Qualitätssicherung

O2-Messsystem für Wurst- und Fleischwarenverpackungen

In den letzten Jahrzehnten haben wir immer wieder in unseren Verpackungsbereich investiert“, blickt Hans Plattner, Geschäftsführer und Gesellschafter der Andrä Hörtnagl Produktion und Handel GmbH am Stammsitz in Hall in Tirol zurück. „Wir stehen neuen Entwicklungen grundsätzlich offen gegenüber. Das betrifft sowohl unserer Produktphilosophie als auch den Maschinenpark, der nach dem neuesten Stand der Technik ausgerichtet ist. Wir sind der festen Überzeugung, dass eine moderne und hochwertige Produktion laufend Investitionen benötigt, um den steigenden Hygiene- und Qualitätsrichtlinien zu entsprechen und den Kundenanforderungen Rechnung zu tragen.“

Seit annähernd 40 Jahren arbeitet der Produzent von hochwertigen Wurst- und Fleischwaren im Bereich Verpacken mit GEA zusammen. Das Vertrauen in die Maschinentechnologie des international agierenden Konzerns ist groß. Ob Extrawurst, Karreespeck, Rosmarin-Lammsalami, Lyoner oder Spargel-Aufschnittwurst: Sie werden auf einer der drei Powerpak-Tiefziehmaschinen für die Kunden in den unterschiedlichsten Packungsvarianten verpackt.

Ein Blick zurück

Die Hörtnagl Unternehmenshistorie reicht bis in das Jahr 1863 zurück. Das heute in fünfter Generation geführte Familienunternehmen ist in Tirol Marktführer beim Erzeugen und Veredeln von hochwertigen Wurst- und Fleischwaren. Das gesamte Sortiment – vom saftigen Steak des Grauvieh-Almochsen bis hin zu den Bestsellern Extrawurst und Frankfurter – stammt zu 100 Prozent aus österreichischer und Tiroler Herkunft. Zur Produktphilosophie gehört das konsequente Festhalten an den Werten Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit. Herkunft, Qualität und Geschmack sind dementsprechend die Eckpfeiler ihrer Unternehmensstrategie.

Hörtnagl beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Das Fleisch- und Wurstsortiment ist in vierzehn eigenen Filialen sowie im Lebensmitteleinzelhandel und diversen Lebensmittelketten erhältlich. Auf rund 500 m2 werden am Firmensitz in Hall die Produkte für die Gastronomie und die Endverbraucher geschnitten und kundenspezifisch verpackt. „Wir setzen hinsichtlich Lieferbereitschaft, Verpackung und Gestaltung Maßstäbe“, kommentiert Plattner. „Das Erfüllen von Sonderwünschen gehört bei uns zur Tagesordnung.“

Bis zu zehn Werkzeugwechsel

Die Tagesproduktion liegt beim Lebensmittelproduzenten zwischen zehn und zwölf Tonnen. Gearbeitet wird einschichtig an fünf Tagen in der Woche. „Unser gesamtes Angebot umfasst mehr als 100 Produkte“, berichtet Plattner. „Flexibilität wird bei uns großgeschrieben. Es gibt Wurstwaren, die in sieben unterschiedlichen Packungsgrößen angeboten werden.“

Und hier spielen die leistungsfähigen Thermoformer aus dem Hause GEA ihre Stärken aus. Ihre robuste Bauweise ermöglicht Langlebigkeit. Dazu kommen die kurzen Umrüstzeiten bei Produktwechseln. „Aufgrund unserer Produkt- und Verpackungsvielfalt wechseln wir während einer Schicht an einer Maschine bis zu zehnmal das Werkzeug“, verdeutlicht Reinhard Penz, Abteilungsleiter Verpackung, das Anforderungsprofil. „Das muss zum einen schnell gehen, um Stillstände zu minimieren. Zum anderen stellen die permanenten Umrüstungen dauerhaft höchste Anforderungen an die Maschinenkonstruktion. Ein großes Plus sind die Laufzeiten. Die Tiefziehmaschinen sind nahezu wartungsfrei.“

Perfekte MAP-Verpackungen

Die Zusammenarbeit und das Vertrauensverhältnis beider Unternehmen funktionieren so gut, dass sich der Tiroler Wurst- und Fleischwarenproduzent als Feldtestkunde zur Verfügung gestellt hat, eine GEA-Entwicklung auf seiner Tiefziehverpackungsmaschine zu installieren – GEA Oxycheck. Es handelt sich um ein in die Verpackungsmaschine integriertes System zur Qualitätskontrolle, das bei ausnahmslos allen Verpackungen unter Schutzatmosphäre (MAP), die den Thermoformer verlassen, den Restsauerstoffgehalt überprüft und als Nebeneffekt noch eine Dichtigkeitskontrolle vorgenommen hat.

Das Prüfverfahren sorgt dafür, dass zeitintensive, aufwendige Stichprobenkontrollen, die nur einen Bruchteil der Produktion abdecken, endgültig der Vergangenheit angehören. Es handelt sich um das erste nicht-invasive Sauerstoff-Messsystem für MAP-Verpackungen und ist derzeit die einzige auf dem Markt erhältliche Lösung zur Inline-Qualitätskontrolle, die ausnahmslos alle Verpackungen auf Restsauerstoff überprüft. „Die Anforderungen an die Verbrauchersicherheit steigen immer mehr“, gibt dazu der Geschäftsführer zu bedenken. „Wir können jetzt den Konsumenten garantieren, dass er eine geprüfte Packung erwirbt.“

GEA Oxycheck arbeitet mit auf dem Thermoformer angebrachten optischen Sensoren in Kombination mit einem einmaligen Sensorpunkt, der auf die Innenseite der Oberfolie aufgedruckt ist. Der Messvorgang nutzt die fluoreszierenden Eigenschaften eines Farbstoffs im Sensorpunkt. Wenn dieser Farbstoff Licht absorbiert, emittiert er Licht in einer anderen Wellenlänge. Durch die Sauerstoffkonzentration in der MAP-Verpackung ändert sich die Fluoreszenz des Farbstoffs, wodurch die Sauerstoffkonzentration im Inneren der Verpackung von außen präzise bestimmt werden kann. Dieses Verfahren hat keine Auswirkungen auf die Schutzatmosphäre und den Inhalt der Verpackung. Der Sensorpunkt erfüllt alle relevanten EU-Verordnungen für Material und Lebensmittelkontakt.

„Als Nebeneffekt hat sich herausgestellt, dass mit der Hilfe des Systems auch eine Dichtigkeitskontrolle erfolgen kann, sodass fehlerhafte Packungen endgültig der Vergangenheit angehören“, macht Penz klar.

Reinhard Penz (rechts), Hörtnagl, und Andreas Steffen, GEA, haben den Feldtest gemeinsam umgesetzt. (Bild: GEA)

Aufzeichnen der Tagesproduktion

Arbeitsabläufe mussten angepasst, Einstellungen modifiziert werden, ehe das O2-Prüfsystem seine Stärken ausspielen konnte. „Wir sind zu keinem Zeitpunkt in Stich gelassen worden“, blickt der Abteilungsleiter zurück. „Unsere Ansprechpartner haben uns vor Ort immer wieder unterstützt, bis die Installation zu unserer Zufriedenheit funktionierte.“

Das Messsystem prüft nicht nur, sondern das Bedienkonzept ermöglicht auch das Aufzeichnen der Tagesproduktion. „Damit können wir die Dokumentationspflicht noch besser wahrnehmen“, so Plattner. In einem Protokoll sind die Restsauerstoffwerte aller Produkte und Chargen hinterlegt. Sie stehen im PDF-Format oder ausgedruckt zur Verfügung. „So können wir das Einhalten aller nationalen und internationalen Standards garantieren“, ist sich Penz sicher.

„Bei der aufwendigen Stichprobenkontrolle, die früher nach jedem Folienwechsel zwingend erfolgen musste, haben wir lediglich einen Vorzug auf den Sauerstoffgehalt und nicht die gesamte Charge geprüft. Heute kontrollieren wir dagegen lückenlos und zerstörungsfrei“, verdeutlicht der Abteilungsleiter. „Ungeplante Maschinenstillstände kommen darüber hinaus nicht mehr vor, da jetzt alle Verpackungen die geforderten Spezifikationen erfüllen. Stimmt der Sauerstoffgehalt nicht, wird die Verpackung automatisch aussortiert, ohne die Anlage anzuhalten. Außerdem entlasten wir die Umwelt, da wir keine Verpackungen mehr zerstören und damit weniger Verpackungsmaterial benötigen. Auch dem Thema Hygiene wird Rechnung getragen. Einmal verpackt, kann es zu keinen Kontaminationen mehr kommen.“

Risiko deutlich verringern

Mehr als die Hälfte aller im Handel angebotenen frischen Lebensmittel wird unter Schutzatmosphäre verpackt. Dazu zählen neben Wurst und Fleisch unter anderem Geflügel, Back- und Süßwaren und Milch­erzeugnisse. GEA Oxycheck steht optional für die Thermoformer Powerpak der aktuellen Generation zur Verfügung. Das Prüfsystem kann auch auf vorhandenen MAP-fähigen Maschinen nachgerüstet und entsprechend den Gegebenheiten vor Ort kundenspezifisch eingestellt werden. Die Leistungsfähigkeit der Verpackungsmaschine wird durch den Einsatz von GEA Oxycheck nicht beeinträchtigt.

Kommt das Prüfsystem zum Einsatz, profitieren Verbraucher, Einzelhändler und Hersteller, da die MAP-Verpackungen sich garantiert in einem perfekten Zustand beim Konsumenten präsentieren. Rückrufaktionen, die den Ruf schädigen können, gehören der Vergangenheit an. „Das Vertrauensverhältnis zwischen Hersteller und Kunde kann schnell zerstört sein“, gibt Plattner zu bedenken. „Qualität und Sicherheit stehen deshalb für uns an vorderster Stelle. Unsere Erwartungen sind mehr als erfüllt worden. Wir sind von den Vorteilen des optischen Messsystems voll und ganz überzeugt.“

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Über GEA
GEA ist einer der größten Systemanbieter für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie sowie ein breites Spektrum weiterer Branchen mit einem Konzernumsatz von rund 4,6 Mrd. Euro in 2017. Das international tätige Technologieunternehmen konzentriert sich auf Prozesstechnik, Komponenten und umweltschonende Energielösungen für anspruchsvolle Produktionsverfahren in unterschiedlichen Endmärkten. Der Konzern generiert etwa 70 Prozent seines Umsatzes aus der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 18.000 Mitarbeiter.

Über den Autor
Autorenbild
Nicole Meierotto, Corporate Media & Press, GEA

Über die Firma
GEA Food Solutions Germany GmbH
Biedenkopf-Wallau
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