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Stellen Sie sich vor, Sie öffnen ein Paket, woraufhin dieses eine Nachricht in die Cloud schickt. Dieses und viele weitere Geschäftsmodelle auf Basis von Verpackungen könnten künftig auf Basis des Low Power Wide Area Netzes Sigfox weltweit entstehen. Und das bei moderaten Kosten.

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Erste Lösungen, die mit der Sigfox-Technologie zur Marktreife geführt werden, sind Trackinglösungen für Mehrwegverpackungen: Hersteller wollen die Standorte dieser Verpackungen verfolgen, um beispielsweise Supply Chains zu optimieren. Das beginnt bei Containern und geht bis hin zu kleinen Schüttgutbehältern an Kommissionier-Arbeitsplätzen oder in Versandwarenlagern. Kennt das Unternehmen den Standort und gegebenenfalls sogar Anbruch oder Füllstand einer Liefercharge, ist die Disposition präziser. Warenbestände, die sich auf Ozeanen in Containern befinden, könnten Firmen alleine durch ein präzises Tracking um zehn Prozent reduzieren. Das Behältermanagement anhand von Geodaten schützt auch vor Schwund dieser Behälter.

Mit der Technologie lassen sich Güter in Echtzeit verfolgen, ohne dass die Kosten explodieren. (Bild: Edler von Rabenstein – Adobe Stock)

Mit der Technologie lassen sich Güter in Echtzeit verfolgen, ohne dass die Kosten explodieren. (Bild: Edler von Rabenstein – Adobe Stock)

Auch für Einwegverpackungen

Nehmen wir zudem aber noch an, dass es nicht nur Mehrwegbehälter gibt, die über Jahre hinweg Nachrichten über ihren Ort sowie weitere Zustandsdaten, wie Temperatur, Feuchtigkeit, Schock, Vibration oder was auch immer, übermitteln, ohne dass eine Batterie gewechselt werden muss – und das für Nutzungstarife, die pro Jahr nicht mehr als rund einen bis acht Euro kosten. Nehmen wir also an, dass es diese Verbindung zukünftig auch für Einwegverpackungen gibt, die sich beim Öffnen melden und dessen Logik ohne Batterie nicht mehr als rund 20 Cent kosten soll, dann dürften Hersteller großes Interesse daran zeigen, ihre Verpackungen mit einer solchen Sensorik zu versehen.

Warenströme lenken

Stellen Sie sich vor, ein Getränkehersteller kann genau den Moment messen, wann und wo eine Flasche geöffnet wird. Er weiß durch die Paletten-Verfolgung auch schon, welche Mengen wo bevorratet sind. Er kann in diesem Fall aus diesen Big Data Logistikinformationen ziehen, die denen eines Echtzeit-Navigations- und Staumeldesystems gleichen und so seine Warendistribution exakt an die Orte der Nachfrage lenken. Die Verfügbarkeit würde steigen, bei gleichzeitiger Bestandsreduktion in der gesamten Supply Chain. Dieses Geld können Unternehmen dann nachhaltig für Werbung freisetzen, denn Bestände kosten Geld: Rund 15 bis 20 Prozent des Warenwertes gehen dabei für Lagerhallen, Verwaltung, Versicherungen etc. drauf. Steigen die Zinsen wieder, steigen auch die Nebenkosten analog zum Fremdfinanzierungssatz des Unternehmens.

Von den über das Netzwerk erhaltenen Informationen können Anwender auf unter­-
schiedliche Art und Weise profitieren. (Grafik: Sigfox)

Von den über das Netzwerk erhaltenen Informationen können Anwender auf unterschiedliche Art und Weise profitieren. (Grafik: Sigfox)

Bei Öffnung Nachbevorratung auslösen

Nun muss ein Betreiber nicht zwingend ein Getränkehersteller sein, um von solchen Lösungen profitieren zu können. Es kann auch ein Mittelständler sein, der seine Warenbestände im Einzelhandel tracken will. Wann wird welche Ware ins Regal gepackt? Wann welche Großpackung geöffnet? Wann wird die Displayverpackung für die Promo-Aktion bereitgestellt? Hersteller könnten Großabnehmern Ware anbieten, die zur Nachbevorratung einfach den Zeitpunkt der Öffnung festlegt. Und das sind nur ein paar Beispiele von vielen Möglichkeiten. Mit dem Sigfox-Netz kann sich folglich eine kleine oder gar große Revolution der Warenwirtschaft entwickeln, an der die Verpackungsindustrie einen großen Anteil haben wird. Entscheidend ist dabei aber nicht die Integration der Sigfox-Logik für die Übermittlung einer Meldung in eine Verpackung – denn die kann der Anwender zur Zeit noch nicht wie RFID-Tags aufbringen. Entscheidend ist vielmehr das, was ab der Sigfox-Cloud dann mit den Daten passiert. Ein komplett neues Betätigungsfeld ist das für OEM und Verpackungshersteller, weshalb sich ein breites Ökosystem an Dienstleistern auch um die Entwicklung solcher Services bildet.

Künftig sind auch Lösungen in Form von Einwegdevices für Einmalverbindungen denkbar. Auf der Sigfox World IOT Expo wurde exemplarisch ein Briefumschlag gezeigt, der eine SMS-Nachricht aus der Applikationscloud ermöglicht. (Bild: Sigfox)

Künftig sind auch Lösungen in Form von Einwegdevices für Einmalverbindungen denkbar. Auf der Sigfox World IOT Expo wurde exemplarisch ein Briefumschlag gezeigt, der eine SMS-Nachricht aus der Applikationscloud ermöglicht. (Bild: Sigfox)

Wie kommt man zu passenden Sigfox-Lösungen?

Die Wege zur Entwicklung einer cloudgestützten Applikation für das Monitoring und Management der eigenen Logistikströme kann ganz unterschiedlich ausfallen. Es gibt dabei unzählige Szenarien: Für Mehrwegverpackungen können OEM, Verpackungshersteller oder auch Logistikdienstleister fertige Tracker-Lösungen kaufen und auch das IT-seitige Tracking-Angebot dieser Hersteller nutzen, ohne auch nur einen Euro in die Entwicklung einer eigenen Trackinglösung stecken zu müssen. Sie können aber auch eigene Gebinde- und Cloudlösungen entwickeln, um eine komplett maßgeschneiderte Logistiklösung zu haben. Zwischen diesen beiden Extremen sind vielfältige Varianten möglich und entsprechend bunt ist auch das Lösungsangebot der unterschiedlichen Serviceanbieter.

Ecosystem mit 379 Partnern

Auf der Sigfox-Partner-Website „Partners.sigfox.com“ finden Unternehmen ein reichhaltiges Ökosystem mit weltweit aktuell 379 Sigfox-Partnern, die Anwender bei der Umsetzung ihrer spezifischen Lösungen unterstützen können. Ein Anbieter für das Datenmanagement in der Cloud ist beispielsweise das Unternehmen Digimondo, das sich voll darauf konzentriert, Kunden passende IOT-Service-Lösungen inklusive End-to-End-Lösung, Beratung und Software zu bieten. Ein Schwerpunkt der Dienstleistungen ist dabei, Daten aus dem Sigfox-Backend über den unternehmenseigenen IOT-Data-Hub Niota persistent und flexibel zur Inte­gration in Kundensystemen zur Verfügung zu stellen. Der Data Hub wird als Software as a Service (SAAS) oder On-premise angeboten. Er bietet einen visuellen Editor für IOT-Services und Bots, die die Datenintegrität überwachen, und ermöglicht das Erfassen und Speichern von Sensordaten. Als IOT-Plattform hält Niota Lösungen bereit, um problemlos zwischen jeder App, jedem End-to-End-Dienst und Sensor sowie jeder Software und Hardware kommunizieren zu können. Es ist damit global einzusetzen, einfach zu skalieren und modular zu erweitern.

Das Sigfox-Netz liefert Daten zur kontinuierlichen Verbesserung des Supply Chain Managements. (Bild: Alistair Berg – Gettyimages)

Das Sigfox-Netz liefert Daten zur kontinuierlichen Verbesserung des Supply Chain Managements. (Bild: Alistair Berg – Gettyimages)

Mit Big Data Analytics Mehrwerte generieren

Firmen wie Woodmark decken zudem den Bereich der Big Data Analytics ab, um Vorhersagen für Planungssysteme zu treffen, anhand dessen Betreiber dann neue Supply Chain Entscheidungen treffen können. Das Unternehmen ist also darauf spezialisiert, aus einer Flut von Daten Erkenntnisse zu generieren, die sie auf Basis einer Vielzahl statistischer Verfahren und Operations Research Methoden erlangen. Mit Streaming und Speichern von Geo- und IOT-Daten ist das Unternehmen bestens vertraut und arbeitet sowohl mit Datenbanken als auch Hadoop-Clustern. Woodmark verfügt auch über Kenntnisse mit der Advanced & Visual Analytics von IOT-Daten und der Implementierung diverser Use-Cases in unterschiedlichen Branchen. Die Erfahrung umfasst über 500 Projekte bei über 100 Kunden in Märkten von Industrie, Automotive und Pharma bis hin zum Finanzwesen.

Den effizientesten Weg finden

Die Stoßrichtung des Unternehmens Blackbox Solutions wiederum ist es, Herstellern zu helfen, vernetzte Sensorik und Location-based Services in ihre Produkte und Dienstleistungen einzudesignen. Ziel ist dabei immer eine auf das Wesentliche reduzierte End-to-End-Lösung, bestehend aus Sensorik, Connectivity und IT-Backend, die den technischen und wirtschaftlichen Anforderungen gerecht wird und die relevanten Informationen von den physischen Assets bis in die Zielsysteme der Nutzer bringt. So pilotiert Blackbox gerade eine kosteneffiziente Lösung zum Lokalisieren von Sonderladungsträgern in der Automotive-Lieferkette zwischen Tier 1, Logistiker und OEM. Im Bereich Behälter-Pooling arbeitet das Unternehmen an Lösungen zum automatisierten Erfassen von Paletten- und Behälterumläufen, die manuelle Meldevorgänge seitens der Poolnutzer erübrigen, und die den Poolbetreibern eine exakte Abrechnungsgrundlage für Pay-per-Use-Modelle zur Verfügung stellen.

„Wenn ich am Ende auch einfache Assets wie eine einzelne Palette oder einfache Bauteile und Geräte durchgehend mit Lokalisierung und digitalen Diensten ausstatten will, dann geht das nur mit hochgradig kosteneffizienten Gesamtlösungen,“ erklärt Dr. Wolfgang Vogl, Geschäftsführer von Blackbox Solutions. „Gerade vor diesem Hintergrund sind wir von Sigfox als Kommunikationskanal absolut überzeugt.“

Auch Hardware Engineering Service Anbieter aus Deutschland gibt es viele. Dazu zählen Escatec, Giga­tronik, Greatech, H2N, IK Elektronik und Lacroix Electronics Solutions oder auch das Unternehmen Efco, das in Deutschland ein FAE-Team im Feld hat, aber in Asien entwickeln und fertigen lässt. Sie alle haben sich zu Sigfox bekannt und je nach Aufgabenstellung ergibt es für OEMs Sinn, mit einem dieser oder auch weiterer Entwicklungspartner zusammenzuarbeiten. Das Team von Sigfox gibt deshalb gerne Hilfestellung, den passenden Partner zu finden.

Autor

Aurelius Wosylus, Country und Sales Director, Sigfox Deutschland

Unternehmen

Sigfox Germany GmbH

Bretonischer Ring 12
85630 Grasbrunn
Deutschland

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