Abfüllanlage ohne Wasserstoffperoxid

Neue Abfüllanlage von Tetra Pak sterilisiert mit Elektronenstrahlen

Wasserstoffperoxid ade: Tetra Pak bringt eine Abfüllanlage mit Elektronenstrahltechnik auf den Markt. (Foto: Tetra Pak)
Wasserstoffperoxid ade: Tetra Pak bringt eine Abfüllanlage mit Elektronenstrahltechnik auf den Markt. (Foto: Tetra Pak)

Tetra Pak stellte die neue Plattform E3 am 24. Juni erstmalig auf der internationalen Fachmesse Fispal Technologia im brasilianischen Sao Paulo vor. Die dort gezeigte E3/Speed soll dann ab 2016 erhältlich sein.

Mit der E3/Speed lassen sich 15.000 Familienpackungen Tetra Brik Aseptic 1000 Edge mit Light Cap 30 pro Stunde fertigen. Tetra Pak plant zudem eine zukünftige Ausweitung der neuen Plattform auf weitere Maschinen.

eBeam tötet Bakterien und Mikroorganismen

Das Herzstück der neuen Anlage bildet die Sterilisierungstechnologie mit Elektronenstrahlen. Tetra Pak entwickelte sie in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Comet, das in der Hochspannungs- und Hochvakuumtechnik zu Hause ist.

Bei dem neuen, eBeam genannten, Verfahren wird ein konzentrierter Elektronenstrahl auf die Oberfläche des durch die Maschine laufenden Verpackungsmaterials gerichtet, der sämtliche Bakterien und Mikroorganismen abtötet.

Die eBeam-Technologie soll die zeitaufwendige Sterilisierung mit Wasserstoffperoxid ablösen, die bislang einen schnelleren Durchlauf der Kartonverpackungen verhinderte. Mit eBeam lässt sich laut Tetra Pak eine Abfüllgeschwindigkeit von bis zu 40.000 Portionsverpackungen pro Stunde erzielen. Das entspricht elf Packungen pro Sekunde. Markttests hätten gezeigt, dass Getränkehersteller aufgrund der höheren Produktionskapazität bis zu 20 Prozent ihrer Betriebskosten einsparen können, so Tetra Pak. Da das Wasserstoffperoxid in der Sterilisierung des Verpackungsmaterials wegfällt, wird die Wasseraufbereitung erleichtert, der Stromverbrauch gesenkt und die Menge des anfallenden Abfalls verringert.

Die E3-Plattform ist modular konzipiert. Durch die Installation der eBeam-Elektronenstrahltechnik können Unternehmen mit nur einer E3/CompactFlex-Abfüllmaschine zwischen Fertigungsaufträgen für pasteurisierte und länger haltbare (ESL-)Produkte wechseln.

Pilotphase für E3-Abfüllanlage abgeschlossen

Pilotprojekte zu der E3-Abfüllanlage führte Tetra Pak beispielsweise mit dem Molkereiunternehmen Rajo aus der Slowakei durch. Von 2011 bis 2014 produzierte Rajo mit einer mit dem neuen eBeam-Sterilisierungssystem ausgerüsteten A3/Speed-Anlage 110 Mio. Packungen UHT-Milch in der Kartonpackung Tetra Brik Aseptic 1000 Slim.

Zunächst will Tetra Pak drei Versionen der E3-Plattform einführen:

Tetra Pak E3/CompactFlex Länger haltbare (ESL-)Produkte
Tetra Pak E3/Speed Portionsverpackungen
Tetra Pak E3/Flex Länger haltbare (ESL-)Produkte

(mns)

Über die Firma
Tetra Pak GmbH & Co. KG
Hochheim a. Main
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