Glasverpackung

Das Verbraucherverhalten im Blick

In Glas verpackt – erfolgreich vermarktet: Lebensmittel in der Glasverpackung. (Foto: Aktionsforum Glasverpackung)
In Glas verpackt – erfolgreich vermarktet: Lebensmittel in der Glasverpackung. (Foto: Aktionsforum Glasverpackung)

Gleich zu Beginn seines Vortrags machte Prof. Dr. Weissman den Besuchern des Trendtag Glas deutlich: „Lassen Sie sich nicht verrückt machen, es gibt hunderte Trends. Die Kunst ist es, sich die Trends anzuschauen und dann einen oder zwei herauszuarbeiten, die für Sie und Ihre Situation relevant sind. Dann werden Sie nicht hinterherhecheln, sondern können auch in Zukunft erfolgreich sein.“ Unabhängig vom Bedienen einzelner Trends sollte das strategische Über-Ziel eines Unternehmens in den Worten von Prof. Dr. Weissman „gesteigerte Überlebensfähigkeit“ lauten. Denn mit dem Erreichen dieses Ziels sei ein Unternehmen in zweierlei Hinsicht gut aufgestellt: Zum einen sei es stark, kraftvoll und unabhängig und zum anderen werde es auch morgen noch existieren. Wie man dorthin gelangt, hängt natürlich vom Unternehmen ab, aber ein wichtiger Aspekt, der bei der Entscheidung für die Unternehmensausrichtung immer berücksichtigt werden sollte, ist der Blick auf den Kunden. Denn Kunden sind heute immer „on“: Sie informieren sich über nicht nur einen Kanal – sie sind in einer Informationswolke.

Auf der Grundlage vieler Informationen entscheidet der Kunde. Um diesen zu verstehen, müssen Handel wie Unternehmen möglichst viel über ihn und seine Wünsche wissen. Der Handel sollte sich schon allein deshalb zukünftig auf wesentlich besser informierte Verbraucher einstellen, damit er die von ihnen erwartete Fachkompetenz weiterhin sicherstellen kann. Deshalb: „Derjenige, der Lösungen anbietet, gewinnt“, so Prof. Dr. Weissman. Aus dem Grund solle der Handel immer darauf bedacht sein, nach neuen zukunftsfähigen Geschäftsmodellen zu suchen, um bessere und besondere Kundenerlebnisse zu schaffen.

Im Trend: Digitalisierung, 24/7-Shopping und Individualisierung

Der Blick in die Zukunft und auf das Verbraucherverhalten lohnt sich – auch wenn sich das Verbraucherverhalten nicht rasend schnell ändert. Denn nicht nur der Kunde kann Entscheidungen beim Einkauf treffen, auch Handel und Hersteller tun dies – und nehmen damit direkten Einfluss auf ihren eigenen Erfolg. Ihre Entscheidungen betreffen das Preismanagement, die Wertschöpfungsketten und die Vertriebskanäle. Hier hat zukünftig der „Cross Channel“ gegenüber dem „Multi Channel“ die Nase vorn, denn mit Cross Channel nutzt man nicht nur parallele Verkaufskanäle, sondern vernetzt diese auch miteinander. Diese Strategie ist die Voraussetzung für Lösungen wie „Click and Collect“, also dem Vorgang, bei dem eine Online-Bestellung im stationären Einzelhandelsgeschäft abgeholt wird. Prof. Dr. Weissman räumt auch dem Großhandel keine dauerhafte Zukunft ein: Denn der klassische Großhandel ohne Zusatznutzen mache die Produkte nur langsamer, teurer und schlechter und habe deshalb keine Existenzberechtigung mehr.

Prof. Dr. Arnold Weissman, Inhaber und Geschäftsführer der Weissman Gruppe, beim diesjährigen Trendtag Glas 2015, der am 11. Juni in Frankfurt am Main stattfand. (Foto: Aktionsforum Glasverpackung)
Prof. Dr. Arnold Weissman, Inhaber und Geschäftsführer der Weissman Gruppe, beim diesjährigen Trendtag Glas 2015, der am 11. Juni in Frankfurt am Main stattfand. (Foto: Aktionsforum Glasverpackung)

Absolut im Trend – und mit größerem Einfluss auf die Gestaltung von Produkten und ihren Verpackungen – liegt hingegen der Digitalisierungstrend und das Einkaufen „24/7 on demand“:  Der Kunde kann einkaufen wann er will, wo er will, wie er will und mit wem er will. Damit macht er sich unabhängig von Zeit und Ort, kann entscheiden, ob er das überwiegend optische Online-Einkaufserlebnis dem haptischen Erlebnis vor Ort vorzieht.

Auch das Thema Individualisierung wird weiterhin eine große Rolle spielen. Sichtbar wird dies an den vielen individualisierbaren Produkten, die der Markt den Kunden zur Verfügung stellt – vom selbst gemischten Müsli über bestickte Handtücher bis zum mit dem eigenen Namen etikettierten Nutella-Glas.

Glasverpackungen erfüllen veränderte Anforderungen

Viele Veränderungen bei den Verbraucherwünschen stehen in Zukunft an und es sind keine konjunkturellen, sondern strukturelle. Das heißt, dass sie auch weitreichende Veränderungen für den Handel und auch für die Lebensmittel- und Getränkehersteller nach sich ziehen werden. All diese Akteure müssen sich auf die Anforderungen des Handels, der den Verbraucherwünschen nachkommen muss, stellen. Um ihre Produkte und Marken zu etablieren oder mit ihnen weiterhin im Markt bestehen zu können, sind sie aufgefordert, zukünftigen Entwicklungen, wie dem immer besser informierten Kunden, der Digitalisierung und einer steigenden Nachfrage nach 24/7-Shopping und individualisierten Produkten, nachzukommen.

Und natürlich haben alle diese Entwicklungen dann letztlich auch Auswirkungen auf die Ansprüche, die an Verpackungen gestellt werden. Gerade Glasverpackungen können diese veränderten Ansprüche auch zukünftig erfüllen. Mit ihnen werden Marken zu Marken – wie man an Verkaufsschlagern in individuellen und zeitlosen Glasverpackungen wie Maggi, Nutella oder Jägermeister sieht. Glas eignet sich ideal für den Individualisierungstrend, denn es ist ein hochwertiger, vielseitig einsetzbarer Werkstoff, der sich in allen Formen und Variationen verarbeiten lässt. Neben den Standard-Glasverpackungen wurden bereits viele individuelle Verpackungslösungen aus Glas entwickelt, die in puncto Formendesign und Markenimage Geschichte geschrieben haben. Zudem handelt es sich um einen natürlichen Werkstoff, der sich zu 100 Prozent recyceln lässt. Und schließlich ist Glas das ideale Verpackungsmaterial, weil es praktisch keine Wechselwirkungen zwischen Inhalt und Verpackung zulässt. Es gibt keine Inhaltsstoffe ab und nimmt auch keine Aroma- und Wirkstoffe auf. Die Reinheit und Unverfälschtheit des Füllgutes ist also immer gewährleistet. Dazu Dr. Johann Overath, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Glasindustrie e. V.: „Mit diesen besonderen, spezifischen Eigenschaften punktet Glas auch in Sachen Nachhaltigkeit – immerhin auch ein großes Thema, das das Verbraucherverhalten seit einigen Jahren maßgeblich beeinflusst und weiterhin beeinflussen wird.“

Deshalb wird die Glasverpackung auch in Zukunft gefragt sein, denn die Hersteller von Lebensmitteln und Getränken können mit ihr direkt auf die Trends und zukünftigen Wünsche der Verbraucher reagieren.

Mit Business Innovation den Veränderungen begegnen

Der Rat, den Prof. Dr. Weissman allen Unternehmen gibt: „Business Innovation“ – man solle immer wieder überlegen, welche der vielen Trends für das eigene Unternehmen wirklich relevant seien, diese Auswahl dann konsequent umsetzen und nach den Geschäftsmodellen von morgen suchen. Ein zentraler Trend für den Handel sind zum Beispiel die besseren Kauferlebnisse. Darüber hinaus ist es für ihn zukünftig wichtig, die Digitalisierung besser zu nutzen, um den Wertschöpfungsstrom effizienter zu gestalten. All diese Veränderungen sind ein Prozess, wie Prof. Dr. Weissman am Ende seines Trendtag-Vortrags betonte: „Die entscheidende Frage ist, ob wir die Dinge ins Bewusstsein bringen. Denn wenn sie uns bewusst werden, ändern sich die Einstellungen und wenn Einstellungen sich ändern, ändert sich Verhalten.“ Das gilt für den Handel wie für die abfüllende Lebensmittel- und Getränkeindustrie genauso wie für die Hersteller von Glasverpackungen.

Über die Firma
Bundesverband Glasindustrie e.V. Fachgruppe Behälterglasindustrie
Düsseldorf
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