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Verpackungsmaschinen

Zukunft im Doppelpack – KHS und Schubert kooperieren

Den Kundennutzen im Blick: Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer (links) und Gerald Schubert (rechts) haben sich beim Flaschenpacken zu einer Kooperation ihrer Unternehmen 
KHS und Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen entschlossen, die für eine hohe Flexibilität, Variantenvielfalt und Kompaktheit steht. (Foto: KHS)
Den Kundennutzen im Blick: Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer (links) und Gerald Schubert (rechts) haben sich beim Flaschenpacken zu einer Kooperation ihrer Unternehmen KHS und Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen entschlossen, die für eine hohe Flexibilität, Variantenvielfalt und Kompaktheit steht. (Foto: KHS)

Hier haben sich zwei gefunden: dort der Lenker der KHS Gruppe aus Dortmund als Vorsitzender der Geschäftsführung, Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer, und hier Gerald Schubert, der in zweiter Generation gemeinsam mit seinem Bruder Ralf sowie Peter Gabriel die Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen GmbH, Crailsheim, leitet. Es geht entspannt zu, wenn die beiden aufeinandertreffen. Das erleichert die Kommunikation. Am Tisch am KHS Standort Kleve sitzen zwei Vordenker, die gut miteinander können. Es gibt selbstverständlich eine schriftliche Vereinbarung, die dieser Kooperation einen Rahmen gibt. Doch Niemeyer und Schubert bekennen im Einklang: „Wichtig ist besonders, dass auch die Ebenen unterhalb der Unternehmensführungen sich verstehen und vertrauen! Unsere Kooperation lebt vom Bottom-up.“ Dass dem so ist, zeigt eine Leitungsrunde aus Mitarbeitern beider Häuser, die zeitgleich zu diesem Interview stattfindet. Beim gemeinsamen Mittagessen ist zu spüren, dass es hier zielorientiert und harmonisch zugeht. Und obwohl ein Fachjournalist am Tisch sitzt, gehen die Gespräche erstaunlicherweise sehr offen weiter. Niemeyer und Schubert funken auf einer Wellenlänge, das ist sofort zu spüren. Niemeyer steht für einen Konzern mit der großen Salzgitter AG als Mutter im Hintergrund, Schubert für einen Mittelständler aus dem Bilderbuch. Der pragmatische und stets für neue Ideen und Technologien offene Niemeyer ist nicht ausschließlich Geschäftsführer bei der KHS GmbH, er ist zudem Geschäftsbereichsleiter Technologie der Salzgitter AG und damit Mitglied der Konzerngeschäftsleitung. Schubert, der studierte Maschinenbauer, ist durch und durch Vertriebler, der die Chancen im Markt wittert, die diese Zusammenarbeit eröffnet. Der Maschinenbauer aus dem Hohenlohischen bekennt: „Wir haben bei KHS ein Unternehmen vorgefunden, das schnell Entscheidungen fällen kann. Das passt sehr gut zu unseren Strukturen.“ Seit der interpack 2008, als Schubert und KHS Stand an Stand in Düsseldorf vertreten waren, trug Gerald Schubert die enormen Möglichkeiten einer Kooperation im Kopf. Die Crailsheimer hatten damals bereits erste Flaschenpacker an Brauereien geliefert, die Anlagen standen jedoch offline, sprich, der Brauer hatte die Flaschen bereits in Kästen gesetzt, anschließend packte die TLM-Maschine zum Beispiel für Promotionaktionen im Handel die Flaschen zurück in Baskets oder Cluster. Das Umpacken von vollen Kästen ist natürlich nicht zielführend, wenn hohe Leistungszahlen erbracht werden müssen. Aber auch inline hatte der Toploading-Weltmarktführer bereits einige Erfolge aufzuweisen, doch erwiesenermaßen waren diese Lösungen kompliziert und nur teuer zu bewerkstelligen.

Anstoß zur Kooperation war letztlich der Bedarf bei den Kunden. Mit höherer Individualität bei der Verpackung und den dadurch möglichen Vorteilen im stetigen Wettbewerb um die Gunst der Verbraucher müssen vor allem Brauer punkten – aber nicht nur. Die Kooperation zwischen KHS und Schubert schafft einen echten Nutzen für die gesamte Getränkeindustrie.

Blocklösung ermöglicht Kompaktheit

Doch blicken wir auf das, was mit dieser Zusammenarbeit technisch zusammengeführt wird: Bereits in der Vergangenheit hat KHS klassische Produktionslinien zur Verarbeitung von Baskets und/oder Clusterpacks angeboten. Dabei wurden einzelne Maschinen durch Transporteure miteinander verbunden. Diese Variante ist je nach Anwendung weiterhin gut geeignet, aber weniger flexibel und kompakt als eine Verblockung.

Bei der neuen Blocklösung (inline) werden die einzelnen Module von KHS und Schubert ohne zusätzliche Transporteinheiten zusammengefügt und bilden eine kompakte Einheit. „Dabei resultiert die hohe Qualität der Verpackungen aus der Präzision der konsequent eingesetzten Roboter sowie aus der kompakten Bauweise, die ein kontinuierliches Fixieren der Verpackungseinheit während des gesamten Prozesses ermöglicht“, weiß Max Schwaiger, bei KHS verantwortlich für den Product Support Packaging. Er und sein Gegenüber, Kanellos Tzinieris, der Gebietsverkaufsleiter bei der Gerhard Schubert GmbH ist, haben bereits einige Projekte gemeinsam gestemmt. Ein weiterer Pluspunkt, so die beiden Geschäftsführer, sei die hohe Flexibilität der Verpackungsanlage.

Schubert betont, dass es sich bei der Kooperation um mehr als nur ein Aneinanderkoppeln handele: „Was wir machen, ist Technologieverknüpfung. Unser Transmodul (Anmerkung der Redaktion: der schubertsche Transportroboter) fährt mit dem aufgerichteten Karton in die KHS-Maschine, wird dort mit Flaschen beladen und abschließend wird im Verschließmodul der Karton verklebt und geschlossen. Damit reduzieren wir Mechanik, werden kompakter, flexibler und schneller“, sagt er. Und Matthias Niemeyer bestätigt: „Dank der engen Zusammenarbeit mit Schubert können wir Getränkeherstellern nahezu jede Verpackungsvariante in einer geblockten Maschine anbieten.“ Maßgeschneiderte Lösungen nennen beide diesen Ansatz, weil ihre Kunden aus einer Vielzahl unterschiedlicher Module genau diejenigen zu einer Anlage verblockt erhalten, die ihren Ansprüchen sowohl an die Verpackungsgestaltung als auch an die Leistungsfähigkeit exakt entsprechen. Übrigens inline wie offline: entweder als integrierter Bestandteil der eigentlichen Abfülllinie oder abgekoppelt vom Produktstrom.

Das Transmodul macht es möglich: KHS und Schubert verblocken Standardmodule zu einer hochflexiblen Verpackungsanlage, die noch dazu äußerst kompakt ist. (Fotos: KHS)
Das Transmodul macht es möglich: KHS und Schubert verblocken Standardmodule zu einer hochflexiblen Verpackungsanlage, die noch dazu äußerst kompakt ist. (Fotos: KHS)

Überzeugende Variantenvielfalt

Für die verschiedensten Anwendungsfälle kann die Anlage entsprechend konfiguriert werden, sodass sich der Transportaufwand für Behälter und Gebinde deutlich reduziert, da zum Beispiel bei Inline-Lösungen nur eine Massentransport-Zufuhr erforderlich ist. Insgesamt werden mit den Customized Solutions auch offline nach Angaben von KHS sowie Schubert eindrucksvolle Leistungszahlen von bis zu 30.000 Flaschen pro Stunde auch offline erreicht, je nachdem welche und wie viele Module verblockt werden. Inline sind sogar Stückzahlen von bis zu 72.000 Flaschen in der Stunde möglich.

Im Gespräch (v. l. n. r.): Matthias Mahr, neue verpackung, mit Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer, KHS, und Gerald Schubert, Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen. (Foto: KHS)
Im Gespräch (v. l. n. r.): Matthias Mahr, neue verpackung, mit Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer, KHS, und Gerald Schubert, Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen. (Foto: KHS)



In St. Gallen haben KHS und Schubert ein erstes Projekt gestartet. Bei der Brauerei Schützengarten AG läuft bereits ein kompakter Flaschenpacker, der dieser Kooperation entstammt. „Ohne das Transmodul wäre das Verschmelzen unserer Anlagen nicht machbar“, sagt Tzinieris. „Es hat eins für jeden Geschmack“, lautet der Wahlspruch der Schweizer beim Bier, beim Verpacken nun auch. Denn mit geringen Formatkosten ist es jetzt möglich, Open- oder Closed-Baskets sowie Cluster herzustellen. Aber auch Pulling-Closed- oder Top-Clip-Verpackungen sind herstellbar. Und alles mit einem einfachen Werkzeugwechsel.

Die verblockte Anlage in St. Gallen besticht durch ihre hohe Flexibilität als platzsparende Lösung. Die Verpackungsmaschine ist für elf verschiedene Flaschenformate (davon sieben Mehrweg und vier Einweg) ausgelegt. Die Mehrwegflaschen werden in sechs verschiedene Kunststoffkisten verarbeitet, die Einwegflaschen in sechs verschiedenen Kartonformaten.

Besonders freut es die Maschinenbauer in Dortmund und Crailsheim, dass die verblockte Anlage Einzigartiges kann: Sie kann zum Beispiel, während der KHS Einpacker Kunststoffkisten mit Flaschen belädt, auf andere Formate umgerüstet werden.  Das vermeidet Leerlaufzeiten. „Das können nur wir“, berichtet Tzinieris stolz. Etwa 30 bis 40 Prozent der Flaschen werden übrigens noch immer in klassische Kisten gesetzt.

„Letztlich ist es für uns entscheidend, dass am Ende der Kunde gewinnt“, betonen die Solution-Provider Matthias Niemeyer und Gerald Schubert unisono. Das gemeinsame Projekt mit der Schweizer Brauerei Schützengarten ist erfolgreich gestartet. Weitere werden folgen, weil das Konzept für Abfüller zukunftsweisend ist und große Chancen am Markt verspricht.

 

Für Sie entscheidend

Kompakte und platzsparende Lösung
Die Kooperation von KHS und Schubert eröffnet den Getränkeabfüllern neue Perspektiven. Die KHS- und Schubert-Maschinen werden inline verknüpft und bilden somit eine sehr kompakte und platzsparende Einheit. Zusätzliche Transporteinheiten werden nicht benötigt, denn das Transmodul von Schubert übernimmt diese Aufgabe: Der Schubert Transportroboter fährt mit dem aufgerichteten Karton in den KHS-Einpacker, hier erfolgt die Beladung mit Flaschen oder Dosen und anschließend werden in einem Verschließmodul von Schubert die Kartons verklebt. Damit verschmelzen KHS- und Schubert-Maschinen zu einer Anlage. Natürlich kann auch offline verpackt werden.

Nahezu grenzelose Varianten- und Leistungsvielfalt
Die Verpackungsanlage von KHS und Schubert besticht durch ihre Flexibilität und Variantenvielfalt. Die Anlage kann Kisten packen und auch  Baskets, Cluster und weitere Packvarianten aus Karton. Und auch die Leistungsdaten sind bestechend: Inline können bis zu 72.000 Flaschen pro Stunde gepackt werden, offline schaffen die Kooperationspartner
30.000 Flaschen pro Stunde.

 

Für Sie entscheidend

One Face to the Customer
Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer, KHS, und Gerald Schubert betonen, dass der Kunde einen Ansprechpartner habe. Beide schätzen, dass zunächst 95 Prozent der Anfragen über KHS laufen werden. Die technischen Vertriebsmitarbeiter beider Häuser gehen gemeinsam zum Kunden, um dort den höchsten Nutzen für den Kunden zu generieren, betonen die Geschäftsführer. Der besondere Charme der Zusammenarbeit liege in der Verwendung von Standardmodulen, die zu flexiblen Lösungen führten. „Customized Solutions“ nennen die beiden das.

Beratungskompetenz
„Jetzt verschmelzen Technologien“, sagt Schubert. Die kompakte Maschine, die durch die Zusammenarbeit von KHS und Schubert entstehe, sei in der Summe für den Kunden mehr als 1+1. Die Kooperation verfolge einen ganzheitlichen Ansatz, der dem Kunden eine langfristige und flexible Produktion biete. Der Verpackungsmaschinenbauer aus Crailsheim kann den Kunden umfassende Trainings- und Serviceangebote machen, zudem zeigen Verpackungsworkshops von Schubert vielfältige Lösungsansätze auf.

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Matthias Mahr

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