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Verpackungen leicht öffnen

Fraunhofer-Forscher bestimmen Öffnungskräfte an Verpackungen

Dr.-Ing. Torsten Bahke, Vorsitzender des Vorstandes DIN e. V., überreichte im Rahmen der Hannover Messe den DIN-Innovationspreis an Andrea Liebmann vom Fraunhofer IVV Dresden. (Foto: DIN)
Dr.-Ing. Torsten Bahke, Vorsitzender des Vorstandes DIN e. V., überreichte im Rahmen der Hannover Messe den DIN-Innovationspreis an Andrea Liebmann vom Fraunhofer IVV Dresden. (Foto: DIN)

Das Prüfverfahren sei relevant für die Verpackungsindustrie und zugleich im Interesse der Verbraucher, sagte Torsten Bahke, Vorsitzender des Vorstandes von DIN, zur Entscheidung des DIN für die Preisvergabe.

Nicht nur Kinder und ältere Verbraucher haben mit dem Öffnen von Verpackungen gelegentlich Schwierigkeiten: Die Aufreißlasche an einer Packung lässt sich schwer greifen, sie reißt vorzeitig ab oder der Kraftaufwand zum Öffnen der Packung ist einfach zu hoch. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werden von der Verpackungsindustrie zunehmend Konzepte entwickelt, um die Forderungen des Verbrauchers nach leicht zu öffnenden Verpackungen erfüllen zu können. Für die Entwicklung und Herstellung verbraucherfreundlicher Verpackungen ist es jedoch notwendig, eine objektive Aussage zum Öffnungsverhalten einer Packung zu treffen. Um die erforderlichen Kräfte messen zu können, fehlte bisher ein standardisiertes, mechanisches Prüfverfahren.

Richtwerte für "easy to open"

Für Liebmann und Schreib vom Fraunhofer IVV Dresden war dies der Anlass für ein mehrjähriges Forschungsprojekt im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (AiF/IGF). In Kooperation mit Vertretern der Verpackungsindustrie und mit Unterstützung der Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e. V. (IVLV) erarbeiteten sie ein Prüfvorgehen, um Öffnungskräfte an peelbaren Verpackungen praxisnah und reproduzierbar ermitteln zu können. Das Prüfvorgehen wurde anschließend in Ringversuchen mit der Industrie validiert und in der DIN-Norm 55409 „Bestimmung von Öffnungskräften an peelbaren Verpackungen“ beschrieben.

„Unsere Projektpartner kamen mit zwei Fragestellungen zu uns: Wie kann man mit einer objektiven Prüfmethode ermitteln, welche Kraft zum Öffnen einer Verpackung erforderlich ist, und über welche Kraft verfügen unsere Kunden, insbesondere die Senioren, in ihren Händen, um eine peelbare Verpackung öffnen zu können?", erklärte Andrea Liebmann, Geschäftsfeldmanagerin am Fraunhofer IVV Dresden. Neben der Erarbeitung und Normung einer Prüfmethode, sei ein weiterer wichtiger Baustein des Projektes die Erarbeitung von Richtwerten für „easy to open“ gewesen. Sie geben das Leistungsvermögen von Verbrauchern verschiedener Altersgruppen (Kinder, Erwachsene, Senioren) an. Im Ergebnis sei es nun möglich, die mittels DIN 55409 ermittelten Öffnungskräfte an peelbaren Verpackungen hinsichtlich Easy Opening zu bewerten.

Nach Angaben des DIN legt die DIN 55409 weltweit erstmalig ein objektives Prüfverfahren fest, das der realitätsnahen Bestimmung der Öffnungskraft an peelbaren Verpackungen wie zum Beispiel bei Beuteln, Bechern, Schalen und Dosen dient. Das Prüfverfahren sei sowohl für die Verpackungsentwicklung als auch die Qualitätssicherung unmittelbar im Verpackungsprozess  beziehungsweise nach Transport, Umschlag und Lagerung relevant. Der Abgleich der nach der DIN-Norm gemessenen Öffnungskraft mit den Kraftwerten, die Verbraucher an einer Aufreißlasche einer Verpackung aufbringen können, soll die deutsche Verpackungsindustrie in die Lage versetzen, definiert verbraucherfreundliche Verpackungen zu entwickeln und herzustellen.

(mns)

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DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Berlin
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