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Nachhaltigkeit

APK produziert Regranulate aus Kunststoff-Folienverpackungen

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In diesem Leitungsgeflecht will APK in Merseburg ab November 2018 jährlich 8.000 t Kunststoffabfälle in nahezu neuwertiges Polyethylen und Polyamid verwandeln. (Bild: APK)
In diesem Leitungsgeflecht will APK in Merseburg ab November 2018 jährlich 8.000 t Kunststoffabfälle in nahezu neuwertiges Polyethylen und Polyamid verwandeln. (Bild: APK)

Gemischte Kunststoffabfälle werden demnächst tonnenweise bei der APK Merseburg angeliefert. Sortenreine Kunststoffe verlassen den Betrieb. Hinter dieser Verwandlung steckt jahrelange Forschungsarbeit, die die verschiedenen Kunststoffarten in den Folienverpackungen beispielsweise von Wurst und Käse doch zu separieren vermag.

Die Merseburger haben es geschafft, mithilfe eines mehrstufigen lösemittelbasierten Verfahrens die Stoffe so zu trennen, dass beispielsweise Polyethylen und Polyamid in fast reiner Form gewonnen werden und kaum Reste übrig bleiben; unter dem Namen Mersalen und Mersamid – die Bezeichnungen wurden als Referenz an den Standort Merseburg gewählt – sind die Kunststoffe inzwischen auf dem Markt.

Stoffkreisläufe auch im Prozess

Newcycling heißt das Verfahren, das auf Stoffkreisläufe setzt. So reinigt und wiederverwendet das Unternehmen beispielsweise das Lösemittel in einem kontinuierlichen Kreislauf, erklärt Florian Riedl. Der Leiter Business Development Newcycling bei APK unterstreicht: „Regranulate aus dem Newcycling-Prozess können wieder in anspruchsvollen Anwendungen, wie flexiblen Verpackungen eingesetzt werden und auf diese Weise neu hergestellte Kunststoffe ersetzen.“ Ressourcenschonung durch stoffliche Wiederverwertung.

Den Ritterschlag, die Zulassung für die Lebensmittelindustrie, hat APK zwar noch nicht erhalten. Doch die Nachfrage aus der Industrie nach hochwertigen Granulaten ist groß, national und international. Brand Owner und die Verpackungshersteller sind vorrangige Kunden für Mersalen (LDPE). Es umhüllt beispielsweise Wasch- und Reinigungsmittel. „Da derzeit im Allgemeinen noch sehr wenige LDPE-Regranulate in flexiblen Verpackungen eingesetzt werden, erschließen wir damit einen neuen Markt“, kommentiert Riedl. Das Mersamid (PA) kommt überwiegend in technischen Anwendungen zum Einsatz.

Neue Herausforderung: Kunststoff aus Haushalten

Newcycling entwickelte APK parallel zur traditionellen mechanischen Verwertung von Kunststoffabfällen. Derzeit wird in Merseburg die erste kommerzielle Newcycling-Anlage gebaut. Sie hat eine Kapazität von 8.000 t/a und geht Ende 2018 in Betrieb. Die Mitarbeiterzahl wächst damit auf bis zu 120. Und APK bildet selbst aus, um Fachkräfte zur Verfügung zu haben. Denn das Unternehmen will weiter wachsen: Bereits fest steht, dass in eine zweite Anlage mit einer Kapazität von mindestens 25.000 t/a investiert wird. Diese soll Abfälle aus Haushalten aufbereiten und Ende 2020 fertig sein. Bisher liefert nur die Industrie ihre Kunststoffabfälle an.

Haushaltsabfälle würden eine besondere Herausforderung darstellen, erklärt Riedl, denn ein großer Teil sei bunt gemischt. Auch mittels moderner Sortieranlagen sei eine vollständig sortenreine Trennung der Kunststoffarten nicht wirtschaftlich. So werden dann vor allem die kleinformatigen Folien diverser Kunststofftypen zu einer gemischten Restfraktion zusammengefasst. Solche Mischungen landen bisher meist in der Müllverbrennung oder werden zu Regranulaten verarbeitet, die nur für qualitativ geringwertige Anwendungen wie Parkbänke einsetzbar sind. „Mit dem Newcycling-Verfahren kann sogar diese gemischte Fraktion wieder hochwertig aufbereitet werden“, erläutert Riedl die neue Qualität, die die Merseburger künftig  bieten wollen.

Markt verlangt hochwertiges Regranulat

Mit der geplanten Anlage helfen sie, die neuen, hoch angesetzten gesetzlichen Quoten für die stoffliche Verwertung von Verpackungsabfällen aus Haushalten zu erfüllen. Sie sollen binnen drei Jahren von jetzt gut einem Drittel auf 63 Prozent gesteigert werden. Es ist zu erwarten, dass nicht zuletzt durch EU-Vorgaben die Quote weiter erhöht werden wird. Angesichts von mehr als drei Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen im Jahr allein in Deutschland stellt die geplante Merseburger Kapazität lediglich einen Anfang dar.

Die Erweiterungspläne stehen nicht nur wegen gesetzlicher Vorgaben auf soliden Füßen. Denn der Markt fragt immer mehr nach höherwertigeren Regranulaten. Die Brand Owner und Verpackungshersteller haben sich selbst zum Ziel gesetzt, den Anteil an Regranulat massiv zu erhöhen. Damit dies gelingt, werden vor allem hochwertige Regranulate benötigt, ist Riedl überzeugt. Daher würden innovative Recyclingmethoden gebraucht, welche auch aus minderwertigen Abfallströmen hochwertige Produkte gewinnen – wie Newcycling aus Mitteldeutschland.

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