Interview mit Marcus Velezmoro und Ole Paulussen

Süße Tradition in neuem Gewand

Revolutionäre VFFS-Lösung für trockene Nahrungsmittel: Die einzigartige Kombination aus der Bosch PME ZAP und dem Axello ZAP-Papier von Billerud Korsnäs ermöglicht die Herstellung von nachhaltigen Papierverpackungsstilen, speziell designt für die Differenzierung im Verkaufsregal. (Foto: Bosch Packaging Technology)
Revolutionäre VFFS-Lösung für trockene Nahrungsmittel: Die einzigartige Kombination aus der Bosch PME ZAP und dem Axello ZAP-Papier von Billerud Korsnäs ermöglicht die Herstellung von nachhaltigen Papierverpackungsstilen, speziell designt für die Differenzierung im Verkaufsregal. (Foto: Bosch Packaging Technology)

Resultat: die erste gesiegelte Papierverpackung aus Monomaterial. Marcus Velezmoro, Vertriebsverantwortlicher für das VFFS ZAP-Portfolio bei Bosch Packaging Technology, und Ole Paulussen, Verkaufsdirektor bei Billerud Korsnäs, erläutern im Gespräch mit neue verpackung Zielsetzungen des Projekts und die erfolgreiche Kooperation.

neue verpackung: Wie kam das Projekt zustande und was waren die Ziele?
Marcus Velezmoro: Das Zucker-Produktportfolio unseres Kunden ist klassisch für die Branche und umfasst neben weißem, braunem und Kandiszucker auch Puder-, Bio- oder mit Zimt verfeinerten Zucker. Deshalb war es für uns als langjähriger Partner ein Anliegen, in Zusammenarbeit mit Billerud Korsnäs die Verpackung dieses „Klassikers” weiterzuentwickeln. Die Vision nahm während der Interpack 2014 Form an. Der Prototyp wurde Ende 2015 beim Kunden installiert.

Die Zielsetzung wurde in gemeinsamen Gesprächen mit unserem Kunden definiert: Schon länger wollte der Kunde auf Papierverpackung für seine hochwertigen Produkte umstellen. Jedoch fehlte hierzu die Lösung, die nicht nur die entsprechende Qualität in Bezug auf Optik und Dichtigkeit, sondern auch die nötige Flexibilität bietet. Gleichzeitig wollte man eine nachhaltige Lösung schaffen, die auf umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien basiert – hier kam Billerud Korsnäs ins Spiel. Dabei sollte die Verpackung natürlich auch für den Handel und den Endverbraucher handlich sein, sprich sich gut lagern lassen, im Regal eine gute Figur machen und nutzerfreundlich zu öffnen und verstaubar sein. In Zusammenarbeit haben wir eine revolutionäre Verpackung entwickelt: Sie schützt das Produkt vor Verunreinigungen und sorgt dafür, dass kein Produkt auf die Verkaufsregale rieselt – sondern alles in der Verpackung bleibt.

neue verpackung: Wie sieht die technische Lösung aus?
Marcus Velezmoro: Wir haben zwei Technologien sehr erfolgreich miteinander verbunden. Es ist uns gelungen, eine vertikale Schlauchbeutelmaschine, die PME

„Die entwickelte Verpackungslösung, verbunden mit den bisher gewonnenen neuen Erkenntnissen, lässt sich auf andere Trockennahrungsmittel, wie Mehl, Pasta und Körner, ausweiten.“
Marcus Velezmoro, Vertriebsverantwortlicher für das VFFS ZAP-Portfolio bei Bosch Packaging Technology
(Foto: Bosch Packaging Technology)
„Die entwickelte Verpackungslösung, verbunden mit den bisher gewonnenen neuen Erkenntnissen, lässt sich auf andere Trockennahrungsmittel, wie Mehl, Pasta und Körner, ausweiten.“ Marcus Velezmoro, Vertriebsverantwortlicher für das VFFS ZAP-Portfolio bei Bosch Packaging Technology (Foto: Bosch Packaging Technology)

4001 mit ZAP-Modul, zu entwickeln, welche die Vorteile einer gesiegelten Verpackung bei gleichzeitiger Verwendung von Monomaterial Papier bietet. Das Resultat ist die PME ZAP, die weltweit erste vertikale Schlauchbeutelverpackungslösung zur Herstellung gesiegelter Papierverpackungen. Das ZAP-Modul sorgt durch den partiellen Auftrag des Siegelmediums für eine dichte Papierverpackung. Bislang war die Produktion von Monomaterial Papierverpackungen nur mit vorgefertigten, geklebten Beuteln, oder produziert auf einer Dornradmaschine möglich. Das Konzept der vertikalen Schlauchbeutelmaschine, sehr flexibel und daher bei Herstellern sehr beliebt, basierte bislang auf einer Produktion mit Polymer-Film.

Ole Paulussen: Der Erfolg des neuen Konzepts basiert auf dem exklusiv für die Maschine gefertigten, nachhaltigen Papierverpackungsmaterial Axello ZAP von Billerud Korsnäs. Dieses einzigartige Papier kann problemlos auf einer vertikalen Schlauchbeutelmaschine verarbeitet werden. Dank unserer weitreichenden Erfahrung konnten die mechanischen Eigenschaften des Papiers verbessert werden und es behält gleichzeitig seine natürliche Charakteristik bei, vom Rohstoff bis zur Entsorgung.


neue verpackung: Welche Rolle spielte die Zusammenarbeit von Bosch und Billerud Korsnäs bei der Entwicklung?
Ole Paulussen: Es ist eine wahre Teamleistung! Zusammen haben wir eine neue Verpackungslösung geschaffen, die Ressourcen und zugleich die Umwelt schont. Das Ergebnis ist eine Papierverpackung, die vollständig recycelbar, stabil, staub- und insektendicht ist und sich auch optimal für die Verarbeitung, Handhabung und

Ole Paulussen, Verkaufsdirektor bei Billerud Korsnäs, betont, dass das Papierverpackungsmaterial 
Axello ZAP problemlos auf der vertikalen Schlauchbeutelmaschine verarbeitet werden kann. (Foto: Bosch Packaging Technology)
Ole Paulussen, Verkaufsdirektor bei Billerud Korsnäs, betont, dass das Papierverpackungsmaterial Axello ZAP problemlos auf der vertikalen Schlauchbeutelmaschine verarbeitet werden kann. (Foto: Bosch Packaging Technology)

Wiederverwertung eignet. Sie ermöglicht eine perfekte Positionierung der Marke im Regal und schützt das Produkt durch stabile Siegelnähte. Kurzum, die neue gesiegelte Papierverpackung ist: Staubdicht. Nachhaltig. Einzigartig.

neue verpackung: Welche Vorteile in der Produktion bietet die neue vertikale Lösung zur Herstellung gesiegelter Papierverpackungen?
Marcus Velezmoro: Für unsere Kunden kombiniert die Weiterentwicklung zwei Hauptvorteile: geringere Material- und Logistikkosten im Vergleich zu vorgefertigten Beuteln und größere Flexibilität. Mit der PME ZAP haben Hersteller optional die Möglichkeit, einfach zwischen den Verpackungsmaterialien Papier und Folie zu wechseln sowie dank der vertikalen Lösung verschiedene Formate zu produzieren.

 

Erstmalig auf einer VFFS-Maschine produzierte und versiegelte Monomaterial-Papierbeutel: Die ausschließlich aus Monomaterial Papier hergestellten Papierverpackungen sind staubdicht, wodurch die Produkte geschützt sind und die Verkaufsregale sauber bleiben. (Foto: Bosch Packaging Technology)
Erstmalig auf einer VFFS-Maschine produzierte und versiegelte Monomaterial-Papierbeutel: Die ausschließlich aus Monomaterial Papier hergestellten Papierverpackungen sind staubdicht, wodurch die Produkte geschützt sind und die Verkaufsregale sauber bleiben. (Foto: Bosch Packaging Technology)


neue verpackung: Welches Potenzial birgt diese Lösung für die Zukunft?
Marcus Velezmoro: Die entwickelte Verpackungslösung, verbunden mit den bisher gewonnenen neuen Erkenntnissen, lässt sich auf andere Trockennahrungsmittel, wie Mehl, Pasta und Körner, ausweiten. Derzeit arbeiten wir an einer Weiterentwicklung mit der Zielsetzung, bei der Interpack 2017 Lösungen für ein breiteres Produkt-Portfolio präsentieren zu können. Es bleibt also spannend!

¹ 2016 Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e. V. (WVZ)/Verein der Zuckerindustrie e. V. (VDZ) (http://www.zuckerverbaende.de)    
² BLE, Stat. Bundesamt, über 2016 Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e. V. (WVZ)/Verein der Zuckerindustrie e.V. (VDZ)

(http://www.zuckerverbaende.de)

 

Für Sie entscheidend
Maximaler Produktschutz und saubere Verkaufsregale
Bosch Packaging Technology präsentiert mit der ersten gesiegelten Papierverpackung eine revolutionäre Lösung für trockene Nahrungsmittel, wie Zucker, Teigwaren, Getreide oder Pulver, die die Vorteile der VFFS-Technologie mit nachhaltigem Verpackungsmaterial von Billerud Korsnäs kombiniert. Die ausschließlich aus Monomaterial Papier hergestellten Verpackungen sind staubdicht gesiegelt und sorgen so für maximalen Produktschutz und saubere Verkaufsregale. Die Herstellung der gesiegelten Papierverpackungen erfolgt auf der weltweit ersten vertikalen Form-, Füll- und Schließmaschine mit ZAP-Modul – eine Kombination aus der PME 4001 mit ZAP-Modul von Bosch und dem Axello ZAP-Papier von Billerud Korsnäs.

 

Linien- und Systemkompetenz
Bosch Packaging Technology wächst zweistellig
Bosch Packaging Technology hat seinen Umsatz 2015 im Vergleich zum Vorjahr von 1,18 auf 1,3 Milliarden Euro gesteigert. Nominal entspricht das einem Wachstum von 10,2 Prozent, wechselkursbereinigt von 3,1 Prozent. Damit liegt der Maschinenbauer als einer der führenden Anbieter von Prozess- und Verpackungstechniklösungen vor dem Wettbewerb.

Laut Branchenverband VDMA konnten die übrigen deutschen Hersteller beim Umsatz im Durchschnitt nominal lediglich um 2,8 Prozent zulegen. Parallel dazu stieg der Auftragseingang des Bosch-Geschäftsbereichs nominal um 14,5 Prozent von 1,23 auf 1,4 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 7,2 Prozent. An weltweit über 30 Standorten arbeiteten zum Jahreswechsel rund 6.200 Mitarbeiter. „Wir sind zufrieden mit dem zweistelligen Umsatzsprung, besonders im Vergleich zur moderaten Entwicklung der Branche insgesamt. Es ist uns 2015 wieder gelungen, Marktanteile zu gewinnen“, bilanziert Friedbert Klefenz, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Bosch Packaging Technology. Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet Klefenz ein moderates Wachstum.

Zufrieden blickt Friedbert Klefenz, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Bosch Packaging Technology, auf das vergangene Jahr zurück: Das Wachstum seines Bereiches lag über dem Branchenschnitt. (Foto: Bosch Packaging Technology)
Zufrieden blickt Friedbert Klefenz, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Bosch Packaging Technology, auf das vergangene Jahr zurück: Das Wachstum seines Bereiches lag über dem Branchenschnitt. (Foto: Bosch Packaging Technology)


Stärkster Zuwachs in der Region Asien-Pazifik
Der Umsatz in Europa war 2015 leicht rückläufig und betrug 37 Prozent des Gesamtumsatzes. In Nordamerika wuchs der Umsatz um fast 18 Prozent, was angesichts eines insgesamt stagnierenden Maschinenbau-Marktes bemerkenswert ist. Insgesamt trägt Nordamerika nun 27 Prozent zum Gesamtumsatz bei. In Lateinamerika betrug das Umsatzwachstum knapp 25 Prozent. Das größte Wachstum auf Kontinentalebene erzielte Bosch mit etwas über 27 Prozent in den Regionen Asien-Pazifik und Afrika. Insgesamt erwirtschaftete Bosch Packaging Technology 2015 rund 90 Prozent des Umsatzes außerhalb Deutschlands. Die Bedeutung der aufstrebenden Märkte nimmt dabei weiter zu.

Akquisition von drei Unternehmen im Nahrungsmittelbereich
Teil der Wachstumsstrategie von Bosch Packaging Technology ist es, sich durch gezielte Zukäufe zu verstärken. Neben der Gründung eines Joint Ventures mit dem indischen Unternehmen Klenzaids (Fokus auf Pharmasektor) akquirierte der Sondermaschinenbauer im vergangenen Jahr drei weitere Unternehmen im Nahrungsmittelbereich:  Ende Mai die Osgood Industries Inc. in Oldsmar, Florida, und im Dezember die beiden Schwesterunternehmen Kliklok-Woodman Corporation mit Sitz in Decatur im US-Bundesstaat Georgia und Kliklok International Ltd. mit Sitz im englischen Bristol. Bosch baut so seine Position in der Pharma-, Nahrungsmittel- und Süßwarenindustrie weiter aus und stärkt vor allem die Kompetenz als Komplettlösungsanbieter. Die unterjährig übernommenen Unternehmen wurden in der Bilanz 2015 nicht konsolidiert.

Aufgrund eines in Summe eher verhaltenen Jahresstarts 2016 einerseits und eines hohen Auftragsvolumens aus dem Jahr 2015 andererseits rechnet der Vorsitzende des Bereichsvorstands für das laufende Geschäftsjahr insgesamt mit einem moderaten Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Als Wachstumstreiber sieht Bosch Packaging Technology den weiteren Ausbau seiner Linien- und Systemkompetenz und die Entwicklung von Lösungen für die vernetzte Produktion der Zukunft.

Ein wichtiges Zukunftsthema bleibt für Bosch Packaging Technology die Linien- und Systemkompetenz. Bosch versteht sich dabei nicht nur als Anbieter der gesamten Produktionslinie von der Prozesstechnik bis zum fertig verpackten Produkt inklusive Dienstleistungen, sondern denkt diesen Ansatz noch einen Schritt weiter: Das Unternehmen sieht vor allem außerhalb Europas großes Potenzial bei sogenannten Turn-Key-Projekten. Das sind Komplettlösungen aus einer Hand, das heißt von der Planung der Abläufe für Material und Personen, der Gebäudetechnik und den Reinräumen bis hin zu den eigentlichen Produktionsanlagen. Erfolgreiche Projekte wurden bereits mit Kunden aus der Pharmaindustrie in Lateinamerika, dem Mittleren Osten und Russland umgesetzt.

Industrie 4.0: Know-how der Bosch-Gruppe auf Zielindustrien anwenden
Ein weiterer Wachstumstreiber ist Industrie 4.0: Die moderne Fabrik ist intelligent und vernetzt und verknüpft klassischen Maschinenbau mit Sensoren, Software und Services. Bosch Packaging Technology arbeitet gemeinsam mit Kunden in Pilotprojekten, um bedarfsorientierte Lösungen zu entwickeln. Dabei kann das Unternehmen auf langjährige Erfahrungen der Bosch-Gruppe zurückgreifen. „Wann immer es um Vernetzung geht, profitieren wir von der Kompetenz der Bosch-Gruppe als Leitanwender und Leitanbieter in diesem Bereich. Wir starten 2016 eine ganze Reihe von Pilotprojekten, um bei Bosch vorhandene Softwarelösungen auf die Bedürfnisse unserer Zielindustrien Pharma und Nahrungsmittel anzuwenden“, sagt Klefenz.

Über die Firma
Robert Bosch Packaging Technology GmbH
Waiblingen
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