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IML

IML fördert die Markenindividualität

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Die Messe K als Kunststoff-Leitmesse fand im letzten Oktober statt, die interpack liegt erst wenige Wochen zurück. Auf beiden Veranstaltungen war Illig breit vertreten. Sollte man doch fast glauben, das sei ausreichend Gelegenheit gewesen, die neuesten Entwicklungen des Unternehmens genau betrachtet zu haben. Weit gefehlt: Mit einer Hausmesse im Juni setzte Illig noch eins oben drauf. Am ersten Tag kamen rund 150 deutsche Teilnehmer, um bei kräftiger Hitze innen wie außen neueste Techniken aus Heilbronn zu schauen. Der zweite Tag diente internationalen Besuchern. 120 Teilnehmer waren angemeldet. Es sind die Vorführungen und die Möglichkeit des intensiven Gesprächs, die diese Termine so attraktiv machen.

Der Besucherzuspruch unterstreicht auch die wirtschaftliche Situation des Unternehmens. „Wir erreichen das Investitionsniveau von 2007 wieder", stellt Illig-Geschäftsführer Karl Schäuble erfreut fest. Er setzt in diesem Jahr auf ein Wachstum „im zweistelligen Bereich". Das bedeutet nach 2016 ein weiteres Rekordjahr. Schäuble: „Wir konnten den Umsatz 2016 um gut zehn Prozent steigern, was deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt." Verpackung hat weiterhin Konjunktur, auch in den Schwellenländern, so die schwäbische Erkenntnis. Für Schäuble ist das Zunehmen der Megacities eine der Ursachen für den Bedeutungsgewinn der Verpackung in den Schwellenländern. Der bestehende Nachfrageschub ist für Illig nicht leicht zu bewältigen. Die Kapazitäten in Heilbronn sind erschöpft. Neues Personal ist nur schwer zu gewinnen. Schäuble will daher die Fertigungstiefe bei Illig „etwas verflachen" und die Taktfertigung möglichst anheben.

Und dennoch betritt auch Illig neues Terrain: Das In-Mould-­Labelling als Verpackungstrend wird auch von diesem Maschinenbauer aufgenommen. Schäuble: „In-Mould-Labelling ist eine zusätzliche Anwendung für Illig." Im Mittelpunkt der Maschinenpräsentation stand auf der interpack wie auf der Hausmesse die Form-, Füll- und Schließmaschine FSL 48 mit mehrspurigem Füller und integrierter IML-Station.

Die Molkereien im Auge

Die FSL 48 ist auf die Anforderungen der Lebensmittel- und insbesondere der Molkereiindustrie ausgerichtet. Der auf CIP (Cleaning in Place) und SIP (Sterilisation in Place) konstruierte mehrspurige Füller kann so ausgestattet werden, dass er den Hygieneanforderungen der Lebensmittelindustrie bis zur Hygieneklasse V nach VDMA (hygienische Abfüllmaschinen) entspricht. Die Hygienestufen der Maschine reichen vom Formen mit steriler Luft über eine komplett geschlossene Füllstrecke (Tunnel – ebenfalls in CIP/SIP-Ausführung lieferbar) bis hin zum Entkeimen der Deckelfolie mit UVC-Bestrahlung oder H2O2-Behandlung. In der Aseptik-Version werden die geformten Becher auf der Innenseite zusätzlich mit H2O2-Dampf besprüht und anschließend mit heißer Sterilluft getrocknet. Dies erfolgt innerhalb des geschlossenen Aseptik-Moduls (Füllstrecke/Füller) ohne Belastung der restlichen Maschine oder Umgebung.

Gesteuerte Bewegungsabläufe der durchgängig servomotorisch angetriebenen Anlage sollen zu einer hohen Laufruhe beitragen, wodurch selbst hochflüssige Produkte abgefüllt werden können, ohne dass überschwappendes Produkt die Siegelränder der Packungen verschmutzt. Auf der FSL 48 lassen sich alle gängigen und für FFS-Linien geeigneten Folienmaterialien verarbeiten, wie PS, PP, Multilayer-Material (zum Beispiel PS/EVOH/PE), APET und sogar Folien aus dem Biopolymer PLA (Polymilchsäure).

Ein Füller – verschiedene Geschmacksrichtungen

Die Formatfläche der FSL 48 ist so ausgelegt, dass man jeweils immer einen kompletten Maschinentakt – beispielsweise zwölf Standard-Quarkpackungen – nach dem Befüllen, Versiegeln und Ausstanzen aus dem Packungsband in einen auf das Maß einer Europalette abgestimmten Karton einsetzen kann. Die Herstellung von Einzel- oder Doppelbechern, Vierer- oder Sechser-Trays auf der Maschine ist durch die Einstellung des Stanzwerkzeugs möglich. Mit dem ein- oder mehrspurigen Füller lassen sich Molkereiprodukte, auch mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, in die zuvor entsprechend etikettierten Packungen in einem Maschinentakt abfüllen. Die vorgestellte Anlage füllt bei einer Zwölffach-Auslegung vier verschiedene Geschmacksrichtungen gleichzeitig ab. Die erreichbare Arbeitsgeschwindigkeit beträgt bis zu 30 Takte pro Minute.

Eine Besonderheit ist IML-T als Möglichkeit der individuellen Etikettierung in der Lebensmittelindustrie. Die in die Formstation inte­grierte speziell konzipierte IML-Einheit arbeitet mit bedruckten Label-Zuschnitten aus dem Magazin. Damit eröffnen sich vielfältige Dekorationsmöglichkeiten: einseitig, zweiseitig, dreiseitig (zum Beispiel in U-Form), vier- oder sogar fünfseitig (einschließlich Bodendekoration mit beispielsweise integriertem Barcode). Da für die IML-Dekoration keine senkrechten Wände erforderlich sind, lassen sich die unterschiedlichsten Becherformen mit Etiketten in Fotoqualität dekorieren.

Das Einlegen der Etiketten in das Formwerkzeug ist ein zusätzlicher Arbeitsgang im Thermoformprozess. Um dennoch hohe Taktzahlen zu realisieren, erfolgt dieser Vorgang bei der FSL 48 parallel zum laufenden Formvorgang. Hierzu ist das Werkzeugunterteil als Würfel konstruiert, der sich bei jedem Takt um 90 Grad dreht. Die Etiketten werden vor dem Einlegen in das Formwerkzeug vorformatiert und mit Vakuum positionsgenau in den einzelnen Kavitäten gehalten.

Das Etikett sorgt für Stabilität

Das Label verbindet sich beim anschließenden Formen der Folie konturgenau und dauerhaft mit der Behälterwand. Prinzipiell kann man die becher- oder schalenförmige Verpackung beliebig gestalten. Ein besonderer Vorteil der IML-T-Technik ist die große Dekorfläche: Das Etikett erhöht je nach Geometrie und Beschaffenheit auch die Festigkeit der gesamten Verpackung. Hierdurch lässt sich die Dicke der eingesetzten Verpackungsfolie reduzieren (Materialkosteneinsparung) und dennoch wird der geforderte Top Load der Packung erreicht. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, jede Kavität des Formwerkzeugs mit einem individuell bedruckten Etikett zu bestücken. Ein Produktwechsel ließe sich so ohne großen Aufwand durchführen. Alle gängigen Label-Materialien lassen sich verarbeiten. Somit sind grundsätzlich recycelbare Verpackungen möglich, wenn Label und Becher aus dem gleichen Material sind.

Das von Illig entwickelte IML-Thermoformen sei kostengünstiger als das fürs Dekorieren von Kunststoffverpackungen ebenfalls genutzte IML-Spritzgieß-Verfahren, heißt es in Heilbronn. Mit IML-T könne man nahezu alle Becherformen flexibel mit Labeln dekorieren. Zudem seien die Investitionskosten für Werkzeuge und die Instandhaltung günstiger als beim Spritzgießen. Thermogeformte Artikel ließen sich dünnwandiger und damit leichter ausführen als spritzgegossene. Zu diesem deutlich geringeren Materialverbrauch käme ein niedrigerer Energiebedarf beim Verarbeiten hinzu. Durch mehr Kavitäten pro Werkzeug ergäben sich nachhaltige wirtschaftliche Vorteile.

Karl Schäuble setzt in der Unternehmensentwicklung gleichzeitig auf Kreativität. Der Kunststoffmaschinenbauer könne nicht laufend neue Joghurtbecher erfinden, meint er, und investiert in neue Lösungen. Kaffeekapseln auf Kunststoffbasis sind ein Beispiel. Bei diesen Kleinbehältern sind die Löcher im Boden eine Herausforderung für viele Maschinenbauer. Illig greift technisch auf eine Entwicklung aus der Vergangenheit zurück. Kunststoffblumentöpfe, wie sie in jedem Gartenmarkt zu finden sind, weisen diese Lochungen bereits auf. Damit ist der grundsätzliche Schritt zur Lösung erreicht.

Hier zeigt sich, Illig beschäftigt sich schon lange mit Verpackungsentwicklung und unterstützt damit Kunden bei der Markteinführung von Packmitteln. Mit dem Programm „Pactivity" bietet der Maschinenhersteller jetzt eine auf das Thermoformen zugeschnittene Verpackungsentwicklung an. „Jedes Projekt steht für sich, denn Verpackung ist nicht gleich Verpackung", sagen die Schwaben.

Produkt, Packstoff, Volumen und Machbarkeit müssen analysiert, Designmöglichkeiten, die Werkzeuggestaltung sowie das Linienkonzept eruiert werden. Im Bereich des Thermoformens stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, um Verpackungen herzustellen. Welches Thermoformverfahren zum Einsatz kommt, entscheiden zuvorderst die Eigenschaften, die eine Verpackung aufweisen soll. Dabei spielen die Gestalt, das Material und der erforderliche Durchsatz entscheidende Rollen. Eine ausführliche Testphase, beginnend mit der Musterherstellung, verschiedenen notwendigen Produktprüfungen und der letztlichen Freigabe des Kunden, schließen den Prozess der Verpackungsentwicklung ab. Danach kann mit der Umsetzung des Produktionssystems begonnen werden.

 

Über den Autor
Autorenbild
Bernd Waßmann, freier Mitarbeiter

Über die Firma
ILLIG Maschinenbau GmbH & Co.KG
Heilbronn
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