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70 Jahre neue verpackung

Johannes Hoffmann im Porträt

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Johannes Hoffmann war kein Mensch mit besonders beeindruckender Ausstrahlungskraft, kommentierte einst Erich Krämer, Unternehmensberater und ehemaliger Wegbegleiter Hoffmanns. Was an ihm vor allem auffiel, wären sein unermüdlicher Fleiß, seine Redlichkeit, seine Kraft zum Zusammenfügen, sein Drang, Fachwissen zu sammeln und weiterzugeben, gewesen. Alles auf der Basis guter Gemeinschaftsarbeit, die er unter das Motto „Keiner weiß so viel wie wir alle zusammen“ stellte und für die er zahlreiche Experten des Verpackungswesens immer wieder zu begeistern verstand.



Der am 4. September 1904 geborene Hoffmann studierte an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin und legte das Diplomexamen in der Fachsparte Landmaschinenbau ab. Danach war er zunächst von 1926 bis 1929 als Leiter des Maschineneinsatzes in einem Betrieb von 2.500 Hektar tätig. Zwei Jahre Forschungsarbeiten auf landwirtschaftlich-technischem Gebiet beim damaligen Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft folgten. Eine dann im Auftrag dieses RKTL übernommene Forschungsaufgabe über Möglichkeiten des Stahleinsatzes in der Landwirtschaft führte zum Eintritt Hoffmanns beim Stahlwerksverband. Hier war er zunächst als Referent für Stahlverwendung in der Landwirtschaft, später als Werbeleiter und Schriftleiter der Schriftenreihe „Stahl überall“, ab Juni 1937 als stellvertretender Leiter der Beratungsstelle, tätig.

Neugierde leitete den Weg in die Verpackungstechnik


Sein Interesse an Forschung und Entwicklung und besondere Aufgabenstellungen, so Probleme des Stahleinsatzes für Behälter und Packmittel, und seine Publikationen führten dann 1938 dazu, dass Hoffmann vom Reichsernährungsministerium als Geschäftsführer für den neu ins Leben gerufenen Reichsausschuss für Verpackungswesen beim RKW angefordert wurde, wo ihm die zentrale Lenkung aller Forschungs- und Entwicklungsaufgaben, auch der Normung, für das Verpackungswesen oblag. Von 1943 bis Kriegsende leitete Johannes Hoffmann außerdem die Arbeitsgemeinschaft Verpackung, die damals Zentralstelle zur Regelung der Erzeugung, des Absatzes und Verbrauchs von Verpackungsmitteln war, zugleich Geschäftsstelle des Reichsbeauftragten für Verpackungsmittel. In dieser Zeit arbeitete er mit Dr. Friedrich Dorn zusammen, dem späteren Vorstandsvorsitzer der Zellstofffabrik Waldhof.

Packmittel-Informationsdienst als Vorläufer der Zeitschrift

Mit Kriegsende hatte Hoffmann zunächst im Auftrag des Magistrats Berlin den Nachlass der ehemaligen Arbeitsgemeinschaft abzuwickeln. Schon im Januar 1946 erhielt er jedoch von einer Besatzungsmacht den Auftrag zur Durchführung technisch-organisatorischer Aufgaben auf dem Gebiet der Verpackung. Er schuf die „Beratungsstelle für Verpackungsfragen“, gab einen Packmittel- Informationsdienst – ein Vorläufer der  „neuen verpackung“, die er 1948 gründete – heraus, organisierte und leitete die erste Verpackungstagung nach dem Krieg in Leipzig, gründete die Rationalisierungsgemeinschaft Verpackung, deren Vorsitz er übernahm und über viele Jahre innehatte. Er unternahm eine erste Studienreise in die USA und wurde 1951 in Padua Gründungsmitglied der European Packaging Ferderation EPF, bei der er seit 1953 Präsidiumsmitglied war.

Man kann getrost feststellen, dass Hoffmann zwischen 1948 und 1952 die Grundsteine zu all dem legte, was uns heute im deutschen und europäischen Verpackungswesen selbstverständlich ist. In den folgenden Jahren baute er auf: die RG Verpackung, begründete Fachseminare und Vortragstagungen für die so nötige Weiterbildung von Fachkräften für die Verpackungswirtschaft. 1963 schuf er den Deutschen Verpackungswettbewerb. Er war Mitbegründer des Europäischen Verpackungswettbewerbes Eurostar und organisierte 1968 einen Internationalen Verpackungskongress der EPF in Berlin, der weltweites Aufsehen erzielte. Grundlegende Publikationen aus seiner Feder waren unter anderem „Der Deutsche Verpackungskatalog“ und das „Fachwörterbuch Verpackung“. Alles in allem: der am 15. September 1975 verstorbene Johannes Hoffmann ist mit Fug und Recht als der Vater des modernen deutschen Verpackungswesens zu betrachten.

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