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Zwei, die sich verstehen

Durch den Einsatz der Profinet-fähigen Schnittstellengeneration Moto-Logix ist es dem niederländischen Anlagenbauer MPS Food Logistic Systems gelungen, einen Palettierroboter Motoman MH225 von Yaskawa direkt in eine Siemens-Automationsumgebung zu integrieren. (Foto: MPS)
Durch den Einsatz der Profinet-fähigen Schnittstellengeneration Moto-Logix ist es dem niederländischen Anlagenbauer MPS Food Logistic Systems gelungen, einen Palettierroboter Motoman MH225 von Yaskawa direkt in eine Siemens-Automationsumgebung zu integrieren. (Foto: MPS)

Umfassende Lösungen, eigene Produkte, schlüsselfertige Anlagen – mit seinem breitgefächerten Portfolio ist der niederländische Anlagenbauer MPS Food Logistic Systems als Partner der internationalen Lebensmittelindustrie gefragt. Die Intralogistik- und Verpackungssysteme von MPS kommen weltweit in Produktionsanlagen und Logistikzentren zum Einsatz. In mehr als 100 Ländern hat das Unternehmen, das seit 2016 zu Marel gehört, bereits über 4.600 Projekte in verschiedenen Bereichen der fleischverarbeitenden Industrie umgesetzt.

Bei der Entwicklung kundenspezifischer Lösungen haben die Spezialisten am Stammsitz in Lichtenvoorde dabei immer die neuesten technischen Entwicklungen im Blick. So auch bei einer aktuellen Anfrage aus Deutschland: Gefordert war eine Roboterzelle für das Palettieren von Fleischpackungen, sogenannten E2-Kisten, am Ende einer Verpackungslinie. Die besondere Herausforderung bestand dabei darin, dass der Roboter in die vorgegebene SPS-Umgebung integriert werden sollte. Konkret forderte der Kunde, dass der Roboter ohne den Umweg über die Robotersteuerung direkt über das Automationsportal TIA (Totally Integrated Automation) des Siemens-Konzerns programmiert und gesteuert werden kann. MPS, das auch auf die koventionelle Programmierung spezialisiert ist, nahm die Herausforderung an und setzte die Aufgabe zwischen Dezember 2015 und April 2016 mithilfe der Schnittstelle Moto-Logix von Yaskawa um. MPS und Yaskawa kooperieren erfolgreich seit der Einführung der M-Line, einer Kombination von Hochleistungswerkzeugen zur Schweineschlachtung und Motoman-Robotern.

Lange mussten Roboter- und Maschinensteuerung getrennt voneinander programmiert, bedient und gewartet werden. Dieses konventionelle Zusammenspiel von Robotern und Maschinen ist immer noch möglich, aber angesichts neuer technischer Entwicklungen inzwischen überholt.

Neue Schnittstellengeneration zur Robotersteuerung per SPS

So bietet Yaskawa eine leistungsfähige Alternative: Über Moto-Logix lassen sich Motoman-Roboter im gängigen IEC-61131-Umfeld schnell und unkompliziert über die SPS programmieren und steuern. Aktuell sind dafür neben Profinet für Siemens-Umgebungen auch die Plattformen Ethernet/IP und Powerlink freigegeben. „Tiefergehende Roboterkenntnisse sind also nicht erforderlich“, nennt Erik van den Beld, Manager Engineering bei MPS, einen entscheidenden Vorteil und ergänzt: „So wird auch die Inbetriebnahme effizienter.“

Durch die Integration in die SPS bleiben alle genuinen Vorteile der Robotersteuerung erhalten. So berechnet die Robotersteuerung die Bewegungskinematik und garantiert eine hohe Bewegungsqualität. Das heißt: Das Yaskawa Know-how in Sachen exakte Bewegungsabläufe der Manipulatoren bleibt weiterhin garantiert. Vor allem bei jeder Art von Handling, wie Maschinenbestückung, Picking, Packaging, Placing, Palletizing oder auch Messen, Prüfen und Sortieren können diese Roboter sowie die dazugehörige Steuerung ihre vollen Stärken ausspielen. Die einfache Integration der Robotersteuerung in die SPS zahlt sich nicht nur beim Betrieb komplexer Produktionsanlagen aus. Mit Moto-Logix genügen SPS-Kenntnisse zur Steuerung von Robotern. Somit entfällt die Suche nach robotergeschultem Personal beziehungsweise der Aufwand, um das Personal darauf umzuschulen. Weltweit können Yaskawa-Roboter somit unter gleichen Bedingungen betrieben werden.

Hochgeschwindigkeits-Roboter Motoman MH 225

Vor diesem Hintergrund entschieden sich die MPS-Ingenieure um Erik van den Beld beim Roboter für ein kraftvolles und vielseitiges Modell aus der MH-Serie von Yaskawa. Diese umfasst flexible, sechsachsige Hochgeschwindigkeits-Roboter für eine Vielzahl von Applikationen, wie Handling, Maschinenbeschickung, Verarbeitungs- und Verteilungsapplikationen im Traglastbereich von 3 bis 600 kg. Der flexible Motoman MH225 deckt dabei Anwendungen bis 225 kg ab. Trotz dieser großen Tragkraft und einer hohen Reichweite von 2.702 mm benötigt das Modell nur sehr wenig Platz. Sein kompakter, schmaler Körper ist lediglich 625 mm breit. Ein neu entwickeltes Vibrationskontrollsystem nutzt die erhöhte Achsgeschwindigkeit sowie die Eigensteifigkeit der Getriebe und erlaubt besondere Beschleunigung bei kurzen Bewegungen. Die reduzierten Zykluszeiten erhöhen die Produktivität zusätzlich.


Der Handlingroboter arbeitet mit der aktuellen Steuerungsgeneration Motoman DX 200, die Moto-Logix unterstützt. Der integrierte Safety Controller macht diese Hochleistungssteuerung zudem zu einer kompletten Funktionalen Sicherheitssteuerung (FSU) der Kategorie 3. Mit bis zu 32 festlegbaren Sicherheitszonen und 16 möglichen Werkzeugen werden kleinere Arbeitsbereiche und eine optimale Ausnutzung der Produktionsfläche möglich.

Vorteile von zwei Hochleistungssystemen kombiniert

Durch den Einsatz der Profinet-fähigen Schnittstellengeneration Moto-Logix ist es dem niederländischen Anlagenbauer MPS Food Logistic Systems gelungen, einen Palettierroboter Motoman MH225 von Yaskawa direkt in eine Siemens-Automationsumgebung zu integrieren. Dabei werden die Vorteile von zwei Hochleistungssystemen kombiniert: die komfortable Roboter-Programmierung direkt über die Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) und die hohe Präzision der Robotersteuerung DX200. Damit ist es möglich, Motoman-Roboter im gängigen IEC-61131-Umfeld zu programmieren und in entsprechende Anlagen zu integrieren.

 

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Über Yaskawa
Yaskawa ist mit mehr als 400 Mrd. Yen Jahresumsatz ein weltweit führender Hersteller von Servoantrieben (Sigma-Serie), Frequenzumrichtern (wie A1000) und Motoman-Industrierobotern. Geschäftsaktivitäten des 1915 in Japan gegründeten Unternehmens bestehen aus Drives (Frequenzumrichtern), Motion Control (Servoantrieben, Servomotoren, Maschinensteuerungen), Robotics (Industrieroboter, Robotersysteme), System-Engineering (Mittelspannungsumrichter, Generatoren und Konverter) sowie Information Technology (Software-basierende Produkte). Seit 2012 gehört zudem die Vipa GmbH in Herzogenaurach mit dem Schwerpunkt Visualisierung und Prozessautomatisierung zu Yaskawa. Darüber hinaus wurde im Oktober 2014 das im Bereich Windkraftanlagen tätige Unternehmen The Switch Engineering Cooperation von Yaskawa übernommen.

Damit ist Yaskawa weltweit eines der wenigen Unternehmen, das Komponenten und Lösungen für fast alle Branchen aus einem Haus anbietet.

Mit umfangreichen Investitionen in Forschung und Entwicklung hat das Unternehmen eine Vielzahl von Erfindungen, Patenten und Innovationen hervorgebracht. Dieser technologische Anspruch hat die Geschäftsbereiche Drives & Motion und Robotics zu einer bedeutenden Marktposition in verschiedenen Industrien geführt, darunter: Maschinenbau und Anlagenbau (Verpackungsmaschinen, Pumpen/Kompressoren, Textilmaschinen, Digitaldruckmaschinen, Herstellung von Kränen und Hebezeugen, Anlagen für Halbleiter- und Elektronikfertigung, Maschinen zur Gewinnung und Bearbeitung von Holz, Glas, Metall, Steine/Erden) sowie in der Aufzugs-Industrie, im Fahrzeugbau und in der Montage- und Handhabungstechnik.  

Die Yaskawa Europe GmbH mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt gliedert sich in die drei Divisionen Drives & Motion (Antriebs- und Steuerungstechnik sowie Lineartechnik), Robotics (Industrieroboter) sowie Vipa (Automatisierung und Steuerungstechnik) und betreut die Märkte Europa, Afrika, Mittlerer Osten sowie den Bereich der früheren Sowjetunion.  

Über die Firma
YASKAWA Europe GmbH
Allershausen
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