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Zur Optimierung der Produktion ließ der Arzneimittelhersteller Medice Arzneimittel Pütter seine Fertigung auf mögliche Kapazitätsreserven analysieren. Mithilfe eines Messgerätes zur Erfassung der Overall Equipment Effectiveness (OEE) stellte Medice fest, an welchen Stellen die Produktivität der Maschinen erhöht werden konnte. Schließlich implementierte Medice ein Manufacuring Execution System (MES) von Fastec, um die Produktion dauerhaft überwachen und optimieren zu können.

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Medice ist Experte auf dem Gebiet der Nierenheilkunde und hat ein breites Präparat-Sortiment entwickelt, um Nierenerkrankungen zu behandeln, zu heilen oder ihr Fortschreiten zu verzögern. 
(Foto: Medice Arzneimittel Pütter)

Medice ist Experte auf dem Gebiet der Nierenheilkunde und hat ein breites Präparat-Sortiment entwickelt, um Nierenerkrankungen zu behandeln, zu heilen oder ihr Fortschreiten zu verzögern. (Foto: Medice Arzneimittel Pütter)

Um Kapazitätsreserven an der Produktionsstätte von Medice Arzneimittel Pütter in Iserlohn aufzudecken, setzte sich Belal Al-Shaibani, Prozessmanager bei Medice, zunächst schwerpunktmäßig mit der Maschinendatenerfassung und deren Optimierung auseinander. „Wir wussten nicht genau, welche Verfügbarkeiten und Leistungen unsere Linien brauchten und planten daher unsere Aufträge nach Erfahrungswerten ein, was teilweise zu einer suboptimalen Auftragsplanung führte“, erinnert sich Al-Shaibani. Um Abhilfe zu schaffen, führte Medice Anfang des Jahres 2011 eine Status-quo-Analyse an drei Maschinen in der Konfektionierung durch. Dadurch erhielt das Unternehmen eine detaillierte Datenbasis für die Produktionsoptimierung.

Medice Arzneimittel Pütter zählt nach eigenen Angaben seit 65 Jahren zu den erfolgreichsten Familienunternehmen unter den Arzneimittelherstellern in Deutschland. Im Stammsitz in Iserlohn entwickeln, produzieren und prüfen über 450 Mitarbeiter Arzneimittel und Medizinprodukte. Das Unternehmen hat sich unter anderem auf rezeptfreie Arzneimittel zur Selbstmedikation spezialisiert. Bekannt ist vor allem das Erkältungsmittel Meditonsin. Im Bereich ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) gilt das Familienunternehmen nach eigenen Angaben als Marktführer. Weiteres Kerngebiet bildet die Nierenheilkunde.

Schnelle Datenerfassung mit OEE-Messgerät

Um die Maschinendaten der drei Maschinen automatisch zu erfassen und die Produktivität zu messen, mietete Medice das OEE-Messgerät Easy OEE des Paderborner IT-Unternehmens Fastec. Mithilfe des Produktivitätsmessgerätes können Maschinendaten, wie Stückzahlen, Taktzeiten, Ausschussmengen, Stillstandszeiten oder auch Eingaben der Produktionsmitarbeiter automatisch erfasst und anschließend analysiert werden. Dadurch lassen sich Aussagen über die Effektivität der einzelnen Maschinen treffen.

Die Auswertungen der Maschinendaten zeigten bei Medice eine Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Produktionszeit und der theoretischen Verfügbarkeit der Maschine. Nebenbei sensibilisierte das angeschlossene OEE-Messgerät die Produktionsmitarbeiter für Stillstände und deren Ursachen. „Unsere Mitarbeiter sahen sofort, wenn etwas nicht optimal an der Maschine lief und konnten unmittelbar reagieren“, sagt Al-Shaibani. „Dadurch steigerten wir bereits im ersten Monat mit Easy OEE unseren OEE-Wert an den drei Testmaschinen um bis zu elf Prozent.“ Nach drei Monaten mietete er ein zweites Messgerät, um drei weitere Maschinen zu analysieren.

„Durch das OEE-Messgerät sahen unsere Mitarbeiter sofort, wenn etwas nicht optimal an der Maschine lief und konnten unmittelbar reagieren. Dadurch steigerten wir bereits im ersten Monat mit Easy OEE unseren OEE-Wert an den drei Testmaschinen um bis zu elf Prozent.“ Belal Al-Shaibani, Prozessmanager bei Medice und Leiter des Projekts „Maschinendatenerfassung und Optimierung“
(Foto: Medice Arzneimittel Pütter)

„Durch das OEE-Messgerät sahen unsere Mitarbeiter sofort, wenn etwas nicht optimal an der Maschine lief und konnten unmittelbar reagieren. Dadurch steigerten wir bereits im ersten Monat mit Easy OEE unseren OEE-Wert an den drei Testmaschinen um bis zu elf Prozent.“ Belal Al-Shaibani, Prozessmanager bei Medice und Leiter des Projekts „Maschinendatenerfassung und Optimierung“
(Foto: Medice Arzneimittel Pütter)

Aufbauend auf der mit Easy OEE geschaffenen Datenbasis fiel bei Medice die Entscheidung, im Bereich Konfektionierung und Verpackung ein Manufacuring Execution System (MES) einzuführen. Mit dessen Hilfe sollte nach und nach die gesamte Produktion überwacht, gesteuert und optimiert werden, um die entdeckten Kapazitätsreserven bestmöglich durch eine Steigerung der Ausbringung für die Absatzerhöhung zu nutzen. „Wir hatten schon gute Erfahrungen mit Easy OEE und Fastec sammeln können. Da war es konsequent, auch das MES von Fastec zu implementieren. Zumal wir durch den modularen Aufbau des MES Fastec 4 Pro die einzelnen Bereiche unserer Produktion nach und nach integrieren konnten“, so Al-Shaibani.

In der ersten Stufe startete Medice den Rollout im Bereich Konfektionierung und Verpackung. Hier wurden fünf Maschinen integriert und die Module MDE/OEE zur Maschinendatenerfassung, -auswertung und Produktion/BDE zur Verwaltung sowie zur Abarbeitung der Fertigungsaufträge lizenziert. Laut Al-Shaibani konnte Medice mit Fastec 4 Pro den OEE-Wert in der Konfektionierung innerhalb eines Jahres um zehn Prozent steigern. Zusätzlich wurde das Monitoring-Modul des MES genutzt, um eine Visualisierung des aktuellen Produktionsstands zu bekommen.

Für Sie entscheidend
Overall Equipment Effectiveness (OEE)
Der Begriff OEE (Overall Equipment Effectiveness = Gesamtanlageneffektivität) bezeichnet eine Kennzahl, die die Produktivität einer Maschine, Anlage oder Linie misst. Der OEE-Wert berechnet sich aus dem Produkt der Faktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität.

Unternehmen

FASTEC GmbH

Technologiepark
33100 Paderborn
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