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Recycling

Versandhandel und Co: Vier Tipps zum Verpackungsgesetz

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Zum Jahreswechsel trat das neue Verpackungsgesetz in Kraft. Für Inverkehrbringer von Verpackungen ergeben sich hierdurch zwei entscheidende Grundpflichten.
(Bild: Sebastian Kaulitzki – Fotolia)

Übergeordnete Ziele des neuen Verpackungsgesetzes bestehen darin, das Abfallaufkommen zu verringern, die Recycling-Quoten von Verpackungsmaterialien zu erhöhen und die Umweltbelastung zu reduzieren. Darüber hinaus nimmt es alle Verursacher von Verpackungsmüll in die Pflicht, für dessen Entsorgung aufzukommen. Um dies in der Praxis zu erreichen, beinhaltet die Direktive zwei Grundpflichten, die jeder Inverkehrbringer von Verpackungen einhalten muss: eine Systembeteiligungspflicht und eine Registrierungspflicht. Wer also ab 1. Januar 2019 Pakete versendet, ist auch dazu verpflichtet, sich über duale Systeme durch ein Lizenzentgelt an der Rücknahme der Verpackungen zu beteiligen. Die Höhe der Zahlung wird anhand des Gesamtgewichts und der Materialart der Verpackungen bemessen und ist für das jeweils folgende Jahr an die zuständigen Stellen zu melden: das duale System und die Zentrale Stelle Verpackungsregister.

Trittbrettfahrern drohen empfindliche Strafen

Duale Systeme bilden die organisatorische Schnittstelle zwischen Versendern sowie öffentlichen und privaten Entsorgungsunternehmen. Ihr Zweck ist es, eine flächendeckende und für den Endverbraucher unentgeltliche Rücknahme und Verwertung des verursachten Verpackungsmülls sicherzustellen. Für sämtliche Verpackungen gilt die Regel: Wer sich nicht beteiligt, darf nichts in Umlauf bringen. Hinzu kommt die Registrierungspflicht: Um das Lizenzentgelt zur Beteiligung am dualen System erheben zu können, müssen sich alle Versender ab dem Jahreswechsel bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister registrieren lassen. Wer ohne Registrierung systembeteiligungspflichtige Verpackungen in Umlauf bringt, muss mit Strafen bis zu einer Höhe von 200.000 Euro rechnen. Dabei spielt die Größe des jeweiligen Unternehmens keine Rolle.

Vier Tipps zum Verpackungsgesetz

1. Das sind systembeteiligungspflichtige Verpackungen:

Betroffen sind alle Verpackungen, die beim Endverbraucher anfallen – beispielsweise auch Klebeband, Etiketten, Füllmaterial, Produkt- und Umverpackungen sowie Versandkartons. Grundsätzlich kann eine Vielzahl von Materialien als Verpackung dienen. Klarheit über Kriterien und Sonderfälle verschafft die Anlage 1 zum Verpackungsgesetz.

2. So funktioniert Lizenzierung:

Jede Verpackung muss nur einmal lizenziert werden – und zwar durch denjenigen, der sie erstmalig in den Verkehr bringt. Hat der Hersteller eines Produktes bereits die Produktverpackung lizenziert, entfällt diese Pflicht für den Versender. Aber Achtung: Natürlich muss er dann immer noch das Verpackungsmaterial für den Versand an den Endkunden lizensieren.

3. So wird das Gesamtgewicht der in Verkehr gebrachten Verpackungen berechnet:

Die geplanten Jahresmengen müssen der Zentralen Stelle Verpackungsregister zum Jahresbeginn jeweils getrennt voneinander in Form des Gesamtgewichtes angegeben werden. Als Orientierung für die Schätzung dienen beispielsweise Absatzzahlen der Vorjahre. Das Gesamtgewicht kennt wahrscheinlich der Verpackungslieferant. Andernfalls lässt sich die das Einzelgewicht pro Verpackungseinheit auf die Gesamtmenge hochrechnen. Wertvolle Hilfe leisten Online-Tools wie Lizenzero oder Landbell. Zum Jahresende steht eine aktualisierte Jahresabschluss-Mengenmeldung an das beauftragte duale System und die Zentrale Stelle an.

4. Vollständigkeitserklärung nicht vergessen!

Für große Versandhändler, die jährlich mehr als 80 t beteiligungspflichtige Verpackungen aus Glas, mehr als 50 t aus Papier, Pappe oder Karton oder mehr als 30 t eines anderen Materials in Verkehr bringen, ist es mit der Schätzung und Jahresabschluss-Mengenmeldung noch nicht getan. Zusätzlich müssen sie bis zum 15. Mai jedes Jahres eine detaillierte Vollständigkeitserklärung einreichen, die sämtliche erstmals in Verkehr gebrachten Verkaufs- und Umverpackungen auflistet.

Jörg Deppmeyer, Geschäftsführer Der Grüne Punkt, teilt auf dem Packaging Summit erste Erfahrungsberichte zum Neuen Verpackungsgesetz.

(Bild: Der Grüne Punkt)

Erste Praxiserfahrungen auf dem Packaging Summit im April

Zum 1. Januar 2019 löste das Neue Verpackungsgesetz die bisherige Verpackungsverordnung ab. Die damit einhergehenden Änderungen – Stichworte: Beteiligungspflicht, Registrierungspflicht – sind für manche Unternehmen nicht weiter bemerkbar, für andere gravierend. Auf dem 2. Packaging Summit, einer Gemeinschaftsveranstaltung von neue verpackung und werben & verkaufen, berichtet Jörg Deppmeyer, Geschäftsführer Der Grüne Punkt, über erste Erfahrungen mit dem neuen Regelwerk. Und stellt sich im Anschluss natürlich auch den Fragen der Teilnehmer.

2. Packaging Summit in München

Marketing, Digitalisierung, Design und Nachhaltigkeit – diese vier Themenblöcke bilden das Programm des 2. Packaging Summit, der am 3. bis 4. April 2019 in München stattfindet. Die Referenten bilden auch in diesem Jahr wieder ein Who-is-who der Branche ab, so finden sich im Programm Vertreter von Katjes, Nestlé, Werner & Mertz, Mondi, Karl Knauer und Der Grüne Punkt wieder – um nur einige zu nennen.

Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter www.packagingsummit.de.

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