermaschine an den Käseproduzenten Rouveen

Besonders vielseitig: Rouveen Kaasspecialiteiten produziert an den Standorten Rouveen und Molenschot mehr als 400 verschiedene Käsevariationen – darunter Klassiker wie Gouda, Edamer oder Maasdamer. (Foto: Multivac)

 

Die Niederlande gehören neben der Schweiz, Frankreich und Italien zu den klassischen Käseländern in Europa. Neben bekannten Schnittkäsesorten, wie Gouda, Edamer oder Maasdamer, gibt es in den Niederlanden aber auch eine Vielzahl von weniger weit verbreiteten Käsespezialitäten, die bis heute nach alten Handwerkstraditionen hergestellt werden. Ein niederländischer Käseproduzent, der für sein besonders vielseitiges Angebot bekannt ist, ist Rouveen Kaasspecialiteiten. An den Standorten Rouveen und Molenschot produziert das Unternehmen mehr als 400 verschiedene Käsevariationen, darunter auch solche der Eigenmarke „Bastiaansen Bio“. Jährlich werden in den Käsereien etwa 150 Millionen Liter Kuh-, Ziegen- und – auf besonderen Kundenwunsch – auch Büffelmilch verarbeitet.

Produziert werden die bis zu 16 Kilogramm schweren Käselaibe in mehreren Formen – rund, rechteckig, brotlaib- und stabförmig – und Größen, pro Charge laufen jeweils bis zu 1.000 Kilogramm vom Band. Unentbehrliche Hilfsstoffe sind Calcium, Milchsäurebakterienkulturen sowie tierisches oder vegetarisches Lab. Mittels eines modernen Salzlakensystems stimmt Rouveen Kaasspecialiteiten den Salzgehalt seiner Käsesorten auf die Wünsche der Kunden ab. „Salz verleiht dem Käse Geschmack und hat eine konservierende Wirkung“, erklärt Arjan Hoekman, verantwortlich für den Reifungsprozess in der Käsefabrik. Nach dem Bad in der Salzlake müssen die Laibe innerhalb von 24 Stunden in Vakuumbeuteln verpackt werden, damit sie nicht austrocknen oder mit unerwünschten Bakterien kontaminiert werden.

Kammerbandmaschine B 510: Das Modell verfügt über eine geräumige Vakuumkammer mit 2 x 1.300 mm Siegellänge und erreicht eine Geschwindigkeit von mehr als 2,5 Zyklen pro Minute. (Foto: Multivac)

 

Geringe Kapazität und Prozessmangel geben den Ausschlag für Neuinvestition
Bis 2013 verwendete Rouveen Kaasspecialiteiten hierfür eine Kammerbandmaschine sowie eine Kammermaschine mit einem Soft Vakuum. Beide Maschinen waren schon etwas in die Jahre gekommen und entsprachen nicht mehr den aktuellen Anforderungen des Käseproduzenten: „Bei der Kammerbandmaschine war uns der Ausstoß von weniger als vier Packungen pro Minute zu gering. Und bei der Kammermaschine, mit der wir unsere empfindlichen Kräuter- und Ziegenkäsesorten verpackt haben, waren wir mit dem Differenzdruckverfahren nicht zufrieden“, schildert Arjan Hoekman die Gründe, die bald zu einem Systemwechsel führen sollten. Zudem war der kostenintensive Betrieb von zwei verschiedenen Maschinen der Produktionsleitung schon lange ein Dorn im Auge. Kein Wunder also, dass sich das Unternehmen nach einer neuen Verpackungslösung umsah.

Statt der bisherigen zwei Maschinen sollte zukünftig nur noch eine Hochleistungskammermaschine mit SES-Funktion zum Einsatz kommen. Die neue Lösung sollte einen Ausstoß von sechs bis acht Käseblöcken pro Minute stemmen können, also zwei- bis viermal so viele Käselaibe verpacken können wie die bisherigen Lösungen. Das gewünschte Modell sollte zudem in der Lage sein, eine große Vielfalt von Käsesorten und Laibgrößen in Schrumpffolienbeuteln zu verpacken: 80 verschiedene rechteckige Käseblöcke mit einer Größe von bis zu 300 x 500 x 110 mm und einem Gewicht von bis zu 16 Kilogramm sowie 30 verschiedene Arten foliengereifter Käse in runder Form mit bis zu zwölf Kilogramm Gewicht. Die Haltbarkeit der verpackten Produkte sollte mindestens drei Monate betragen.

Die neue Lösung sollte einen Ausstoß von sechs bis acht Käseblöcken pro Minute stemmen können, also zwei -bis viermal so viele Käselaibe verpacken können wie die bisherigen Lösungen. (Foto: Multivac)

 

Besonders hohe Ansprüche stellte Rouveen Kaasspecialiteiten an die Qualität des Soft Vakuums der neuen Verpackungslösung. Diese Technologie wird eingesetzt, um empfindliche Käsesorten wie Ziegenkäse oder Käse mit Bruchlochung möglichst schonend unter Vakuum zu verpacken. „Wird die Luft nämlich zu schnell aus dem Beutel evakuiert, bringt die abrupt entstehende Druckdifferenz die Löcher im Käse zur Ausdehnung, sodass sich das Volumen des Laibs vergrößert. Bei empfindlichen Käsesorten kann deshalb die Struktur des Käselaibes und der Rinde während der Vakuumierung zerstört werden. Wir können diesen Käse dann natürlich nicht mehr verkaufen“, erklärt Arjan Hoekman.

Multivac Soft Evacuation System: Sanfte und stetige Luftzufuhr
Unter den am Markt befindlichen Lösungen entschied sich das Projektteam alsbald für die Kammerbandmaschine B 510 von Multivac. Das Modell verfügt nicht nur über eine geräumige Vakuumkammer mit 2 x 1.300 mm Siegellänge, sondern erreicht auch eine Geschwindigkeit von mehr als 2,5 Zyklen pro Minute. Pro Zyklus kann die B 510 mit drei Käseblöcken beladen werden, sodass sie die vom Hersteller gewünschte Kapazität erreicht.

Das Projektteam von Rouveen Kaasspecialiteiten informierte sich vorab über das Multivac Soft Evacuation System (SES), mit dem die B 510 ausgestattet ist. Im Gegensatz zu einem Standard-evakuierverfahren ermöglicht es das Vakuumverpacken, ohne die Produkte einem hohen Druckunterschied auszusetzen. Dadurch können sensible Produkte, wie Käse mit Löchern, sicher und schonend verpackt werden.

Nach einigen Tests mit verschiedenen Käselaiben und Beutelgrößen war die Entscheidung für die B 510 bei Rouveen Kaasspecialiteiten gefallen. Die Kammerbandmaschine ist mit einem automatischen Transportband ausgestattet. So kann sie leicht in bestehende Linien mit Drittkomponenten wie dem Salzlakensystem des Käseproduzenten integriert werden. Auch für die Vakuumpumpen war keine Extrainvestition nötig. Rouveen Kaasspecialiteiten konnte seine vorhandenen 2 x 250 m3/h-Pumpen weiternutzen. Sie stehen heute circa 30 Meter von der B 510 entfernt.

Der Beladeprozess wurde dadurch beschleunigt, dass die Multivac Techniker eine Softwareintegration mit der vorhandenen halbautomatischen Beutelzuführung herstellen konnten. Diese bereitet zyklusgenau die richtigen Beutelgrößen vor und legt sie geöffnet in die Vakuumkammer ein, sodass die Mitarbeiter die Käselaibe nur noch einlegen müssen. Eine gewisse Herausforderung sollte im Lauf des Projekts das Versiegeln verschiedener Beutelmaterialien darstellen, doch diese Hürde wurde zur allgemeinen Zufriedenheit genommen.   

Mittlerweile ist die Kammerbandmaschine seit fast zwei Jahren bei dem holländischen Käseerzeuger im Einsatz. Arjan Hoekman berichtet über den Alltag in der Produktion: „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit der Technologie gemacht. Die Möglichkeiten, die uns die B 510 eröffnet, sind fantastisch. Das verpackte Produkt sieht schöner aus, weil die Siegelnaht besser hält und der Beutelhals kürzer ist. Auch der SES-Prozess funktioniert mehr als zuverlässig. Die Packungsqualität ist absolut konstant. Die Reklamationen wegen offener Packungen oder Veränderungen an der Käsestruktur sind zurückgegangen. Wir konnten unser Angebot an empfindlichen Käsesorten daher vergrößern.“

Die Maschine unterstützt die Mitarbeiter in der Produktion bei allen Prozessschritten. Sie misst alles, was es im Laufe des Prozesses zu messen gibt und zeigt die Parameter übersichtlich in ihrem grafischen Display an. Wie alle Kammerbandmaschinen von Multivac ist die B 510 mit einem intuitiven Bedienkonzept ausgestattet. Alle Einstellungen können als Rezept gespeichert werden. Für die Nutzung der SES-Funktion lässt sich der gewünschte Zieldruck in der kleinen Kammer und der erforderliche Differenzdruck zur großen Kammer über die Industriesteuerung IPC06 der Kammerbandmaschine B 510 wählen. Andere mechanische Einstellungen sind beim Multivac SES nicht notwendig. Parameter wie Kammerdruck und Differenzdruck können für jedes Produkt in der Maschinensteuerung hinterlegt werden und sind jederzeit abrufbar. Damit wird der Prozess reproduzierbar und sicher. Eine gleichbleibend hohe Packungsqualität wird auch dann erreicht, wenn Größe, Gewicht und Anzahl der Produkte variieren. Der Prozess selbst ist völlig wartungsfrei.

Im Vergleich zu den beiden vorherigen Lösungen hat sich bei Rouveen Kaasspecialiteiten also einiges zum Positiven verändert, die damalige Entscheidung ist auch aus heutiger Sicht noch richtig: „Die B 510 ist nicht nur vom Preis-Leistungs-Verhältnis top. Wir hatten während des gesamten Projektverlaufs das Gefühl, dass Multivac uns sehr gut zuhört, unsere Wünsche aufgreift und immer versucht, die optimale Lösung zu finden. Statt eines Lieferanten haben wir einen Partner gewonnen, der mit uns am gleichen Strang zieht“, resümiert Arjan Hoekman.

Über die Firma
Multivac Sepp Haggenmüller SE & Co.KG
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