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Eine neue Robotergeneration steht vor dem Durchbruch in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie: die Cobots. Ausgestattet mit kollaborierenden Armen, feinfühliger Sensorik und modernster Sicherheitstechnik arbeiten die autonomen Leichtbauroboter künftig Hand in Hand mit ihren menschlichen Kollegen. Welche Möglichkeiten sich durch diese Mensch-Maschine-Interaktion in Produktion und Logistik ergeben, darüber können sich Besucher der Anuga Foodtec vom 20. bis 23. März 2018 in Köln informieren.

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Vom superschnellen Kartonierer mit integriertem Delta-Picker bis zum Knickarmroboter mit einer Tonne Traglast – die vor Ort gezeigten Lösungen bieten alles, um die Produktivität zu steigern und die Automatisierung weiter in Richtung Indus­trie 4.0 zu treiben. Roboter sind eine Schlüsselkomponente der vierten industriellen Revolution und als zentrales Element der Automatisierung nicht wegzudenken. Bis 2020 erhöht sich der weltweite Bestand an Industrierobotern von rund 1,8 Millionen Einheiten im Jahr 2016 auf über drei Millionen, Tendenz steigend – so die jüngste Prognose der International Federation of Robotics (IFR). „Das rasant wachsende Modellangebot erweitert die Einsatzmöglichkeiten für Industrieroboter und gibt Betrieben aller Unternehmensgrößen die Chance, flexibel zu automatisieren“, erklärt IFR-Präsident Joe Gemma – gute Wachstumsaussichten für eine Branche, die mit intelligenten Technologien versucht, den klassischen Industrierobotern zunehmend kognitive Fähigkeiten einzuhauchen.

Künftig sollen Roboter in der Lebensmittelindustrie Hand in Hand mit ihren menschlichen Kollegen arbeiten können. (Foto: ktsdesign – Adobe Stock)

Künftig sollen Roboter in der Lebensmittelindustrie Hand in Hand mit ihren menschlichen Kollegen arbeiten können. (Foto: ktsdesign – Adobe Stock)

Viele der auf der Anuga Foodtec ausstellenden Unternehmen arbeiten an der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK). Zum Einsatz kommen dabei gelenkige Leichtbauroboter mit bis zu sieben Achsen, die Lasten bis 15 kg bewegen können. Mit ihrer geringeren Eigenmasse und oftmals langsameren Bewegungsabläufen sind sie weniger gefährlich. Sie sollen ihre menschlichen Kollegen bei monotonen und ergonomisch ungünstigen Arbeiten entlasten, bei denen keine Fehler gemacht werden dürfen. Typische Einsatzgebiete sind Pick-and-place-Applikationen, das Handling zwischen verschiedenen Produktionsschritten oder Follow-the-line-Anwendungen, bei denen der Roboter eine vorgegebene Bewegungsbahn exakt ausführen muss. Die Herausforderung für Lebensmittelproduzenten besteht vor allem darin, die maschinellen Helfer optimal in die Produktionsabläufe einzubinden.

Mehr Sicherheit durch Sensorhaut

Zentrales Unterscheidungsmerkmal zwischen den klassischen, umhausten Roboterapplikationen und der MRK ist, dass mögliche Kollisionen Teil des realen Szenarios sind. Je intensiver Mensch und Maschine zusammenarbeiten, desto strenger sind die Sicherheitsregeln. Um den hohen Anforderungen zu genügen, verfügen Cobots über komplexe Safety-Pakete. Drehmomentensensoren in allen Achsen sorgen dafür, dass die Roboter sensitiv sind. So können sie Personen und Hindernisse im Umfeld erkennen und in Echtzeit darauf reagieren. Zusätzlich sind Cobots mit kapazitiven, optischen und taktilen Sensoren ausgestattet. Nähert sich ein Mensch dem Roboter, reduziert dieser automatisch seine Geschwindigkeit – bis hin zum Safe Stop. Stellvertretend für diesen Typus steht der TX2 Touch von Stäubli. Bei ihm ermöglicht eine berührungssensitive Oberfläche, dass der Sechsachser durch bloßes Antippen stoppt. Cobots sollen Aufgaben übernehmen, die sonst nur der bislang leistungsfähigste Greifer überhaupt beherrscht: die menschliche Hand. Die Ingenieure von Festo haben sich von der Natur inspirieren lassen und einen Greifer nach dem Vorbild eines Tentakels entwickelt. Der Octopus Gripper besteht aus weichem Silikon, das sich pneumatisch ansteuern lässt. Wie beim Vorbild sind an der Innenseite des Tentakels zwei Reihen von aktiv und passiv geregelten Saugnäpfen angebracht. Wird der Greifer mit Druckluft beaufschlagt, krümmt er sich nach innen und legt sich formschlüssig und sanft um das jeweilige Objekt. Die Anwendung solch flexibler Greifer ist dort denkbar, wo eine Vielzahl an Getränkeflaschen oder Lebensmittel gehandhabt werden – etwa in Anlagen, in denen unterschiedliche Losgrößen innerhalb kürzester Zeit gefertigt werden müssen.

Bis sich die Cobots flächendeckend durchsetzen, profitieren Lebensmittelproduzenten vor allem von etablierten Lösungen, wie sie auf der Anuga Foodtec zu sehen sind. Roboterfirmen, Systemintegratoren und Anbieter von Greiftechnik und Sensorik – sie alle zeigen in Köln Flagge. Bestes Beispiel für die Zusammenarbeit hochkarätiger Technologiepartner aus unterschiedlichen Disziplinen ist die Sonderschau Robotik-Pack-Line. Unter dem Motto „Robotik digital“ übernimmt die automatische Linie vor Ort mit 80 Takten pro Minute den kompletten Verpackungsvorgang, von der Primär- über die Sekundärverpackung bis zur Palettierung.

 

Für Sie entscheidend

Das Event- und Kongressprogramm der Anuga Foodtec 2018

  • Produktionsprozesse optimieren, den Energie- und Wasserverbrauch reduzieren, den Verlust von Lebensmitteln so gering wie möglich halten: Das, und noch viel mehr beleuchtet die halbtägige Eröffnungskonferenz der Anuga Foodtec, die sich komplett dem Thema Ressourceneffizienz widmet.
  • Von der Lebensmittel- und Getränketechnologie über Verpackung bis hin zu aktuellen und zukünftigen Trends: Die Fachforen der Anuga Foodtec bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Information und zum Austausch mit nationalen und internationalen Experten. Neben der Eröffnungskonferenz wird das diesjährige Leitthema auch im Forum „Ressourceneffizienz“ in den Mittelpunkt gestellt. Zwei weitere Schwerpunkte im Programm der Fachforen sind „Themen, Trends, Technologien – das bewegt die Lebensmittelbrache“ sowie „Food Ingredients“.
  • Die Guided Tours bieten einen kompakten und informativen Überblick über bestimmte Themenbereiche der Lebensmittel-und Getränkeindustrie. Im Rahmen der Rundgänge präsentieren und erläutern ausgewählte Aussteller ihre Produkte, Anlagen und Funktionen live vor Ort. Interessierte Besucher können täglich an verschiedenen Rundgängen teilnehmen. Die Guided Tours haben unter anderem Robotik, Indus­trie 4.0, Flexibilisierung der Füll- und Verpackungstechnik, Fleischereitechnologie, Molkereitechnologie sowie innovative Verpackungsmaterialien zum Thema.
  • In der Speakers Corner präsentieren Aussteller der Anuga Foodtec 2018 ihr Unternehmen, ihre Produktpalette und/oder ihre Innovationen einem breiten Fachpublikum. Über die gesamte Messelaufzeit steht alle 30 Minuten ein anderes Thema auf dem Programm. Zu finden ist die Speakers Corner in der Passage 4/5. Zudem dürfen sich Fachbesucher auf Sonderschauen, wie die „Robotik Pack-Linie“ oder eine spezielle Ausstellung rund um das Thema „Packaging Design“, freuen.

 

Unternehmen

Koelnmesse GmbH

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