Digitalisierung

One-Stop-Shop für die Snackindustrie

Ganz fremd sind sich die beiden Unternehmen nicht. Bereits seit 40 Jahren realisieren Ishida und Heat and Control gemeinsam Projekte, in denen weltweit hunderte Produktionslinien in der Snackindustrie entstanden. So ist die Unternehmensallianz, deren offizieller Startschuss im Rahmen einer Snacks-Open-House-Veranstaltung im Juni 2018 in der Zentrale von Ishida Europe in Birmingham stattfand, vielmehr als ein Übergang zu betrachten: nach Jahren der Partnerschaft folgt nun offiziell die Hochzeit. Als Zeichen dafür, dass die Unternehmen unter dem Namen HCI künftig als Single Source Suppliere der Snackindustrie auftreten. „Die Snackindustrie hat bereits bei verschiedenen Projekten von unserer Zusammenarbeit mit Heat and Control profitiert. Das hat uns dazu bewogen, die Kooperation auszubauen und zu institutionalisieren", kommentiert Ishida Europe Geschäftsführer Dave Tiso. Für Kunden heißt das, dass sie künftig vom Angebot bis zur Abnahme der Produktionslinie einen Ansprechpartner haben – von der Rohproduktvorbereitung über die Verarbeitung, Würzung und Beschichtung der Snacks bis zur Verwiegung, Verpackung und Qualitätskontrolle sind sämtliche Komponenten enthalten. Und während die Anzahl der Ansprechpartner für den Anwender sinkt, steigt auf der anderen Seite der OEE-Kennwert – denn solche integrierten Lösungen sind quasi gleich ab Werk optimiert.

Auf zu neuen digitalen Horizonten

Um dieses Effizienzversprechen halten zu können, müssen die einzelnen Maschinen nicht nur physisch zusammenwachsen, sondern auch digital. Die hierfür eingesetzte Lösung von Heat and Control trägt den Namen New Horizon, ein zentrales System zur Linienkontrolle beziehungsweise -steuerung, mit dessen Hilfe der Anwender beispielsweise Zustandsberichte über ein an der Linie installiertes HMI, aber auch über ein Desktopsystem oder sogar „on the go" via Smartphone abrufen kann. Ziel ist es, mithilfe des Systems die Maschinenleistung jederzeit im Optimum zu fahren und dem Personal frühzeitig Hinweise auf eventuelle Probleme zu geben: Auch aus der Entfernung gut zu erkennende Grafiken geben dem Anwender Informationen über den Zustand der Linie und Handlungsempfehlungen. Dabei visualisiert das System die Maschinen so, dass sie das tatsächliche Layout in der jeweiligen Produktionsumgebung widerspiegeln und somit die Orientierung erleichtern. In der Praxis heißt das: fünf bis 15 Prozent weniger Stillstand und Ausschuss. Wichtig zu wissen für potenzielle Anwender ist, dass sich in New Horizon nicht nur Maschinen von Ishida und Heat and Control integrieren lassen, sondern auch Applikationen von Drittanbietern lassen sich miteinbinden. Allerdings: aus solchen Maschinen kann die Software nicht in solchem Umfang Daten beziehen, wie von denen der beiden Kooperationspartner, was gewisse Einschränkungen beim Optimierungspotenzial mit sich bringt.

Mit New Horizon steht Betreibern ein zentrales System zur Linienkon­trolle beziehungsweise -steuerung zur Ver­fügung. (Bild: Ishida)

Kompakte Lösung für die Endverpackung

Neben dieser Softwarelösung gab es auf dem Open-House-Event auch jede Menge Maschinenlösungen der beiden Unternehmen zu sehen, unter anderem auch eine waschechte Weltpremiere: den neuen Casepacker von Ishida. Das Modell ACP-700 bietet die vollautomatische Endverpackung mit hoher Leistung und Flexibiltät. Zugleich benötigt der Casepacker laut Hersteller so wenig Aufstellfläche wie keine andere Maschine dieser Art auf dem Markt. In bestehende Produktionslinien können Anwender den ACP-700 einfach inte­grieren.

Der Casepacker ermöglicht das Aufrichten der Kartons, das Befüllen und Sortieren sowie den Verschluss in einem Arbeitsschritt. Die Anlage verarbeitet eine große Bandbreite von Kartongrößen und Beutelformate mit Breiten zwischen 108 und 330 mm (auch Seitenfaltenbeutel und Flachbodenbeutel). Der Ausstoß beträgt bis zu 150 Beutel pro Minute beziehungsweise bis zu zehn Sammelkartons pro Minute. Möglich sind Packmuster im Stand-up- und Side-Pack-Format. Die Produktwechsel erfolgen schnell und leicht über den Abruf von bis zu 500 Voreinstellungen. Eine gut zugängliche Konstruktion begünstigt Reinigungs- und Wartungsmaßnahmen und reduziert somit Stillstandszeiten.

Und auch bei dieser Applikation spielt das Leitthema des Open-Snack-House wieder eine wichtige Rolle: Der Casepacker ist in der Lage, mit einem vorgeschalteten Ishida Siegelnahttester zu kommunizieren. Dieser prüft nicht nur die Siegelnaht, sondern auch die Beuteldicke und -position sowie den Abstand zwischen den Verpackungen. Anhand der übermittelten Daten aus der Qualitätskontrolle lässt sich der Verpackungsprozess automatisch optimieren.

Über den Autor
Philip Bittermann

Chefredakteur neue verpackung

Über die Firma
ISHIDA GmbH
Schwäbisch Hall
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