Transport-Verpackungen

Integrierte Mehrwegverpackung

Das Konzept von Mehrwegkästen mit Mehrwegglasflaschen ist aus vielen Gründen bereits seit vielen Jahrzehnten populär und hatte eine regelrechte Vorreiterrolle für die derzeitige Kreislaufwirtschaft. Der 2013 von der Ellen McArthur Foundation veröffentlichte Bericht „Towards the Circular Economy Vol.2 (Zur Kreislaufwirtschaft, Band 2)“ gab an, dass Getränkehersteller durch den Umstieg auf wiederverwendbare Glasflaschen den Materialaufwand und Verpackungspreis reduzieren könnten. Dies würde eine Kostenreduzierung von 20 Prozent pro Hektoliter Bier ermöglichen. Die Tatsache, dass Mehrwegsysteme während der Lebensdauer eines Produkts deutlich weniger Verpackungsabfall verursachen, hat dem Konzept der Mehrwegkästen mit Mehrwegglasflaschen mehr Aufmerksamkeit verschafft.

Die Antwort auf das Paket zur Kreislaufwirtschaft

Die Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Richtlinie 94/62/EG über Verpackungen und Verpackungsabfälle, die im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und Anfang Juli 2018 in Kraft getreten ist, fördert die Wiederverwendung und neue Geschäftsmodelle, die die Abfallerzeugung verringern. Abfallvermeidung ist der effizienteste Weg, um die Ressourceneffizienz zu verbessern und die Umweltauswirkungen von Abfällen zu verringern. Dieses Paket sorgt für einen höheren Anteil an wiederverwendbaren Verpackungen, die auf den Markt gebracht werden, und fördert das Wiederverwenden von Verpackungen; einschließlich der Nutzung von Pfandsystemen und anderen Anreizen. Als Reaktion auf das Paket wurde das Designteam von DS Smith in Bilzen mit der Aufgabe betraut, eine Lösung zu finden, um Mehrwegkästen mit Mehrwegverpackungen zu kombinieren.

Eine Neugestaltung, die drei Probleme löst

Dieser Auftrag ließ der Kreativität des jungen Designteams freien Lauf. Am Ende stand Fillbee: eine Mehrwegverpackung für vier oder sechs Flaschen, die in die bestehenden Getränkekästen passt. Diese Innovation löst drei Probleme: das Erkennen von Mehrwegflaschen, die Rückgabe von Flaschen in Kleinverpackungen und das Reduzieren von Verpackungsabfällen.

Das Identifizieren von Mehrwegflaschen stellte sich als nicht ganz einfach heraus. Neun von zehn Verbrauchern würden einen höheren Anteil an wiederverwendbaren Verpackungen im Einzelhandel begrüßen. Mehr als 40 Prozent klagen jedoch, dass sie beim Einkauf oft Schwierigkeiten haben, umweltfreundliche Verpackungen zu erkennen. Dies wurde aus dem Ergebnis einer Umfrage des Beratungsunternehmens PWC am Anfang des Jahres deutlich. Im Getränkesegment wird dies sogar noch deutlicher: Eine Studie der deutschen Arbeitsgruppe Mehrweg im Herbst 2017 zeigte, dass 93 Prozent der Deutschen der Ansicht sind, dass Mehrwegflaschen nachhaltiger als Einwegflaschen sind. Gleichzeitig haben die Hälfte der Verbraucher jedoch immer noch Schwierigkeiten, Einwegflaschen von Mehrwegflaschen zu unterscheiden. Die Mehrwegverpackung würde es Verbrauchern ermöglichen, Mehrwegflaschen sofort zu erkennen.

Einwegverpackungen sind ideal, um eine kleine Anzahl von Mehrwegflaschen mit nach Hause zu nehmen. Da jedoch keine Tragehalterung vorhanden ist, um die Flaschen zurück zum Geschäft zu bringen und die Verbraucher die Mehrwegflaschen nicht erkennen, landen viele Flaschen am Ende im Recycling, statt zur Wiederverwendung zurückgegeben zu werden. Bislang war ein Mehrweg-Getränkekasten die einzige Mehrweg-Verbraucherverpackung auf dem Markt. Eine Mehrwegverpackung stellt eine verbraucherfreundliche Lösung dar, die Flaschen sicher und kundenfreundlich zu lagern und zurückzugeben, und bietet gleichzeitig die Flexibilität, einen ganzen Kasten oder nur eine oder mehrere Verpackungen zu kaufen.

Reduce, reuse, recycle

Die dritte Lösung würde einen großen Fortschritt beim Reduzieren von Abfällen bedeuten. Jüngste Statistiken über Verpackungsabfälle in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigen, dass im Jahr 2015 166,3 kg Verpackungsabfälle pro Einwohner der 28 EU-Mitgliedstaaten erzeugt wurden. Diese Menge schwankte zwischen 51,2 kg pro Einwohner in Kroatien und 222,2 kg pro Einwohner in Deutschland. Die häufigsten Verpackungsabfälle sind Karton, Glas und Kunststoff (in dieser Reihenfolge). Auf Getränkeverpackungen entfallen etwa 20 Prozent aller Verpackungsabfälle in der EU. Ein Pfandsystem für Mehrwegverpackungen würde den Abfall von Getränkeverpackungen erheblich verringern. Das Material der Verpackung ist zu 100 Prozent recycelbar und kann aus wiederverwerteten Materialien hergestellt werden.

Lösung für das Nadelöhr der Brauereien

Heutzutage werden Kästen mit Mehrwegflaschen mit losen Flaschen oder mit Einwegverpackungen eingesetzt, deren Tragehalterung eine Einwegverpackung ist. Große Brauereien haben daher zwei Arten von Fülllinien: Eine für lose Flaschen, die die Flaschen direkt in die Kästen platziert, und eine zweite Fülllinie für Verpackungen, in denen vier oder sechs Flaschen verpackt werden. Diese Art der Fülllinie erfordert einen zweiten Fertigungsschritt, bei dem die Verpackungen in die Kästen platziert werden. Für kleinere Brauereien ist die finanzielle Investition in eine zusätzliche Fülllinie untragbar. Die Flaschen werden daher manuell verpackt und in die Kästen platziert. Dieser Vorgang ist einschneidend und zeitaufwendig. Da die neue Mehrwegverpackung in die Kästen passt, ist es möglich, die Flaschen direkt in die Verpackungen zu platzieren, wodurch sich die Fertigungskosten von Brauereien erheblich reduzieren. Auch für große Brauereien würde die Mehrwegverpackung eine größere Flexibilität bieten, da sowohl Kartonverpackungen als auch Mehrwegverpackungen in die Kästen passen.

Stapelbare Verpackungen ohne Kästen

Die Verpackungen werden im Allgemeinen sowohl in Kästen als auch ohne Kästen in Einwegkunststoff oder Karton verpackt sowie auf Paletten gestapelt vertrieben. Dieses Verpackungskonzept benötigt eine zusätzliche Zwischenlage, um die Stabilität zu gewährleisten und direkten Druck auf die Kronkorken der eingeladenen Flaschen zu verhindern. Ein spezielles, patentiertes Modell der spritzgegossenen Mehrwegverpackung ist so konzipiert, dass es ohne den Einsatz einer zusätzlichen Zwischenlage zu stapeln ist. Eine Besonderheit am Boden der Verpackung verhindert direkten Druck auf die Kronkorken der Flaschen.

Über den Autor
Autorenbild
Tinne De Pooter, Marketing Manager, DS Smith Plastics

Über die Firma
DS Smith Packaging Deutschland Stiftung & Co. KG
Fulda
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