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Druckmaschinen

Automatisieren macht Individualität wettbewerbsfähig

Je kleiner die Auflagen und  je häufiger Auftrags- und Formatwechsel werden, desto wichtiger wird die Automation, um Umrüstzeiten und damit Stückkosten zu minimieren. (Foto: Siemens)
Je kleiner die Auflagen und je häufiger Auftrags- und Formatwechsel werden, desto wichtiger wird die Automation, um Umrüstzeiten und damit Stückkosten zu minimieren. (Foto: Siemens)

neue verpackung: Herr Sporbert, können Sie kurz erläutern, welche Rolle Siemens in der Drucktechnik spielt?
Thilo Sporbert: Wir betreuen weltweit Maschinenbauer aller Branchen – darunter die Drucktechnik und verwandte Bereiche, wie Verpackungs- oder Kunststoffmaschinen. Ihnen bieten wir ein breites Spektrum an Automatisierungs- und Antriebslösungen. Das reicht von Hardware über Software bis zu technologiebasierten Services. Wir sind überall dort präsent, wo Druckmaschinen gebaut werden und arbeiten für große, mittlere und kleine Unternehmen auf unterschiedlichem technologischen Niveau.

neue verpackung: Die Drupa 2016 steht vor der Tür. Was werden Sie dort zeigen?
Thilo Sporbert: Klarer Schwerpunkt wird die Digitalisierung sein. Wir werden Maschinenbauern und Anwendern aus der Druckbranche zeigen, wie eine integrierte Prozesskette vom Design und der Planung über Simulation und Engineering bis zum Bau und Betrieb einer Maschine aussehen kann und welche Flexibilität, Zeit- und Kostenvorteile sie in der Entwicklung einer Maschine bringt. Zudem können Maschinenbauer und Betreiber mithilfe unserer Software und Cloud-Lösungen spezifische Daten zur Performance ihrer Maschinen, Energiedaten, Rüst- und Stillstandszeiten oder Hinweise zur proaktiven Wartung sammeln und analysieren. Unsere Lösungen unterstützen die Transformation des Maschinenbaus hin zu Industrie 4.0. Das wollen wir auf der Drupa anhand des Lebenszyklus einer Maschine zeigen.

neue verpackung: Sind diese Lösungen offen für alle Druckverfahren?
Thilo Sporbert: Es macht keinen Unterschied, ob Maschinen im grafischen, industriellen oder im Verpackungsbereich arbeiten. Unsere Lösungen sind heute in Verbindung mit analogen, digitalen und hybriden Druckverfahren im Einsatz, die Offset-, Tief- oder Flexodruck mit einer digitalen Stufe zur Personalisierung verbinden. Wachstumsfeld ist der Digitaldruck, weil er den Trend zur Individualisierung und zu kleinen Auflagen am besten unterstützt.

neue verpackung: Wie vertragen sich Individualisierung und Automation?
Thilo Sporbert: Je kleiner die Auflagen und je mehr Auftrags- und Formatwechsel, desto wichtiger wird Automation! Andernfalls belasten Umrüstzeiten die Produktivität. Wir sehen heute Druckereien, die nur Inseln um einzelne Maschinen automatisiert haben und Druckhäuser mit komplett digitalem, hochautomatisiertem Workflow. Letztere kommen im schwierigen Marktumfeld besser zurecht. Automatisierung ist in der Druckbranche der Schlüssel, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

„Der Druckmaschinenbau kann und wird mit dem Verpackungsmarkt wachsen.“ Thilo Sportbert, Leiter Business Development für Druckmaschinen in der Digital Factory Division von Siemens in Erlangen (Foto: Siemens)
„Der Druckmaschinenbau kann und wird mit dem Verpackungsmarkt wachsen.“ Thilo Sportbert, Leiter Business Development für Druckmaschinen in der Digital Factory Division von Siemens in Erlangen (Foto: Siemens)

neue verpackung: Welche Anforderungen stellt das an den Maschinenbau?
Thilo Sporbert: Kunden erwarten mehr Flexibilität, kürzere Innovationszyklen und neue Ansätze, um Maschinen durch zusätzliche Veredelungsaggregate zu individualisieren. Die Komplexität steigt. Zumal der Kostendruck die Energie- und Ressourceneffizienz in den Fokus rückt, ohne dass die Erwartung an die Performance sinkt. Das setzt schnelle Maschinen, schnelle Automation und schnelle Kommunikation voraus. Ein Schlüssel dazu ist unser Profinet-Bus, der mit Echtzeitkommunikation die Basis für kurze Zykluszeiten schafft. Und die ganze Sicherheitstechnik kann über das gleiche Kabel laufen – ein Kommunikationsbus reicht.

neue verpackung: Kommunikation ist das A und O der Industrie 4.0. Wo steht die Drucktechnik?
Thilo Sporbert: Es gibt im deutschen Maschinenbau generell Nachholbedarf. Noch warten viele Unternehmen ab, denn neben allen Investitionen braucht es hohe Bereitschaft zum Umdenken über alle Prozesse hinweg. Weil wir als einziger Anbieter schon die komplette Prozesskette im Portfolio haben, können wir Kunden da abholen, wo es für sie gerade sinnvoll ist, die Transformation einzuleiten. Das kann jeder Punkt in der Wertschöpfungskette sein: ob Konstruktion, Simulation, Fertigung oder Maschinen-Service. Niemand muss auf einen Schlag alle Prozesse digitalisieren.

neue verpackung: Sehen Sie den Druckmaschinenbau als Wachstumsmarkt?
Thilo Sporbert: Wir sind hier klar auf Wachstum ausgerichtet. Das ist durch den Digitaldruck und Verpackungsmarkt getrieben, wo wir eine Nähe zu Verpackungsmaschinen und Maschinen für die Herstellung flexibler Materialien haben. Wir sind zuversichtlich, mit dem Markt überproportional wachsen zu können.

neue verpackung: Das Wachstum findet auch in Asien statt. Wie steht es um die Maschinenbauer dort?
Thilo Sporbert: In Indien bewegen sie sich eher im Low-Performance-Bereich. In China immer häufiger im Mid-Range-Bereich, wobei erste Unternehmen den Sprung in den High-End-Bereich mit vollautomatisierten Maschinen wagen. Die Chinesen legen den Fokus auf den Export und wollen im globalen Wettbewerb mit Qualität überzeugen.

neue verpackung: Eine letzte Frage: Wie stellen Sie sich die Druckerei der Zukunft vor?
Thilo Sporbert: Es wird nicht allzu lange dauern, bis jedes Druckunternehmen auf komplett digitalisierte Wertschöpfungsketten umstellt; schlicht um wettbewerbsfähig zu bleiben. Basis ist eine integrierte Softwareplattform, die einen durchgehenden Datenfluss von Auftragsannahme über die Maschinen bis zur Auftragsabwicklung ermöglicht. Diese digitale Fabrik wird sorgfältig gegen Cyberangriffe abgeschirmt sein und hoch flexibel auf Kundenwünsche reagieren können. Die Entwicklung geht zum digitalen Workflow, in dem Prozesse und Entscheidungen parallel laufen. Dafür müssen die Unternehmen umdenken – die Bereitschaft dazu ist zuletzt deutlich gestiegen.

 

Für Sie entscheidend
Drupa 2016 auf einen Blick

  • Veranstaltungsdatum: 31. Mai - 10. Juni 2016
  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr
  • Veranstaltungsort: Düsseldorfer Messegelände, Hallen 1-17, Freigelände
  • Angebotsschwerpunkte 2016: Premedia/print, Premedia/multichannel, Post press/converting/packaging, Future technologies, Materials, Equipment/services/infrastructure
  • Veranstalter: Messe Düsseldorf GmbH
  • weitere Informationen: www.drupa.de
Über die Firma
Messe Düsseldorf GmbH
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