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Das amerikanische Unternehmen 915 Labs arbeitet an einem Verfahren zur thermischen Sterilisation: Mittels Mikrowellen-Energie soll MATS (Microwave Assisted Thermal Sterilization) Krankheitserreger und Mikroorganismen in Lebensmitteln abtöten, ohne dass dabei Nährstoffe oder Geschmack zerstört oder Zusatzstoffe nötig werden.

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Die MATS-Technologie soll Geschmack, Textur und Nährstoffe bei verarbeiteten Lebensmitteln erhalten. So werden Zusatzstoffe überflüssig. (Foto: Silvia Bogdanski / Fotolia)

Die MATS-Technologie soll Geschmack, Textur und Nährstoffe bei verarbeiteten Lebensmitteln erhalten. So werden Zusatzstoffe überflüssig. (Foto: Silvia Bogdanski / Fotolia)

Eine Pilotversionen von MATS ist derzeit unter dem Namen MATS-B im Einsatz bei zwei Verarbeitungs- und Verpackungsbetrieben: Ameriqual im US-Bundesstaat Indiana und Wornick in Ohio. Die Installation der ersten Version im Industriemaßstab, MATS-150, ist für 2016 bei einem nordamerikanischen Lebensmittelverarbeiter geplant. MATS-150 wird 150 Verpackungen pro Minute verarbeiten können.

Das Unternehmen verspricht einen anderen Prozess als bei der konventionellen Lebensmittelverarbeitung: Auf herkömmlichem Weg werden Lebensmittel in einer Dose oder einem Beutel verschlossen und in einem unter Druck stehenden Behälter bei Temperaturen um 120° Celsius für etwa eine Stunde erhitzt. Dabei können Nährstoffe, Textur sowie Geschmack beeinträchtig werden. Salz und andere Zusatzstoffe sollen dann eventuelle Geschmacksverluste, die durch die Erhitzugn entstehen, ausgleichen.

MATS kombiniert Wasserbad mit Mikrowellen-Energie

Bei MATS wird das verpackte Lebensmittel extern in einem Heißwasserbad erhitzt, das unter Druck steht. Gleichzeitig wird es im Inneren durch ein patentiertes Mikrowellen-Energieversorgungssystem mit einer Frequenz von 915 MHz erhitzt. Diese Kombination bringt die gesamte Verpackung laut 915 Labs in einem Bruchteil der herkömmlichen Zeit auf Sterilisations-Temperatur und eliminiert Pathogene sowie Mikroorganismen, die zum Verderb des Lebensmittels führen. Anschließend kühlt das System die verpackten Lebensmittel ab, um Hitzesschäden zu reduzieren. 915 Labs kombiniert das MATS-System zusätzlich mit Verpackungslösungen, die Qualität und Geschmack erhalten sollen.

„Die konventionelle thermische Behandlung wurde vor mehr als hundert Jahren erfunden, um Pathogene aus unserer Nahrung zu entfernen“, sagt Mike Locatis, Mitgründer und CEO, 915 Labs. „Aber dies verursacht auch erheblichen Schaden für Geschmack, Textur, Farbe und Nährstoffgehalt.“ MATS biete eine gesündere und effiziente Alternative zum herkömmlichen Verfahren.

Mit MATS können unterschiedliche verpackte Lebenmittel verarbeitet werden: von Pasta über Lachs, Gemüse bis hin zu Fertiggerichten. Laut 915 ist MATS zudem von der US Food and Drug Administration zugelassen.

(mns)