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Bei Bayer in Dormagen steuert seit Anfang des Jahres 2017 ein MSK-Fördersystem den gesamten Materialfluss vom Wareneingang der Rohstoffe bis zur automatisierten Verladung der palettierten Ware auf Lkw – unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gefahren- und Lagerklassen.

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Auf der Suche nach einem modernen Logistikkonzept zum Umstellen der manuellen Lagertätigkeit zu einem automatischen HUB (Hauptumschlagbasis) sowohl für den Wareneingang der Rohstoffe, Zwischenlagerung, Verpackung der Fertigware und Versand wandte sich Bayer an MSK, Hersteller von Verpackungs- und Logistiksystemen für Paletten. Ziel des Konzeptes war es, den gesamten Warenstrom und das Palettenhandling zu automatisieren und zukünftig den Einsatz von Gabelstaplern zu reduzieren. „Die technische Umsetzung des Konzeptes wurde in einer gemeinsamen Projektgruppe entwickelt“, erinnert sich Uwe Jonkmanns, Director Sales & Marketing bei MSK. „Eine besondere Herausforderung war dabei, die verpackten Paletten für das automatische Lkw-Beladungssystem vorzusortieren. Neben der Kommissionierung der Paletten bei einer Leistung von 120 Paletten pro Stunde gemäß SAP-Auftrag sollte unter anderem auch der Schwerpunkt der Ladung innerhalb des Lastverteil-Diagramms des Lkw liegen.“ Das Anfang des Jahres 2017 in Betrieb genommene MSK-System hat bei Bayer eine Marke gesetzt. So wurde bereits eine weitere MSK Tensiontech Spannhaubenanlage im Chemiepark Dormagen, sowie ein Projekt aus Verfahrwagen, Palettenfördertechnik und Verpackungsanlage für einen Standort in Brasilien gekauft. „Erwähnenswert ist im Besonderen das hohe Engagement und das flexible Reagieren seitens MSK während der Montage-, Fertigstellung und Inbetriebnahme“, betont Wolfgang Ullrich, verantwortlich für Warehousing & Distribution bei Bayer in Dormagen. Weitere Projekte aus dem Konzern sind bei MSK in der Bearbeitung.

Visualisierung und Steuerung der Palette durch die MSK Emsy Software. (Bild: MSK)

Visualisierung und Steuerung der Palette durch die MSK Emsy Software. (Bild: MSK)

Qualität aus einer Hand

In der Projektierungsphase des HUB im Werk Dormagen konnten sich die Verantwortlichen bei Bayer während eines Referenzbesuches beim Chemiekonzern Sabic in Geleen, Niederlande, von der Leistungsfähigkeit eines MSK-Systems aus Palettenfördertechnik, Palettenhandling und Palettenverpackung, sowie automatischer Lkw-Verladung mit Walking-Floor-System überzeugen. Die Anlagen werden in kompletter Eigenfertigung von der Teilefertigung bis hin zur Endmontage bei MSK produziert. „Diese Fertigungs­tiefe im eigenen Haus sichert unsere Qualität. Individuelle Kundenanforderungen können zudem mit unserer inhouse entwickelten Maschinensoftware MSK Emsy sehr maßgeschneidert umgesetzt werden“, hebt Jonkmanns hervor. Die Produktionskapazität bei MSK sowie das Serviceangebot in unmittelbarer örtlicher Nähe zum Bayer-Standort Dormagen waren weitere wichtige Kriterien bei der Entscheidung für MSK.

HUB in vier Hallen und auf zwei Etagen

Im Wareneingang werden die per Lkw angelieferten Paletten mit Rohstoffen über ein automatisches Walking-Floor-System in das Logistiksystem eingespeist. Die Waren werden in einem Identifikationspunkt (I-Punkt) gescannt, in SAP registriert und einem Zielort zugeordnet. Dies kann beispielsweise der direkte Weitertransport zu einer Produktionsstätte sein oder die Einlagerung im Schmalgang-Lager, bis die Paletten von der Produktion angefordert werden.

Nach der Verarbeitung durch die Produktion werden die fertigen Produkte in Form von Containern (IBCs), Big Bags oder Sackwaren zur Verpackungslinie gefördert. Über einen weiteren I-Punkt erfolgt zunächst eine Prüfung der palettierten Produkte für den Verpackungsbereich. Mithilfe eines Scanner-Systems wird geprüft, ob beispielsweise die Ladung gerade auf der Palette steht und der Barcode lesbar ist. Den so identifizierten Paletten wird anschließend über die Vernetzung mit SAP ein neues Transportziel zugeordnet, bevor sie durch die Haubenstretchmaschine MSK Tensiontech ihre Transportverpackung erhalten. Bei festgestellten Mängeln im I-Punkt werden die Paletten aus der Linie ausgespeist und in die Verarbeitung zurückgeführt. Nach dem Verpacken transportiert das System die Paletten entweder ins Hochregallager oder zur automatisierten Lkw-Beladung weiter.

Über SAP erhält die Steuerungssoftware des Fördersystems, MSK Emsy, die Befehle für die Bestimmungsorte einer Palette und meldet ihrerseits Positionen und Daten einer Palette an dieses zurück. Alle Palettendaten werden dabei lückenlos durch das System im gesamten Logistikprozess mitgeführt. Auch das Generieren beispielsweise von Lieferscheinen bei Warenausgang löst das System über SAP durch diese Vernetzung automatisch aus.

Der HUB im Werk Dormagen erstreckt sich über zwei Ebenen. Während die untere Etage den Bereich der Lkw-Be- und -Entladung, den Verpackungsbereich sowie die Verteilung an Produktionsbetriebe und Palettensortierung enthält, befindet sich in der oberen Etage ein Paletten-Verteilkreislauf zum Zuführen der Paletten in das Hochregalsystem sowie zum Abruf von Paletten aus dem Hochregallager. Die Kapazität des gesamten Systems ist auf eine Leistung von 120 Paletten pro Stunde ausgelegt.

Am Identifikationspunkt (I-Punkt) scannt das System die Waren und registriert sie im SAP-Systen. (Bild: MSK)
Palettenvorsortierung für die automatische Lkw-Beladung in der unteren Etage des Bayer-Werkes in Dormagen. (Bild: MSK)

Intelligente Steuerung und Vernetzung

„Eine entscheidende Besonderheit des Systems in Dormagen ist die eigens für diesen Standort programmierte MSK-Emsy-Lösung“, betont Jonkmanns. Mit der MSK Emsy 5.4 Steuerungs- und Visualisierungssoftware war es möglich, die erforderlichen Prozesse durch MSK-Programmierer maßgeschneidert umzusetzen und für den Bediener einfach und verständlich zu visualisieren. Die klar strukturierte Bedienoberfläche mit intuitiver Touch-Bedienung und Visualisierung mit 3-D-Ansichten macht das Auffinden von Funktionen und das Bedienen des Gesamtsystems überschaubar und einfach. Wichtige Statusinformationen kann der Anwender auf einen Blick erfassen. Das datenbankbasierte System bei Bayer verfügt über Kommunikationsschnittstellen zum betriebsinternen SAP-System. Es verwaltet alle Informationen von Peripheriegeräten wie Scanner etc. und leitet diese an SAP weiter.

MSK Tensiontech Haubenstretchmaschine

Zum Verpacken der Palettenvielfalt im Werk Dormagen mit Containern (IBCs), Big Bags und Sackwaren setzt Bayer eine neue, flexible Haubenstretchmaschine MSK Tensiontech ein. Die Lösung ermöglicht ein Verpacken der zum Teil entzündlichen Materialien ohne Gas- und Wärmeeinsatz. MSK verwendet eine spezielle Technik, die zuverlässige Schweißnähte der Folienhauben erzeugt und somit die Produkte optimal vor äußeren Einflüssen schützt. Der Einsatz von Edelstahl und Kunststoff-Beschichtungen für ausgewählte Maschinenkomponenten entspricht den hohen Anforderungen eines chemischen Produktionsbetriebes.

Die Anlage verpackt in Dormagen bis zu 120 Paletten pro Stunde mit zwei verschiedenen Folienformaten. Die Folienhauben dehnt das System für jedes Palettenmaß individuell in beliebigen Koordinaten in Längs- und Querrichtung. Dies ermöglicht den Einsatz dünnerer Folie und das maßgeschneiderte Verpacken verschiedener Palettenformate. Der patentierte MSK Vertikalstretch (EP 1 717 148) erhöht dabei die Ladungsstabilität. Auch im Hinblick auf die Wartung erleichtert die MSK-Anlage die Abläufe: Das Personal kann den Maschinenkopf der MSK Tensiontech auf Arbeitsniveau abgesenken, was eine deutlich einfachere und schnellere Wartung ermöglicht.

Autor

Uwe Jonkmanns, Director Sales & Marketing, MSK Verpackungs-Systeme

Unternehmen

MSK Verpackungs-Systeme GmbH

Benzstraße/ Industriegebiet N
47533 Kleve
Deutschland

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