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Nanographic-Printing-Press

Die Zukunft der Druckbranche hat begonnen

Benny Landa, Chairman der Landa Corporation erklärte bei seiner Präsentation, wie er die aktuelle Entwicklung in der Druckbranche sieht: „Drupa 2016 wird in die Geschichte als Wendepunkt bei der branchenweiten Umstellung vom mechanischen, analogen zum digitalen Druck eingehen. In der Vergangenheit mussten Hersteller von Digitaldruckmaschinen schwer kämpfen, um den Markt von der notwendigen Umstellung auf die Digitaltechnologie zu überzeugen. Früher galt es, nach der Push-Strategie einen starken Verkaufsdruck aufzubauen. Jetzt hat sich die Situation erstmals umgekehrt. Denn inzwischen reagiert der Markt mit einem starken Nachfragesog von Kunden und Markenartiklern, die den Digitaldruck jetzt verlangen. Offenbar sind branchenführende Unternehmen – im Verpackungs-, Akzidenz- und Verlagsdruck – zu der Überzeugung gelangt, dass ihre Umstellung auf den Digitaldruck einfach ein Muss ist.“

Die Rollenmaschine W 10 ist unter anderem für den variablen Druck von flexiblen Verpackungen geeignet. (Foto: Landa)
Die Rollenmaschine W 10 ist unter anderem für den variablen Druck von flexiblen Verpackungen geeignet. (Foto: Landa)



Eine der präsentierten Maschinen war die Landa W10P Nanographic-Printing-Press für Publishing-, Katalog- und Directmail-Anwendungen. Im Vierfarbdruck soll die Schön- und Widerdruckmaschine mit einer Druckbreite von einem Meter und zwei Druckwerken eine Geschwindigkeit von 200 Metern pro Minute erreichen und unterstützt eine Vielzahl von Substraten, wie gestrichenes und ungestrichenes Papier, Leichtpappe und metallische Substrate. Die W10P soll sich durch ihre hohe Druckqualität und Farbdeckung auf Papier mit einer Grammatur von nur 35 g/m² ohne Durchschlagen der Tinte auszeichnen.

„Dank unserer vierzehnjährigen intensiven Forschungsarbeit im Bereich der Nanotechnologie konnten wir in puncto Digitaldruckqualität, -geschwindigkeit und -kosten bahnbrechende Fortschritte erzielen. Die Landa W10P Nanographic-Printing-Press ist bis zu 24-mal schneller als jede andere Akzidenz- oder Digitaldruckmaschine und druckt mehr als zwei Millionen Zeitschriftenseiten in einer Acht-Stunden-Schicht“, sagt Landa. „Die W10P ist eine Technologieplattform, auf deren Basis Werbe- und Verlagsdruckereien ihren Umsatz und ihre Rentabilität steigern und weiter expandieren können.“

Geringere Betriebskosten

Schätzungsweise 200.000 Besucher strömten auf den Messestand, um bei den 20 Live-Vorführungen pro Tag einen Blick auf die neue Technologie zu werfen. (Foto: Landa)
Schätzungsweise 200.000 Besucher strömten auf den Messestand, um bei den 20 Live-Vorführungen pro Tag einen Blick auf die neue Technologie zu werfen. (Foto: Landa)

Dank der Technologie sollen Druckdienstleister ihre Mainstream-Produktion von Publikationen, Katalogen und Direktwerbung zu weitaus geringeren Betriebskosten und mit höheren Margen vom Offsetdruck auf den Digitaldruck umstellen können. Zeitschriftenverlage können die Vorteile dieser Technologie nutzen, um ihr Produktsortiment durch attraktive Geschäftsmodelle wie Print-on-Demand, Produktion von Kleinauflagen, Distribute-and-Print, Custom Publishing (auf das Zielpublikum individuell abgestimmte Veröffentlichungen) und Self-Publishing (Selbstveröffentlichungen) zu erweitern. Die Landa W10P Press soll ab Ende 2017 an Kunden ausgeliefert werden.

Außerdem präsentierte das Unternehmen seine Nanographic-Printing-Presses für den Bogen- und Rollendruck, einschließlich der S10 für Faltschachteln und POP-Materialien, der Schön- und Widerdruckmaschine S10P und der Landa W10 für flexible Verpackungen.

Das Herzstück der neuen Drucktechnologie bilden die Nano-Ink-Tinten aus dem Hause des Unternehmens, deren Pigmentpartikel so klein sind, dass sie im zweistelligen Nanometerbereich gemessen werden. Diese winzigen Abmessungen, so Benny Landa, verleihen den Pigmenten spezielle Eigenschaften, die zu sehr reinen Farben führen. Daher kann der Pigmentgehalt deutlich reduziert werden. Geliefert werden die Tinten als Konzentrat in Kartuschen zu je 15 Kilogramm. Die Verdünnung auf die erforderliche Konzentration erfolgt während des Drucks – mit ganz gewöhnlichem Leitungswasser, das gegebenenfalls in der Druckmaschine aufbereitet wird.

Die Kartuschen werden im Betrieb laufend gewogen, sodass der Bediener einschätzen kann, wie viel Tinte jeweils noch verfügbar ist. Leere Kartuschen lassen sich zusammenfalten und genau wie gewöhnliche Getränkeflaschen aus Kunststoff entsorgen. Sämtliche Druckmaschinen sind für acht Farben ausgelegt – entweder CMYK plus vier oder CCMMYYKK zur Beschleunigung des Drucks oder Steigerung der Auflösung.

Die S 10 richtet sich vor allem an den Verpackungsmarkt. (Foto: Landa)
Die S 10 richtet sich vor allem an den Verpackungsmarkt. (Foto: Landa)

Beheizbares Drucktuchband

Von speziellen Auswurfmechanismen werden die Nano-Ink-Tinten tröpfchenweise auf ein beheizbares Drucktuchband aufgebracht. So entsteht das gesamte Druckbild, das noch auf dem Band zu einem ultradünnen, polymeren Film aushärtet. Dieser Film – ähnlich einem Abziehbild – wird über eine Reihe von Zylindern unter Anwendung von Druck auf den Bedruckstoff übertragen. Im Moment vor der Übertragung sorgt eine Booster-Infrarotlampe für die nötige Wärme. „Der Energieverbrauch dabei ist verschwindend gering“, erläutert Landa. „Der Film kann nur bei einer bestimmten Temperatur übertragen werden – und die geben wir ihm genau im richtigen Moment.“

Neben den neuen Digitaldruckmaschinen stellte das Unternehmen auch eine neue Folientechnologie, die Nano-Metallografie, vor.
(Foto: Landa)
Neben den neuen Digitaldruckmaschinen stellte das Unternehmen auch eine neue Folientechnologie, die Nano-Metallografie, vor. (Foto: Landa)

Diese Wärme aber bleibt auf das Band beschränkt: Die Bogen in der Auslage haben annähernd normale Temperatur und können laut Landa umgehend veredelt werden, da die Nano-Ink-Tinten ausgesprochen kratz- und abriebfest sind – Qualitäten, die die Maschinenführer am Messestand demonstrierten, indem sie eine Münze gegen das frische Druckbild rieben.

Zu den wichtigsten Alleinstellungen der Nanografie zählt die Fähigkeit, nicht nur gestrichene und ungestrichene Standardpapiere, sondern auch nicht saugende synthetische Materialien, wie etwa Kunststofffolien – und selbst Polyethylen –, zu bedrucken. Dank der extremen Dünne des Nano-Ink-Farbilms bleibt der Glanzgrad des Untergrunds erhalten.

Neben den neuen Digitaldruckmaschinen stellte das Unternehmen auch eine neue Folientechnologie, die Nano-Metallografie, vor. Das Modul, das Etikettendruckmaschinen zugeschaltet werden kann, soll die sonst bei Folien übliche Metallmakulatur auf null senken und die Kosten für Folienveredelungen halbieren.

 

Für Sie entscheidend
Landas Drupa-Auftritt

  • schätzungsweise 200.000 Besucher auf dem Messestand
  • 20 Live-Vorführungen pro Tag
  • W10P Nanographic-Printing-Press mit einer Geschwindigkeit von 200 m pro Minute
  • Rollenmaschine W 10 für  variablen Druck von flexiblen Verpackungen
  • S10 Nanographic Printing Press für Faltschachteln und POP-Materialien
  • Nano-Ink-Tinten als Konzentrat in Kartuschen zu je 15 Kilogramm
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