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Die Ressourceneffizienz ist eines der zentralen Themen der Anuga Foodtec 2018. Was lässt sich die Verpackungsbranche einfallen, um schonender mit Ressourcen umzugehen und gleichzeitig der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenzuwirken? neue verpackung sprach darüber mit Stefan Dangel, Marketing- und Vertriebsleitung der Sealpac GmbH. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Oldenburg ist spezialisiert auf Hightech-Traysealer und -Thermoformer und entwickelt eigenständig und in Partnerschaft innovative Verpackungslösungen, die eine Antwort auf diesen Anuga- Foodtec-Schwerpunkt geben.

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neue verpackung: Mit welchen Erwartungen stellen Sie auf der Anuga Foodtec 2018 aus?
Stefan Dangel: Die Messe hat eine großartige Entwicklung gemacht und ist mit ihrem hohen Anteil an internationalen Fachbesuchern für Sealpac von großer Bedeutung. Wir haben diesmal unsere Standfläche nahezu verdoppelt auf nun 400 Quadratmeter – ausreichend Platz, um drei vollautomatische Verpackungsanlagen zu präsentieren. Trotz der teilweise politisch unsicheren Situation im Ausland stimmt uns die insgesamt sehr starke Nachfrage, besonders aus Europa und Asien, sehr positiv. Im ersten Quartal 2018 installieren wir weltweit mehr Anlagen als je zuvor.

Flatskin – verlängerte Haltbarkeit und eine attraktive Produktpräsentation kombiniert mit einer  Kunststoffreduktion von bis zu 75 Prozent. (Foto: Sealpac)

Flatskin – verlängerte Haltbarkeit und eine attraktive Produktpräsentation kombiniert mit einer Kunststoffreduktion von bis zu 75 Prozent. (Foto: Sealpac)

neue verpackung: Wie lautet das Erfolgsrezept von Sealpac?
Stefan Dangel: Es hat sich für uns ausgezahlt, dass wir unseren Wurzeln treu geblieben sind. Wir haben uns als Spezialist für Primärverpackungen im Vakuum- und MAP-Bereich positioniert und tummeln uns nicht als Generalist auf mannigfaltigen Nebenschauplätzen.

Auch unsere mittelständische Struktur als inhabergeführtes Unternehmen trägt zum Erfolg auf dem Lebensmittelmarkt bei: Die Kunden erwarten schnelle Reaktionszeiten. Das können wir durch kurze Entscheidungswege und zeitnahe Lieferzeiten bieten. Die verlässliche Qualität, die unsere Anlagen seit mehr als 30 Jahren auszeichnet, ist ein weiterer Aspekt. Und schließlich die Innovationskraft von Sealpac. Unsere Kunden wissen, dass sie kontinuierlich Neues zu aktuellen Branchenthemen beziehungsweise Bewährtes mit maximaler Verlässlichkeit von uns erwarten dürfen.

neue verpackung: Welche Highlights umfasst Ihr Messeprogramm in diesem Jahr?
Stefan Dangel: Der Sealpac-Messe-Auftritt steht unter dem Motto „Road to Retail“: Wir möchten unseren Kunden mit zeitgemäßen Verpackungen, die aktuelle Anforderungen von Handel und Konsumenten erfüllen, den Weg in die Handelsregale ebnen. Unser Messe-Fokus ist stark auf Skin-Lösungen gerichtet – denn Skin-Verpackungen sind die weiterhin zunehmend nachgefragte Anwendung. Auf der Anuga Foodtec zeigen wir einen Sealpac A7 Traysealer inklusive

Stefan Dangel – Marketing- und Vertriebsleiter bei Sealpac im Gespräch über die neue Easylid-Verpackung. (Foto: Sealpac)

Stefan Dangel – Marketing- und Vertriebsleiter bei Sealpac im Gespräch über die neue Easylid-Verpackung. (Foto: Sealpac)

Entstapelungsautomat, mit dem wir das neue Flatskin-Verfahren demonstrieren. Es steht für mehr Nachhaltigkeit und eine besonders attraktive Produktpräsentation: Eine hochtransparente Barrierefolie skinnt das Produkt, zum Beispiel ein Stück Fleisch, direkt auf einen flachen Produktträger aus Karton, der mit einer polymären Schutzschicht kaschiert ist. Nach der Produktentnahme lässt sich die dünne Kunststoffbeschichtung durch den inkludierten Recyclingschnitt einfach mit einer Peellasche vom Karton abziehen und getrennt entsorgen. Dieses Verfahren vereint alle Vorteile des Skinnens, verringert den Materialeinsatz und verbessert die Recyclingfähigkeit. Gleichzeitig sorgt es für eine besonders attraktive Produktpräsentation, denn das Packgut ist auf dem extrem flachen Produktträger ausgezeichnet sichtbar. Der Karton lässt sich darüber hinaus hervorragend bedrucken und damit gut für Branding-Zwecke einsetzen. Darüber hinaus zeigen wir eine Thermo-Skin-Anlage inklusive Linienvereinzelung und eine nachgeschaltete automatische Etikettieranlage für Banderolen aus dem Hause Ravenwood.

Mit einer dritten Linie demonstrieren wir die Verpackung im Easylid-Verfahren. Wir zeigen die Herstellung einer Becher-Deckel-Verpackung, bei der Versiegelung und Deckel höchst effizient und materialsparend in einem Arbeitsgang hergestellt werden.

Aber auch die Inspiration kommt nicht zu kurz: In unserer Live-Cooking-Show stellen wir moderne Convenience-Verpackungen vor, mit denen sich die Qualität von Ready-Meals deutlich verbessern lässt. Und unsere Smart Innovations-Ausstellung zeigt darüber hinaus in insgesamt zwölf Truhen innovative Verpackungslösungen aus aller Welt, die mit Sicherheit zu kreativen neuen Ideen anstoßen.

Stefan Dangel präsentiert die Easylid-Verpackung. Hierbei werden Versiegelung und Deckel effizient und materialsparend in einem Arbeitsgang hergestellt. (Foto: Sealpac)

Stefan Dangel präsentiert die Easylid-Verpackung. Hierbei werden Versiegelung und Deckel effizient und materialsparend in einem Arbeitsgang hergestellt. (Foto: Sealpac)

neue verpackung: Welche Aspekte sind für Kunden aus der Lebensmittelbranche entscheidend, wenn es um die optimale Anwendung oder ideale Anlage geht?
Stefan Dangel: Wenn es um das Verfahren geht, interessieren sich potenzielle Anwender ganz besonders für das Öffnungsverhalten von Verpackungen. Gerade im Skin-Bereich ist dies eine Schwachstelle vieler Anwendungen: Das Produkt ist zwar gut verpackt, aber die Verpackung lässt sich nur schwer öffnen. Wir haben intensiv an Lösungsmöglichkeiten gearbeitet und sind mit dem Easypeel-Point zu einer Öffnungshilfe gelangt, die für verschiedene Verfahren einsetzbar ist und von unseren Kunden mehrheitlich favorisiert wird.

Was die Auswahl der passenden Maschine betrifft, wünschen Anwender heutzutage eindeutig hohe Flexibilität. Gefragt sind vielseitig einsetzbare Anlagen, wie unsere All-in-one-Versionen, sowohl in der Traysealer- als auch in der Thermoformer-Sparte. Damit lassen sich verschiedene Anwendungen auf einer Anlage bei kürzesten Umrüstzeiten realisieren, zum Beispiel Trayskin, Flatskin und herkömmliche MAP-Anwendungen. Die Nachfrage nach diesen Verpackungsanlagen ist aktuell sehr hoch, denn unsere Kunden möchten langfristig gut aufgestellt sein – unabhängig davon, ob in Bezug auf die Breite, also die Flexibilität, oder die Spitze, das heißt beim Output. Wer kann schon in schnelllebigen Zeiten vorhersagen, welche Trends in naher Zukunft die Branche beherrschen werden?

Der Sealpac A7 Traysealer – die vielseitig einsetzbare All-in-one-Linie für innovative Skin-Verpackungen. (Foto: Sealpac)

Der Sealpac A7 Traysealer – die vielseitig einsetzbare All-in-one-Linie für innovative Skin-Verpackungen. (Foto: Sealpac)

neue verpackung: Auf welche Branchentrends müssen sich Verpackungsspezialisten wie Sealpac aktuell einstellen?
Stefan Dangel: Was unseren Kundenkreis angeht, können wir mehrere wichtige Trends ausmachen. Aber über allem steht ein Megatrend: die optimierte Haltbarkeit. Alles, was die Lebensmittelverschwendung durch Verderb und damit die Abschriften im Handel reduziert, steht hoch im Kurs. Hier ist die Verpackungsbranche gefordert. Zum Beispiel im Convenience-Bereich, der weiterhin wächst. Konsumenten wünschen Frische und beste Qualität ohne Geschmackskompromisse. Innovative Vakuum-Lösungen können hierzu einen Beitrag leisten, wie wir auf der Messe zeigen werden. Ein weiterer Trend geht hin zu Bio- oder Tierwohl-Produkten, verbunden mit dem Wunsch nach mehr Naturbelassenheit, also der Vermeidung oder dem besonders sparsamen Einsatz von Zusatzstoffen. Auch hier bieten sich Skin-Verpackungen an. Schließlich hält auch der Grillprodukte-Boom an. Die Produktauswahl wird immer vielfältiger und hochwertiger. Die Qualität der Verpackungen muss entsprechend mithalten.

neue verpackung: Sealpac reagiert regelmäßig mit neuen Verpackungskonzepten auf die verschiedenen Trends. Was zeichnet die R-&-D-Division in Oldenburg aus?
Stefan Dangel: Wir verfügen an unserem Stammsitz über ein Experience Center, das erstklassig ausgerüstet und komplett klimatisiert ist. Damit haben wir eine optimale Basis geschaffen, um Innovationen zu kreieren und die vollautomatische Produktion unter realen Bedingungen zu testen. So lässt sich schon in der Entwicklungsphase feststellen, ob eine Produktinnovation realisierbar ist oder nachgebessert werden muss. Das erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Markteinführung. Wir entwickeln hier eigenständig, in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern oder ganz speziell auf Kundenwunsch immer wieder neue, innovative Verpackungskonzepte. Außerdem bieten wir hier individuelle Trainings für das Bedienpersonal der Anlagen unserer Kunden an, die genau auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind und eine perfekte Umsetzung im realen Produktionsprozess unterstützen.

neue verpackung: Was dürfen wir Neues von Sealpac erwarten?
Stefan Dangel: Vor etwa 15 Jahren haben wir mit unseren MAP-Verpackungen, die optimale Eigenschaften im Hinblick auf die Produktsicherheit, Optik und Logistik aufweisen, die führende Fleischverpackung kreiert, die heute weit verbreitet ist. Das führt inzwischen zu einer gewissen Monotonie am Kühlregal – die Verpackungen unterscheiden sich kaum noch. Hier sucht die Branche nach frischen neuen Ideen.

Außerdem steht Effizienz in der vollautomatischen Lebensmittelproduktion über allem. Jede Störung im Produktionsprozess, verbunden mit Maschinenstillstand, kostet Geld. Wie lässt sich die Liniensteuerung weiter optimieren, wie können Störungen möglichst ohne Eingriff von Menschenhand schnell behoben werden? Das ist ein weiteres Thema, mit dem wir uns aktuell intensiv beschäftigen. Und ich kann so viel verraten: Hier werden wir schon bald eine echte Innovation präsentieren.

Unternehmen

SEALPAC GmbH

An der Kolckwiese 10
26133 Oldenburg
Deutschland

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