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Anlässlich der Verpackungsmesse All4Pack Paris hat die Messe Designer und Verbraucher zu Anforderungen an die Verpackungsindustrie befragt. Themen waren beispielsweise seniorengerechte Verpackung, Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz.

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Die Messegesellschaft Comexposium hat anlässlich der All4Pack, die vom 26. bis 29. November 2018 in Paris stattfindet, in Zusammenarbeit mit dem Verband EPDA (European Brand & Packaging Design Association) 22 Designer aus 16 europäischen und nordafrikanischen Ländern zu ihrer Meinung bezüglich der aktuellen Anforderungen an die Verpackungsindustrie befragt. Weiter hat das Umfrageinstitut Yougov 8.253 Verbraucher in sechs Ländern zu ihren Erwartungen an künftige Brancheninnovationen befragt. Die Umfrageergebnisse lassen Rückschlüsse auf die wesentlichen Herausforderungen bis 2050 zu und geben ebenfalls Hinweise auf einen grundlegenden Wandel der Verpackungsbranche.

Vom 26. bis 29. November 2018 trifft sich die Verpackungsbranche in Paris auf der All4Pack. (Bild: All4Pack)
Früher „Emballage“ heute „All4pack“: die Verpackungsmesse in Paris. (Bild: All4Pack)

Alterung der Bevölkerung

Besser lesbare Verpackungen sind unerlässlich. Hat man einmal die Vierzig überschritten, machen sich beispielsweise Fehlsichtigkeiten bemerkbar, die sich in der Regel im Laufe der Zeit verstärken. In Europa wünschen sich laut der Yougov-Umfrage insbesondere Babyboomer (50 und älter) und die Generation Y (18 bis 34 Jahre) Verpackungen, die sich leichter öffnen und verschließen lassen. Es gibt also durchaus Entwicklungsperspektiven, wenn man berücksichtigt, dass die Generation Y von heute im Jahr 2050 über 60 ist. 42 Prozent der europäischen Verbraucher finden, dass die Lesbarkeit von Verpackungen zu wünschen übrig lässt. 47 Prozent der Befragten denken, dass das Öffnen und Verschließen von Verpackungen ein wichtiges Thema ist, das man aufgreifen sollte. 31,5 Prozent der französischen, spanischen, britischen und italienischen Verbraucher machen sich Gedanken, dass bestimmte Verpackungen zu viel Gewicht haben. 32 Prozent der Belgier und Deutschen kritisieren die Verpackungsformate.

Knappheit der Ressourcen

Aufklärung der Bürger ist und bleibt die beste Lösung zur Sensibilisierung für den Umweltschutz. Festzustellen bleibt jedoch, dass dies heutzutage noch lange nicht ausreicht.

Die befragten Europäer fordern ab sofort mehr Auflagen und mehr Anreize. Sie befürworten ein Verbot von nicht recycelfähigen Verpackungen und Umverpackungen. Sie fänden es gut, wenn es finanzielle Anreize für die Rückgabe gebrauchter Verpackungen gäbe.

Der Wunsch nach solchen radikalen Maßnahmen zeigt, dass Verbraucher mehr denn je daran interessiert sind, unnötige Verpackungen zu vermeiden und Recycling zu fördern.

47 Prozent der Briten und 49 Prozent der Deutschen sprechen sich für ein Verbot von Umverpackungen aus. 52 Prozent der Spanier und 40 Prozent der Italiener befürworten einen finanziellen Ausgleich für die Rückgabe von Verpackungen. 40 Prozent der Europäer plädieren für ein Verbot von Verpackungen, die nicht recycelbar sind.

Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz

Durch technischen Fortschritt werden Verpackungen nachhaltiger werden. In Europa finden sowohl Babyboomer als auch die Generation Y künstliche Intelligenz sinnvoll, wenn sie dazu beiträgt, gebrauchte Verpackungen besser zu sortieren und zu recyceln. Auch sollte sie dazu beitragen, Verschwendung zu begrenzen, indem sie beispielsweise ausdrücklich auf Verfallsdaten hinweist.

In gewisser Weise verstehen die Verbraucher dies auch als Möglichkeit, Produkte mit mehr Informationen zu versehen und sie benutzerfreundlicher zu gestalten.

Folgende Gründe sprechen für die Entwicklung intelligenter Verpackungen: 34 Prozent der Befragten sehen in künstlicher Intelligenz eine Chance für wirtschaftliche Benefits. Dazu zählt insbesondere die Reduzierung von Verschwendung durch deutliche Hinweise an die Verbraucher bezüglich der Verfallsdaten. 38 Prozent glauben, dass es auch ökologische Vorteile geben wird, wenn man die Bevölkerung dabei unterstützt, gebrauchte Verpackungen zu sortieren.

Mehr Mobilität

Verpackungen sollten mehr noch auf Reisen aber auch zuhause einfacher zu recyceln sowie zu öffnen und zu verschließen sein. Und zwar, ohne dass sie undicht werden. Tatsächlich bleibt der Umgang mit Verpackungen nach Gebrauch eines der Hauptanliegen der Europäer.

Etwas weniger Bedeutung kommt dem Öffnen und Verschließen zu, wobei dieses Thema mehr Babyboomer als die Generation Y beschäftigt. Auch hier gibt es klare Erwartungen, die einmal mehr unterstreichen, dass perfekte Funktionalität in Verbindung mit einfacher Entsorgung und Recycling von hoher Bedeutung sind.

35 Prozent der Befragten möchten das Verpackungsmanagement nach Gebrauch verbessern. 37 Prozent plädieren dafür, dass das Öffnen und Verschließen zwischen den einzelnen Anwendungen verbessert wird. 29 Prozent befürworten eine Überarbeitung der Verpackungsgrößen, die oft unangemessen scheinen. Die Verpackungsbranche befindet sich in einem stetigen und tief greifenden Wandel. Wegen oder gerade durch Innovationen, wie künstliche Intelligenz oder neue Mobilitätsformen, werden Verpackungen nach wie vor im Fokus stehen. Zweifellos werden sie umweltfreundlicher sein und den Anforderungen der Verbraucher in höherem Maße Rechnung tragen.

Für Sie entscheidend

All4Pack auf einen Blick

  • All4Pack Paris – neuer Name für die Fachmessen Emballage und Manutention
  • 26. bis 29. November 2018, Paris Nord Villepinte Frankreich, Hallen 6 und 7
  • 1.500 Aussteller und Marken für die Angebotsbereiche Packaging, Processing, Printing & Handling (Auslandsanteil 50 Prozent)
  • 87.000 erwartete Fachleute (35 Prozent internationaler Anteil)
  • 100 vertretene Länder

Ausgezeichnete Investitionsperspektiven

Der wirtschaftliche Aufschwung beeinflusst die Verpackungsindus­trie nach wie vor positiv, laut einer Umfrage von All4Pack im Herbst 2017. 63 Prozent der Einkäufer und 62 Prozent der Lieferanten sehen einen Anstieg der Produktionsmengen in Frankreich vor. Vertrieb, Handel und E-Commerce stehen nach wie vor an der Spitze der Anwenderbranchen. Die Aussichten in den Bereichen Investitionsgüter präsentieren sich laut 58 Prozent der Einkäufer erneut positiv. Investitionen für Konzeption und Herstellung von Verpackungen sind laut jedem zweiten Einkäufer bereits durchgeführt worden oder in Planung. 91 Prozent der befragten Einkäufer setzen derzeit Investitionen um oder planen sie für die kommenden zwei Jahre ein. Einer von drei wird dabei in Verfahrens- und Verpackungstechnik investieren sowie einer von drei in Lagerhaltung und Handling.

46 Prozent der Einkäufer decken ihren Verpackungsbedarf in Frankreich. 78 Prozent glauben, dass „Made in France“ eine Erfolgsgarantie für den Ausbau des Verpackungsmarkts darstellt, 41 Prozent erwarten einen Rohstoffpreisanstieg.

Über Comexposium

Die Gruppe Comexposium ist mit über 177 B2C- und B2B-Veranstaltungen einer der international führenden Eventveranstalter in elf breit gefächerten Angebotsbereichen. Dazu zählen Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft, Mode, Digitaltechnik, Sicherheit, Bauwesen, Hightech, Optik und Verkehrswesen. 45.000 Aussteller und über drei Millionen Besucher nehmen an Comexposium-Veranstaltungen in 30 Ländern weltweit teil. Comexposium baut seine internationalen Präsenzen weltweit aus.

Unternehmen

Groupe Comexposium

70 avenue du Général de Gaulle
92058 Paris La Défense Cedex
Frankreich

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