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Zehn-Kilo-Schale nimmt es mit jedem Schwergewicht auf

„Unser Entwicklungspotenzial für neue Formen und innovative Verpackungsideen ist noch lange nicht ausgeschöpft.“ Karsten Klimmeck, Geschäftsführer von ES-Plastic GmbH (Foto: ES-Plastic)
„Unser Entwicklungspotenzial für neue Formen und innovative Verpackungsideen ist noch lange nicht ausgeschöpft.“ Karsten Klimmeck, Geschäftsführer von ES-Plastic GmbH (Foto: ES-Plastic)

neue verpackung: Wie schaffte es ES-Plastic, eine solch robuste Schale zu konstruieren, die zehn Kilogramm Füllgut ohne Probleme aufnimmt?
Karsten Klimmeck: Mittlerweile haben wir exakt 50 Jahre Erfahrung in der Extrusion und im Tiefziehen. Als eines von wenigen Unternehmen in unserer Branche verfügen wir neben der Produktionsabteilung auch über eine Konstruktions und- Entwicklungsabteilung sowie einen eigenen Werkzeugbau. Damit können wir regelmäßig an neuen Schalen tüfteln und schnell auf anspruchsvolle Kundenanfragen reagieren. Unsere Konstruktionsabteilung berechnete bei der Zehn-Kilogramm-Schale zunächst die Geometrie und deren Produkteigenschaften. Dann fertigte sie detaillierte Zeichnungen, bevor eine erste Musterform erstellt wurde. Eine besonders wichtige Rolle spielen die verstärkten Rippen, welche die Stabilität enorm erhöhen. Unbedingt zu berücksichtigen war außerdem, dass beim Stapeln von zehn befüllten Schalen in ihren Umkartons die unterste Schale sogar 120 Kilogramm Gewicht aushalten muss. Diese gigantischen Kräfte waren eine echte Herausforderung, die wir zu hundert Prozent gemeistert haben.

neue verpackung: Weshalb haben Sie diese Schale konstruiert und was ist so besonders daran?
Karsten Klimmeck: Unser holländischer Kunde Krijn Verwijs aus Yerseke hat sich auf die Verarbeitung von Meeresfrüchten und Schalentieren spezialisiert. Für die sichere Verpackung seiner Muscheln kamen nur extrem robuste Schalen in Frage, denen die scharfen Kanten und ein Gewicht von zehn Kilogramm nichts ausmachen. Bis vor Kurzem verwendete er Spritzguss-Schalen. Diese sind aber rund 15 Prozent schwerer als solche aus Polypropylen. Wir konnten ihn davon überzeugen, das Verarbeitungsverfahren zu ändern und auf Tiefziehen umzusteigen. Durch die Einsparung des Gewichts fallen geringere DSD-Gebühren an, was eine minimierte Verwendung fossiler Rohstoffe, Senkung von Treibhausgasen, Reduzierung von Verpackungsmüll und nachweisliche Verbesserung unserer Ökobilanz bedeutet. Die Schale lässt sich übrigens zu 100 Prozent recyceln – wie alle unsere Produkte. Ungewöhnlich ist das besonders große Format von 500 mm (L) x 300 mm (B) x 122 mm (H). Sie fasst ein Volumen von 14.225 Milliliter bei einem Gewicht von 254 Gramm und ist auf Wunsch auch in anderen Varianten erhältlich. So können wir diese Schale beispielsweise in jeder beliebigen RAL- und Pantonefarbe, transparent oder sogar zweifarbig liefern. Hinsichtlich der Höhen können wir Maße von 30 mm bis zu 130 mm umsetzen. Genauso lassen sich die Breite oder Länge variieren, was natürlich analog dazu das Volumen verändert. Die Schale lässt sich problemlos und absolut dicht mit jeder PP- oder PE-Siegelfolie verschließen. Sie ist flexibel und gleichzeitig völlig bruchfest. Und falls ein Unternehmen lieber elektronische Bauelemente, Industrieprodukte, Backwaren oder andere Produkte verpacken möchte, finden wir sicher die passende Lösung.

Die Zehn-Kilogramm-Schale eignet sich speziell zum Verpacken von Krustentieren und Meeresfrüchten. (Foto: ES-Plastic)
Die Zehn-Kilogramm-Schale eignet sich speziell zum Verpacken von Krustentieren und Meeresfrüchten. (Foto: ES-Plastic)

neue verpackung: Bitte beschreiben Sie uns den Ablauf der Fertigung, von der Zeichnung, über den Werkzeugbau, Prototyp bis zur Serienproduktion.
Karsten Klimmeck: Zunächst organisierten wir uns für weitergehende Vermessungen einige Original-Spritzguss-Schalen. Wichtig war uns vor allem die Versiegelung. Um das Füllgut völlig dicht und hygienisch zu verschließen, müssen die Maße der Siegelfläche absolut genau verarbeitet sein. Anschließend fertigten unsere Konstrukteure detailgetreue Zeichnungen mit unserer modernen Spezialsoftware. Als Nächstes wurde die exakte Musterfolienstärke festgelegt, eine Musterform hergestellt und letztlich Testmuster produziert, die wir jeweils mit zehn Kilogramm Steinen füllten. Auch wenn Maschinen die Schalen produzieren, spielen unsere langjährigen Mitarbeiter die wichtigste Rolle. Ihrem Know-how und ihrer Kreativität haben wir es zu verdanken, dass sie sich mit der Stabilität und dem Verhalten der Schalen auskennen und häufig schon im Vorfeld wissen, ob die Kundenwünsche erfüllt oder gegebenenfalls noch Kleinigkeiten geändert werden müssen. Die Testmuster waren zufriedenstellend, also folgten diverse Qualitätstests, bevor unser Kunde Krijn Verwijs seine ersten Musterschalen erhielt. Er testete die Schalen während einer Originalproduktion, indem er diese mit Muscheln verpackte, versiegelte und hinterher palettierte. Nachdem alles reibungslos lief, starteten wir umgehend mit der Serienproduktion. Auch hier führen wir regelmäßige Stichproben durch, um eine gleichbleibend hohe Qualität zu garantieren.

neue verpackung: Welche Forderungen stellt der Handel an Sie?
Karsten Klimmeck: Unsere Kunden erwarten ihre Lieferung innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Bei aktuell mehr als 600 aktiven Verkaufsartikeln ist es wichtig, perfekt zu planen und logistisch flexibel zu sein. Wir sind auch nach Abschluss eines Projekts für unsere Kunden da. Hier greift unser After-Sales-Service, der schon manch stehende Produktion wieder zum Laufen gebracht hat. Unser technisches Personal ist schnell vor Ort und kann in fast allen Belangen helfen. Manchmal können es Kleinigkeiten sein, die den Stau verursachen.

Die verstärkten Rippen erhöhen enorm die Stabilität der Schale. (Foto: ES-Plastic)
Die verstärkten Rippen erhöhen enorm die Stabilität der Schale. (Foto: ES-Plastic)

Darüber hinaus wünscht sich der Handel eine möglichst kostengünstige Verpackung, die perfekt auf das Produkt abgestimmt ist. Wir stehen immer wieder vor spannenden Herausforderungen und stellen fest, dass unser Entwicklungspotenzial für neue Formen und innovative Verpackungsideen noch lange nicht ausgeschöpft ist. Heutzutage werden Verpackungen immer mehr als verkaufsförderndes Instrument gesehen. Allerdings gibt es in den Bereichen frischer Lebensmittel, wie zum Beispiel Fisch, Fleisch, Obst oder Gemüse, nur eine geringe Markenbildung, weswegen das Produkt für sich selbst sprechen muss. Erst dann, wenn eine spürbare Markenbildung entstanden ist, kann eine individualisierte Verpackung greifen.

 

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Über das Unternehmen
ES-Plastic wurde 1966 mit Sitz in Hutthurm bei Passau gegründet und hat sich auf die Entwicklung und Fertigung von Verpackungslösungen aus Kunststoff spezialisiert. Mit moderner Computer- und Produktionstechnologie werden Schalen, Becher, Deckel, Sortiereinlagen und Folien für die Lebensmittelbranche und viele weitere Sparten produziert. Neben einem breitgefächerten Angebot von Standardprodukten, liegt der Fokus vor allem auf kundenspezifischen Lösungen. Jährlich werden auf vier Extrusionsanlagen bis zu 12.000 Tonnen Kunststoff verarbeitet. Mehr als 700 Mio. Schalen, 60 Mio. Becher und etwa 100 Mio. Deckel rollen pro Jahr über die Bänder der 14 Thermoformanlagen. In Höchstgeschwindigkeit legen 24 Automaten Saugeinlagen in rund 350 Mio. MAP-Schalen. Das Unternehmen hat den Produktionsstandort Hutthurm in den letzten Jahren mit Investitionen im zweistelligen Millionenbereich ausgebaut.

Über die Firma
ES-Plastic GmbH Zentrale / Logistikzentrum
Hutthurm
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