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Der neue Etikettierer Herma 500 ist ein „Netzwerker“, der seinesgleichen sucht. Die GWW in Calw hat ihn – noch vor der offiziellen Premiere auf der Fachpack – als einer der ersten Anwender eingesetzt: für die besonders präzise Etikettierung von hochwertiger Kosmetika.

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Die GWW Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH in Calw ist ein Unternehmen der besonderen Art – auch wenn es auf den ersten Blick dort zugeht, wie bei vielen innovativen schwäbischen Betrieben: In der Hightech-Montage arbeiten modernste Indus­trieroboter an Aufträgen von namhaften Automobilzulieferern. Im Bereich Verpacken und Etikettieren legt man Wert auf äußerste Präzision. Zudem haben die Tüftler im Unternehmen „nebenbei“ ein neuartiges Lasten-E-Bike entwickelt, das jetzt mit dem German Design Award 2018 ausgezeichnet wurde, bis 250 Kilogramm schleppen kann und im Markt bereits für Furore gesorgt hat. Doch die GWW wurde gegründet, um Menschen mit Behinderungen ins Arbeitsleben zu integrieren. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich daraus ein leistungsstarkes Unternehmen für Logistik-, Montage- und Fertigungsaufgaben entwickelt – mit insgesamt über 1.000 Mitarbeitern.

Hochwertige Kosmetika für namhafte Marken zu etikettieren, ist ein wichtiges Standbein der GWW. (Bild: Herma)

Hochwertige Kosmetika für namhafte Marken zu etikettieren, ist ein wichtiges Standbein der GWW. (Bild: Herma)

Das Erfolgsrezept? „Unsere Leistung muss am Markt absolut wettbewerbsfähig sein – vor allem auch hinsichtlich der Qualität. Dafür sind eine Hightech-Ausstattung und hohe Effizienz essenziell, aber auch Zertifizierungen, wie etwa die VDA 6.1 im Automotive-Bereich. Doch bei uns arbeiten Menschen, deren Leistungsgrad durchschnittlich bei 17 Prozent liegt. Auch deshalb müssen unsere Fertigungsanlagen von den technischen Fachkräften sehr schnell eingerichtet oder umgerüstet werden können und im Betrieb sehr zuverlässig sein“, erläutert Produktionsleiter Dieter Mielke. Und die Anforderungen der Kunden sind hoch – nicht nur derjenigen aus der Automobilindustrie. So lässt zum Beispiel Annemarie Börlind, eine der international renommiertesten Marken für Naturkosmetik, hochwertige Produkte mit Tamper-Evident-Etiketten bei der GWW versehen. Seit Langem geschieht das bereits mit Etikettierern von Herma. Insgesamt 1,6 Millionen Produkte etikettiert die GWW damit pro Jahr. „Wir sind aufgrund einer Empfehlung auf Herma aufmerksam geworden und arbeiten seitdem bevorzugt mit Herma-Etikettierern“, berichtet Mielke. „Dank der sehr hochwertigen Bauteile bieten sie eine sehr gute Qualität. Dazu kommt: Der Herma-Service ist immer sehr hilfsbereit, und wir sprechen eine Sprache.“

Weltweit einzigartig

Es kommt daher nicht von ungefähr, dass ausgerechnet die GWW sich als einer der ersten Unternehmen dafür interessiert hat, eine völlig neue Generation von Herma-Etikettierern – noch vor der offiziellen Präsentation auf der Fachpack – auf Herz und Nieren zu testen: Der Herma 500 ist mit seinem Leistungsumfang hinsichtlich Konnektivität, Flexibilität, Bedienbarkeit und Performance weltweit einzigartig. „Wir haben den Herma 500 vier Wochen lang getestet und täglich mehrere tausend Produkte damit etikettiert – und wir sind begeistert vom Herma 500″, sagt Eberhard Luz, der bei der GWW als Teamleiter Arbeits- und Berufsförderung täglich mit dem Etikettierer zu tun hat.

Der Herma 500 ist eine völlig neue Generation von Etikettierern – und die GWW ist einer der ersten Anwender, die ihn auf Herz und Nieren getestet hat. (Bild: Herma)
Der 4,3 Zoll große, farbige Touchscreen des Herma 500 ist in Schritten von 90 Grad drehbar und damit in jeder Einbausituation optimal ablesbar. (Bild: Herma)
Die Anforderungen der Kunden, gerade aus der Kosmetikbranche, sind außergewöhnlich hoch. Der Herma 500 erreicht, wie auch schon das Vorgängermodell, eine Abweichung in der Wiederholgenauigkeit von unter einem halben Millimeter. (Bild: Herma)

„Einer der Punkte, der uns besonders gut gefällt am neuen Herma 500, ist der große Touchscreen. Hier kann man sehr gut die aktuellen Einstellungen ablesen, Formate abspeichern und Geschwindigkeiten einstellen. Statusmeldungen werden im Klartext angezeigt. Und wenn ein Fehler auftritt, sieht man auch gleich, wie er korrigiert werden kann“, sagt Eberhard Luz. Der 4,3 Zoll große, farbige Touchscreen ist in Schritten von 90 Grad drehbar und damit in jeder Einbausituation optimal ablesbar. Er lässt sich sowohl mit als auch ohne Handschuhe bedienen. Die Menüstruktur ist so gestaltet, dass nicht mehr als drei Klicks benötigt werden, um zum gewünschten Menüpunkt zu gelangen. Die Nutzerberechtigungen werden einfach über Zahlencodes festgelegt, umständliche Tastenkombinationen sind passé.

Zeitersparnis bei jedem Rollenwechsel

Das Einrichten und Umrüsten geht jetzt noch aus einem anderen Grund schneller: „Früher war das Einfädeln des Etikettenbands von Hand sehr diffizil und aufwendig“, berichtet Luz. Dank einer Vorspendetaste werden die Etiketten mit dem Trägerband beim Herma 500 nun halbautomatisch eingefädelt. „Das ist pro Etikettenrolle eine Zeitersparnis von immerhin 20 bis 30 Sekunden“, so Luz. Da kommt im Tages- und Wochenverlauf einiges zusammen. Denn bei den Aufträgen von Annemarie Börlind zum Beispiel handelt es sich meist um kleine und mittlere Losgrößen – entsprechend oft müssen die Etikettenrollen gewechselt werden.

Entscheidend ist aber das Arbeitsergebnis. „Die Anforderungen unserer Kunden, gerade aus der Kosmetikbranche, sind außergewöhnlich hoch. Wir etikettieren mit dem Herma 500, wie auch schon mit dem Vorgängermodell, mit einer Abweichung in der Wiederholgenauigkeit von unter einem halben Millimeter“, berichtet Luz. „Wir haben sogar den Eindruck, dass der Herma 500 noch einmal genauer ist. Bei dem Vorgänger musste man manchmal im Laufe eines Auftrags nachjustieren. Das ist beim Herma 500 nicht mehr der Fall.“ Auch das allmorgendliche Anfahren der Etikettierlinie geht schneller: „Früher mussten die Schrittmotoren einmal referiert werden, beim Herma 500 müssen wir das nicht mehr. Nach dem Einschalten muss nichts mehr eingerichtet werden, und es kann direkt losgehen.“

Die GWW setzt für die Etikettierung von Kosmetika schon seit Längerem auf Herma-Etikettierer. (Bild: Herma)
Dieter Mielke, Produktionsleiter der GWW in Calw: „Für unsere Prozesse sind eine Hightech-Ausstattung und hohe Effizienz essenziell.“ (Bild: Herma)
Eberhard Luz, Teamleiter Arbeits- und Berufsförderung bei der GWW:  „Wir sind begeistert vom Herma 500.“ (Bild: Herma)

Steuern aus der Ferne

Eine absolute Herma-Neuheit ist die Web-Funktionalität des neuen Etikettierers. Damit können Anwender bei Bedarf die Parametrisierung, Wartung und Bedienung via Internet schnell und einfach realisieren. Zudem kann der Etikettierer bei Bedarf aus der Ferne gesteuert werden. Das trägt dazu bei, Rüst- und Wartungszeiten zu reduzieren und damit Kosten einzusparen. Eberhard Luz freut sich auf diese Funktion: „Wir arbeiten mitunter mehrschichtig. Da wäre es schon eine Erleichterung, wenn ich zum Beispiel während der Spätschicht von zu Hause aus auf den Etikettierer zugreifen könnte, etwa um bei einer Fehlermeldung schnell einzugreifen.“ Über den lesefreundlichen Touchscreen lassen sich zudem Bedienungsanleitungen, Einfädelschemen und Hilfethemen anzeigen. Diese Informationen liegen dem Bediener dann direkt am Gerät vor. Damit erhält der Bediener sehr effizient Hilfe zur Selbsthilfe. Des Weiteren ist die Anbindung an ein übergeordnetes Steuerungssystem über OPC UA und Industrial Ethernet Schnittstellen ohne Zusatzkomponenten möglich. Für den Anwender und Bediener bedeutet das zum Beispiel eine effizientere Kontrolle von Produktionsprozessen, etwa bei komplexen Verpackungsanlagen.

Wie bereits das Vorgängermodell kommt der neue Herma 500 komplett ohne Schaltschrank aus. Die Steuereinheit ist unmittelbar im Gerät selbst integriert. Das macht den Etikettierer ungewöhnlich kompakt und selbst auf engstem Raum einfach inte­grierbar – sehr zur Freude von Dieter Mielke und Eberhard Luz. Denn im Werk eins der GWW in Calw ist der Platz in der Fertigung inzwischen knapp geworden. Zudem ist der Herma 500, was seine Geometrie und seine Anschlusspunkte angeht, zum Vorgängermodell weitgehend kompatibel. Bei Bedarf heißt es einfach: alter Etikettierer raus, neuer Etikettierer rein.

Autor

Ingolf Doler, Carapetyan & Krämer

Unternehmen

Herma GmbH

Fabrikstraße 16
70794 Filderstadt
Deutschland

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