Unternehmen

Fanuc kommt mit glänzenden Zahlen zur Automatica

Geschäftsführer Olaf Kramm von Fanuc Deutschland (Foto: Fanuc)
Geschäftsführer Olaf Kramm von Fanuc Deutschland (Foto: Fanuc)

Die Zahl der Mitarbeiter bei Fanuc Deutschland stieg auf inzwischen circa 300. „Ein weiteres, moderates Wachstum ist geplant“, so Geschäftsführer Olaf Kramm. Weiter ausgebaut wird die Zahl der Ausbildungsstellen. Erst seit dem Merger hatte das Unternehmen überhaupt die Möglichkeiten geschaffen, sowohl im kaufmännischen als auch im technischen Bereich auszubilden. „Die Zahl der Ausbildungsplätze wird zweistellig werden“, eröffnet Kramm dem Nachwuchs Perspektiven.

Größter Markt für den Roboterabsatz mit stark steigender Tendenz ist und bleibt die Automobilindustrie. Im Base Business gehört das Be- und Entladen nach wie vor zu den am meisten nachgefragten Projekten. „Sehr positiv entwickelt sich der Markt für automatisierte Messtechnik“, bilanziert Olaf Kramm. Große Fortschritte habe Fanuc in der Fügetechnik gemacht. Wachstum sei auch im Bereich Verpackung mit den Aufgaben Picken, Packen, Palettieren zu verzeichnen, wenn auch nicht mit den gewünschten Steigerungsraten.

Bei der positiven Entwicklung spielen das allgemeine Marktwachstum und die Vertriebsstrategie von Fanuc zusammen. Kramm: „Wir haben das Kompetenzpaket und halten uns aus dem Projektgeschäft raus. Wir sind für unsere Systemintegratoren ein strategischer Partner und machen ihnen keine Konkurrenz.“ Auch deshalb habe das Unternehmen die Zahl der Systemintegratoren erneut steigern können. viele davon sind im weitesten Sinn dem Kreis der Zulieferindustrie zuzurechnen. Ein Ausdruck dieser Marktentwicklung ist der „Yellow Highway“ auf der Automatica mit insgesamt 24 Systempartnern.

Beim Megathema „kollaborative Roboter“ fokussiert sich Fanuc ganz auf den Industriebereich. Mittlerweile seien die ersten Roboter aus dieser Baureihe verkauft und insbesondere in der Automobilindustrie und bei Tier 1 Zulieferern in erste Projekte eingebunden. Erst im vergangenen Jahr hatte Fanuc mit dem CR-35iA seinen industrietauglichen MRK-Roboter mit 35 kg Traglast vorgestellt. Inzwischen hat das Unternehmen diese Baureihe mit dem neuen 7-kg-Modell ergänzt. Weitere Baugrößen legt die bisherige Produktpolitik nahe.

Zur Entwicklung der beiden anderen Geschäftsbereiche sagte Olaf Kramm: „In Summe ist auch das Geschäft mit CNC und Robomachines gut gelaufen.“ Der Maschinenbereich sei überproportional gewachsen, Spitzenreiter seien hier die Spritzgießmaschinen der Baureihe Roboshot. In der nächsten Ausbaustufe der Vertriebsaktivitäten stehe der CNC-Bereich ganz vorne.

Im Plan liegt die Anlaufphase der Fanuc Akademie, die derzeit im teilweisen Probebetrieb ist. Die 23 Mio. Euro Investition wird im Herbst zur AMB offiziell eröffnet. In insgesamt 22 Schulungsräumen mit neuester technischer Ausstattung sowie einem eigenen Gästehaus mit 67 Zimmern werden Schulungs- und Trainingsaktivitäten deutlich intensiviert. Im Laufe des Jahres wird auch das neue Technikzentrum in den Volllastbetrieb gehen, in dem für Kundenprojekte Tests unter Produktionsbedingungen an Fanuc-Maschinen gefahren werden können. „Dann werden wir eine Konsolidierungsphase einleiten, in der wir die neuen Prozesse und Abläufe stabilisieren“, blickt Olaf Kramm auf das Arbeitsprogramm für 2016.

Technologisch – auch das zeigt der Auftritt von Fanuc auf der Automatica – wird man sich mit „Zero Down Time“, kurz ZDT, beschäftigen. So ist „Zero Down Time“ eine konkrete Lösung für eine ausfallsichere Produktion. Dabei adressiert Fanuc mit ZDT zwei Grundforderungen: Überwachung der „Lebensfunktionen“ von Robotern praktisch in Echtzeit und die Übernahme präventiver Instandhaltung, um das Instandhaltungspersonal zu entlasten. Das ist nichts anderes als ein konkreter Baustein zu Industrie 4.0. Kramm: „Zero Down Time ist in München für uns ein Top-Thema.“ Anhand einer Anlage mit fünf R-2000i-Robotern und einem CR-35iA werden Möglichkeiten demonstriert.

„Software-Intelligenz“ wird ein weiteres Thema sein, das bei Fanuc in Zusammenhang mit selbstlernenden Robotern gesehen wird. Dass das bei weitem keine Zukunftsmusik ist, zeigt die Software Irpicktool, die in einer Anlage mit mehreren Pickrobotern den Ausfall eines Roboters selbständig kompensiert. Das Fanuc eigene Visionsystem ebenso wie die eigenen Sensoren („Kraft-Momenten-Sensoren“) liefern für Automationslösungen heute schon relevante Daten aus einer Anlage oder einem Roboter und sind damit für Industrie 4.0 einsatzfähige Einheiten.

Über die Firma
FANUC Deutschland GmbH
Neuhausen a. d. F.
Newsletter

Das Neueste von
neue verpackung direkt in Ihren Posteingang!