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Hier finden Sie den aktuellen Geschäftsklimaindikator für den Verpackungssektor, erstellt durch das Ifo Institut. In ihm erfahren Sie, wie sich die Bereiche Papier und Pappe, Kunststoff, Glas, Holz sowie Weißblech im Juni 2018 entwickelt haben.

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Der Geschäftsklimaindikator im Verpackungssektor, der vom Ifo Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des Konjunkturtests ermittelt wird, konnte sich im Juni – anders als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt – gut auf dem Stand vom Vormonat behaupten. Nach Sparten betrachtet, waren jedoch erneut sehr unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten.

Leichte Aufhellung: Bei Feinkartonagen setzte sich der seit mehreren Monaten zu beobachtende Aufwärtstrend der konjunkturellen Stimmung fort. Die Geschäftserwartungen waren dabei von sehr großem Optimismus geprägt. Auch in der Sparte Wellpappen und -kartonagen verbesserte sich das ohnehin sehr günstige Geschäftsklima. Die Perspektiven wurden nun wieder zuversichtlich eingeschätzt. Der Indikator für Beutel tendierte dagegen leicht nach unten. In der Sparte Faltschachteln kühlte sich das Klima sogar spürbar ab. Die Unternehmen beurteilten zwar ihre aktuelle Situation noch etwas positiver als zuletzt, blickten nun aber pessimistisch in die Zukunft. Eine Verschlechterung des Geschäftsklimas  war auch bei Vollpappekartonagen zu erkennen, nachdem sich die Aussichten für das kommende halbe Jahr eingetrübt haben. Die Produktionspläne zeigten nach unten.
Stimmung etwas gedämpft: In der Sparte Beutel, Tragetaschen und Säcke ist der Geschäftsklimaindikator noch etwas mehr in die Unterkühlungszone geraten. Zwar wurde die momentane Lage wieder überwiegend positiv eingestuft, im Hinblick auf die künftige Entwicklung wurde aber die Zuversicht von großem Pessimismus verdrängt. Angesichts zu dünner Auftragsdecke und zunehmenden Lagerdrucks soll die Produktionstätigkeit deutlich eingeschränkt werden. Auch bei Dosen, Hülsen und Kästen tendierte die Stimmung weiter nach unten. Eines günstigen Geschäftsklimas konnten sich nach wie vor die Hersteller von Hohlkörpern über 5 l erfreuen, wenngleich sich auch hier eine leichte Verschlechterung ergab. In der Sparte Flaschen und sonstige Hohlkörper bis 5 l erholte sich die konjunkturelle Stimmung. Die Produktionspläne wurden aber wegen der überhöhten Fertigwarenlager nach unten korrigiert.
Klimaindikator unverändert: Das Geschäftsklima in der Sparte Getränkeflaschen hielt sich abermals auf dem Stand vom Vormonat. Dies gilt sowohl für die Beurteilung der gegenwärtigen Lage als auch für die Einschätzung der Perspektiven im kommenden halben Jahr. Der Orderzugang und die Fertigung stagnierten allerdings. Der Gesamtbestand an Aufträgen entsprach etwa dem saisonal üblichen Umfang. Eine Expansion der Produktion war für die nahe Zukunft nicht vorgesehen, zumal der Lagerdruck nicht nachgelassen hat. Nach wie vor noch günstiger als bei Getränkeflaschen präsentierte sich das Geschäftsklima bei Verpackungs- und Medizinglas, aber auch hier war keine wesentliche Veränderung erkennbar. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, die Produktionspläne waren nach oben ausgerichtet. In beiden Sparten sah man keine Chancen, die Verkaufspreise in den nächsten Monaten heraufzusetzen.
Geschäftsklima bleibt günstig: Die gute konjunkturelle Stimmung bei Holzpackmitteln und Paletten hat sich nicht verändert. Bei der Bewertung der gegenwärtigen Geschäftslage dominierten nach wie vor die positiven Stimmen, die Erwartungen waren von großem Optimismus gekennzeichnet. Nachfrage und Produktion zogen spürbar an. Auch die Auftragspolster insgesamt konnten aufgestockt werden und übertrafen noch deutlicher das Normalmaß. Da die Unternehmen zudem ihre Fertigwarenlager nach wie vor als zu knapp empfanden, beabsichtigten sie, die Produktion künftig weiter zu steigern. Höhere Verkaufspreise konnten zuletzt sehr häufig durchgesetzt werden, und auch künftig ist den Meldungen nach zu schließen mit einem erneuten Anstieg zu rechnen.
Geringe Eintrübung: In der Sparte Feinstblechpackungen hat der Geschäftsklimaindikator nur leicht nachgegeben. Die aktuelle Situation wurde nach wie vor als sehr gut eingestuft, hinsichtlich der weiteren Entwicklung hielten sich Zuversicht und Skepsis aber nur die Waage. Neue Order konnten erheblich mehr verbucht werden als im Vormonat, die Fertigung wurde ausgedehnt. Die Auftragsreserven nahmen ebenfalls zu und übertrafen das saisonal übliche Maß. Eine Steigerung der Produktion war für die nahe Zukunft gleichwohl nicht geplant, obwohl zuletzt sogar Lieferengpässe auftraten. Die Verkaufspreise konnten etwas heraufgesetzt werden, Spielräume für weitere Anhebungen in den nächsten Monaten zeichneten sich aber offenbar nicht ab.

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