Verpackungsmaschinen

Kosteneffizienz und Industrie 4.0 im Blick

Auf der IFFA in Frankfurt präsentiert Sealpac einen Supermarkt voller Verpackungsideen.  (Foto: Sealpac)
Auf der IFFA in Frankfurt präsentiert Sealpac einen Supermarkt voller Verpackungsideen. (Foto: Sealpac)

neue verpackung: Herr Dangel, die IFFA steht vor der Tür und viele Unternehmen haben ihre Innovationen im Hinblick auf diesen Termin entwickelt. Welche zentralen Branchenthemen erwarten uns und wie greift Sealpac diese für die IFFA auf?
Stefan Dangel: Wir beobachten einen deutlichen Trend hin zu Skin-Verpackungen: Deren Anteil auf dem SB-Markt hat in den letzten drei Jahren hohe zweistellige Wachstumsraten verbucht. Gerade die Fleischbranche hat die Vorteile längst erkannt: Die Haltbarkeit von Produkten lässt sich durch Vakuum-Skin-Verpackungen deutlich verlängern. Aber auch aus Sicht des Marketings ist das Skin-Verfahren durch convenientere und optisch ansprechendere Verpackungen ein echter Gewinn. Die Produzenten profitieren davon, dass die Akzeptanz der Konsumenten gestiegen ist: Der Verbraucher weiß zum Beispiel mittlerweile, dass vakuumverpacktes, reifendes Rindfleisch nicht kirschrot ist. Wir sind bereits seit fast einem Jahrzehnt mit dem von uns entwickelten Tray-Skin-Verfahren, bei dem ein Produkt mit einer wie eine zweite Haut anliegenden Barrierefolie direkt in die Verpackungsschale geskinnt wird, am Markt präsent. Mittlerweile haben wir diese Anwendung auch auf das Thermoform-Verfahren ausgeweitet. Auf der IFFA stehen wir Interessenten mit langjähriger und umfangreicher Erfahrung auf diesem Gebiet zur Verfügung.

neue verpackung: Ein weiteres Schlagwort, unter dem sich die IFFA 2016 präsentiert, ist „Ressourceneffizienz“. Wie bewerten Sie dieses Thema?
Stefan Dangel: Der schonende Umgang mit Ressourcen ist auf jeden Fall eine große Herausforderung für die Branche. Das Motto „So viel wie nötig und so wenig wie möglich“ wird hier längst verinnerlicht. Doch gerade bei SB-Verpackungen für Fleisch ist es nicht einfach, Alternativen zu Kunststoff zu finden, die ebenso leistungsfähig sind. Viele Gegenentwürfe sind im Moment noch mit sehr hohen Kompromissen verbunden und für klassische Anwendungen mit Schutzatmosphäre oder unter Vakuum schwer realisierbar.

Daher begegnen wir dem Thema in anderer Form, zum Beispiel durch deutliche Materialeinsparungen, die sich durch immer dünnere Verpackungsfolien erzielen lassen, deren Bandlaufeigenschaften wir immer weiter optimieren. Der Einsatz von Verbundmaterialien wird, wo möglich, durch Monomaterialien ersetzt. Ein Beispiel für mehr Nachhaltigkeit ist Easy-Lid – eine mehrfach ausgezeichnete Entwicklung von Sealpac: Die innovative Folien-Deckel-Lösung, die in nur einem Arbeitsgang produziert wird, spart eine zusätzliche Siegelfolie ein.
Darüber hinaus sucht die Branche intensiv nach jeder Art von Alternative zu Kunststoff. Auch die Sealpac Forschung und Entwicklung ist aktiv dabei. Ich persönlich kann mir vorstellen, dass zukünftig Lösungen, wie beschichtete Zellulose, die Marktreife erreichen, wenn es gelingt, die für Lebensmittel erforderliche Wasserdampf- und Sauerstoffbarriere zu verwirklichen.

neue verpackung: Bei Ihrem IFFA-Auftritt steht die Kosten-Nutzen-Rechnung ganz im Mittelpunkt: Sie gehen mit dem Messe-Motto „It’s all about your costs“ an den Start ...

Die Haltbarkeit von Produkten lässt sich durch Vakuum-Skin-Verpackungen deutlich verlängern. Zudem ist diese Verpackungsvariante optisch sehr ansprechend. (Foto: Sealpac)
Die Haltbarkeit von Produkten lässt sich durch Vakuum-Skin-Verpackungen deutlich verlängern. Zudem ist diese Verpackungsvariante optisch sehr ansprechend. (Foto: Sealpac)

Stefan Dangel: Wer hochwertige Verpackungstechnologie kauft, setzt sich intensiv mit der Kostenverteilung auseinander. Unsere Anlagen sind sicher nicht auf gelegentliche Kleinstproduktionen ausgelegt – dafür sind sie in der Tat zu preisintensiv. Doch für mittelständische Anwendungen und die Lebensmittelindustrie rechnen sich die Investitionskosten für Sealpac Traysealer und Thermoformer schnell – das stellen wir auf der IFFA deutlich heraus.

Denn beim Einsatz einer Verpackungsanlage entfällt der geringste Teil der Kosten für den gesamten Prozess, nämlich – abhängig von der Anwendung – nur etwa drei Prozent, auf die Investitionskosten. Mögliche höhere Anschaffungskosten lassen sich daher über die gesamte Laufzeit einer Anlage schnell ausgleichen. Für unsere Kunden zahlt sich hier der kompromisslos qualitätsorientierte Kurs, den Sealpac geht, aus. Wir können belegen, wie sich unsere Maschinen insgesamt durch geringere Folgekosten rechnen. Eine große Rolle spielen dabei unter anderem die Energieeffizienz, der sparsame Materialeinsatz sowie die geringe Wartungsanfälligkeit. Durch die hohe Eigenfertigungstiefe können wir auch sehr schnell reagieren, wenn mal ein Ersatzteil erforderlich ist. Insgesamt ist die Langlebigkeit von Sealpac-Anlagen ein schlagendes Argument bei der Kosten-Nutzen-Rechnung. Um das einmal zu veranschaulichen: 95 Prozent aller jemals ausgelieferten Maschinen sind heute noch im Einsatz.

neue verpackung: Industrie 4.0 soll den Fachbesuchern der IFFA einen Blick in die Zukunft eröffnen. Was ist in diesem Bereich bereits heute realisierbar?
Stefan Dangel: Vernetzte Maschinen in der Lebensmittelindustrie sind längst Standard. Zukünftig sollen die Anlagen nicht nur eigenständig Informationen über Prozess- und Systemzustände liefern, sondern auch untereinander kommunizieren und ohne menschliches Zutun korrigierend und optimierend in Prozessabläufe eingreifen. Industrie 4.0 umfasst also weitaus mehr als das, was üblicherweise meistens darunter verstanden wird, also etwa den Einsatz von Verschleißsensoren, die automatisch auf den Wartungsbedarf einer Anlage hinweisen.

Stefan Dangel, Marketing- und Vertriebsleiter des Verpackungsspezialisten Sealpac GmbH, ist ein Kenner der Fleischbranche. Auf der IFFA stellt Sealpac neueste SB-Verpackungsideen für Fleisch vor. (Foto: Sealpac)
Stefan Dangel, Marketing- und Vertriebsleiter des Verpackungsspezialisten Sealpac GmbH, ist ein Kenner der Fleischbranche. Auf der IFFA stellt Sealpac neueste SB-Verpackungsideen für Fleisch vor. (Foto: Sealpac)

Sealpac hat mit weiteren Partnern soeben ein hoch komplexes Projekt, das ein schönes Beispiel bietet und das auf der IFFA ausführlich vorstellt wird, fertiggestellt. Soviel vorweg: Es handelt sich dabei um eine komplett vernetzte Anlage, mit der wir völlig neue Wege in der Schnittwurstverpackung beschreiten. In enger Partnerschaft mit einem renommierten Slicer-Produzenten haben wir einen innovativen Verfahrensablauf zum Schneiden und Verpacken geslicter Produkte entwickelt. Das Ergebnis ist ein kontinuierlicher, also start- und stoppfreier, Transportprozess, der über Magnetspulen abläuft. Bei dieser hoch komplexen Anlage „weiß“ der Slicer zum Beispiel jederzeit, was die Verpackungsmaschine macht. Unser Anwender produziert auf dieser Linie eine neue trendige Wurstverpackung in drei verschiedenen Schalengrößen, deren Wechsel automatisch und ohne Umrüstung einfach per Programmwahl eingeleitet wird. Einzigartig ist, dass jede Verpackung sowohl geschindelte als auch gefaltete Ware enthält. Unsere IFFA-Gäste dürfen also gespannt sein.

Über die Firma
SEALPAC GmbH
Oldenburg
Newsletter

Das Neueste von
neue verpackung direkt in Ihren Posteingang!